Vogelgrippe – Gefahr für den Gänsebraten?

17 Nov 2016 Keine Kommentare by

Ist die allseits beliebte Weihnachtsgans durch den aktuellen Ausbruch der Vogelgrippe in Gefahr? Schon jetzt freuen sich viele auf den traditionsreichen Braten. Denn die Adventszeit ist Hochsaison für knusprig gebratenes Geflügel wie Truthahn, Pute, Huhn und Gans.  Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) gibt Entwarnung: Für Verbraucher besteht demnach keine Gefahr. Eine Übertragung auf den Menschen sei zwar „theoretisch denkbar, aber dennoch unwahrscheinlich“. Auch für die Möglichkeit einer Infektion des Menschen durch rohe Eier oder Rohwursterzeugnisse mit Geflügelfleisch von infizierten Tieren gebe es bisher keine Belege.

Die Vogelgrippe ist eine hochansteckende Tierseuche, die vor allem für Hühner und Puten gefährlich ist. Die Krankheit verläuft rasant, die meisten Tiere verenden innerhalb kürzester Zeit.

 

● Vogelgrippe – für Geflügel tödlich

Die Wahrscheinlichkeit, dass Geflügelfleisch oder Eier aus infizierten Beständen in den Handel gelangen, bevor die Infektion erkannt wurde, ist deshalb ausgesprochen gering. Bei Enten und Gänsen verläuft die Krankheit langsamer. Hier kann deshalb nicht völlig ausgeschlossen werden, dass vor dem akuten Stadium der Krankheit noch Produkte bereits infizierter Tiere in den Handel gelangen. Das bedeutet aber keinesfalls das „aus“ für die Weihnachtsgans – man sollte einfach nur die Ratschläge befolgen, die das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) empfiehlt.

 

● Geflügel: Hygiene im Haushalt ist ein Muss!

Da das Vogelgrippe-Virus nicht sehr stabil ist,  reicht es schon aus, die Hygieneregeln für die Vor- und Zubereitung von rohem Geflügelfleisch und Geflügelfleischprodukten einzuhalten:

  • rohe Geflügelprodukte und andere Lebensmittel getrennt lagern und zubereiten, insbesondere wenn Letztere nicht noch einmal erhitzt werden
  • Gerätschaften und Oberflächen, die mit rohen Geflügelprodukten in Berührung gekommen sind, gründlich mit warmem Wasser und Spülmittelzusatz reinigen
  • Verpackungsmaterialien, Auftauwasser u.ä. sofort entsorgen
  • Hände mit warmem Wasser und Seife waschen
  • Geflügelspeisen gründlich durchgaren. Das bedeutet, dass für mindestens 2 Minuten eine Kerntemperatur von 70 °C erreicht werden muss.
  • Eier sollten vor dem Verzehr gekocht werden, bis Eiweiß und Eigelb fest sind, d.h. je nach Größe für mindestens 6 Minuten.

 

● Mehr Fakten zur Vogelgrippe

Kann Vogelgrippe auch auf Menschen übertragen werden? Grundsätzlich ja – aber nach dem derzeitigen Stand des Wissens nicht in der Küche. Für eine Ansteckung wäre  ein intensiver Kontakt zwischen Mensch und Tier erforderlich. Das Virus kann beispielsweise über Staubpartikel (aus dem Federkleid infizierter Tiere oder getrocknetem Kot) oder über Tröpfchen eingeatmet werden.  Ein weiterer Infektionsweg ist der Schleimhautkontakt. Wer mit infizierten Tieren oder deren Ausscheidungen in Berührung gekommen ist, sollte sich deshalb die Hände gründlich mit Wasser und Spülmittel waschen.

Die Vogelgrippe (aviäre Influenza) ist eine für Hausgeflügel hochansteckende Krankheit, die insbesondere bei Hühnern und Puten durch schwere Krankheitsverläufe gekennzeichnet ist. Hervorgerufen wird sie durch verschiedene Grippevirusstämme. Der Subtyp H5N1 kann auch bei Menschen eine Influenzaerkrankung auslösen. Mehr Infos dazu beim BfR . Auch auf den Internetseiten des Friedrich-Loeffler-Instituts, des Robert Koch-Instituts  und des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (www.bmelv.bund.de) finden sich hierzu weitere wertvolle Hinweise.

 

docFood empfiehlt

Wer die Hygiene-Regeln des BfR befolgt , kann Infektionen mit Vogelgrippe-Viren mit Sicherheit vermeiden. Diese Regeln gelten übrigens grundsätzlich für die Vor- und Zubereitung von rohem Geflügel im Haushalt. Denn ganz abgesehen vom Vogelgrippe-Virus kann rohes Geflügelfleisch auch mit Salmonellen und anderen gefährlichen Keimen wie z. B. Campylobakter infiziert sein, die schwere Infektionen auslösen können.

Dr. Friedhelm Mühleib

Fleisch & Geflügel, Haushalt & Kochen, VERBRAUCHER, Verbraucherschutz

Über den Autor

Dipl.-Oecotrophologe, Journalist, Berater.
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