Geldverschwender Adventskalender

Wieviel Geld geben Sie für den Adventskalender aus? Im Zweifelsfall zu viel! Es sei denn, Sie machen es wie Claudia Thordsen „Ich habe für meine beiden Kinder Adventskalender mit Gutscheinen und kleinen Überraschungen gefüllt. Gutschein fürs Kino, für’s Kekse-Backen, Spieleabend, Besuch eines Indoorparkes etc. Der beliebteste aber war ‚einmal Zimmer aufräumen von Mama‘. Das haben die zwei immer geliebt.“ Was Claudia Thordsen auf der Facebookseite der Verbraucherzentrale Hamburg beschreibt, ist eher die Ausnahme als die Regel. Die Regel sind eher einfallslose Adventskalender zu astronomischen Preisen, mit denen billige Produkte verramscht werden, so die Kritik der Verbraucherzentrale.
Dazu präsentieren die Verbraucherschützer eine „Bestenliste“ des Adventskalender-Nepps – hier die ersten drei Plätze:
 

Top 3 des Adventskalender-Nepps

• Platz 1: 25 stinknormale Teebeutel von Teekanne für 14,99 € (!). Das ist knapp 6-mal so viel wie die Teebeutel normalerweise kosten. Da hilft’s auch nicht, dass es am Heiligabend 2 Beutel gibt.
• Platz 2: After Eight von Nestlé: Im Big Ben-Turm stecken viel Müll und wenig „Pralinen“ – nur mickrige 185 g Schokolade für 13,99 €. Das sind 75,60 € pro kg; für diesen Preis gibt es sonst die dreifache Menge.
• Platz 3: m&m‘s von Mars. Einfallsloser Adventskalender mit Standardsüßigkeiten. Preisaufschlag 143 %.
Ob die vorgefertigten und zum Teil einfallslosen Adventskalender ihr Geld wert sind: Daran haben die Verbraucherschützer große Zweifel. Die Inhalte der Kalender sind oft einfallslos und entsprechen dem Standardsortiment, das man das ganze Jahr über im Supermarkt kaufen kann. Verpackungsexperte Prof. Bernd Sadlowsky von der HAW Hamburg: „Der höhere Verpackungsaufwand für die Adventskalender rechtfertigt nicht den hohen Mehrpreis der Produkte. Nach grober Abschätzung liegen die Mehrkosten bei maximal 2 Euro.“ Doch weil Eltern ihren Kindern in der Vorweihnachtszeit eine Freude machen wollen, sind sie bereit, viel Geld auszugeben. Das nutzen die Hersteller natürlich aus, und angesichts der großen Preisunterschiede von über 60 Prozent je nach Verkaufsort ist davon auszugehen, dass auch der Handel kräftig absahnen möchte. Dass die Preise der Kalender teilweise nur schlecht ausgezeichnet sind, weil die End- und Grundpreise fehlen, ist ein weiteres Ärgernis.
 

docFood meint

Was für ein Glück, dass man solche „Abzock-Kalender“ im Regal liegen lassen kann. Überlegen Sie genau, ob ihnen die vorproduzierten Adventskalender so viel Geld wert sind. Wenn Sie die Kommerzialisierung der Advents- und Weihnachtszeit nicht hinnehmen wollen, legen Sie doch einfach selbst Hand an. Wer bei der zunehmenden Kommerzialisierung nicht mitmachen will, der macht es wie Frau Thordsen und bastelt sich einen eigenen. Das hat für Kinder und Erwachsene ohnehin einen viel größeren Reiz und bringt mehr Spaß. Gute Ideen für Adventskalender-Alternativen finden Sie auch hier in der Berliner Zeitung.

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