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Peru. Das Kochbuch – Kulinarische Reise durch die Anden

Peru. Das Kochbuch. Ein Kochbuch wie eine Reise durch die Anden: Schon das Cover ist wie ein kleines Stück Peru – erinnern die bunten Streifen doch an die Farben der Stoffe, aus denen die Ponchos der peruanischen Indianerinnen gewebt sind. Gastón Acurio hat mit diesem Kochbuch eine kulinarische Liebeserklärungan an seine Heimat verfasst. Auch innen bleibt es bunt und farbenroh. Fast schon ein bisschen folkloristisch präsentiert sich das umfangreiche Werk mit Rezepten und Genüssen so vielfältig und exotisch wie das Land selbst.
 

Mix der Kulturen und Regionen

Aromen, Gewürze und Gerichte des Landes zwischen Wüste und Dschungel, das sich zwischen Pazifik und Anden über mehr als 80 verschiedene Klimazonen erstreckt, zeugen von der landeseigenen, indianischen Tradition ebenso wie von den Einflüssen der spanischen Conquistadores und von den Immigranten, die nach ihnen kamen – von jenseits des Pazifik aus Japan, China und anderen asiatischen Ländern, aber auch aus Afrika sowie der arabischen Welt. Aus all diesen  Einflüssen entsteht ein ganz spezieller, multikultureller kulinarischer „Melting Pot“ mit eigenen Kochwelten wie z.B. ‚Nikkei‘, der Kombination aus japanischer und peruanische Küche oder, Chifa‘ , einem Mix aus peruanischen und chinesischen Einflüssen.
 

Offenbarung für Fans von Ceviche

Die Rezepte sind auch ein Spiegel der Geographie des Landes: Teils deftig, schwer und erdverbunden, wie es für die bäuerliche Küche der Gebirgsregionen typisch war und ist. Teils sind die Gerichte aber auch leicht und frisch, geprägt vom Fisch und den Meeresfrüchten  der Pazifikküste. Besonders verlockend ist die große Vielfalt der unterschiedlichsten Ceviches: Da gibt es Ceviche mit Krebsfleisch, Garnelen oder klassisch. Nicht minder verführerisch ist das köstlich fruchtige „Ceviche de Mango“, das ganz ohne Fisch oder Meeresfrüchte auskommt und mit einem Mix aus Süßkartoffel, Mango, roter Zwiebel, Mais und den unverzichtbaren Zutaten Limette, Koriandergrün und Chili eine perfekte sommerlich-leichte Vorspeise ergibt. Ein (selbstgemixter) Pisco Sour  – was für eine köstliche Erfrischung!
 

docFood empfiehlt:

Mit insgesamt über 400 Seiten ist dieses Kochbuch ein umfangreiches Kompendium der peruanischen Küche. Einiges mag für hiesige Gaumen eher gewöhnungsbedürftig anmuten – z. B. die Rezepte mit Innereien, wie Leber, Herz und Niere als Zutaten. Wer sich jedoch mit der vielfältigen Andenküche angefreundet hat, findet hier ihre ganze Vielfalt wieder. Die Rezepte sind – auch von denZutaten her – nicht immer leicht zugänglich, aber immer kraftvoll-authentisch. Acurios Werk ist kein Leichtgewicht und nichts für Feiglinge: Wie eine Anden-Wanderung verlangt es nach Training, Vorbereitung, Ausdauer und Hingabe. Aber wer sich auf die Reise begibt, wird Land und Kultur auf sinnliche Art und Weise begreifen und erfahren und mit herrlichen kulinarischen Aussichten belohnt.

