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Diabetes mit Diät besiegen

 Isobel Murray, 65 Jahre alt, Britin aus der Nähe von Glasgow, ist glücklich. Dem Reporter der BBC-News verkündet sie strahlend: „Ich habe den Diabetes mit Diät-Drinks besiegt“. Bis vor einem Jahr wog sie 95 kg und litt an Diabetes Typ II. Als Teilnehmerin der britischen DiRECT-Studie, deren spektakuläre Ergebnisse gerade veröffentlicht wurden, hat sie nicht nur 25 kg verloren, sondern auch ihren Diabetes. Sie sagt: „Ich habe mein Leben zurückbekommen.“
 
Isobel war eine von 298 Teilnehmern des Diabetes Remission Clinical Trial (DiRECT). Bei der DiRECT Studie ging es um die Frage, ob und inwieweit sich ein bestehender Typ II Diabetes durch Gewichtsabnahme und Ernährungsumstellung heilen lässt.
 

Wendepunkt für die Therapie des Diabetes

Die Studie brachte ein Aufsehen erregendes Ergebnis: Bei 46 Prozent der Teilnehmer in der Behandlungsgruppe war der Diabetes verschwunden (  in der Kontrollgruppe waren es nur 4 Prozent). Prof Roy Taylor (Newcastle University) und Prof Mike Lean Glasgow University) als wissenschaftliche Leiter der Studie sehen darin einen Meilenstein und Wendepunkt für die Therapie des Diabetes mit dem Potential, Millionen von Patienten zu helfen.
Zu den Fakten im Einzelnen: Bei den Teilnehmern der Studie handelte es sich um zufällig über Hausarztpraxen ausgewählte, stark übergewichtige Personen mit nicht insulinpflichtigem Typ-2-Diabetes im Alter von 20 bis 65 Jahren, die ihre Diagnose „Diabetes“ vor höchstens sechs Jahre erhalten hatten. Die Teilnehmer wurden in zwei Gruppen eingeteilt: Für die Versuchsgruppe gab es ein strenges Programm mit dem Namen „Counterweigt-Plus“ und einer strikten Diät. Die Mitglieder der Kontrollgruppe erhielten von ihrem Hausarzt eine leitliniengerechte Diabetes-Therapie nach dem aktuellen Stand der diabetologischen Behandlung, wie sie ‚normalen‘ Diabetes-Patienten üblicherweise verordnet wird.
 

Drastische Umstellung der Ernährung

Die Diättherapie der Interventionsgruppe begann mit einer drastischen Umstellung: Blutzucker- und blutdrucksenkenden Medikamente wurden vom ersten Tag an abgesetzt, und die Teilnehmer mussten auf ihre bisherige Art zu essen komplett verzichten. Unter Begleitung und Beratung von Ernährungsfachkräften und geschulten Arzthelferinnen ernährten sie sich über drei bis fünf Monate hinweg ausschließlich von einer standardisierten Nährlösung (einer sogenannte Formuladiät) mit einer Energiezufuhr von ca. 850 Kalorien täglich. Anschließend lernten sie unter Anleitung der Fachkräfte schrittweise über zwei bis acht Wochen eine Umstellung auf eine kalorienarme Normalkost. Zudem wurden die Teilnehmer dann zu Bewegung animiert und erhielten eine kognitive Verhaltenstherapie.
 

50 Prozent vom Diabetes geheilt

Die Ergebnisse der Studie waren erstaunlich: Nach zwölf Monaten hatten die Teilnehmer der Interventionsgruppe im Mittel 10 kg abgespeckt (..gegenüber einem Kilo Gewichtsverlust in der Kontrollgruppe). Das eigentlich Spektakuläre aber war: Bei 46 Prozent in der Behandlungsgruppe war der Diabetes verschwunden (  in der Kontrollgruppe waren es nur 4 Prozent). Dabei war die Chance auf die Remission des Diabetes proportional zur Gewichtsabnahmen: Der Anteil der Diabetes-Remissionen stieg parallel zur Zahl der verlorenen Kilos. So war bei 86 Prozent der Patienten mit einem Gewichtsverlust von 15 kg und mehr der Diabetes verschwunden.
Dabei war die Diät-Therapie praktisch frei von Nebenwirkungen. Nicht ein einziger Patient der Interventionsgruppe brach seine Teilnahme aufgrund schwerer bzw. unerwünschter Wirkungen ab. Einige Teilnehmer litten unter vorübergehenden Störungen des Allgemeinbefindens wie Kopfschmerzen, Schwindel oder Verstopfung. Die Abbrecher-Quote von 21 Prozent ging zum überwiegenden Teil nicht auf ein Scheitern an der strengen Diät zurück, sondern war in den meisten Fällen durch persönliche Umständen wie Umzug, Trauerfall oder Jobverlust bedingt.
 

