Lebensmittelallergie oder -unverträglichkeit?

28 Nov 2013 Keine Kommentare by

Die Lebensmittelunverträglichkeit ist der Oberbegriff für alle Reaktionen, die wiederholt nach dem Verzehr eines bestimmten Lebensmittels auftreten. Bei der nicht-allergischen Unverträglichkeit kann es sich um die individuelle Abneigung gegen Lebensmittel, um Vergiftungserscheinungen oder um Lebensmittelintoleranzen handeln. Liegt eine allergische Unverträglichkeit vor, ist das Immunsystem beteiligt.

Somit ist eine Lebensmittelallergie zwar eine Lebensmittelunverträglichkeit, aber eine Unverträglichkeit muss nicht unbedingt eine Allergie sein. Doc Food erklärt die Unterschiede genauer:

 

Lebensmittelintoleranzen

Lebensmittelintoleranzen betreffen den Stoffwechsel des Körpers, aber nicht sein Immunsystem. Beispiele sind die Laktoseintoleranz, bei der bei bestimmten Menschen das Verdauungsenzym Laktase fehlt, das den Milchzucker aufspaltet, und die Fruktoseintoleranz oder -malabsorption, bei der der Fruchtzucker (Fruktose) im Dünndarm nicht oder nicht ausreichend über den Dünndarm aufgenommen wird. Bei beiden Unverträglichkeiten gelangen die Zuckerarten in den Dickdarm, wo sie von Bakterien abgebaut werden. Die entstehenden Produkte führen zu Beschwerden wie Bauchschmerzen, Völlegefühl, Blähungen oder Durchfall.

 

Lebensmittelallergien

Während ungefähr eine von drei Personen glaubt, auf bestimmte Lebensmittel „allergisch“ zu sein, liegt die tatsächliche Verbreitung von Lebensmittelallergien bei Erwachsenen bei nur rund 2 Prozent. Häufiger sind Kinder betroffen. Häufig verschwindet die Allergie aber im Schulalter. Bei einer Lebensmittelallergie reagiert der Körper überempfindlich auf an sich harmlose Stoffe aus der Nahrung. Unser Immunsystem stuft diese Stoffe als fremd ein und startet daraufhin eine Abwehrreaktion. Die Allergene, die allergieauslösenden Substanzen in Lebensmitteln, sind tierische oder pflanzliche Eiweißverbindungen. Beim ersten Kontakt mit dem Allergen kommt es zu einer so genannten Sensibilisierung. Wird dasselbe Allergen ein zweites Mal aufgenommen, lösen Botenstoffe wie Histamin die allergietypischen Anzeichen aus. Das können Hautausschläge, Atemnot oder Magen-Darm-Probleme sein. Glücklicherweise sind die Symptome bei den meisten Nahrungsmittelallergien nicht sehr stark ausgeprägt. Bei einer kleinen Anzahl der Allergiker kann es aber zu einem anaphylaktischen Schock kommen, der lebensbedrohlich sein kann, wenn er nicht rasch behandelt wird. Bekannt ist dies besonders bei Erdnüssen: Wenige Minuten nach dem Verzehr kann der Blutdruck bei den Betroffenen so schnell absinken, dass ein Herzstillstand droht. Dann muss sofort Adrenalin verabreicht werden, um die Atemwege frei zu machen. Außer bei Nüssen sind Nahrungsmittelallergien auf Eiweißverbindungen in Kuhmilch, Eiern, Soja, Weizen, Krustentieren und Früchten am häufigsten.

 

Tipp von Doc Food

Um eine Abwehrreaktion zu vermeiden, müssen Allergiker das auslösende Nahrungsmittel oder den Nahrungsmittelbestandteil strikt meiden. Daher müssen sie sich darauf verlassen können, dass Allergene auf der Verpackung von Lebensmitteln gekennzeichnet werden. Dies ist aber leider noch nicht immer der Fall. Aktuelle Informationen zur Allergen-Kennzeichnung finden Sie auf der Website www.lebensmittelklarheit.de der Verbraucherzentrale: Informationen für Allergiker – Hilfen und Hürden bei der Lebensmittelauswahl

 

Bildquelle: Klaus-Uwe Gerhardt / pixelio.de

Allergie & Intoleranz, FOOD-DOKTOR

Über den Autor

Diplom-Oecotrophologin und Fachjournalistin in Sachen Ernährung.
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