Meta-Studie: Vitamin B12-Mangel bei Vegetariern und Veganern

08 Jan 2015 Keine Kommentare by

Eine aktuelle Meta-Studie zur Häufigkeit von Vitamin B 12-Mangel bei Vegetariern und Veganern, veröffentlicht im vergangenen Jahr im European Journal of Nutrition, kommt zu dem Ergebnis, dass viele Vegetarier und Veganer unzureichend mit Vitamin B12 versorgt sind. Basis der Untersuchung waren 40 Studien zum Vitamin B12-Status von vegetarisch oder vegan lebenden Personen.

Daneben wurden auch besondere Risikogruppen für einen Vitamin B12-Mangel – Schwangere, Säuglinge, Kinder, ältere Menschen – betrachtet. Untersucht wurden dabei die Serumwerte des Vitamins. Das essentielle Cobalamin ist u.a. an der Erstellung von Nukleinsäuren und Erythrozyten beteiligt, ein Mangel äußert sich in den verschiedensten Symptomen – zu den wichtigsten gehören Lähmungserscheinungen, Immunschwäche, Entzündungen im GIT und Depression. Einige davon sind irreversibel.

Das Risiko für eine Unterversorgung war bei Veganern ohne B12-Supplementierung am höchsten. Mit dem Vitamin angereicherte Lebensmittel oder Nahrungsergänzungsmittel können helfen, einem Mangel vorzubeugen. Eine Überdosierung durch vorsorglich eingenommene Präparate ist nicht möglich. Die Autoren der Studie empfehlen Veganern und Vegetariern, ihre Vitamin B12-Versorgung regelmäßig überprüfen zu lassen.

docFood meint:

Dass es bei Vegetariern und insbesondere bei Veganern zu Vitamin B 12-Mangel kommen kann, ist ein alter Hut und für Ernährungsfachkräfte nichts wirklich Neues. Insofern sind die Ergebnisse der Studie wenig alarmierend. Sie erinnern Beratungskräfte allenfalls wieder einmal daran, dass im Rahmen der Beratung von Vegetariern und Veganern ein möglicher Vitamin B 12-Mangel grundsätzlich immer im Auge behalten werden muss.

Auf folgende Tipps für eine ausreichende Versorgung können Ernährungsberater zurückgreifen:

  • Für Vegetarier stellen die tierischen Lebensmittel Milch, Eier und Käse immerhin mittlere Mengen Vitamin B12 bereit. Käse, v.a. Camembert und Emmentaler, ist dabei ein besserer Lieferant als Milch.
  • Geringe Mengen Cobalamin sind in fermentierten pflanzlichen Lebensmitteln wie Sauerkraut zu finden. Auch einige Algen liefern das Vitamin – bisher ist aber umstritten, ob es in dieser Form auch verwertbar ist. Diese Mengen reichen allerdings nicht aus, um einem Mangel vorzubeugen.
  • Lebensmittel, die mit Vitamin B 12 angereichert wurden, stellen eine Zwischenform von Nahrungsergänzungsmitteln und Nahrungsmitteln dar. Angereicht werden häufig Cornflakes, Sojamilch, Sojajoghurt und- puddings, Säfte, einige Fleischersatz-Produkte, Hefeextrakte und Energy-Drinks. Sie helfen, einen Teil des Tagesbedarfs von Vitamin B 12 bei veganer Lebensweise zu decken, reichen aber für eine alleinige Versorgung nicht aus. Das sieht sogar die internationle Vegan Society so, die mit Veg 1 ihr eigenes Nahrungsergänzungsmittel herausbringt und empfiehlt, täglich ein Supplement einzunehmen.

Quelle: European Journal of Nutrition

Julia Hintzen

Bild: © Zerbor – Fotolia.com

 

Ernährungsprofis

Über den Autor

Schreibende Oecotrophologin, Bloggerin, Essensretterin
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