docFood meint

Allen Unkenrufen zum Trotz zeigt die Studie: Ernährungstherapie kann extrem viel bewirken. Wenn ähnliche Studien und Projekte in Vergangenheit gescheitert sind, mag das auch an der fehlenden fachkundigen Betreuung gelegen haben. Die Teilnehmer von DiRECT wurden von Ernährungsfachkräften während der gesamten Laufzeit der Studie engmaschig und professionell begleitet. Alleine dieser Faktor dürfte einen großen Teil des Erfolgs erklären. Der gutgemeinte ärztliche Rat, zwischen Tür und Angel, doch möglichst ein paar Kilo abzuspecken, reicht eben nicht, um Patienten zu motivieren. Das ist etwa so wirksam, wie wenn ein Analphabet dem anderen empfiehlt, doch mal ein Buch zu lesen. In jedem Fall bleibt es spannend, denn die englischen Forscher werden die Studie weiterführen. Schließlich stehen die Teilnehmer nach Ansicht der Wissenschaftler jetzt vor der größten Herausforderung: Gewicht langfristig halten und ein erneutes Aufflammen des Diabetes vermeiden. Zur Klärung der Frage, wie die Teilnehmer das meistern, werden weitere vier Jahre lang Daten erhoben und ausgewertet. Die Ergebnisse dieser Phase könnten, so Taylor und Lean, die Behandlung des Typ-2-Diabetes revolutionieren.

Dr. Friedhelm Mühleib

Einen ausführlichen Kommentar von Dr. Friedhelm Mühleib zum Umgang mit den Ergebnissen der Studie und zur Wahrscheinlichkeit von Konsequenzen für die Behandlung des Diabetes gibt es hier im tellerrandblog

Diabetes: Hüftgold hält Schlanke gesund

Auch Schlanke sind nicht gefeit vor Diabetes und Herzkreislauferkrankungen. Knapp 20 Prozent aller Schlanken haben ein erhöhtes Risiko, daran zu erkranken. Dabei kommt es offensichtlich in erster Linie auf den persönlichen Stoffwechsel an. Für Schlanke, die an bestimmten Stoffwechselstörungen leiden, steigt das Risiko stark an. Um vorzubeugen sollten maßgeschneiderte Lebensstil-Interventionen entwickelt werden.

 
Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie von Wissenschaftlern des Deutschen Zentrum für Diabetesforschung in Tübingen und des Helmholtz Zentrums München. Die Ergebnisse haben auch Konsequenzen für die Ernährung. Ernährungsfachkräfte sollten in Beratung und Therapie bei schlanken Klienten auf die entsprechenden Risikofaktoren achten, um entsprechenden Erkrankungen vorzubeugen.
 

Risiko bei Stoffwechselstörungen dramatisch erhöht

Schlank ist gesund – diese Faustformel gilt nicht immer. Menschen, die an Diabetes erkranken, leiden häufig bereits zuvor an Krankheiten, die Mediziner zum Metabolischen Syndrom zählen: Fettleibigkeit, Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörung mit Hypertriglyzeridämie und erniedrigtem HDL-Cholesterin, Insulinresistenz bzw. gestörte Glukosetoleranz. Bei Schlanken mit zwei oder mehr dieser Erkrankungen   steigt das Risiko für Diabetes und Herzkreislauferkrankungen dramatisch, wie die jüngst in der Fachzeitschrift „Cell Metabolism“ veröffentlichten Ergebnisse der Studie zeigen. Im Vergleich zu Menschen mit gesundem Stoffwechsel ist ihr Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen um mehr als das Dreifache erhöht – und damit sogar höher als das von Übergewichtigen mit gesundem Stoffwechsel.
 