  Andrea Peitz

Gastón Acurio, Peru. Das Kochbuch: Die Bibel der peruanischen Küche, Verlag Phaidon by Edel; 1. Auflage  2016, 420 Seiten, ISBN-10: 3944297202. Preis: 36,00 EUR

Das Brasserie Kochbuch

Essen wie Gott in Frankreich – mit dem Brasserie Kochbuch von Daniel Galmiche ist das kein Problem! Das schlicht und elegant gehaltene Cover lädt mit den Farben der Trikolore und gallischem Hahn dezent zum Betreten der französischen Küche ein und gibt ein Versprechen auf authentische französische Genüsse. Galmiche hält es mit seinen Rezepten, nachdem er das Buch mit einem wundervollen, weder sentimentalen noch kitischigen Vorwort beginnt.
 
Galmiche gelingt es auf diesen ersten Seiten, authentisch zu beschreiben, worum es ihm geht: Seine Liebe zur französischen Landhausküche und die Rezepte der vielen Brasserie-Klassiker auch für den Laien zum einfachen und unkomplizierten Nachkochen zu präsentieren.
 

Rezepte – authentisch und verlockend

Wenn er beschreibt, wie ihm Mutter, Großtante und sein erster Lehrmeister Yves Lalloz die Liebe zum guten Essen und den Weg zur französischen Kochkochkunst vermittelt haben, liest sich das einfach schön. Sein Appell: „Lassen Sie es (das Kochbuch) also nicht auf dem Kaffeetisch liegen! Wenn Sie regelmäßig danach kochen, wird es Sie sehr glücklich machen.“ Diesem Apell sollte man folgen. Auf insgesamt 204 Seiten macht Galmiche dann Lust auf dieses Glück und den französischen Landhausgenuss. Nicht abgehobene  Nouvelle Cuisine, sondern bodenständige, ehrliche Rezepte aus allen Regionen Frankreichs stellt Galmiche vor. Ob Bouillabaisse, Boeuf Bourguignon, Tomatentarte mit Ziegenkäse oder die süßen Versuchungen in Form von Apfel- Beeren- Tarte oder Tarte Tatin mit Rosmarin und gerösteten Mandeln – allesamt sind sie zum Niederknien gut.
 

Nachkochen lohnt sich

Den Aufwand  für die Zubereitung – die Rezepte brauchen schon ein bisschen Zeit, Geduld und gute Zutaten – sind sie allemal wert! Auch die meist ganzseitigen Fotos der Gerichte sind erfreulicherweise authentisch, sehen  echt aus und so gar nicht abgedreht oder überkandidelt. Leider hat nicht jedes der tollen Rezepte eine Abbildung. Dies ist insbesondere bei so verheißungsvollen Leckerbissen wie  „Warmes Krebsfleisch mit Estragonmayonnaise“ oder „Kaninchen mit Zitrone & Knoblauch“ ein kleiner Wermutstropfen. Da hilft nur: selbst kochen und selbst fotografieren!
 

docFood meint:

Das Brasserie Kochbuch ist keine Neuerscheinung, es ist uns eher durch Zufall in die Hände gefallen. Es schien uns trotzdem eine Besprechung wert: Denn Galmiche hält was er verspricht. Wenn man seiner Einladung folgt und seine Brasserie-Klassiker nachkocht, macht es einen sehr, sehr glücklich. Vive la France!

 Andrea Peitz

 
Daniel Galmiche, Das Brasserie-Kochbuch. Klassiker der französischen Küche,  Gerstenberg-Verlag,  2012, ISBN-10: 3836926997, Preis 26,95 EUR

Märchenhaftes Koch- und Lesebuch von Stevan Paul

Das neueste Werk von Stevan Paul ist das Koch- und Lesebuch “Heute koch ich, morgen brat ich“ aus dem Hölker Verlag. Die beliebtesten Märchen der Gebrüder Grimm wurden mit Humor und Augenzwinkern leicht angepasst, sodass auch die kulinarischen Seiten der Märchenwelt beleuchtet werden. Dazu gibt es bodenständige bis raffinierte Gerichte für jeden Tag, leckeres für die ganze Familie sowie königlichen Genuss für Gäste.
 
