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Brot vom Vortag ist gut und günstig

Trotz Kampagnen und Protesten gegen Lebensmittel-verschwendung ist es für viele Supermärkte, Discounter und Bäckereiketten keine Option, Brot vom Vortag zu verkaufen. Das ergab eine Umfrage der Verbraucherzentrale NRW. Nur drei der befragten Unternehmen verkaufen Backwaren vom Vortag.
docFood stellt die Umfrage vor und fasst die Maßnahmen der Händler zusammen.
 

Hoher Anspruch an Frische versus Nachhaltigkeit

Die Mehrzahl der befragten Supermärkte, Discounter und Backketten ist der Meinung, dass Brot und Backwaren vom vergangenen Tag zahlenden Kunden nicht mehr zugemutet werden können. Die Antworten bezogen sich auf eigene Verkaufsflächen der Händler, nicht auf eigenständige Bäcker unter demselben Dach. Weder die Discounter Norma, Netto, Penny oder Aldi Nord, noch die Supermärkte Kaufland, Real und Rewe oder die Backketten Ditsch oder Kamps bieten Vortagsware an. So führt zum Beispiel bei Real ein „hoher Frischeanspruch“ dazu, dass „kein Brot älter als zwölf Stunden“ sein soll.
 

Preisnachlass eher selten

Der verbilligte Verkauf von Brot und Brötchen wäre eine gute Möglichkeit, die Backwaren in den Abendstunden noch an den Kunden zu bringen. Davon machen allerdings nur zwei der befragten Unternehmen Gebrauch: Kaufland reduziert Teigiges, um zum Kauf zu motivieren, und Penny bietet zumindest die beliebtesten Brot- und Brötchensorten in den letzten Verkaufsstunden an. Die Mehrheit der Händler zieht es dagegen vor, mit Tafeln, karitativen Einrichtungen oder Bauern zu kooperieren, die Übriggebliebenes abholen können.
Bei Aldi Süd gibt es 30 Prozent Preisnachlass bei Brot vom Vortag, beim Konkurrent Lidl sind es sogar 50 Prozent. Das gilt vor allem für das Regal mit abgepacktem Brot. Die Produkte liegen separat und sind an roten Aufklebern zu erkennen. Auch bei Edeka werden nach eigenen Angaben Backwaren von gestern „häufig vergünstigt“ verkauft. Wie dies konkret vor Ort umgesetzt wird, entscheiden aber die selbständigen Filialleiter von Fall zu Fall und nach eigenem Gusto.
 

Moderne Systeme für bessere Planbarkeit

Nun ist es nicht so, dass es den Unternehmen egal ist, wie viel Brot und Backwaren sie täglich wegschmeißen müssen. Schließlich ist dies auch eine wirtschaftliche Frage. Generell gilt: Moderne Bestell- und Prognosesysteme sollen helfen, die Menge an Restbrot zu verringern. Rewe etwa plant sogar „teilweise unter Berücksichtigung der Wettervorhersage“.
Auch Selbstback-Automaten sollen dazu beitragen, Unverkauftes zu reduzieren: Auf Knopfdruck können Teigrohlinge – vor allem in Discountern – fertig gebacken werden.
 

Tipp von docFood:

Ob verbilligtes Brot am Abend oder Backwaren vom Vortag – mit dem Kauf können Sie Brot und Brötchen vor der Mülltonne retten und sparen auch noch Geld. Schauen Sie doch einmal in unseren Beitrag Abfälle bei Brot vermeiden. Darin finden Sie Tipps, wie Brot länger frisch bleibt, und erfahren, was sie noch damit anstellen können, wenn es doch einmal hart geworden ist.

Melanie Kirk-Mechtel

 
Quelle: Verbraucherzentrale NRW

Lebensmittel retten: Ihre Ideen sind gefragt

Heute schon Lebensmittel in den Müll geworfen? Dann denken Sie doch mal nach: Vielleicht haben Sie ein zündende Idee dafür, wie sich das künftig vermeiden lässt. Das kann sich doppelt lohnen: Zum einen ist es grundsätzlich jedes unverdorbene Lebensmittel wert, vor der Tonne gerettet zu werden. Zum anderen gewinnen Sie damit ja vielleicht sogar noch einen Preis: Unter dem Motto „Zu gut für die Tonne“ vergibt das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft  2017 zum zweiten Mal einen „Bundespreis für Engagement gegen Lebensmittelverschwendung“. Einsendeschluss für Ihren Vorschlag ist der 30. September.