Risiko: Wenig Fett am Bein

Doch was sind die Ursachen hierfür? Was unterscheidet diese Untergruppe von den schlanken, stoffwechselgesunden Menschen?  Diesen Fragen gingen Wissenschaftler der Medizinischen Klinik in Tübingen und des Instituts für Diabetesforschung und Metabolische Erkrankungen (IDM) am Helmholtz Zentrum München nach. Das Team um Prof. Norbert Stefan untersuchte bei knapp 1000 Probanden das Körperfett, die Fettverteilung und den Fettanteil in der Leber. Dabei zeigte sich, dass die Betroffenen nur wenig Fett an den Beinen speichern. Die Wissenschaftler untersuchten zudem die Insulin-Empfindlichkeit, die Insulin-Sekretion, die Blutgefäße und die körperliche Fitness. Auch hier zeigten sich Auffälligkeiten. „Allerdings ist bei Schlanken das fehlende Fett an den Beinen am stärksten mit einem Risiko für einen ungesunden Stoffwechsel assoziiert. Man kann daher auch sagen, ‚Hüftgold‘ hält Schlanke gesund“, fasst Prof. Norbert Stefan die Ergebnisse zusammen. Zum Vergleich: Bei Menschen mit Übergewicht sind eine nichtalkoholische Fettleber und ein erhöhter Bauchfettanteil die größten Risikofaktoren für eine Entgleisung des Stoffwechsels.
 

docFood rät

Ernährungsfachkräfte sollten in der Beratung darauf achten, dass schlanke Menschen, die z.B. unter Bluthochdruck und einer Fettstoffwechselstörung leiden, gefährdet sind und ihnen zu einer sorgfältigen ärztlichen Untersuchung raten. Wichtig wäre es, für die unterschiedlichen Untergruppen von schlanken und übergewichtigen Menschen mit Stoffwechsel-Störungen maßgeschneiderte Lebensstil-Interventionen mit entsprechenden Ernährungsprogrammen im Rahmen einer personalisierten Prävention zu entwickeln. Wie eine präventive Ernährung bei den gefährdeten Schlanken aussehen könnte, darauf geht die Studie leider nicht ein. Hier sind nun die Ernährungswissenschaftler gefragt.

  Friedhelm Mühleib

Grafik: Knapp 20 Prozent der normalgewichtigen Bevölkerung leiden unter metabolischen Störungen. Ihr kardiovaskuläres und Mortalitätsrisiko ist im Vergleich zu metabolisch Gesunden um mehr als das Dreifache erhöht. © Helmholtz Zentrum München, IDM
Quelle:  Helmholtz Zentrum München – Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt (GmbH)

Tipp gegen Tricks zum Schutz vor Demenz

Wer im Internet surft, kann sich kaum retten vor Tipps und Tricks für dieses und jenes, für eigentlich alles. Auch heute entgehe ich den Websites nicht, die mich mit Tipps und Tricks versorgen. Heute verspricht mir die Website von n-TV: „Mit diesen Tricks bleibt das Gehirn auf Zack“. Und welche tollen Tricks wären das nun? Fähigkeiten nutzen; gesund essen; viel bewegen; gezielt trainieren; Diabetes behandeln lassen; Anschluss suchen!
 
Das sollen Tipps und Tricks sein? Das sind weder Tipps noch Tricks, sondern  Selbstverständlichkeiten, die jeder jenseits der 50 verinnerlicht haben sollte. Es sind die Grundelemente eines halbwegs gesunden Lebensstils in der zweiten Lebenshälfte. Die Behandlung eines Diabetes ist kein Trick, sondern eine notwendige Maßnahme zur Verhinderung eines zu frühen Todes. Ein Trick ist das Versprechen, mit wenig Aufwand viel zu erreichen. Geht es darum, gesund und beweglich alt zu werden, klappt das in Regel nicht mit dem minimalen Aufwand. Wer rastet, der rostet. Stellt sich die Frage: Für wie dumm halten uns all jene, die uns täglich mit solchen unsäglichen Tipps und Tricks versorgen? So ist der einzige hilfreiche Tipp dieser: Wenn Dir das Netz Tipps und Tricks verspricht, surfe möglichst schnell weiter. Schalte den Computer aus und stattdessen das Hirn ein. Denke im aktuellen Fall (Demenzschutz) ein paar Minuten darüber nach, was Du heute tun kannst, um Dich jung und geistig und körperlich fit zu halten. Iss dabei einen Apfel. Das wäre Dein optimaler Demenz-Schutz.