Schon der Titel des Koch- und Lesebuches ist eine Anspielung auf ein Märchen, das wohl jeder kennt:

Heute back ich, morgen brau ich,
übermorgen hol ich der Königin ihr Kind;
ach, wie gut, dass niemand weiß,
dass ich Rumpelstilzchen heiß!

Aber was haben Märchen nun mit Kochen zu tun und umgekehrt? „Die Märchenwelten der Gebrüder Grimm liegen ganz in der Nähe der Küche: hier wie da geht es um eine genussvolle Auszeit vom Alltagsrauschen, um Familienzeit, schöne Stunden und gemeinsame Momente.“, sagt der Autor Stevan Paul.
Bei der Bearbeitung der Märchen hat Stevan Paul die typisch grimmschen Grausamkeiten abgemildert und viel Wert auf Tempo und einen neuen Rhythmus gelegt – so macht Vorlesen besonders viel Spaß und auch die kleinsten Zuhörer werden gespannt lauschen. Wie locker-leicht und amüsant sich die Texte anhören, können Sie sich im Trailer zum Buch auf Youtube anschauen.
Neben den kulinarischen Gelagen und Behausungen von Räubern und Zwergen erhält der Leser auch Einblick in Rotkäppchens Körbchen und knabbert am Hexenhaus. Zusammen mit den zauberhaften Fotos von Daniela Haug und der sagenhaften Gestaltung von Anja Laukemper entführt uns das Buch in eine Märchenwelt voller Fantasie und Genuss. Inspiriert von den Märchen der Gebrüder Grimm hat Stevan Paul 60 besondere Rezepte kreiert, in denen viele alte Gemüsearten vorkommen – zum Beispiel Rapunzel (Feldsalat) aus dem gleichnamigen Märchen. Entgegen aller Befürchtungen braucht man aber keine Zauberkräfte, um die besonderen Würzungen oder Kräuter zu beschaffen, denn alle Zutaten für die märchenhafte Schlemmerei sind gut erhältlich oder sowieso bereits in der Küche vorrätig. Anhand der sorgfältig formulierten Rezepttexte gelingt das Nachkochen auch ungeübten Köchen.
Ein tolles Buch für die kleine Flucht aus dem Alltag – besonders für Familien, die Wert auf entspanntes Zusammensein und gutes Essen legen.
Stevan Paul
Heute koch ich, morgen brat ich
Märchenhafte Rezepte
Fotos von Daniela Haug
208 S. l 20 x 28,2 cm
Hardcover mit Goldfolienprägung
ISBN 978-3-88117-978-2 l 29,95 €

Melanie Kirk-Mechtel

Pfiffige Ideen für Morgens & Abends

Braucht man wirklich Rezepte für’s Frühstück oder Abendbrot? Eigentlich nicht, würde man denken. Beim Blättern durch das neue Buch von Maren Jahnke und Karen Schulz ändert sich diese Meinung schnell. Was die beiden Autorinnen an Ideen vorstellen, die einfach und raffiniert zugleich sind, macht einfach Lust, dem morgendlichen Müsli oder der Käsestulle am Abend ein wenig mehr Pfiff zu geben.
 
Für den guten Start in den Tag gibt es viele leckere und ausgewogene Ideen, die sich durchweg schnell zu- oder vorbereiten lassen. Denn schließlich ist unter der Woche meist keine Zeit für eine üppige Mahlzeit am Morgen. Ein Joghurt mit Früchten, ein schnell gekochtes Porridge oder ein Brot mit selbst gemachtem Aufstrich sollten aber drin sein, um bis zum Mittag voller Energie zu bleiben. Müslivariationen, Sauermilchspeisen und Wachmacher-Getränke bringen Abwechslung auf den Frühstückstisch. Und den Hefezopf, Orangen-Dinkel-Muffins oder die anderen süßen und herzhaften Gebäcke kann man ohne Probleme einfrieren und nach Bedarf wieder auftauen. Von Frucht bis Käse möchte man die Aufstriche am liebsten gleich alle ausprobieren. Eierspeisen wie Pfannkuchen und French Toast leiten quasi zum Wochenend-Brunch über, den wir mit den „Abends“-Rezepten ergänzen können.
 
