Zahl der Woche: 40 Millionen Euro für die Schultüte

20 Aug 2014 5 Kommentare by

Ca. 40 Millionen Euro geben stolze Eltern in diesen Tagen bundesweit zur Einschulung ihrer Sprößlinge für Schultüten aus. Ab heute geht’s los: In den ersten Bundesländern werden die Erstklässler eingeschult. Dieses Jahr dürften es gut 680.000 sein. 97% davon wird der Start in den Ernst des Lebens mit einer Schultüte versüßt. Die Eltern greifen dafür ganz schön tief in die Tasche: 60 Euro lassen sie sich die bunte Tüte im Durchschnitt kosten.

Dabei sind Eltern im Osten (neue Bundesländer) mit durchschnittlich 76,00 Euro pro Wundertüte deutlich spendabler als Wessis, die nur 51,00 Euro investieren. Das zumindest hat eine Befragung des Internet-Portals deals.com ergeben. Den ABC-Schützen sei die Schultüte vergönnt – die Qualität des Inhalts lässt jedoch zu wünschen übrig. Neben Schulutensilien, Spielsachen, Glücksbringern,Gutscheinen, Geld und Kuscheltieren kommt in 87% der Tüten Süßkram rein. Obst und gesunde Lebensmittel finden sich dagegen nur in 23% der Tüten. Für die lieben Eltern gibt das leider die Note mangelhaft – ob da nicht etwas Nachhilfe in Ernährungsbildung angesagt wäre.

Konsum, VERBRAUCHER, Zahl der Woche

Über den Autor

Dipl.-Oecotrophologe, Journalist, Berater.

5 Responses to “Zahl der Woche: 40 Millionen Euro für die Schultüte”

  1. Ulrike Gonder says:

    also bei aller Liebe: Ich würde vorschlagen, sich darüber zu freuen, dass in den Schultüten neben „Süßkram“ auch so viele andere Dinge zu finden sind. Muss man wirklich zu jeder Gelegenheit den Zeigefinger heben? Die „gesunde Schultüte“ ist wie das „fett- und kalorienarme Weihnachtsmenü“ – unlustig und überflüssig.

  2. Dr. Friedhelm Muehleib says:

    Na ja, dann wollen wir mal nicht so sein: Die Note wird in ausreichend umgewandelt. Denn was sich hinter Glücksbringern und Gutscheinen so alles verbirgt und wofür die Geldgeschenke ausgegeben werden, das wollen wir vielleicht lieber nicht wissen. Übrigens, liebe Uli, ist Logi dann auch unlustig und Keto vielleicht sogar überflüssig 🙂 ?

    • Ulrike Gonder says:

      Lieber Friedel, Deinen letzten Satz verstehe ich nicht wirklich, denn LOGi ist allein schon deshalb recht lustig, weil es ad libitum und ohne Verbote funktioniert. Und ob Keto überflüssig ist, könnten wir ja mal die Eltern jener epilepsiekranken Kinder fragen, die nur damit anfallsfrei geworden sind… Aber nix für ungut, mir ging es ja im Grunde nur darum, dass man sich besser die ganze Woche, das ganze Jahr über gut ernährt und sich dann zu besonderen Gelegenheiten ja auch mal „Süßkram“ gönnen kann, oder?.

  3. Dr. Friedhelm Muehleib says:

    ok – ich gebe mich geschlagen, und du hast recht: der Beitrag wäre schöner gewesen, wenn ich auf den Moralapostel am Schluss verzichtet hätte. Das lenkt eigentlich nur ab vom bemerkenswerten Kern des Beitrags ab: ich finde es schon beeindruckend, dass Eltern sooo viel Geld für die Schultüte ausgeben – darunter dürften doch auch sehr viele sein, die echt knapp mit bei Kasse sind. Sind ja nicht alles Akademikerkinder.

    Und zum Thema Keto und Epilepsie – ist der therapeutische Effekt da erwiesen? Das ist noch nicht zu mir durchgedrungen und wäre mehr als interressant – wär doch mal einen Gastbeitrag wert?

  4. Ulrike Gonder says:

    ja, mit dem Riesengeldbetrag hast Du recht, der ist beeindruckend – übrigens gab es noch zu meiner Einschulung (gefühlte 100 Jahre her 😉 eine Riesenbretzel aus Hefeteig und mit Zuckerguß, die neben der Schultüte unbedingt aufs Einschulungsfoto gehörte. So viel Süßkram hätte in keine Tüte gepasst …
    Was die kindliche Epilepsie angeht – oh ja, da ist die ketogene Diät mittlerweile Standardtherapie, zumindest dann, wenn zwei Medikamente unwirkam geblieben sind. Dazu können wir gerne mal plaudern 😉 Schönen Abend aus dem Hessischen, Uli

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