 Friedhelm Mühleib

Was sind eigentlich Beta-Glucane?

Glucane sind nicht zu verwechseln mit Tukanen, bei denen es sich um tropische Vögel handelt . Beta Glucane haben stattdessen mit gesunder Ernährung zu tun. Genauer gesagt handelt es sich bei den Beta-Glucanen um lösliche Ballaststoffe, die besonders reichlich in bestimmten Getreidesorten – insbesondere in Gerste und Hafer vorkommen. Darüber enthalten auch Hefen, Pilze, Algen und einigen Bakterien geringe Mengen an Beta-Glucanen.
 
Inzwischen zeichnet sich immer mehr ab, dass Beta-Glucane eine ganze Reihe von positiven Wirkungen auf unsere Gesundheit hat
 

 Beta-Glucane und Gesundheit

Im Getreide findet sich Beta-Glucan hauptsächlich in der Schale. Mit durchschnittlich 4,8 % in der Trockensubstanz findet man bei Gerste die höchsten Werte. Der Gehalt des Hafers an Beta-Glucanen ist mit durchschnittlich 4,5% mit dem der Gerste vergleichbar. Deutlich geringer fällt der Beta-Glucan Anteil bei Roggen(2,3) und Weizen (0,8 %) aus. Die wichtigsten: ● Beta-Glucane tragen zur Absenkung des Cholesterinspiegels und des Blutzuckerspiegels bei. ● Sie können dadurch zur Behandlung von Diabetes und erhöhtem Cholesterinspiegel beitragen.● Sie wirken antientzündlich. ● Sie scheinen das Wachstum von Tumoren zu hemmen – u.a. dadurch, dass sie zum Aushungern von Tumoren beitragen, indem sie die Angiogenese (Bildung von Blutgefäßen in Tumoren) behindern. Last not least wird den Beta-Glucanen auch eine positive Wirkung auf die Darmgesundheit zugeschrieben.
 

 Beta Glucan kann beim Abnehmen helfen

Beta Glucan bremst die Passage des Speisebreis durch den Magen: Die Ballaststoffe sind verantwortlich dafür, dass die Nahrung länger im Magen bleibt. Das wiederum führt zum längeren Anhalten des Gefühls der Sättigung. Die Folge: Wer beta-glucanreiche  Lebenssmittel isst, fühlt sich  länger satt und nimmt insgesamt weniger Kalorien zu sich. Auf Grund dieser Eigenschaft können z.B. Speisen aus Hafer dabei helfen, das Gewicht zu halten oder eine Diät unterstützen. Während Beta Glucane den Speisebrei ‚oben‘ – also im Magen – bremsen, sorgen sie ‚unten‘ – im Darm – für seine Beschleunigung. Durch die hohe Quellfähigkeit bilden sie viel Volumen, regen dadurch die Darmbewegung an, was wiederum der Verstopfung entgegenwirkt . Zudem wirken Beta Glucane im Dickdarm prebiotisch in dem sie das Wachstum bestimmter Bakterien in der gesunden Darmflora fördern.
 

Beta-Glucan in Kapseln – das muss nicht sein

Inzwischen gibt es zahllose Präparate, in denen Beta-Glucan in Kapselform angeboten wird. Doch diese sind nicht nur teuer, sondern meistens auch viel zu niedrig dosiert. Dabei lässt sich die Menge an Beta-Glukanen, die für die Erzielung der positiven gesundheitlichen Wirkungen nötig ist, problemlos mit natürlichen Lebensmitteln erzielen. Ernährungsmediziner empfehlen die tägliche Aufnahme von 3 bis 4 Gramm Beta-Glucan. 1,5 g Beta-Glucan werden beispielsweise durch 20 g Haferkleie-Flocken, 30 g Haferfleks mit Kleie oder 40 g Haferflocken geliefert. Durch den Verzehr verschiedener Hafer-Erzeugnisse kann die Empfehlung von 3 g Beta-Glucan pro Tag einfach umgesetzt werden. Ähnliches gilt für Produkte aus Gerste. Inzwischen werden sogar speziell gezüchtete, besonders Beta-Glucan-reiche Gerstensorten angeboten, die als geschälte Beta-Glucan Gerste, als ganzes (geschältes) Korn oder in Form von Flocken vermarkten.
 

