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Winterzeit – Zeit für köstliche Suppen

Auf der Suche nach leckeren Suppenrezepten für nasskalte Wintertage bin ich auf „Suppenglück“ von Sonja Riker gestoßen. Obwohl bereits 2010 erschienen, hat es mich gleich beim ersten Durchblättern fasziniert: Für die Autorin sind Suppen mehr als Alltagskost oder bloße Sattmacher. Sie sind Bauchwärmer, Seelentröster oder Glücksbringer. Dabei sind Aufmachung und Rezepte wohltuend unaufgeregt und noch immer absolut zeitgemäß. Das Buch macht Lust, sofort eine der leckeren Suppen zu kochen.
 
Dabei versprechen verlockende Zutaten und Gewürze höchsten Genuss: Karotten-Mango-Basilikum-Suppe mit Cajun-Hühnchen-Spieß z. B. – das ist alles andere als eine langweilige Suppe. Es ist eine köstlich- raffinierte Mahlzeit, ideal für kalte Wintertage – wärmend und energiespenden zugleich, dabei jedoch keinesfalls kompliziert in der Zubereitung.
 

Von kreativ und exotisch bis solide: Suppen für jeden Geschmack

Die mehr als 60 fantasievollen Rezepte Von A- wie Apfel-Curry- Suppe bis Z wie Zucchini-Limetten- Suppe sind in insgesamt acht stimmige Kategorien unterteilt. Die Auswahl und Zusammenstellung der Zutaten, Kräuter, Gewürze und Toppings ist sowohl kreativ als auch geschmacklich absolut rund. Dabei gibt es überraschende Kombinationen wie ‚Lauch-Kokos, Dattel und Speck‘ oder ‚Kartoffel, Ananas und Koriandergrün‘, aufgepeppte Klassiker wie Kartoffel-Meerrettich-Topf mit Zitrone und geräucherter Forelle. Aber auch solides aus Omas Küche wie Tafelspitz mit Marktgemüse oder Kartoffelsuppe mit Wiener Würstel sind auf den insgesamt 176 Seiten dabei. Spätestens in den Kapiteln ‚Schlankmacher‘ und ‚Alltagserfrischer‘ dürfen wir dann auch das Vorurteil über Bord werfen, dass Suppen schwer und warm und nur was für kalte Tage sind, und ein Tomaten-Erdbeer-Shot mit Basilikum weckt Vorfreude auf sonnigere Zeiten.
 

docFood meint:

Ganz gleich jedoch ob klassisch oder exotisch, wärmend oder erfrischend – allesamt sind die Rezepte einladend und appetitlich illustriert, mit gleichermaßen schönen wie unaufgeregt-schnörkellosen und daher wohl auch zeitlosen Serviervorschlägen. Für die hochwertigen Fotos im Buch zeichnet Patrick Wittmann verantwortlich. Übrigens: Falls Sie zufällig gerade oder demnächst in München sind, können Sie sich eine Kostprobe der Köstlichkeiten auch live im ‚Susa Suppen-, Saft- und Gewürzeladen‘ von Sonja Riker gönnen. In Schwabing am Elisabethmarkt hat die Autorin ihre Suppenliebe in ein florierendes kleines Restaurant, Catering- und Eventgeschäft mit dem Namen „SUSA SUPPENGLÜCK“ verwandelt.

Andrea Peitz

 
Sonja Riker, Suppenglück, Verlag Antje Kunstmann, 1. Aufl. 2010, ISBN-13: 978-3888976872, 176 Seiten
Preis 19,90 €
 
Mittlerweile ist im gleichen Verlag auch erschienen: Mehr Suppenglück, ISBN- 13: 978-3888977909, gebundene Ausgabe, 19,95 €

