Gesetzliche Vorgaben für Nahrungsergänzungsmittel

28 Okt 2013 Keine Kommentare by

Nahrungsergänzungsmittel sollen uns ein Plus an Gesundheit, Schönheit und Leistungsfähigkeit liefern. Häufig wird suggeriert, dass eine ausgewogene Ernährung heute nicht mehr ausreicht, um dem Körper alle Nährstoffe zuzuführen, die er täglich braucht. Doc Food sagt Ihnen, welche Angaben gesetzlich vorgeschrieben sind und was drin sein darf in den Kapseln und Tabletten.

Nahrungsergänzungsmittel sind Nährstoffe in konzentrierter Form. Das können Vitamine und Mineralstoffe sein, aber auch sekundäre Pflanzenstoffe, Pflanzenzubereitungen oder Fettsäuren. Weil Nahrungsergänzungsmittel als Lebensmittel eingestuft werden, müssen sie nicht, wie zum Beispiel Arzneimittel, zugelassen werden.

 

Nahrungsergänzungsmittel: das darf rein

Bislang ist nur für Vitamine und Mineralstoffe genau festgelegt, welche von ihnen in Nahrungsergänzungsmitteln verwendet werden dürfen. Bei den Vitaminen sind es die Vitamine A, D, E, K, B1, B2, B6, B12 und Vitamin C sowie Niacin, Pantothensäure, Folsäure und Biotin.Bei den Mineralstoffen dürfen Calcium, Magnesium, Eisen, Kupfer, Jod, Zink, Mangan, Natrium, Kalium, Selen, Chrom, Molybdän, Fluor, Chlor, Phosphor, Bor und Silicium zum Einsatz kommen. Nicht geregelt sind dagegen die Mindest- und Höchstmengen für diese Stoffe. Auch für Zubereitungen aus Pflanzen, wie zum Beispiel Aloe Vera oder Goji-Beeren, für isolierte Pflanzenwirkstoffe oder Fettsäuren gibt es derzeit noch keine Regelungen. Die Verordnung über Nahrungsergänzungsmittel gibt vor, dass die Mittel beim Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit angezeigt werden müssen, bevor sie auf den Markt kommen. Hier wird aber nicht überprüft, ob die Nahrungsergänzungsmittel wirken und ob die Werbeaussagen der Hersteller zutreffen. Die Einhaltung der rechtlichen Vorgaben kontrollieren die Lebensmittelüberwachungsbehörden der Bundesländer.

 

Nahrungsergänzungsmittel: das muss drauf stehen

Auf der Zutatenliste der Nahrungsergänzungsmittel müssen alle Stoffe angegeben werden, ihre Menge und der prozentuale Anteil an der täglich empfohlenen Zufuhrmenge. Der Hersteller muss die pro Tag empfohlene Portion verzeichnen und betonen, dass diese nicht überschritten werden darf. Außerdem muss er darauf hinweisen, dass eine Nahrungsergänzung kein Ersatz für eine ausgewogene Ernährung ist. Und die Behauptung, dass die Nährstoffversorgung über normale Lebensmittel nicht ausreicht, ist schlichtweg verboten. Verboten sind außerdem Aussagen, die sich darauf beziehen, dass Krankheiten verhütet oder gelindert werden können. Bei gesundheitsbezogenen Aussagen gilt die so genannte „Health-Claims-Verordnung“: Nur die Werbebotschaften, die „Health Claims“, die hier ausdrücklich erlaubt sind, dürfen von Lebensmittelherstellern verwendet werden. Auch hier gelten die Vorgaben überwiegend für Vitamine und Mineralstoffe, während gesundheitsbezogene Angaben für Pflanzenstoffe noch durch die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) überprüft werden müssen.

 

Tipp von Doc Food:

Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen gibt auf ihren Internetseiten einen Überblick über Nahrungsergänzungsmittel und bewertet sie hinsichtlich der Werbeversprechen und der tatsächlichen Wirkung: Nahrungsergänzungsmittel – eine Produktübersicht von A bis Z. Dort finden Sie auch viele pflanzliche „Wundermittel“, für die es bislang keine gesetzlichen Bestimmungen gibt.

 

Bildquelle: Aka / pixelio.de

Basics, Nahrungsergänzung, WAS WIR ESSEN

Über den Autor

Diplom-Oecotrophologin und Fachjournalistin in Sachen Ernährung.
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