Hülsenfrüchte – klein, aber oho

31 Jan 2016 Keine Kommentare by

Die Vereinten Nationen haben das Jahr 2016 zum „Internationalen Jahr der Hülsenfrüchte“ erklärt. Tatsächlich gehören die Hülsenfrüchte noch immer zu den Stiefkindern in unserem Ernährungsalltag. Die Kampagne der UN soll die wertvollen Lebensmittel stärker ins Bewusstsein von uns  Verbrauchern rücken. Das haben die Erbsen, Bohnen und Linsen mehr als verdient. Warum – das erklärt im Folgenden die Ernährungswissenschaftlerin Prof. Dr. Anja Markant von der Fachhochschule Münster.

Mit Hülsenfrüchten verbinden viele immer noch die Linsensuppe und den Bohneneintopf aus Omas Zeiten, die Blähungen machen und bleischwer im Magen liegen. Doch das Image als altbackene und unbekömmliche Lebensmittel haben die Hülsenfrüchte nicht verdient.

 

Kleine Eiweißbomben

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Die Ernährungswissenschaftlerin Prof. Anja Markant empfiehlt: Mehr Hülsenfrüchte essen!

„Für Hülsenfrüchte spricht eindeutig ihre Nährstoffbilanz.“ meint Prof. Markant. „Sie bestehen zu 20 bis 40 Prozent aus Eiweiß und sind damit ähnlich proteinreich wie Fleisch“. Das macht sie besonders für Vegetarier zu einer wichtigen pflanzlichen Eiweißquelle. Markant empfiehlt, Hülsenfrüchte untereinander oder beispielsweise mit Kartoffeln oder Getreide (Spätzle, Nudeln) zu kombinieren. „Durch die Kombination erhöht sich die für den Körper nutzbare Menge an lebensnotwendigen Eiweißbausteinen“, sagt Markant. Neben dem hohen Gehalt an Eiweiß sind sie zufrm reich an den Vitaminen C, B1, B6 und Folsäure.

 

Fast frei von Fett

Hülsenfrüchte sind – mit Ausnahme der Sojabohnen und Erdnüsse – fettarm und haben eine niedrige Energiedichte. Hülsenfrüchten werden auch gesundheitsfördernde Wirkungen zugeschrieben. „Sie sind reich an Ballaststoffen. Durch ihr Quellvermögen im Magen führen sie zu einem schnelleren Sättigungsgefühl und damit auch zu einer verringerten Nahrungsaufnahme“, erklärt die Oecotrophologin Markant. Auch auf Diabetes mellitus Typ 2 und Herzerkrankungen haben sie einen vorbeugenden Einfluss. Und was ist mit der angeblich schweren Verdaulichkeit? Da unsere Wohlstandskost viel zu wenige Ballaststoffe enthält, kann die hohe Ballaststoffdichte der Hülsenfrüchte bei Menschen, die nicht an diese Ernährungsweise gewöhnt seien, tatsächlich zu Verdauungsproblemen führen. Wenn man den Körper langsam an höhere Ballaststoffmengen gewöhne, würden diese Probleme meisten mit der Zeit verschwinden, erklärt prof. Markant.

 

Tipp von docFood

Hülsenfrüchte sind fast uneingeschränkt zu empfehlen – mit einer kleinen Ausnahme vielleicht: Auf Grund des hohen Gehaltes an Eiweiß und Phosphat gehören sie zu den Lebensmitteln mit Säureüberschuss. Deswegen sollten allenfalls Personen mit Acidose (Übersäuerung) bzw. Krankheiten wie Reflux (Sodbrennen, häufiges Aufstoßen), Gicht oder Nierenschwäche die Hülsenfrüchte meiden.

Dr. Friedhelm Mühleib

Quelle: Pressemitteilung Fachhochschule Münster, Fachbereich Oecotrophologie · Facility Management

Fotos: FH Münster/Fachbereich Oecotrophologie – Facility Management

Gesundes Essen, Lebensmittel, Obst, Gemüse & Nüsse

Über den Autor

Dipl.-Oecotrophologe, Journalist, Berater.
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