Bitte wenden: Der Abend wird lecker
Für den fliegenden Wechsel vom Morgen zum Abend haben wir’s hier mit einem Wendebuch zu tun. Einmal umgedreht zeigt sich das Kochbuch von seiner zweiten guten Seite: Lachs-Bagel, Hähnchen-Pita oder Käse-Stangen mit Zwiebel-Topping hören sich zwar aufwendiger an als ein normales Wurstbrot am Abend, sind aber fast ebenso schnell frisch zubereitet. Sattmacher-Salate, herzhafte Köstlichkeiten aus Pfanne und Ofen sowie Drinks zum Runterkommen – mit und ohne Alkohol – lassen kaum Wünsche offen, wenn es um unkomplizierten und doch kreativen Genuss am Abend geht. Was hier auf keinen Fall fehlen darf, sind natürlich Rezepte für die verschiedensten Brotvariationen, von Focaccia über Stangenbrot und Kümmelstangen bis zu Grünkern-Fladen und Sauerteig-Vollkornbrot.
 
docFood meint:
Wer Frühstück und Abendbrot liebt und dabei auf Abwechslung steht, der findet in „Morgens & Abends“ viele tolle Anregungen. Ergänzt werden die Rezepte durch ein Glossar sowie wertvolle Tipps und Tricks. Schon beim Blättern ist das Wendebuch übrigens ein Genuss. Die großformatigen Fotos von Wolfgang Kowall und das Layout von Daniel Weiss kommen ausgesprochen appetitlich rüber. Das Viererteam hat im Umschau Verlag bereits das Brot- und Aufstrich-Wendebuch „Drunter & Drüber“ veröffentlicht, für das es mit dem Gourmand World Cookbook Award ausgezeichnet wurde. Fazit: ein ideales Geschenk für Kochbuch-Fans und Foodies.

Melanie Kirk-Mechtel

 
Morgens & Abends
Maren Jahnke, Karen Schulz. Mit Fotografien von Wolfgang Kowall.
Neuer Umschau Buchverlag, 224 Seiten, Format: 24 x 28 cm. Hardcover
Preis: 29,90 € (D) / 30,80 € (A), ISBN: 978-3-86528-705-2
Das Buch beim Verlag ansehen und/oder bestellen.

Klassiker von Donna Hay – für die Küche fast zu schade

In ihrer Heimat ist die Australierin Donna Hay ein Star. Sie ist die Koch-Ikone der Nation. Ihre Kochbücher verkaufen sich wie warme Semmeln – weltweit bisher 4 Millionen Exemplare. Eigene TV-Show, eine Produktlinie für Kochutensilien und diverse Zeitungskolumnen gehören zu ihrem Koch-Universum ebenso, wie eine von ihr herausgegebene und nach ihr benannte Kochzeitschrift – „donna hay magazine“.
 
Damit hat Hay einen schier endlosen Fundus an Rezepten. In „Donna Hay Die neuen Klassiker“ stellt sie mit über 300 Rezepten eine Art Kompendium ihrer Favoriten daraus vor. Schon beim Blättern durch die insgesamt 448 prall ausgestatteten Seiten läuft einem das Wasser im Mund zusammen.
 