 
Gesucht werden kreative Ideen und Initiativen, die Menschen für einen nachhaltigen Umgang mit Lebensmitteln sensibilisieren und zur Verringerung von Lebensmittelverschwendung beitragen.
 

Keine Idee ist zu klein  

Nach wie vor werden in Deutschland jährlich etwa 11 Millionen Tonnen wertvolle Lebensmittel weggeworfen – von der Industrie, von Großverbrauchern, dem Handel und von Privathaushalten. Ziel ist es, diese Menge bis zum Jahr 2030 mindestens zu halbieren. Bundesminister Christian Schmidt fordert alle zum Mitmachen auf – auch wenn die Ideen noch klein sind: „Engagement gegen Lebensmittelverschwendung verdient Unterstützung. Damit aus ersten Ideen und Konzepten erfolgreiche Projekte oder Geschäftsmodelle werden, ist es oft ein weiter Weg. Der Zu gut für die Tonne! – Bundespreis für Engagement gegen Lebensmittelverschwendung dient deshalb nicht nur dazu, bereits in die Tat umgesetztes Engagement mit einer Auszeichnung zu würdigen. Er soll auch solche Ideen fördern, die noch ganz am Anfang stehen, aber besonders vielversprechend sind.“
 

3.000 Euro Preisgeld warten auf den Gewinner

Der Förderpreis ist mit 3.000 Euro dotiert. Bewerbungsschluss ist der 30. September 2016. Mitmachen kann eigentlich jeder: Händler, Lebensmittelhersteller, Gastronomen Institutionen/Vereine und Endverbraucher. Alle Informationen zum Bundespreis inclusive der Bewertungskriterien gibt es auf der Website des Ministeriums zum Bundespreis. Übrigens: Für den Bundespreis 2015, der im vergangenen Jahr erstmalig ausgeschrieben wurde, gab es über 230 Bewerbungen, von denen die 16 besten Projekte in die Endausscheidung kamen.
 

Tipp von docFood

Welche Ideen mit den Bundespreise in den Kategorien Handel, Produktion, Gastronomie sowie Gesellschaft & Bildung belohnt wurden, kann man in der lesenswerten Gewinnerbroschüre nachlesen, die eindrucksvoll zeigt, wie viele Menschen sich Ideen und Projekten heute schon dafür engagieren, dass weniger Lebensmittel weggeworfen werden.

 Red. docFood

Foto: © BLE
Quelle: www.zugutfuerdietonne.de/bundespreis
 
 

Lebensmittelverschwendung vor dem Urlaub vermeiden

Nach NRW beginnen auch in den anderen Bundesländern bald die Sommerferien und für viele Familien geht es in den Urlaub. Da gilt es auch wieder, den Kühlschrank leer zu räumen, damit in der Zwischenzeit nichts verdirbt. Mit ein bisschen Planung schafft man es ganz einfach, dass nicht zu viele Lebensmittel in die Mülltonne wandern. Die Tipps der Initiative Zu gut für die Tonne! des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft helfen dabei.
 

Vor der Abreise Reste verbrauchen

Über haltbare Produkte wie Mehl, Nudeln, Reis, Öl, Konserven, Kartoffeln, Honig und Marmelade, verschlossene Säfte und H-Milch sowie die Inhalte der Gefriertruhe müssen Sie sich keine Sorgen machen. Die Lebensmittel im Kühlschrank halten sich dagegen meist nicht so lange und sollten vor der Reise möglichst verbraucht werden, zum Beispiel Eier, Käse und Wurst, Frischmilch, offene Säfte, Marmelade, Joghurt und Quark, Butter oder Margarine, sowie Fisch und Fleisch. Dasselbe gilt für Gemüse wie Tomaten, Paprika und Zucchini oder Obst. Am besten kaufen Sie vor dem Urlaub nur noch gezielt ein und verbrauchen alles, was noch im Kühlschrank ist – so lässt sich die Lebensmittelverschwendung vermeiden.
 

Reiseproviant schlau vorbereiten

Natürlich können Reste aus dem Kühlschrank auch gut als Reiseproviant mitgenommen werden. Bei Hitze sind Mayonnaise und andere Speisen mit rohen Eiern wegen der Salmonellengefahr allerdings tabu. Auch Mett oder Lachs gehören besser nicht aufs Brot. Frischwurst bekommt bei Wärme schnell einen schmierigen Film, den Milchsäurebakterien bilden. Als Alternative bietet sich Geräuchertes an, das weniger schnell verdirbt. Kein Problem sind bei Hitze ganze Äpfel und Bananen, Trockenobst, Cherrytomaten und gut verpackte Gemüse-Sticks. Damit nichts durchweicht oder zermatscht, sollten saftige, süße oder salzige Snacks getrennt voneinander verpackt werden, am besten in Plastikboxen. Kommt das Ganze in eine Kühltasche oder eine Kühlbox, bleibt der Reiseproviant auch auf langen Fahrten kühl, frisch und appetitlich.
 

