Fructosemalabsorption – wie genau ist ein Test?

22 Jul 2014 Keine Kommentare by

Sie leiden unter Blähungen und Durchfällen? Ständig grummelt und gurgelt ihr Darm, und dauernd spannt und kneift der Bauch. Hinzu kommen gelegentlich Magenbeschwerden und Übelkeit – und die Beschwerden verstärken sich, wenn Sie viel Obst gegessen oder Fruchtsäfte getrunken haben. Sie vermuten, eine Fruktosemalabsorption – eine Störung der Fruktoseverwertung – könnte die Ursachen sein. Tatsächlich deuten die Symptome in diese Richtung. Doch Sicherheit bringt erst eine genaue ärztliche Diagnose. Schließlich ähneln die Symptome sehr denen des Reizdarmsyndroms, das ganz anders zu behandeln ist. Andererseits kann eine „selbstgestrickte“ Diät, in der auf Fruktose verzichtet wird, Nährstoffmangel und andere unerwünschte Folgen nach sich ziehen.

Wasserstoff-Atemtest bringt Klarheit

Bevor Betroffene mit diesen Symptomen nun auf Verdacht mit einer fruktosearmen Ernährung beginnen, sollte die Diagnose zweifelsfrei feststehen. Die derzeit einfachste und ergebnissicherste Methode ist der Wasserstoff-Atemtest, den man am besten von einem internistischen Allergologen oder Gastroenterologen mit Erfahrung im Bereich der Lebensmittelunverträglichkeiten durchführen lässt. Bei dem Test wird die Konzentration von Wasserstoff (H2) in der Atemluft gemessen. Der Patient muss eine Fructoselösung trinken und anschließend in regelmäßigen Abständen in ein Testgerät pusten. Was hat der Wasserstoff in der Atemluft mit der Fructose zu tun? Liegt eine Verwertungsstörung vor, wandert der Fruchtzucker in der Nahrung unverdaut bis in unseren Dickdarm. Dort wird er von Dickdarmbakterien vergoren, wobei sich Wasserstoff bildet. Der gelangt als Gas über die Darmwand in den Blutkreislauf und von dort zu den Lungenbläschen, wo er ausgeatmet wird und gemessen werden kann. Neben der gemessenen Wasserstoffmenge in der Atemluft ist dabei auch das Auftreten von Beschwerden während und im direkten Anschluss an den Test ist ein Indiz dafür, ob eine Malabsorption vorliegt oder nicht.

Wie sicher ist der Atemtest?

Leider kommt es in der Praxis immer wieder zu falschen Ergebnissen beim Wasserstoff-Atemtest, weil Medizinern oft die Erfahrung fehlt. Eine Fehlerquelle liegt in der Dosierung der Testlösung, bei der der Arzt einen Spielraum von 25-50 Gramm Fruktose hat. Wenn z.B. mit 50 Gramm getestet wird, was in der Praxis leider häufig vorkommt, würde selbst bei gesunden Testpersonen in rund 60 Prozent der Fälle fälschlicherweise eine Malabsorption diagnostiziert werden. Denn auch der gesunde Körper hat von der Fructose einfach irgendwann genug. Der inflationäre Einsatz von Fructose bzw. Fructosesirup in vielen verarbeiteten Lebensmitteln wie Säften, Deserts oder anderen Süßwaren führt häufig dazu, dass die insgesamt aufgenommene Fructosemenge das normale und gesundheitlich zuträgliche Maß bei weitem überschreitet.

Tipp von docFood:

Erfahrene Ernährungsberater können auf der Basis des Testergebnisses die Ernährungstherapie individuell an den Patienten anpassen. Grundsätzlich sollte die Erstellung eines Kostplans bei einer Fructosemalabsorption immer von einer erfahrenen Ernährungsfachkraft begleitet werden, da das reine Weglassen fructosehaltiger Lebensmittel allein in vielen Fällen nicht weiterhilft und sogar zu Mangelerscheinungen führen kann.

Foto: © imaginando – Fotolia.com

Allergie & Intoleranz, FOOD-DOKTOR, Verdauung & Stoffwechsel

Über den Autor

Dipl.-Oecotrophologe, Journalist, Berater.
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