Geflügelfleisch: günstig kann nicht gut sein

24 Nov 2013 Keine Kommentare by

Geflügelfleisch ist beliebt, weil es lecker schmeckt und besonders gut zu einer modernen Ernährungsweise passt. Denn es liefert viel Eiweiß, vergleichsweise wenig Fett und soll, im Gegensatz zu rotem Fleisch, keinen Einfluss auf das Risiko für Krebs oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen haben. Außerdem ist es günstig. docFood zeigt Ihnen, warum es besser ist, Geflügel maßvoll zu verzehren und dafür etwas tiefer in die Tasche zu greifen.

Geflügel aus Masthaltung ist sehr günstig. Dadurch können sich auch Menschen mit knapperem Haushaltsbudget ohne Probleme täglich Geflügelfleisch leisten. Was die Inhaltsstoffe angeht, hat Billig-Geflügel keine Nachteile gegenüber Freiland- und Bio-Geflügel. Dafür ist es aber oft labbrig, hat einen faden Geschmack und verliert beim Braten viel Wasser. Für ein Kilo Freilandhähnchen muss man etwa das Drei- bis Vierfache wie für Hähnchen aus konventioneller Haltung bezahlen, für ökologisch erzeugtes meist noch mehr. Dafür punktet Freiland-Geflügel aber mit einem intensiven Geschmack und einer festen Konsistenz, verliert bei der Zubereitung kaum Wasser und wird nicht zäh.

 

Die Haltungsformen für Geflügel im Vergleich

Der größte Teil des in Deutschland produzierten Geflügelfleischs stammt von Tieren aus intensiver Bodenhaltung. Das bedeutet beispielsweise, dass bis zu 40.000 Hühner auf engstem Raum in einem Stall aufwachsen und nach fünf bis sechs Wochen geschlachtet werden. Artgerechter ist die extensive Haltung, die für die Tiere mehr Platz und Auslauf, besseres Futter und eine längere Mastdauer bedeutet. Die Angabe dieser Haltungsform ist zwar freiwillig, jedoch sind vier verschiedene Formulierungen gesetzlich definiert, für die bestimmte Vorgaben erfüllt sein müssen: „extensive Bodenhaltung“, „Freilandhaltung“ „bäuerliche Freilandhaltung“ und „bäuerliche Freilandhaltung – unbegrenzter Auslauf“. Entsprechend der Reihenfolge der Aufzählung nimmt das Platzangebot zu. Bereits bei der extensiven Bodenhaltung beträgt die so genannte „maximale Besatzdichte“ bei Hähnchen höchstens 25 Kilo Lebendgewicht pro Quadratmeter statt bis zu 39 Kilo in der intensiven Haltung. Bio-Geflügel wächst ebenfalls in extensiver Haltung mit vorgeschriebenem Auslauf auf. Zusätzlich muss auch das Futter für das Geflügel ökologisch erzeugt sein.

Entdecken Sie auf der Verpackung von Geflügel weder die vier erlaubten Formulierungen noch einen Hinweis auf die ökologische Erzeugung, müssen Sie davon ausgehen, dass das Fleisch aus der intensiven Geflügelmast stammt.

 

Tipp von docFood

Grundsätzlich sollten Sie Fleisch mit klarer Herkunft der anonymen Massenware vorziehen. Wenn Sie genau wissen möchten wie das Geflügel gehalten wurde, kaufen Sie Geflügelfleisch direkt beim Bauern, auf dem Wochenmarkt oder beim Metzger Ihres Vertrauens.

 

Bildquelle: www.oekolandbau.de / Copyright BLE / Thomas Stephan

Fleisch & Geflügel, Lebensmittel

Über den Autor

Diplom-Oecotrophologin und Fachjournalistin in Sachen Ernährung.
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