Tipp von docFood

Passende Rezepte für Ihre übriggebliebenen Lebensmittel finden auf der Website von Zu gut für die Tonne!: Rezepte für beste Reste. Wenn Sie trotzdem etwas loswerden müssen, freuen sich Freunde oder Nachbarn. Oder Sie bieten die Lebensmittel auf foodsharing.de an.

Redaktion docFood

Mindesthaltbarkeitsdatum Adieu?

Ist das Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) auf Lebensmitteln bald Geschichte? Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt ist jedenfalls dafür, dass die Angabe des MHD für lange haltbare Lebensmittel abgeschafft wird. Denn viele Verbraucher denken immer noch, dass das Produkt nach Ablauf des MHD verdorben ist und werfen es in den Mülleimer.
Pro Jahr wirft jeder Deutsche 82 Kilogramm Lebensmittel weg. Getreide, aber auch Zucker und Salz haben Haltbarkeitsdaten, die es zu überdenken gilt, um die Verschwendung von wertvollen Lebensmitteln zu reduzieren.
 

Haltbarkeitsdaten überdenken

“Wir müssen überlegen: Brauchen Zucker, Salz, Getreide oder andere haltbare Produkte wirklich ein Mindesthaltbarkeitsdatum?”, sagte Schmidt Anfang Mai 2015 der “Neuen Osnabrücker Zeitung“. Noch immer ist den meisten Verbrauchern nicht klar, was es mit dem Mindesthaltbarkeitsdatum auf sich hat. Vielmehr wird es als Verbrauchsdatum wahrgenommen, nach dem das Lebensmittel nicht mehr genießbar ist. Dabei sagt das MHD lediglich aus, bis zu welchem Datum das produzierende Unternehmen garantiert, dass ungeöffnete und richtig gelagerte Produkte ihre spezifischen Eigenschaften wie Geschmack, Geruch, Farbe, Konsistenz und Nährwert behalten. Es handelt sich also um eine Garantie des Herstellers für bestimmte Qualitätseigenschaften. Dass hier ein gewaltiger Puffer einkalkuliert ist, bis das Lebensmittel wirklich nicht mehr genießbar ist, sollte sich jeder Konsument denken können – tut er aber meistens nicht.
 

Lebensmittelverschwendung reduzieren

Gerade Getreide, Zucker, Salz oder Essig sind fast unbegrenzt haltbar. Hier könnte es laut Verbraucherschutzminister Schmidt sinnvoller sein, das Produktionsdatum anzugeben, um in den nächsten Jahren “messbare Erfolge” bei der Bekämpfung der Nahrungsmittelverschwendung zu erzielen. Vor allem setze er aber auf Aufklärung und Information, denn “in Küche und Kochtopf per Gesetz einzugreifen, ist schwierig”. Mit seinem Vorstoß reagierte Schmidt auch auf die Forderungen einiger Länderkollegen, sich dem Ziel der EU anzuschließen, die Lebensmittelverschwendung bis 2025 um 30 Prozent zu senken. Bereits im vergangenen Jahr hatten mehrere EU-Mitgliedsländer wie die Niederlande und Schweden dafür plädiert, das Mindesthaltbarkeitsdatum für Lebensmittel wie Nudeln oder Reis abzuschaffen. Deutschland gehört zu den Unterstützern dieser Offensive.
 

Tipp von docFood:

Viele Verbraucher verlieren die Orientierung, wenn Hinweise oder Erfahrungen mit der Haltbarkeit und Lagerhaltung von Lebensmitteln fehlen, wie eine Studie der Verbraucherzentrale NRW vor einigen Jahren ergab. Wertvolle Hilfestellung gibt der Flyer “Teller oder Tonne? Informationen zum Mindesthaltbarkeitsdatum”, den das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz im Rahmen der Kampagne “Zu gut für die Tonne” im Jahr 2012 veröffentlicht hat. Auf dem Portal der Kampagne kann man zum Beispiel auch erfahren, wie das MHD von Milchprodukten ermittelt wird. Gut informiert können Sie viele Produkte noch lange genießen, statt sie in den Müll zu werfen.

Melanie Kirk-Mechtel

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Lebensmittelreste: einfrieren statt wegwerfen!

