Frühstücksmüslis: Viele ungesunde Zuckerbomben

25 Nov 2013 Keine Kommentare by

Ist ein Fertigmüsli zum Frühstück ein gesunder Einstieg in den Tag, insbesondere für Kinder? Die Hersteller entsprechender Produkte werden seit Jahr und Tag nicht müde, die Botschaft zu verkünden, dass dem so sei. Doch weit gefehlt: Der Zuckergehalt von vielen industriell hergestellten Frühstückscerealien für Kinder ist in Deutschland erschreckend hoch. Noch immer ist der Markt voll von extrem gesüßten Produkten – die Hersteller werden ihrer Verantwortung für eine gesunde und ausgewogene Ernährung nicht gerecht.

Zuckergehalt deutscher Frühstückszerealien für Kinder – Empfehlungen und Wirklichkeit“ –  unter diesem Titel kommt ein Beitrag der Hohenheimer Ernährungswissenschaftlerinnen Prof. Nanette Ströbele, Stephanie Germer und Caroline Hilzendegen in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift Ernährungs Umschau daher (vollständiger Artikel im Web leider nur in englicher Version). Basis der Untersuchung war eine Erhebung in Supermärkten im Raum Stuttgart, kombiniert mit einer Internetrecherche, wobei insgesamt 664 verschiedene Frühstückszerealienprodukte erfasst wurden, die die Wissenschaftlerinnen auf ihren Zuckergehalt untersuchten.

 

Die meisten Produkte sind zu süß

Die Ergebnisse bestätigen auf einer wesentlich breiteren Basis die Vorwürfe, die Foodwatch bereits im vergangenen September auf Grund eines Marktchecks von 143 Produkten gegen die Hersteller erhoben hat. Hier die Hohenheimer Ergebnisse:

  • Gäbe es die Lebensmittelampel in Deutschland, hätten knapp 80 % der insgesamt 664 untersuchten Produkte wegen des hohen Zuckergehaltes „Rot“ verdient – sie enthalten mehr als 12,5 Gramm Zucker pro 100 Gramm.
  • Bei den Kinderfrühstückszerealien fallen sogar 90 % aller Produkte in die rote Kategorie. Besonders bedenklich: Die Hälfte davon enthält über 30 Gramm Zucker pro 100 Gramm – also mehr als das 2,5-fache des Grenzwertes, den die englischen Food Standard Agency (FSA) für den Zuckergehalt setzt. „Die Ergebnisse zeigen einen signifikant höheren Gehalt von Zucker pro 100 g in Kinderfrühstückszerealien im Vergleich zu Zerealien, die nicht als Kinderlebensmittel vermarktet werden (durchschnittlich 28 g versus 18 g pro 100 g).“, heißt es in der Zusammenfassung der Studie.

 

Lichtblick Bioprodukte

Einziger Lichtblick: Die Bioprodukte in der Studie schneiden mit wesentlich geringeren Zuckergehalten im Durchschnitt sehr viel besser ab! Für den hohen Zuckergehalt gibt es weder einen vernünftigen ernährungsphysiologischen noch einen technologischen Grund – allenfalls einen umsatzorientierten: Kinder präferieren die süßen Produkt und konsumieren mehr davon als von schwach gesüßten Produkten – so lassen sich die „Süßen“ viel besser verkaufen. Das macht im Zweifelsfall die Hersteller und ihre kleinen Kunden fett: Die Adipositas im Kindes- und Jugendalter lässt grüßen. Wer Kinder so mit Zucker „anfüttert“, leistet keinen Beitrag zu ihrer ausgewogenen und gesunden Ernährung. Deswegen fordert Foodwatch eine Höchstmengenregelung für Kinder-Frühstücksflocken: Nur Produkte mit einem maximalen Zuckeranteil von zehn Prozent sollten an Kinder vermarktet werden dürfen.

 

Tipp von Doc Food:

Wenn Frühstücksmüsli, dann sollten es unbedingt die wesentlich zuckerärmeren Bioprodukte sein!

 

Bildquelle: Andreas Morlok  / pixelio.de

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Über den Autor

Dipl.-Oecotrophologe, Journalist, Berater.
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