Tolle Grundrezepte mit Variationen
Hungrig sollte man diesen aufwendig fotografierten Kochband also besser nicht betrachten. Ob Pasta, Soufflés, Fisch, Fleisch oder Tartes, bei Donna Hay sieht alles zum Anbeißen aus. Kein Wunder, denn neben ihrer Liebe zum Kochen, die sie schon als Kind für sich entdeckte, ist sie als Zeitschriften-Redakteurin und Herausgeberin ein absoluter Profi. Und so ist dieses Prachtexemplar von einem Kochbuch ein wahrer Augenschmaus – für die Küche fast zu schade. Zum Glück nur fast! Damit sich auch Koch-Einsteiger an die gourmetmäßig daherkommenden Gerichte herantrauen, eröffnet die Kochikone viele Kapitel mit einem Grund-Rezept, das sie dann variiert. Beispiel: Für Quiche gibt es zunächst das Basisrezept, auf das die ambitionierteren Varianten folgen: Chorizo-Schmorpaprika-Quiche, Chili-Krabben-Zitronen-Quiche, Tomaten-Ziegenkäse-Quiche und so weiter. Auch für Sushi und vieles mehr gibt’s die praktische Schritt-für-Schritt-Anleitung zu Beginn. Das macht Lust auf’s Selbermachen.
 
Empfehlung von docFood:
Ein Muss in jeder guten Kochbuchbibliothek! Bis ins Detail perfekt produziert, überzeugt dieses opulente Kochbuch mit toll gestylten atmosphärischen Fotos, modernem Layout und vielen zeitgemäßen cross-over Gerichten – in denen man Australiens Nähe zur Asia-Küche schmeckt. All das macht das Buch nicht nur zum wunderschönen Coffee-Table-Book. Für Gourmets und Hobbyköche mit Ambitionen für’s perfekte Dinner sowie für alle anderen, die echten Spaß am Kochen haben, wird es zum inspirierenden Handbuch. Mit diesem Buch straft Hay ihre Kritiker Lügen, die behaupten, sie koche für Leute, die ihre Küche eigentlich hassen. Donna Hay kocht mit Inspiration und Intelligenz und weiß, der Spagat zwischen Aufwand und Ergebnis muss stimmen. Der Hammer als Weihnachtsgeschenk für alle, die gerne kochen und schöne Kochbücher lieben.
 

 Andrea Peitz

 
Donna Hay, Die neuen Klassiker, AT Verlag
ISBN: 978-3-03800-825-5
448 Seiten
Preis: 39,90 €

Vegano Italiano – wenn ein veganer Psychotherapeut italienisch kocht

Italien steht für Sonne, Lebensfreude und gute Küche. Wie sich der mediterrane Genuss mit der veganen Ernährung vereinbaren lässt, zeigt Ruediger Dahlke in seinem soeben erschienen Kochbuch „Peace Food – Vegano Italiano“. 90 italienische Rezepte – darunter auch Klassiker wie Tagliatelle alla carbonara oder Panna cotta – werden in rein pflanzlichen Varianten präsentiert und machen einfach Lust auf „dolce vita“, das süße Leben.
Ruediger Dahlke ist Arzt und Psychotherapeut mit der Zusatzausbildung Arzt für Naturheilweisen. In seinen „Peace Food“-Bestsellern zeigt er, dass die vegane Ernährung die besten Chancen hätte, sowohl inneren als auch äußeren Frieden bei den Menschen zu stiften, würde sich die Mehrheit für rein pfalnzliche Kost entscheiden. Weil Vegan gerade im Kommen ist und sich über alle Generationen und Gesellschaftsschichten hinweg zum Lebensstil auswächst, gibt Dahlke seinem „Friedensessen“ nun mit „Vegano Italiano“ eine neue Dimension. Zwar ist er selbst Italien-Liebhaber, aber alles andere als ein begnadeter Koch, und so hat er die Rezeptentwicklung in die Hände von vier passionierten Köchen gelegt. Bevor es allerdings an die Vorspeisen geht, legt der Autor die Prinzipien der italienischen Esskultur dar, beschreibt die Enstehung des Buches und die Vorteile eines Wechsels zu pflanzlich vollwertiger Kost im Sinne von Peace Food ausführlichst auf fast 30 langen Seiten, die zum Ende hin schon etwas müde machen.
Aber erstens muss man das nicht alles lesen – und zweitens: Was dann kommt, entschädigt für so viel Theorie mit allem, was das Sehnsuchtsland aller Genießer kulinarisch zu bieten hat: von Antipasti über Primi und Secondi Piatti sowie Contorni bis zu den Dolci – kräftige Suppen, allerlei Pasta und Risotto natürlich inklusive. „Italienisches Essen ist mehr als Essen, es ist zugleich eine Hymne an eine Kultur der Sinne, auf mediterrane Sonne und ein Klima der Lebensfreude, zu dem wundervolles Essen und Trinken selbstverständlich gehören.“, schreibt Dahlke. Na dann – „buon appetito“!