Für die schnelle Küche ist Tiefkühlkost eine willkommene Lösung. Obst, Gemüse und Fertiggerichte lassen sich gefroren problemlos auf Vorrat kaufen und bei Bedarf in der gewünschten Menge verwenden. Auch viele Reste im Haushalt können problemlos eingefroren werden. Darauf weist die Initiative Zu gut für die Tonne! des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) hin. In einer aktuellen Pressemeldung klärt die Initiative darüber auf, wie Tiefkühlkost und selber Einfrieren dazu beitragen kann, Lebensmittelverschwendung im Haushalt zu verhindern.
Eingefrorenes Obst und Gemüse ist oft vitaminreicher als die frisch gekaufte Ware. Kein Wunder also, dass die Deutschen immer öfter in die Tiefkühltruhe greifen: Rund 41 Kilogramm Tiefkühlkost (Speiseeis ausgenommen) wurden im Jahr 2012 pro Kopf in Deutschland verbraucht, Tendenz steigend.
 
Frische aus dem Eis
Kälte konserviert Lebensmittel sehr gut. Die chemischen Prozesse, die zum Verderb von Lebensmitteln führen, sind durch Kälte stark verlangsamt – ganz gestoppt sind sie nicht. Generell gilt: Magere Produkte halten sich gefroren länger als fette, rohe länger als gegarte. Außerdem spielen bei Fisch und Fleisch Wassergehalt und Bindegewebe eine wichtige Rolle: Je stabiler das Bindegewebe, desto länger ist das Produkt tiefgekühlt haltbar. Daher muss Fisch am schnellsten verbraucht werden, am zweitschnellsten Geflügel; Schwein und Rind halten sich länger. Auch Tiefkühlprodukte haben ein Mindesthaltbarkeitsdatum. Zudem müssen Fleisch- und Fischprodukte seit dem 13. Dezember 2014 mit einem Einfrierdatum versehen sein. Produkte kurz vor dem „Ablaufen“ sollten bald verbraucht werden, denn auch wenn Obst und Gemüse nicht so schnell gesundheitlich bedenklich sind wie Fisch und Fleisch: Die Qualität leidet bei zu langer Lagerung, Geschmack und Vitamine gehen verloren.
 
Bloß nicht ins Schwitzen kommen?
„Nach dem Auftauen nicht wieder einfrieren“ – so heißt es auf Tiefkühlprodukten. Der Hinweis dient der Sicherheit: Wenn Produkte Plusgraden ausgesetzt sind, können sich Keime bilden und die Lebensmittel verderben schneller. Das heißt jedoch nicht, dass einmal aufgetaute und nicht verbrauchte Produkte verdorben sind. Gerade Lebensmittel, die vor dem Verzehr erhitzt werden, dürfen in der Regel wieder eingefroren werden. Einmal aufgetaut sollten sie aber so schnell wie möglich wieder im Frost landen, denn je kürzer die „Warmphase“ desto weniger Keime bilden sich und Nährstoffe und Vitamine bleiben besser erhalten.
Viele Tiefkühlprodukte werden vorportioniert angeboten. Das hilft einerseits, nicht zu viel aufzutauen, das dann möglicherweise warm und unbrauchbar wird. Andererseits werden so Reste vermieden, die wohlmöglich sonst weggeworfen werden würden. Eine geschlossene Kühlkette ist der sicherste Weg, um Frische, Haltbarkeit und Hygiene zu garantieren. Im Supermarkt gehören Tiefkühlprodukte daher als Letztes in den Einkaufskorb. Beim Transport nach Hause helfen spezielle Isoliertaschen. Werden tiefgekühlte Produkte dabei zusätzlich dicht aneinandergelegt, bilden sie einen „Tiefkühlblock“ und bleiben länger kalt.
 
Zu viel des Guten? Einfrieren konserviert Frisches auch zu Hause
Ob frisches Obst oder Gemüse, Reste von Gekochtem oder Gebackenen: Viele Lebensmittel können auch zu Hause eingefroren werden. Nicht geeignet sind lediglich sehr wasserhaltige Produkte wie Tomaten, Blattsalate oder rohe Äpfel sowie Milchprodukte. Frisches Gemüse wird vor dem Einfrieren blanchiert. Beim Verpacken das Einfrierdatum notieren und die Luft so gut wie möglich aus der Verpackung herausstreichen. Rohes Gemüse ist tiefgekühlt bis zu einem Jahr haltbar. Je länger die Lagerung, desto mehr gehen jedoch Geschmack und Vitamine verloren. Backwaren sollten nicht länger als zwei bis vier Monate ins Tiefkühlfach, Selbstgekochtes am besten innerhalb von ein bis drei Monaten verzehren. Im Zweifel kann man sich auf seine Sinne verlassen: Was aufgetaut noch gut aussieht, gut riecht und gut schmeckt, ist auch noch gut. Lediglich leicht Verderbliches wie Fisch und Fleisch sollte nach zu langer Lagerung nicht mehr gegessen werden.
 
