Burger-Bashing – echt nervig

06 Okt 2015 Keine Kommentare by

Wir von docFood sehen Fast Food kritisch. Doch nicht jede Kritik an Fast Food macht Sinn. „Was passiert in der Stunde nach dem Verzehr eines Big Mac?“ – das hat ein amerikanisches Vergleichsportal für Fast-Food-Preise analysiert. Heraus kommt wieder einmal ein Burger-Bashing, das auch für unsere Medien ein gefundenes Fressen ist (siehe z.B. hier), dadurch aber inhaltlich keinesfalls richtiger wird.

Tatsächlich strotzt der Bericht vor Halbwahrheiten und Fehlern: „Nach 20 Minuten wirkt süchtigmachender Zucker“. Kein Zweifel: zu viel Zucker kann der Gesundheit schaden. Dass Zucker süchtigt macht, gehört zu den beliebtesten Ernährungsmärchen – wird aber dadurch nicht wahrer. „Nach 30 Minuten: Salzangriff auf den Körper“. Das Portal gibt den Salzgehalt mit knapp ein Gramm an – und bezeichnet das als „extrem hoch“. Da hat man sich leider vertan. Nicht der ganze Big Mac, sondern sogar 100g davon enthalten ein Gramm Salz. Der ganze Burger enthält laut eigenen Angaben von Mc Donald’s 2,3 Gramm Salz. Damit liegt der Salzgehalt des Big Mac – auf 100 Gramm bezogen – geringfügig über dem eines durchschnittlichen deutschen Brotes (…wohlgemerkt: ohne Belag!). So what? Natürlich darf auch die Attacke auf die Transfettsäuren nicht fehlen – doch auch da sind die Jungs vom Portal nicht auf der Höhe der Zeit. Die neuesten Ergebnisse zur Wirkung von Transfettsäuren haben sie wohl nicht gelesen.

 

docFood meint

Fast Food lässt sich aus vielen Gründen berechtigt kritisieren, vor allem wenn es zum Hauptnahrungsmittel wird. Dabei sollte man auf dem Boden der Tatsachen bleiben. Was das US-Portal als Verdauungsdesaster inszeniert, ist nichts anderes, als das, was in der Stunde nach dem Essen mit einer dick belegten Pizza, einem Wiener mit Pommes und Mayo und mit jeder anderen üppigen Mahlzeit passiert. Wir sind das Burger-Bashing leid – inzwischen kennt das doch jeder. Zeigt Euren Lesern lieber die besseren Alternativen:  Schnelle Rezepte für leckere, selbstgemachte vegetarische Burger – wie z.B. hier.

Friedhelm Mühleib

Konsum, VERBRAUCHER, WAS WIR ESSEN

Über den Autor

Dipl.-Oecotrophologe, Journalist, Berater.
Kein Kommentar zu “Burger-Bashing – echt nervig”

Kommentar abgeben

Folgen
Get every new post delivered to your inbox
Join millions of other followers
Powered By WPFruits.com