Chicorée: Feines Blattgemüse mit leichter Bitternote

18 Dez 2013 Keine Kommentare by

Chicorée ist mehr als nur schicke Dekoration am Rand von Salattellern. Denn seine länglichen, knackigen Blätter bestechen vor allem durch ihren feinen, leicht bitteren Geschmack. Besonders in der kalten Jahreszeit ist er zusammen mit Früchten und Nüssen als winterlicher Salat beliebt. Angeblich sollen belgische Bauern den Chicorée durch Zufall als delikates Blattgemüse entdeckt haben. Heute wird er auch in Deutschland das ganze Jahr hindurch teilweise im Freiland angebaut.

Ursprünglich wurden die Zichorienwurzeln gezüchtet, um daraus einen Kaffee-Ersatz herzustellen, der in Deutschland den Namen „Muckefuck“ bekam. Wer den Chicorée als Gemüse entdeckt hat, weiß heute wohl niemand mehr ganz genau. Eine Version besagt, dass belgische Bauern im 19. Jahrhundert nach einer besonders reichen Ernte die Zichorienwurzeln im Gewächshaus einlagerten, und dabei die kräftigen Knospen entdeckten. Laut einer anderen Quelle versteckten die Bauern die begehrten Wurzeln während der Belgischen Revolution um 1830 durch das Abdecken mit Erde vor dem Feind. Eher zufällig wurden dann die knackigen weißen Blätter entdeckt. Auf Niederländisch leitet sich der Name witlof für das Gemüse übrigens von wit loof ab, was weißes Laub bedeutet.

 

Die Erzeugung von Chicorée

Mit der Aussaat der Samen wird bereits im Mai begonnen, damit sich die Chicorée-Wurzel als Grundstock für das Blattgemüse bis zum Herbst kräftig genug ausbilden kann. Zwischen September und November werden die Wurzeln dann geerntet und können in Kühlhäusern bis zu acht Monate gelagert werden. Wird nun aus den Wurzeln das beliebte Blattgemüse gezogen, so kommen sie weder mit Erde noch mit Licht in Berührung: Aufrecht in Plastikkisten stehend werden die Wurzeln mit Wasser und Nährstoffen versorgt und treiben in völliger Dunkelheit innerhalb von drei Wochen aus. Weil sich ohne Licht der grüne Blattfarbstoff, das Chlorophyll, nicht bilden kann, bleiben die Blätter blaßgelb. Gleichzeitig sorgt der Lichtentzug auch dafür, dass sich nur geringe Mengen an Bitterstoffen bilden. Bevor die Chicorée-Stauden für den Verkauf verpackt werden, müssen nur noch die Wurzel und die äußeren Blätter entfernt werden. Im Gemüsefach des Kühlschranks bleibt der Chicorée bis zu acht Tage frisch und knackig.

 

Tipp von docFood

Bitterstoffe geben dem Chicorée seinen charakteristischen Geschmack. Sie sorgen aber auch dafür, dass er besonders vorteilhaft für unsere Gesundheit ist, zum Beispiel für die Blutgefäße und die Verdauung. Neben Vitamin A , ß-Carotin, Vitamin C und Folsäure liefert Chicorée die Mineralstoffe Kalium, Phosphor und Calcium sowie wertvolle Ballaststoffe. Ob als Salat oder gedünstet als Gemüse, schmeckt Chicorée besonders gut, wenn man ihn mit Früchten kombiniert, zum Beispiel mit Mandarinen oder Orangen. Probieren Sie doch zum Beispiel einmal folgendes Rezept aus: Chicorée-Salat mit Walnüssen

 

Bildquelle: Joujou / pixelio.de

Lebensmittel, Obst, Gemüse & Nüsse, WAS WIR ESSEN

Über den Autor

Diplom-Oecotrophologin und Fachjournalistin in Sachen Ernährung.
Kein Kommentar zu “Chicorée: Feines Blattgemüse mit leichter Bitternote”

Kommentar abgeben

Folgen
Get every new post delivered to your inbox
Join millions of other followers
Powered By WPFruits.com