docFood meint:
Die Initiative Zu gut für die Tonne unterstützt Verbraucher seit mehreren Jahren dabei, sich über die Verschwendung von Lebensmitteln zu informieren. Auf der Website gibt es noch mehr Tipps zum „restlosen“ Verbrauch von Lebensmitteln im eigenen Haushalt – darunter auch viele nützliche Informationen rund um die Themen Lagerung, Vorratshaltung und Einkauf von Lebensmitteln. Der bewusste Umgang mit Nahrungsmitteln wird angesichts der enormen Lebensmittelverschwendung immer wichtiger. (Tiefgekühlte) Erbsen zählen ist in diesem Sinne also nicht kleinkariert, sondern verantwortungsvoll.

 Redaktion docFood

Quelle: BMEL

Sharing is caring: Lebensmittel teilen liegt im Trend

Das ist Ihnen sicher auch schon mal passiert: Essen im Kühlschrank vergessen, und jetzt ist es verdorben – Endstation ist leider die Tonne! Die sinkende Achtsamkeit im Umgang mit Lebensmitteln verursacht  riesige Müllberge, die vermeidbar wären. Jährlich wird ein Drittel bis die Hälfte aller weltweit für den menschlichen Verzehr produzierten Lebensmittel weggeworfen. Pro Kopf und Jahr ergibt das in Europa eine Menge von rund 105 kg. Problematisch an der Verschwendung von Nahrungsmitteln ist , dass sie einerseits zur massenweisen Vernichtung von Produkten führt, die wertvolle Lebensmittel waren. Andererseits ist sie auch verantwortlich für die enorme Verschwendung von Wasser, Energie und Rohstoffen sowie für unnötige CO2-Emmissionen, die den Klimawandel vorantreiben.
Dank Internet gibt es inzwischen eine ganze Reihe von Möglichkeiten, etwas dagegen zu unternehmen. Foodsharing ist eine davon, die hilft, Lebensmittelverschwendung zu vermeiden.
 

Was bedeutet foodsharing?

Die Grundidee: Menschen teilen Essen. Damit geht einher, dass den geteilten Lebensmitteln mehr Wertschätzung zuteil wird. Das Prinzip: Lebensmittel sollten verzehrt statt weggeworfen werden – und was der eine zu viel hat, kann der nächste gut gebrauchen. Viele Foodsharer handeln aus einem ethischen Bewusstsein heraus und wollen ein Statement gegen die Wegwerfgesellschaft setzen. Außerdem versuchen sie, ihren ökologischen Fußabdruck zu verkleinern und achten deshalb auf Umwelt und Klima.
 

Woher kommt foodsharing?

2011 erschütterte Valentin Thurns Film „Taste the Waste“ die Zuschauer: In drastischen Bildern zeigte er Müllberge aus aufgetürmten Broten und überquellende Abfallcontainer von Supermärkten voller genießbarer Lebensmittel. Im Zuge der Dreharbeiten kam Thurn die Idee, eine Plattform zur Vermeidung von Lebensmittelverschwendung zu gründen. So wurde im Dezember 2012 foodsharing.de geboren. Die Plattform konnte aufgrund eines erfolgreichen Crowdfundings – zu Deutsch „Schwarmfinanzierung“ – realisiert werden. Um die Webseite auch nach der Finanzierungsphase betreuen zu können, wurde der gemeinnützige Verein foodsharing e.V. gegründet.
 

Wie werde ich zum foodsharer?

Kurz vor dem Urlaub ist Ihr Kühlschrank noch voll, oder es sind noch unangetastete Reste der letzten Party übrig? Auf foodsharing.de können sich alle anmelden, die Lebensmittel übrig haben – Privatpersonen, Händler, Kantinen. Produkte, die noch verzehrfähig sind, können in sogenannten Essenskörben virtuell angeboten werden. Über die Plattform verabreden sich dann Anbieter und Abholer bzw. Empfänger zur Übergabe der Lebensmittel. Somit werden die Produkte vor der Tonne bewahrt – und ein gutes Gewissen ist als kostenlose Zugabe für beide Partner inklusive.
 

Tipp von docFood:

Am besten heute noch foodsharing.de aufrufen und den ersten Essenskorb abholen oder einstellen. Teilen Sie sich satt!