Bluthochdruck: Kann richtige Ernährung helfen? (Teil 2)

27 Dez 2013 Keine Kommentare by

Doc Food Interview mit der Bonner Ernährungstherapeutin Dr. Claudia Laupert-Deick

Im ersten Teil des Interviews legte die Expertin dar, dass eine Lebensstiländerung bei milder Hypertonie bereits nach einigen Wochen bzw. wenigen Monaten den Blutdruck bei 40 bis 50 % der Patienten in den Normbereich zurückführen kann. Im Folgenden redet sie über Alternativen zu Beta-Blockern, die häufig zwar den Blutdruck senken, parallel dazu aber den Appetit steigern und zu Gewichtszunahme führen.

Doc Food:  Einige Medikamente gegen Bluthochdruck führen zu einer Gewichtszunahme – was wiederum den Blutdruck in die Höhe treibt und das metabolische Syndrom begünstigt. Kann Ernährungstherapie und -beratung dazu beitragen, diesen Teufelskreis zu durchbrechen?
Laupert-Deick: In erster Linie sind es die Beta-Blocker, die zu einem Anstieg des Körpergewichtes führen. Beta Blocker sollten nach der aktuellen Leitlinie eigentlich nur bei manifester koronarer Herzkrankheit (KHK) eingesetzt werden. Für Patienten ohne KHK wäre neben einem geeigneten Medikament die Lebensstiländerung das Mittel der Wahl für eine erfolgreiche Behandlung. Sollte sich der Blutdruck dabei normalisieren, können die Medikamente reduziert oder sogar abgesetzt werden.

Doc Food: Welche Fähigkeiten brauchen Ernährungstherapeuten und -berater um Hypertoniker erfolgreich zu behandeln?

Laupert-Deick: Die Behandlung der Hypertonie gehört auf jeden Fall in den Bereich der Ernährungstherapie und nicht in den Bereich einer Beratung. Zu den Mindestvoraussetzungen für die optimale Betreuung der Patienten gehören die Analyse von Ernährungsprotokollen, die Durchführung von mindestens 5 bis 6 Therapiesitzungen, sowie gute Kenntnisse über die Zusammenhänge von Ernährungseinflüssen und Hochdruck bzw. von Medikamenten und ihrer Wirkung. Eine gute Zusammenarbeit mit dem behandelnden Arzt ermöglicht die patientengerechte Abstimmung über die Kombination von Medikamenten und Lebensstiländerung.

Doc Food:  Wie Können Ernährungsfachkräfte die Zusammenarbeit mit den Ärzten beim Thema Bluthochdruck aktivieren / intensivieren?
Laupert-Deick: Eine geeignete Möglichkeit, die sich in meiner Praxis bewährt hat, ist das Verfassen von Up-Date Informationen, die dann an die Ärzte versendet werden, mit denen man kooperiert oder in der Zukunft zusammen arbeiten möchte. Natürlich können gut ausgebildete Ernährungsfachkräfte auch durch Ärztefortbildungen neue Patienten aquirieren.

Das Gespräch führte Dr. Friedhelm Mühleib

Dr. Claudia Laupert-Deick betreibt eine Praxis für Ernährungstherapie und -beratung in Bonn. Hypertonie und Fettstoffwechselstörungen gehören zu ihren Schwerpunktthemen. Sie ist Mitautorin des im TRIAS-Verlag erschienenen Ratgebers „Bluthochdruck senken ohne Medikamente“.

Bildquelle: Martin Berk  / pixelio.de

FOOD-DOKTOR, Herz & Kreislauf

Über den Autor

Dipl.-Oecotrophologe, Journalist, Berater.
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