docFood rät

Dass Produkte aus dem vollen Getreidekorn viel Gutes für us ereGesundheit enthalten, ist wahrlich nicht neu. Das predigen die Verfechter der Vollwerternährung seit Jahrzehnten. Beta-Glucane sind ein Baustein in diesem System, dem eine besondere Bedeutung zukommt. Wer Hafer (in Form von Flocken, Mehl oder Kleie) und Gerste (z.B. als Vollkronmehl) zu sich nimmt, sorgt damit vor allem für einen gesunden und funktionierenden Darm, abgesehen von den weiteren positiven Wirkungen der Glucane. Das sollte deshalb besonders einfach sein, weil es gerade für Haferflocken zahllose spannende, leckere, leichte Rezepte gibt – für Porridge, Müsli oder Overnight-Oats, um nur eingie zu nennen. Wohl bekomm’s.
Dr. Friedhelm Mühleib
Foto: © Dieckmann cereals

Diabetes: Skalpell statt Medikamente?

Die chirurgische Magenverkleinerung könnte für Typ 2-Diabetiker mit Adipositas in Zukunft zu einer therapeutischen Standard-Option werden. Dafür haben sich Experten internationaler Diabetesorganisationen  im Rahmen des 2nd Diabetes Surgery Summit in London ausgesprochen.  Um ihrer Forderung Nachdruck zu verleihen, haben sie schon mal entsprechende Leitlinien formuliert .
 
Nach einem Bericht im Online-Portal der Ärztezeitung sehen die Experten vom „2nd Diabetes Surgery Summit“ eine überlegenen Wirksamkeit der metabolischen Chirurgie gegenüber medikamentöser Therapie.
 

Operation bereits ab einem BMI von 30

Ein bariatrischer Eingriff sollte demnach generell allen Typ-2-Diabetiker mit einem BMI ab 40 empfohlen werden, ebenso bei einem BMI ab 35, wenn sich der Blutzucker mit Arzneien und Lebensstiländerungen nicht befriedigend senken lässt. Wenn Betroffene den Blutzucker durch optimale medikamentöse Therapie einschließlich Insulin nicht in den Griff bekommen, sollte ein solcher Eingriff bereits bei einem BMI ab 30 erwogen werden. Zur Begründung der neuen Konsens-Empfehlungen beriefen sich die Experten unter anderem auf neue Langzeitdaten der STAMPEDE-Studie: Übergewichtige Zuckerkranke mit chirurgischer Magenverkleinerung bekamen in dieser Untersuchung binnen fünf Jahren ihren Stoffwechsel deutlich besser in den Griff als Patienten mit ausschließlich medikamentöser antidiabetischer Therapie.
 

docFood meint:

Derzeit gibt es ca. 6 Millionen Diabetiker in Deutschland, von denen 80 bis 90% übergewichtig sind. Der Anteil von adipösen Patienten darunter ( d.h. mit einem BMI über 30) dürfte erheblich. Um alle adipösen Diabetiker zu operieren, die unter die Kriterien des Londoner Experten-Konsenses fallen, müssten wahre Operations-Fabriken installiert werden. Die Zahl der Diabetiker, die demnach operiert werden sollten, dürfte weit mehr als eine Million betragen.  Operiert und kassiert ist schnell. Von der  eventuell lebenslang notwendigen postoperativen  Betreuung – etwa zur Vermeidung oder Behandlung der häufigen ernährungsbedingten Mangelerscheinungn bzw. von eventuellen Spätfolgen und/oder vom erneuten Auftreten des Diabetes mit allen entsprechenden Konsequenzen ist in dem Bericht keine Rede. Auch in Deutschland gibt es derzeit einen deutlichen Trend, immer mehr adipöse Diabetiker zu operieren. Bevor immer mehr Krankenhäuser Operationsfabriken als Profit-Center etablieren, bedarf es noch vieler kritischer Analysen und Diskussionen zum vermeintlichen Nutzen des Verfahrens.