Melanie Kirk-Mechtel

Ruediger Dahlke
Peace Food – Vegano Italiano
Das Kochbuch
Verlag: Gräfe und Unzer
192 Seiten mit ca. 90 Farbfotos
Format: 18,5 x 24,2 cm. Hardcover.
Preis: 19,90 € (D) / 20,50 € (A) / 28,50 sFr
ISBN: 978-3-8338-4197-2
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Vegetarisch basisch gut für jeden Tag

Das Kochbuch von Natasha Corrett und Vicki Edgson spricht gleich zwei wichtige Ernährungsthemen unserer Zeit an: die vegetarische und die basenbetonte Ernährung. Wobei letztere durch den Verzicht auf die Säurebildner Fleisch und Fisch im Wesentlichen ohnehin auch eine weitgehend vegetarische Kostform ist. Die beiden Autorinnen, die mit ihrem ersten Buch „Vegetarisch basisch gut. 100 einfache Rezepte für Genießer“ bereits großen Erfolg hatten, legen mit dieser Neuerscheinung über 100 weitere Rezepte nach.
Fangen wir mit dem weniger Erfreulichen an: Die ausführliche und verständlich geschriebene Einführung in das Thema Säure-Basen-Gleichgewicht bewegt sich inhaltlich z.T. weit außerhalb dessen, was als wissenschaftlich bewiesen gelten kann. Die Tabelle mit der Bewertung der Lebensmittel von basischen „Superfoods“ bis zu den „verbotenen“ Säurebildnern“ gibt zwar bezogen auf die Lebensmittelgruppen die richtige Richtung vor, enthält aber im Detail – z.B. bei der Bewertung einiger Lebensmittel – viele Fehler. So ist zum Beispiel Apfelweinessig als Top-Superfood zwar basisch, verdient aber keinesfalls einen Platz in der Superfood-Liste „extrem basisch“. Trotzdem sind die Kernaussagen zur basischen Ernährung richtig – wie diese z. B.: „Die basische Ernährung hat sich als einfacher, genussvoller und für alle machbarer Weg zu mehr Gesundheit und Wohlbefinden etabliert.“ Aber: Man hat ja nicht umsonst ein Kochbuch gekauft – betrachten wir uns die Rezepte.
Im Rezeptteil wird das Buch dann richtig gut – hier liegt seine Stärke, auch wenn die Rezepte etwas unorthodox – nach Anlässen – gegliedert sind : „Unterwegs“, „Entspannt Genießen“, „Feste Feiern“, „An der Frischen Luft“, „Die Perfekte Gastgeberin“ und „Zum Aufbauen und Stärken“. Erste Orientierung gibt auch eine praktische Übersicht aller Rezepte nach den gewohnten Kategorien: Vorspeisen, Suppen, Salate, Hauptgerichte. Für alle Gelegenheiten gibt es tolle Ideen und Anregungen mit den entsprechenden Anleitungen für die Zubereitung. Dass basisch-gesund nicht zwangsläufig kompliziert sein muss stellen Corrett und Edgson mit vielen ihrer Rezepte unter Beweis – etwa mit einem fruchtigen Pfirsich-Kürbissalat, um nur ein Beispiel zu nennen. Es muss ja nicht gleich eine komplette Ernährungsumstellung sein: mit Köstlichkeiten wie „Erbsensuppe mit Minze“, „Würzige, gebackene Auberginen“ oder „Quinoa-Risotto mit Pilzen“ kann der Appetit auf mehr Gesundheit durch mehr säurearme Produkte durchaus geweckt werden. Als Einstieg kann man ruhig erstmal mit einem „Entlastungstag“ beginnen.
Vegetarisch basisch gut für jeden Tag
Autoren: Natasha Corrett und Vicky Edgson
Verlag: AT Verlag AZ Fachverlage (15. August 2014)
Gebundene Ausgabe: 272 Seiten
ISBN: 978-3-03800-807-1
EUR (D) 24,90