Vegetarisch basisch gut für jeden Tag

Das Kochbuch von Natasha Corrett und Vicki Edgson spricht gleich zwei wichtige Ernährungsthemen unserer Zeit an: die vegetarische und die basenbetonte Ernährung. Wobei letztere durch den Verzicht auf die Säurebildner Fleisch und Fisch im Wesentlichen ohnehin auch eine weitgehend vegetarische Kostform ist. Die beiden Autorinnen, die mit ihrem ersten Buch „Vegetarisch basisch gut. 100 einfache Rezepte für Genießer“ bereits großen Erfolg hatten, legen mit dieser Neuerscheinung über 100 weitere Rezepte nach.
Fangen wir mit dem weniger Erfreulichen an: Die ausführliche und verständlich geschriebene Einführung in das Thema Säure-Basen-Gleichgewicht bewegt sich inhaltlich z.T. weit außerhalb dessen, was als wissenschaftlich bewiesen gelten kann. Die Tabelle mit der Bewertung der Lebensmittel von basischen „Superfoods“ bis zu den „verbotenen“ Säurebildnern“ gibt zwar bezogen auf die Lebensmittelgruppen die richtige Richtung vor, enthält aber im Detail – z.B. bei der Bewertung einiger Lebensmittel – viele Fehler. So ist zum Beispiel Apfelweinessig als Top-Superfood zwar basisch, verdient aber keinesfalls einen Platz in der Superfood-Liste „extrem basisch“. Trotzdem sind die Kernaussagen zur basischen Ernährung richtig – wie diese z. B.: „Die basische Ernährung hat sich als einfacher, genussvoller und für alle machbarer Weg zu mehr Gesundheit und Wohlbefinden etabliert.“ Aber: Man hat ja nicht umsonst ein Kochbuch gekauft – betrachten wir uns die Rezepte.
Im Rezeptteil wird das Buch dann richtig gut – hier liegt seine Stärke, auch wenn die Rezepte etwas unorthodox – nach Anlässen – gegliedert sind : „Unterwegs“, „Entspannt Genießen“, „Feste Feiern“, „An der Frischen Luft“, „Die Perfekte Gastgeberin“ und „Zum Aufbauen und Stärken“. Erste Orientierung gibt auch eine praktische Übersicht aller Rezepte nach den gewohnten Kategorien: Vorspeisen, Suppen, Salate, Hauptgerichte. Für alle Gelegenheiten gibt es tolle Ideen und Anregungen mit den entsprechenden Anleitungen für die Zubereitung. Dass basisch-gesund nicht zwangsläufig kompliziert sein muss stellen Corrett und Edgson mit vielen ihrer Rezepte unter Beweis – etwa mit einem fruchtigen Pfirsich-Kürbissalat, um nur ein Beispiel zu nennen. Es muss ja nicht gleich eine komplette Ernährungsumstellung sein: mit Köstlichkeiten wie „Erbsensuppe mit Minze“, „Würzige, gebackene Auberginen“ oder „Quinoa-Risotto mit Pilzen“ kann der Appetit auf mehr Gesundheit durch mehr säurearme Produkte durchaus geweckt werden. Als Einstieg kann man ruhig erstmal mit einem „Entlastungstag“ beginnen.
Vegetarisch basisch gut für jeden Tag
Autoren: Natasha Corrett und Vicky Edgson
Verlag: AT Verlag AZ Fachverlage (15. August 2014)
Gebundene Ausgabe: 272 Seiten
ISBN: 978-3-03800-807-1
EUR (D) 24,90

Haushalt nebenbei – sauber was gelernt

Ganz ehrlich: der Titel weckt in mir zunächst einmal leichten Widerwillen. Die Icons von Putzeimer, Gummihandschuhen und Geschirrstapel, die das Cover zieren, tun ihr übriges. Vermutlich hat das damit zu tun, dass – wie bei vielen berufstätigen Frauen – auch bei mir der Haushalt nebenbei laufen muss. Da dies nie so reibungslos funktioniert, wie man es gern hätte, ist vermutlich latent immer ein schlechtes Gewissen im Spiel. So ist das zumindest bei mir. Umso überraschender, dass das Büchlein gleich auf den zweiten Blick viele positive Aha-Erlebnisse zu bieten hat.
Ich schlage den Ratgeber auf und lerne zum Einstieg: mit dem Haushalt ist es wie beim Sport – am besten absolviert man täglich ein moderates, überschaubares Pensum. Die ersten generellen Tipps sind vernünftig, sachlich und pragmatisch. Die folgenden, insgesamt 7 Kapitel versprechen viel Nützliches – von „Putzen und Pflegen“ bis „Sicherheit, Strahlen und Energie“. Das Buch arbeitet mit dem Prinzip der Gegenüberstellung: Links „so nicht“, rechts „so geht’s“. Das ist einfach und einprägsam und wird unterstrichen durch viele überwiegend farbige Abbildungen und markant hervorgehobene Textbausteine.
Schon kommt die Überraschung: Tatsächlich entdecke ich bereits beim Durchblättern viel Nützliches und bin erstaunt, wie viel Neues und Lesenswertes mir begegnet. Wie oft doch meine eigene Haushaltsmethode der linken Seite gleicht! Z. B. mein Arsenal an Reinigungsmitteln: alles in allem kommen da locker 12 verschiedene Reiniger zusammen. Ich erfahre: wirklich gebraucht werden nur fünf. Das ist nicht nur gut für den Geldbeutel sondern auch für die Umwelt. Viele Tipps sind tatsächlich auch Tipps zum Schonen der Umwelt, für mehr Energieeffizienz und damit auch für Sparfüchse. Beispiel: Wie stellt man den Kühlschrank optimal ein? Dazu die nützliche Faustregel: „Lässt sich die Butter nicht streichen, ist es im Kühlschrank zu kalt“. Und das kostet bares Geld: Pro Grad weniger lassen sich 6 % Stromkosten sparen. Auch dies eine Kleinigkeit, die man mühelos und sofort umsetzen kann – einfach eine Stufe kleiner drehen, meist reicht Stufe 1! Das Ergebnis macht sich positiv im Portemonnaie bemerkbar. So geht es weiter und in jedem Kapitel findet sich viel Nützliches, Neues und Verblüffendes. Es wird aufgeräumt mit Mythen, unnützen Werbeversprechen und dem hartnäckigen Glauben „viel hilft viel“.
Fazit: Das eigentlich Schöne an dem Buch ist, dass man viele kleine Stellschrauben entdeckt, mit denen sich der Haushalt im Sinne von Zeit- und Geldersparnis optimieren lässt. Außerdem funktioniert der Ratgeber hervorragend als kleines Nachschlagewerk und steht auch dann zur Verfügung, wenn ‚Muttern‘ für die Haushaltsnachhilfe gerade mal nicht erreichbar ist.
 
Haushalt nebenbei
500 saubere Expertentricks
Autor: Christian Eigner
Stiftung Warentest
224 Seiten, Broschiert
ISBN 978-3-86851-403-2
EUR (D) 16,90
Online im Buch blättern oder direkt bestellen>>
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