Wann braucht man Nahrungsergänzungsmittel?

30 Okt 2013 Keine Kommentare by

Wer abwechslungsreich und ausgewogen isst, der braucht in der Regel keine Nahrungsergänzungmittel in Pulver- oder Tablettenform. Und wer sich einseitig ernährt, kann dies nicht ausgleichen, indem er ein täglich isolierte Nährstoffe schluckt. Nur in bestimmten Fällen kann es sinnvoll sein, bestimmte Nährstoffe zu ergänzen. Doc Food sagt Ihnen, wann das der Fall ist.

Nahrungsergänzungsmittel werden zwar in Form von Tabletten, Kapseln oder Pulvern angeboten, sie sind jedoch keine Arzneimittel, sondern werden zu den Lebensmitteln gezählt. Das heißt aber nicht, dass sie unbedenklich in großen Mengen aufgenommen werden sollten. Denn eine Überdosierung bestimmter Nährstoffe kann gesundheitsschädlich sein. Hier gilt „weniger ist mehr“ statt „ viel hilft viel“.

 

Gute Gründe für Nahrungsergänzungsmittel

Menschen, die eine Diät machen, wird oft weisgemacht, dass sie Nährstoffe ergänzen müssen. Dies ist jedoch nur bei sehr einseitigen Diätformen der Fall, die man sowieso eher ablehnen sollte. Auch bei niedriger Kalorienzahl ist es möglich, genügend Nährstoffe aufzunehmen, indem man Lebensmittel mit hoher Nährstoffdichte auf den Speiseplan setzt. Auch Sportler brauchen in der Regel keine Extraportion Nährstoffe, wenn es keine Hochleistungssportler sind. Anders ist es bei Menschen, die chronisch krank sind oder die nach schwerer Krankheit genesen. Hier kann es gut sein, dass sich ein erhöhter Bedarf an Vitalstoffen nicht über die übliche Ernährung decken lässt. In diesem Fall ist eine ernährungsmedizinische Beratung angezeigt.

Auch in bestimmten Lebensphasen können Nahrungsergänzungsmittel sinnvoll sein. So bekommen Schwangere Folsäurepräparate verschrieben, die ein Neuralrohrdefekt, den so genannten „offenen Rücken“, beim Embryo verhindern sollen. Weil die entscheidenden Entwicklungsschritte bereits in der Frühschwangerschaft vollzogen werden, wird Frauen mit Kinderwunsch die vorbeugende Einnahme von 0,4 mg Folsäure täglich als Tablette empfohlen. Um Mutter und Kind ausreichend mit Jod zu versorgen, soll ebenfalls eine ergänzende Gabe von 100 µg pro Tag erfolgen. Eisen oder Magnesium sollten dagegen nur zusätzlich eingenommen werden, wenn bei der schwangeren Frau eine Unterversorgung festgestellt wurde.

Bei Säuglingen und Kleinkindern zwischen einem und anderhalb Jahren wird empfohlen, Vitamin D als Nahrungsergänzung zu geben, um Rachitis vorzubeugen. Hierbei handelt es sich um eine Störung des Calcium-Phosphat-Stoffwechsels, die schwerwiegende Folgen wie Muskelschwäche und Knochenverformung hat. Auch für ältere Menschen wird eine Gabe von Vitamin D diskutiert, weil die Fähigkeit, das Vitamin durch UV-Strahlen aus dem Sonnenlicht in der Haut zu bilden mit dem Alter abnimmt. Außerdem halten sich betagte Menschen nicht mehr so viel im Freien auf. Auch die Ergänzung der Nahrung durch Vitamin-B12-Präparate kann sinnvoll sein, da durch typische Alterserkrankungen die Aufnahme dieses Vitamins gestört sein kann. Da Vitamin B12 überwiegend in tierischen Lebensmitteln vorkommt, achten Veganer auf eine auseichende Versorgung über angereicherte Lebensmittel oder Tabletten.

 

Tipp von Doc Food:

Vieles deutet darauf hin, dass nicht bestimmte Nährstoffe in ihrer isolierten Form förderlich für die Gesundheit sind, sondern dass sie im Zusammenwirken mit vielen anderen Wirkstoffen in unseren Lebensmitteln ihre positiven Eigenschaften entfalten. Daher sollten Sie einzelne Vitamine und Mineralstoffe nur zusätzlich zu einer ausgewogenen Ernährung einnehmen, wenn Sie zu einer Risikogruppe für eine Unterversorgung gehören.

 

Bildquelle: Andrea Damm  / pixelio.de

Basics, Nahrungsergänzung, WAS WIR ESSEN

Über den Autor

Diplom-Oecotrophologin und Fachjournalistin in Sachen Ernährung.
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