  Dr. Friedhelm Mühleib

Osteoporose: Diabetes geht auch auf die Knochen

Osteoporose ist in Deutschland weit verbreitet: Schätzungen zufolge sind derzeit ca. 7 Millionen Menschen davon betroffen.  Wie die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) berichtet, haben Menschen mit Diabetes ein erhöhtes Osteoporoserisiko. In der Folge kann es bei Diabetikern vermehrt zu Knochenbrüchen kommen. Die Brüche wiederum können Immobilität, Lungenentzündungen oder Langzeitbehinderung nach sich ziehen. Ursache für Osteoporose können, so die DDG, einzelne Diabetes-Medikamente sein, die die Knochengesundheit schwächen. Auslöser kann aber auch ein Vitamin-D-Mangel sein.  Wie die Münchener Diätassistentin und Osteoporose-Expertin Barbara Haidenberger betont, kann eine knochengesunde Ernährung das Risiko für solche Brüche erheblich reduzieren.
Nach der Empfehlung der DDG sollten Menschen mit Diabetes frühzeitig und gezielt auf Osteoporose untersucht und behandelt werden.
Osteoporose – wenn die Knochen altern
Mit zunehmendem Alter nimmt die Stabilität unserer Knochen ab. Im Rahmen des natürlichen Stoffwechsels unserer Knochen wird ständig Gewebe auf- und abgebaut. Wird dauerhaft mehr Gewebe abgebaut als neues Gewebe entsteht, spricht man von Knochenschwund oder Osteoporose. Ein Diabetes mellitus kann den Abbau beschleunigen und – insbesondere mit längerer Diabetesdauer – Knochenbrüche begünstigen. „Hierbei spielt eine Rolle, ob die Menschen sich weniger körperlich bewegen, der Diabetes gut oder schlecht eingestellt ist, welche Diabetesmedikamente eingenommen werden und ob ein Vitamin-D-Mangel besteht“, sagt der Frankfurter Diabetologe Prof. Dr. Klaus Badenhoop.  Dabei komme, so der Mediziner, ein Vitamin-D-Mangel auch bei Gesunden nicht selten vor, sei aber bei Diabetes besonders häufig.
So kann Ernährung helfen
Niedrige Vitamin D Konzentrationen kommen besonders bei älteren Menschen vor. Neben der Nahrungsaufnahme wird ein Großteil des täglichen Vitamin-D-Bedarfes vom Körper durch die Haut hergestellt. Heute gehört Vitamin D aufgrund der gesicherten Wirkungen auf den Knochenstoffwechsel zur Basistherapie der Osteoporose.  Eine knochengesunde Ernährung sollte immer Bestandteil der  Basistherapie sein und möglichst schon vorbeugend praktiziert werden.  Wie viel sie bewirken kann, beschreibt die Ernährungsexpertin Haidenberger :  „Reichlich Calcium stärkt die Knochen, eine geringe Calciumzufuhr wird als eigenständiger Risikofaktor für die Osteoporose-Entstehung eingestuft. Menschen mit und ohne Diabetes nehmen häufig sehr viel weniger Calcium auf als die empfohlenen 1000 mg täglich.“  Auch andere Mineralstoffe und Vitamine, die den Knochenstoffwechsel beeinflussen, sind Haidenberger zufolge ebenfalls oft in zu geringer Menge in der Nahrung enthalten: „Eine diabetesgerechte Ernährung kann problemlos gleichzeitig knochengesund sein. Die Prüfung der Mikronährstoffversorgung sollte genauso zur Diabetesberatung gehören wie Blutzuckereinstellung und Gewichtsmanagement. So kann man einer Osteoporose und folgenschweren Knochenbrüchen schon frühzeitig entgegenwirken.“
docFood – Tipps für Ernährungsprofis
Die Expertin kritisiert, dass viele Diabetiker mit Osteoporose  statt der nötigen Ernährungsberatung lediglich Empfehlungen für die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln mit Calcium und Vitamin D erhalten – ohne Berücksichtigung der individuellen Essgewohnheiten und der tatsächlichen Nährstoffzufuhr. Dabei muss, so Haidenberger, eine „knochengesunde Ernährung“ weit mehr berücksichtigen als nur diese beiden Mikronährstoffe. Auf Grund dessen sollten Ernährungsfachkräfte, die Osteoporose-Patienten beraten, über einen breiten Fundus an Kenntnissen verfügen – vom medizinischen Hintergrundwissen über die leitliniengerechte Ernährung und den Einfluss des Säure-Basen-Haushaltes bis hin zur patientengerechten Vermittlung der Empfehlungen in Beratung und Schulung. Diese Kenntnisse vermittelt  die Expertin in Fachseminaren für Ernährungsprofis – z.B. hier und hier.

