Millionen Herztote durch falsche Ernährung

23 Jun 2017 2 Kommentare by

Global sind Herz-Kreislauf-Erkrankungen Todesursache Nummer Eins – und das hat oft selbstverschuldete Gründe. Der wichtigste Grund ist eine falsche Ernährung, so das Ergebnis der Studie eines internationales Forscherteam, die jüngst im „Journal of the American College of Cardiology“, über die die Ärzte Zeitung berichtet.

 

Der Studie zufolge ist ungesunde Ernährung an etwa der Hälfte aller Todesfälle durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen Schuld. Als weitere wichtige Faktoren spielen körperliche Inaktivität, Diabetes, Rauchen, Übergewicht und Bluthochdruck eine Rolle.

 

Die beste Therapie: frühzeitig richtig ernähren

Dr. Toni Meier von der Martin-Luther-Universität in Halle Wittenberg können Herzkrankheiten oft verhindert werden, wenn Menschen ihre Ernährung verbessern und Risiko-Erkrankungen konsequent medikamentös behandeln lassen. Man mag sie gar nicht mehr lesen, diese Meldungen, die gefühlt alle paar Tage ähnlich durch die Medien gehen. Ernährung ist an diesem und jenem, eigentlich an fast allem, was zum Tode führt, schuld. Wobei der dezente Hinweis erlaubt sei: Auch an Diabetes, Übergewicht und vielen Fällen von Blutdruck (..also den weiteren wichtigen Faktoren, die nach der neuen Studie zum Herztod führen) ist die falsche Ernährung schuld! Irgendwie muss inzwischen doch jedem klar sein, der lesen oder hören oder schauen kann, welche verheerenden Folgen es haben kann, wenn man sich dauerhaft falsch ernährt – und viele tun das über Jahrzehnte. Und trotzdem: Es wird nichts besser. Im Gegenteil. Denn gleichzeitig ist wöchentlich zu lesen, dass die Menschheit immer dicker und dicker und dicker wird.

 

So viel wie nötig, so wenig wie möglich

Wer die Folgen für sich persönlich vermeiden will, der kann jederzeit bei sich selbst beginnen und seine ‚Essbiografie‘ ändern – indem er z. B. mehr darauf achtet, was er Tag für Tag in sich reinstopft und zu sich nimmt. Die Fähigkeit, sich gut, maßvoll und richtig ernähren ist leider nicht angeboren und deshalb alles andere als selbstverständlich. Fangt einfach mit ein bisschen Achtsamkeit an. Erst denken und spüren – dann essen, und zwar nur das, was Du brauchst. So viel wie nötig, so wenig wie möglich. Ein kleiner Schritt in Deinem Heute, ein großer für Deine Gesundheit von morgen. Hört sich leicht an, ist erstmal sehr schwer. Trotzdem: Ein Versuch lohnt sich. Wer will schon in der Statistik derer landen, die eine falsche Ernährung in den  Herztoten getrieben hat.

 

Noch immer steigt die Zahl der Toten

Übrigens: Nach den Zahlen der Wissenschaftler stieg die Zahl der Herztoten in den letzten 25 Jahren von 12,6 Millionen im Jahr 1990 auf 18 Millionen Menschen im Jahr 2015.  Die höchsten Sterberaten fanden die Forscher für vorletztes Jahr in Osteuropa, Zentralasien, dem Nahen Osten, Südamerika, Subsahara-Afrika und Ozeanien, während die Zahl der Todesopfer durch Herzkreislauferkrankungen in Deutschland, anderen EU-Ländern, Nordamerika, Japan und Südkorea seit Jahren stagniert. Nach einem Rückgang von 1990 bis 2010 von 345 auf 219 Todesfälle pro 100.000 Einwohner lag sie 2015 noch bei 203 Fällen je 100.000 Einwohner. In Deutschland starben 2015 knapp 357.000 Menschen an den Folgen einer Herz-Kreislauf-Erkrankung – und damit immer noch viel zu viele.

Friedhelm Mühleib

Diabetes, Fast & Slow, FOOD-DOKTOR, Herz & Kreislauf, WIE WIR ESSEN, Wohl bekomm's

Über den Autor

Dipl.-Oecotrophologe, Journalist, Berater.

2 Responses to “Millionen Herztote durch falsche Ernährung”

  1. Uwe Knop says:

    Da haben die cleveren PR-opagandisten es doch glatt geschafft, auch den seriösen und stets der Wahrheit verpflichteten, antipostfaktisch-orientierten Journalisten Dr. Mühleib hinters Licht zu führen … ich kann mir das nur so erklären: Der 21.6., an dem diese, Fake-News-forcierende PR-Meldung lanciert wurde, war doch der heißeste Tag des Jahres, der ggfls. auch das Hirnwasser köcheln lassen kann … aber ok, pr-strategisch konstatiert: raffiniert distribuiert !

    Konsens ist: Aus mickrigen Korrelatiönschen lassen sich keine Killer-Kausalitäten ableiten, d.h. niemand weiß, wie hoch oder niedrig der Anteil der Ernährung an KHK-Mortailtät quantifiziert werden kann – und selbst wenn, wäre es nur eine vage Hypothese im Sinne der ernährungsapostolischen Lieblingswortkreation „ernährungsMITbedingt“, nicht mehr. Dass Ernährung an 50% der KHK-Tode „Schuld“ sei (Kausalität),, ist nicht mehr plumpe Volksverdummung.

    Heute ist ja wieder bisserl frischer draußen, daher gerne ein Lesetipp -> http://www.echte-esser.de/tl_files/files/Ernaehrungswissenschaftliche%20Hintergrundinfos_MAI_2017.pdf

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