Studie zu Portionsgrößen – Fünf Finger breit Lasagne

20 Aug 2016 Keine Kommentare by

Wissenschaftler der University of Sydney haben eine Methode entwickelt, um Lebensmittel ohne Waage zu wiegen und so Portionsgrößen – zum Beispiel bei Lasagne – korrekt einschätzen zu können. Sie ist einfach, kostet nichts und ist im wahrsten Sinne des Wortes immer bei der Hand: gemessen wird mit der Fingerbreite. In der weltweit ersten Studie zu dem Thema ermöglicht die Anzahl der Finger, kombiniert mit geometrischen Formeln von Volumen und Dichte der Lebensmittel, eine objektive Schätzung des Gewichts von Essen.

Die Studie, geleitet von PhD Kandidatin Alice Gibson des Boden Institutes of Obesity, Nutrition, Exercise & Eating Disorders, wurde im Juli 2016 im Journal of Nutritional Science publiziert.

 

Die Idee

Die Idee für die Studie entstand aus dem Versuch von Alice Gibson, der Autorin der Studie, ihre eigenen Essgewohnheiten zu verstehen. Daher machte sie diesen Aspekt zum Teil ihrer Doktorarbeit über Studien zum Gewichtsverlust. Beim Verfassen eines Ernährungs- bzw Esstagebuchs, in welchem alle an einem Tag gegessenen Lebensmittel eingetragen werden, wurde der Forscherin bewusst, wie schwierig es ist, die genaue Menge an Essen präzise einzuschätzen – besonders bei Gerichten wie Lasagne. Daraufhin entwickelte sie die Methode, die Menschen dabei helfen soll, unterwegs und ohne Zugang zu einer Waage genau dies zu tun.

 

Die Methode

Fingerbreite-MethodeIn der Studie verglich sie die mithilfe der „Fingerbreite-Methode“ geschätzten Mengen mit dem echten Gewicht des Essens. Parallel dazu probierte sie weitere Möglichkeiten zur Messung aus, zum Beispiel mit Hilfe der Fäuste, Fingerspitzen oder Daumen. Die Studienteilnehmer sollten so die Portionsgröße von zweiundvierzig vorab gewogenen Lebensmittel und Flüssigkeiten einschätzen. Das Ergebnis: Achtzig Prozent der Lebensmittel wurden mithilfe der „Fingerbreite-Methode“ weitgehend richtig geschätzt – mit einer maximalen Abweichung von höchstens fünfundzwanzig Prozent. Im Gegensatz dazu erreichten nur neunundzwanzig Prozent der mit Haushaltshelfern wie Messbecher oder Löffel gemessenen Mengen einen korrekten Wert.

 

Das Potenzial

Die Methode ist nach Ansicht von Alice Gibson zwar noch nicht ganz ausgereift. Aber schon jetzt sieht sie großes Potenzial zur Weiterentwicklung. Beispielsweise könnte sie in Verbindung mit einer Smartphone App die Einschätzungen der Portionsgrößen sowohl automatisieren als auch präzisieren. Ein derartiges Hilfsmittel könnte es auch Ernährungsfachkräften leichter machen, Ernährungsempfehlungen und Programme noch gezielter auf ihre Klienten zuzuschneiden.

Im Video (englisch) demonstriert Alice Gibson ihre Idee. Wir von docFood sind gespannt, ob die „Fingerbreite-Methode“ es in die Praxis schafft oder als gut gemeinter Ansatz wieder in der Versenkung verschwindet.

Melanie Kirk-Mechtel

Quelle: idw – Informationsdienst Wissenschaft

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Über den Autor

Diplom-Oecotrophologin und Fachjournalistin in Sachen Ernährung.
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