Übergewicht bei Kindern – Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm

18 Nov 2014 Keine Kommentare by

Wie sagt ein altes Sprichwort: Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm. Leider bestätigt sich dieser Spruch offensichtlich auch, wenn es ums Übergewicht geht. Die Ergebnisse einer Studie der Universitätsklinik Ulm legen die Vermutung nahe, dass der Stoffwechsel schwangerer Frauen mit Übergewicht Signale an den Embryo sendet, die späteres Übergewicht und Diabetes bei den Kindern vorprogrammieren. Prof. Dr. Martin Wabitsch, Pädiater und Diabetologe an der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendmedizin in Ulm, begleitet eine Gruppe von etwa tausend Kindern seit ihrer Geburt. Die Forscher stellten nun fest, dass einige der inzwischen achtjährigen Kinder bereits erhöhte Insulinkonzentrationen im Blut hatten.

 

Programmierung im Mutterleib

Betroffen waren besonders häufig die Kinder, bei denen die Wissenschaftler bereits im Nabelschnurblut erhöhte Insulinwerte nachgewiesen hatten. Die Experten vermuten die Ursache deshalb in der vorgeburtlichen Entwicklung der Kinder – und im mütterlichen Stoffwechsel: Mütter von Kindern mit hohem Insulinspiegel waren häufig schon vor der Schwangerschaft übergewichtig oder fettleibig. Die Forscher gehen deshalb davon aus, dass die Mütter während der Schwangerschaft eine Insulinresistenz hatten, die sie an die Kinder weitergegeben haben.

 

Risiko fürs spätere Leben

Kinder mit hohem Insulinspiegel, so die Studie, haben zugleich ein höheres Risiko für Übergewicht. Die betroffenen Kinder bleiben, auch wenn sie sich später als Erwachsener gesund ernähren, dauerhaft von der angeborenen Stoffwechsel-Störung geprägt, gaben die Autoren der Studie zu bedenken.

 

Tipp von docFood

Derzeit ist nach Angaben der Experten in Deutschland gut ein Drittel aller Schwangeren übergewichtig. Wer gesunde Kinder haben will, sollte bereits in der eigenen Jugend auf Gesundheit und normales Gewicht achten. „Die Kinder können nichts dafür, und der Stoffwechsel lässt sich nicht umprogrammieren“, sagte Wabitsch. Umso wichtiger sei es, angehende Mütter auf einen gesunden Lebensstil hinzuweisen. Diesem Rat des Arztes schließen wir uns uneingeschränkt an.

Friedhelm Mühleib

Quelle: ÄrzteZeitung

DICK UND DÜNN, Übergewicht & Adipositas

Über den Autor

Dipl.-Oecotrophologe, Journalist, Berater.
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