Zöliakie: Was ist das für eine Krankheit?

24 Sep 2013 Keine Kommentare by

Zöliakie ist eine dauerhafte Fehlreaktion des Immunsystems gegenüber Gluten, dem so genannten „Klebereiweiß“, das in vielen Getreidearten vorkommt. Zum Beispiel beim Genuss von Brot, Brötchen oder Nudeln kommt es bei den Betroffenen zu einer Entzündungsreaktion im Dünndarm. Die Folge ist eine Unterversorgung mit Nährstoffen wie Kohlenhydrate, Vitamine oder Mineralstoffe.

Bei Zöliakie laufen zwei verschiedene Reaktionen ab: Einerseits stuft das Immunsystem das Klebereiweiß als feindlichen Stoff ein und produziert Antikörper, ähnlich wie bei einer Allergie. Andererseits richtet sich die Abwehr wie bei Autoimmunerkrankungen auch gegen körpereigene Zellen. Nehmen Zöliakie-Erkrankte Gluten über Getreideprodukte oder über Fertiggerichte auf, in denen sie sich häufig verstecken, entzünden sich die Darmzotten.

 

Das passiert bei Zöliakie

Darmzotten sind kleine Schleimhautfalten, die die Oberfläche des Dünndarms vergrößern. Sie filtern die Nährstoffe aus der Nahrung heraus und geben sie an das Blut ab. Sind die Zotten allerdings entzündet, so werden ihre Zellen nicht wie bei Gesunden alle zwei bis drei Tage komplett erneuert, sondern schon nach kurzer Zeit abgebaut. Je länger die Zöliakie unbehandelt bleibt, desto flacher werden die Darmzotten. Sie verkümmern sozusagen. Durch die verkleinerte Oberfläche des Dünndarms können dem Körper nicht mehr genügend Nährstoffe zur Verfügung gestellt werden, die er für zahlreiche Funktionen benötigt. Als Folge kommt es zu Mangelerscheinungen mit unterschiedlichsten Folgen – von Müdigkeit und Appetitlosigkeit bis zur Wachstumsverzögerung von Kindern.

 

So wird die Zöliakie diagnostiziert

Häufig tritt Zöliakie schon beim Säugling auf, bei der Umstellung von Muttermich oder glutenfreier Säuglingsmilch auf glutenhaltige Beikost wie Vollkornbrei. Aber auch Erwachsene können jederzeit eine Zöliakie entwickeln. Experten schätzen, dass in Deutschland rund 400.000 Menschen betroffen sind. Damit ist die Zöliakie neben der Laktoseintoleranz eine der häufigsten Lebensmittelunverträglichkeiten in Deutschland. Die eindeutige Diagnose erfolgt durch einen Bluttest und einer Biopsie der Dünndarmschleimhaut. Bestätigt wird sie durch einen raschen Rückgang der Beschwerden bei glutenfreier Ernährung.

Bildquelle: Thomas Siepmann / pixelio.de

Allergie & Intoleranz, FOOD-DOKTOR

Über den Autor

Diplom-Oecotrophologin und Fachjournalistin in Sachen Ernährung.
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