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Woche der Welthungerhilfe: 815 Millionen Menschen hungern

Hunger, was ist das? Ist der nicht schon weitgehend besiegt? Weit gefehlt. Anlässlich des heutigen Welternährungstages berichtet die Welthungerhilfe zwar von Erfolgen im Kampf gegen den Hunger seit der Jahrtausendwende. Die neuerdings steigende Zahl hungernder Menschen betrachtet man jedoch mit großer Sorge: Sie ist auf 815 Millionen Menschen gestiegen – rund 40 Millionen mehr als im vergangenen Jahr.
 
Die Welthungerhilfe, eine der größten politisch und konfessionell unabhängigen privaten Hilfsorganisationen in Deutschland, hat sich die weltweite Bekämpfung von Hunger und Armut zum Ziel gesetzt. Anlässlich der aktuellen Veröffentlichung des Welthunger-Index stellt man dort fest: „Die Bekämpfung des Hungers macht Fortschritte, aber diese werden durch Kriege und Folgen des Klimawandels in Teilen wieder zunichte gemacht. Dies zeigt der neue Welthunger-Index, der die Ernährungslage in 119 Ländern berechnet. Die Werte zur Hungersituation sind weltweit seit dem Jahr 2000 um gut ein Viertel gefallen. Gleichzeitig drohen in Ländern wie dem Südsudan, Nigeria, Somalia und dem Jemen derzeit Hungersnöte und die absolute Zahl der Hungernden ist auf 815 Millionen Menschen gestiegen.“
 

Woche der Welthungerhilfe

Rund um den Internationalen Welternährungstag am 16. Oktober stellt die Welthungerhilfe seit 50 Jahren der Öffentlichkeit ihre Arbeit vor und ruft zum gemeinsamen Spendensammeln auf. Jedes Jahr folgen zahlreiche Vereine, Ehrenamtliche, Schulen und Firmen dem Ruf und machen sich mit kreativen Aktionen für das Menschenrecht auf Nahrung stark. Eröffnet wurde die „Woche der Welthungerhilfe“ gestern, am 15. Oktober mit der traditionellen Fernsehansprache von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, dem Schirmherrn der Welthungerhilfe.

Mit seinem Spendenaufruf „Gemeinsam gegen die Hungersnot“ bittet Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier die Bürger um Hilfe gegen die dramatische Hungersnot in Afrika. Damit unterstützt Steinmeier, der auch Schirmherr der Welthungerhilfe ist, eine gemeinsame Initiative von zahlreichen deutschen Hilfsorganisationen. Auch dieses Jahr finden rund um die Woche der Welthungerhilfe zahlreiche Aktionen und Veranstaltung statt. Machen auch Sie mit! Setzen Sie ein Zeichen gegen den Hunger und tragen Sie dazu bei, das Ziel „Zero Hunger bis 2030“ zu erreichen.
Spendenkonto: Deutsche Welthungerhilfe e.V. Sparkasse KölnBonn Konto: 1115   BLZ: 370 501 98  // IBAN: DE15 3705 0198 0000 0011 15 // BIC: COLSDE33

Welternährung – Kaum Fortschritt beim Kampf gegen Hunger

Der Bericht zur Lage der Welternährung, der heute von der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO), dem International Fund for Agricultural Development (IFAD) und dem World Food Programme (WPM) veröffentlicht wurde, zeigt laut Einschätzung der Deutschen Welthungerhilfe e. V. kaum Fortschritte in der weltweiten Hungerbekämpfung.
„Setzt sich der Trend der letzten zehn Jahre fort, rückt unser Ziel – eine Welt ohne Hunger bis 2030 – in weite Ferne. Dann wären wir erst nach dem Jahr 2060 so weit.“, sagte die Präsidentin der Welthungerhilfe, Bärbel Dieckmann.
 

Fast 800 Millionen Menschen hungern

Laut FAO, IFAD und WFP hungern immer noch 795 Millionen Menschen, davon leben 780 Millionen in Entwicklungsländern. „Die G7-Regierungen müssen eine deutliche Trendwende einleiten, ihre Bemühungen verstärken und die staatlichen Mittel zur Hungerbekämpfung bis 2030 kontinuierlich erhöhen.“, fordert Dieckmann knapp zwei Wochen vor dem G7-Gipfeltreffen auf Schloss Elmau. Denn obwohl die Herausforderungen für die globale Ernährungssicherung nicht zuletzt wegen des Klimawandels zunehmen, fielen die Ausgaben der G7-Staaten von 11,3 Milliarden Dollar im Jahr 2010 auf 8,65 Milliarden im Jahr 2013. Dies zeigt das von der Welthungerhilfe entwickelte Online-Tool „ODA-Tracker“. ODA steht für „Official Development Assistance“ und bezeichnet die durch Steuergelder finanzierte Entwicklungszusammenarbeit. Mit dem interaktiven ODA-Tracker kann jeder Interessierte verfolgen, in welcher Höhe die einzelnen G7-Nationen Finanzmittel für die Ernährungssicherung und die ländliche Entwicklung bereitgestellt haben.
 

Kleinbauern stärker in den Fokus rücken

Wie der ODA-Tracker zeigt, wird die Lücke zwischen der zur Hungerbekämpfung benötigten Summe und den Zahlungen der sieben reichsten Nationen in den letzten Jahren wieder größer. Vor allem die nachhaltige Förderung einer standortgerechten, bäuerlichen Landwirtschaft sowie Viehzucht und Fischerei in Entwicklungsländern findet noch nicht in ausreichendem Maße statt, trotz zahlreicher politischer Zusagen der G7-Regierungen. Weil die Mehrheit der hungernden Menschen auf dem Land und von der Landwirtschaft lebt, fordert die Welthungerhilfe, die Kleinbauern stärker zu unterstützen. „Kleinbauern produzieren rund drei Viertel aller Nahrungsmittel in Entwicklungsländern. Mit mehr Unterstützung können sie mehr produzieren und mehr Einkommen erwirtschaften und so den Hunger in ihren Ländern besiegen.“, so die Präsidentin Bärbel Dieckmann.
 

Tipp von docFood:

Im Projekt POWA (Building Public and Political Will for Agriculture ODA in Germany“ – Öffentliche und politische Willensbildung in Deutschland für ODA im landwirtschaftlichen Sektor) setzt sich die Welthungerhilfe mit ihren Partnern dafür ein, die kleinbäuerliche Landwirtschaft in den Entwicklungsländern zu fördern, denn „die Interessen von Kleinbauern in Entwicklungsländern sowie das Thema Landwirtschaft für Ernährungssicherung müssen beim 2015 in Deutschland stattfindenden G7-Gipfel eine entscheidende Rolle spielen.“ Mehr Informationen zu diesem Projekt – auch den ODA-Tracker – finden Sie hier: Mit POWA gegen Hunger

Melanie Kirk-Mechtel

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