Mikrobiota und multiple Sklerose

25 Sep 2015 Keine Kommentare by

Fast täglich tauchen in der Fachpresse neue Meldungen über den Einfluss der Darmflora auf die verschiedensten Erkrankungen auf. Heute meldet die ÄrzteZeitung: Die Darmflora ist offenbar auch an der Entstehung der Multiplen Sklerose beteiligt: Darauf deuten Versuche hin, die jetzt auf dem Neurologen-Kongress in Düsseldorf präsentiert wurden. Das ist ein weiterer Hinweis für die Ernährungsberatung, wie wichtig ein gesunder Darm und der Erhalt einer gesunden Mikrobiota sind.

Bereits einige Untersuchungen haben gezeigt, dass es Zusammenhänge zwischen neurologischen Erkrankungen und der Mikrobiota gibt.

 

Die Ernährung hat Einfluss

Nun haben Forscher auch Hinweise gefunden, die auf den Darm als wichtigen Faktor bei der MS-Entstehung deuten. Auf dem Kongress der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN) in Düsseldorf hat Professor Hartmut Wekerle vom Max-Planck-Institut für Neurobiologie in Martinsried bei München Erkenntnisse vorgestellt, wonach Keime in der Darmflora eine MS begünstigen. Der Forscher sieht – so die Ärztezeitung – in der Darmhypothese jedoch Chancen für neue Therapieansätze, und zwar nicht nur medikamentöse. Da die Ernährung die Zusammensetzung der Darmflora beeinflusst, liegt es auf der Hand, dass sie auch das MS-Risiko verändern könnte.

 

Kochsalz als Prävention?

So ließ in sich in Tiermodellen durch eine stark kochsalzhaltige Diät die Entwicklung der MS-artigen Erkrankung komplett verhindern. Es gebe zwar epidemiologische Studien, die eher auf einen negativen Effekt von Kochsalz deuteten, diese seien jedoch kritisch zu hinterfragen. So sei in Japan die MS-Prävalenz unter der traditionell sehr salzreichen Ernährung weitaus geringer gewesen als heute unter der zunehmend westlich geprägten Diät.

 

docFood meint

Zum einen zeigen die zitierten Versuche, wie wichtig es für Ernährungsfachkräfte ist, beim Thema Mikrobiota auf dem Laufenden zu bleiben: Es dürfte für die Ernährungsberatung und –therapie eines der großen Zukunftsthemen sein. Wer mehr über den Zusammenhang zwischen Mikrobiota und Ernährung erfahren will, kann das z.B. hier in einem Fachseminar für Ernährungsprofis tun. Zum anderen zeigen die Kommentare der Mediziner etwas zu viel Unbekümmertheit, wenn es um Aussagen zur Ernährung geht. Der Gedanke: ‚Viel Salz könnte helfen‘ scheint doch etwas voreilig zu sein. Die Hypertensiologen z. B. wird das gar nicht erfreuen. Salz – gut oder böse – wo ist das richtige Maß? So lange das immer noch ungeklärt ist, sollte man dem sorglosen Konsum großer Mengen keinen Vorschub leisten. (Hintergrund zu dieser Diskussion u.a. hier und hier und auch im gestrigen Beitrag über die Salzspar-Challenge des Pharmaunternehmens Novartis).

Dr. Friedhelm Mühleib

Ernährungsprofis

Über den Autor

Dipl.-Oecotrophologe, Journalist, Berater.
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