Vegan – Die pure Kochlust

Die vegane Ernährung liegt im Trend. Dass es sich dabei nicht um eine asketische Lebensweise handelt, bei der man auf Vieles verzichten muss, hat sich mittlerweile herumgesprochen. Wie lecker rein pflanzliche Kost sein kann und wie einfach sie sich zubereiten lässt, zeigt Philip Hochuli, Shootingstar der veganen Kochszene in der Schweiz, in seinem neuen Kochbuch „Vegan – Die pure Kochlust“.
Der Untertitel des Buches bringt es auf den Punkt: „Junge vegane Küche – genial unkompliziert“. Dabei bedeutet „jung“ keineswegs, dass ältere Semester ausgeschlossen werden – es beschreibt lediglich das Konzept des Kochbuchs. „Jung“ meint dabei unkompliziert, einfach und schnell bei maximalem Genuss. Die Rezepte kommen zudem ohne ausgefallene Ersatzprodukte aus. Stattdessen werden Zutaten verwendet, die man in jedem Supermarkt bekommt. Denn laut Hochuli endet der Spaß am Kochen dort, wo die Zutaten mühsam in mehreren Läden oder sogar übers Internet beschafft werden müssen.
 

Viel Genuss mit wenig Aufwand

Zutaten wie weißes Mandelmus oder reine Edelhefe sind zwar nicht überall zu finden, halten sich dafür fast unbegrenzt, auch ungekühlt. Gerade diese beiden Produkte gehören zu den „Must-haves“ für Hochuli, denn sie sind essentiell für viele Rezepte in seinem Buch, bei denen in der konventionellen Küche Käse, Sahne & Co. zum Einsatz kommen. So gibt es Grundrezepte für Cashew- oder Mandel-„Parmesan“, „Käse“ aus Edelhefe, Sour Cream und Mayonnaise, die mit wenigen (pflanzlichen) Zutaten ganz einfach selbst hergestellt werden können. Gerade die Käse-Alternativen für Pizza, Auflauf & Co. dürften all jenen gefallen, die bisher nicht auf Käse verzichten wollten.
Neben vielen neuen Kreationen, die die kulinarische Qualität der neuen veganen Küche auch für Nicht-Veganer interessant machen, gibt es einige beliebte Klassiker aus der Schweiz und aus aller Welt. So sind unter den 100 neuen Rezepten von pikant bis süß auch eine Spinatwähe, „Schinkengipfeli“, Club-Sandwich, Pizza und Szechuan Stir-Fry vertreten. Damit ist die „Junge vegane Küche“ ein idealer Einstieg für Neulinge und alle, die wenigstens ab und zu vegan essen wollen – mit möglichst wenig Aufwand und ohne Verzicht auf Genuss.
Philip Hochuli, geboren 1991, studiert Ökonomie in Zürich und lebt seit drei Jahren vegan. Er gibt Kochkurse, macht Kochshows und berät Restaurants.
www.philiphochuli.com
 
Philip Hochuli, „Vegan – Die pure Kochlust“, AT Verlag
Februar 2014, 168 Seiten
ISBN: 978-3-03800-799-9
19,90 EUR
Buch beim AT Verlag ansehen>>
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