Dr. Friedhelm Mühleib

Quelle: Deutsche Diabetes Gesellschaft DDG

Hier erfährst Du, wann Kaffee Dich vor Diabetes schützt

Kaffee schützt ja bekanntlich vor allem. Natürlich auch vor Diabetes. Er schützt aber nicht alle Menschen gleich, sondern nur manche. Warum das so ist, und wer warum vom Kaffee profitiert, hat nun ein Forscherteam um Alexandros Heraclides und Matthias Schulze vom Deutschen Institut für Ernährungsforschung (DIfE) in einer Studie untersucht. Dabei fanden die Wissenschaftler heraus, dass winzige Unterschiede im Erbgut darüber entscheiden, ob der Kaffee das Diabetes-Risiko eines Menschen senkt oder nicht.
 
Ob ein Mensch an Diabetes erkrankt, ist u. a. abhängig von einer Reihe von Genen, die es in der Regel in jeweils in ‚guten‘ und ‚bösen‘ Varianten gibt. Wer Träger der ‚bösen‘ Risikovarianten ist, hat ein höheres Risiko, an Diabetes  zu erkranken.
 

Kaffee schützt vor allem gefährdete Menschen

Über mehrere Diabetes-Gene hinweg konnten die Wissenschaftler beobachten, dass Träger genetischer Risikovarianten stärker vom Kaffeetrinken profitieren als Menschen mit den ‚guten‘ Diabetesgenen. So sank bei Trägern der Risikogene die Wahrscheinlichkeit, zu erkranken, pro täglich konsumierter Tasse Kaffee um bis zu 7 Prozent. Dagegen wirkte sich der Kaffeekonsum bei Menschen mit dem gleichen Gen in der ‚guten’ Version weder positiv noch negativ auf das Diabetes-Risiko aus.
 

So hilft Kaffee, den Zuckerstoffwechsel zu stabilisieren

Warum das so ist, begründen die Forscher so: Bestimmte Zellen in unserem Darm setzen ein Darmhormon – das GLP-1 – frei. Es hilft bei der Regulation des Blutzuckerspiegels, indem es die Ausschüttung von Insulin stimuliert und trägt so dazu bei, den Blutzuckerspiegel zu senken. Eines der Diabetes-Risikogene produziert einen Stoff, der das  Darmhormons GLP-1 angreift und seine Wirkung vermindert, was die Regulation des Blutzuckerspiegels stört und behindert und damit das Risiko für Diabetes erhöht. Die Forscher vermuten nun, dass Kaffee die Ausschüttung des Darmhormons GLP-1 stimuliert und fördert und so den negativen Effekt der Risikovariante  ausgleicht. Jetzt wollen sie ihre Vermutung in weiteren Stundien untermauern.
 

Schutz vor Diabetes: Ohne Kaffee geht es auch

Derweilen darf der gemeine Kaffeetrinken ruhigen Gewissens seiner Leidenschaft weiterhin frönen. „Wer Kaffee gut verträgt und ihn gerne trinkt, kann dies auch weiterhin tun“, ergänzt Matthias Schulze. „Die Ergebnisse unterstützen die positiven Gesundheitseffekte, die für den Kaffeekonsum, insbesondere zum Diabetes-Risiko, beobachtet wurden.“ Das sei nun aber nicht als Aufforderung für Kaffee-Abstinenzler zu verstehen, mit dem Kaffeetrinken zu beginnen, um sich vor Diabetes zu schützen, wie Schulze betont. Denn “das Diabetes-Risiko lässt sich auch durch ein gesundes Körpergewicht, den Verzicht auf Rauchen, wenig Fleisch, regelmäßigen Vollkornverzehr und körperliche Aktivität erheblich beeinflussen“, erklärt der Ernährungswissenschaftler weiter.
 

 Dr. Friedhelm Mühleib

 

Diabetes: Low Carb statt Antidiabetika

Weniger Kohlenhydrate und mehr Bewegung können selbst bei fortgeschrittenem Typ2-Diabetes bessere Ergebnisse als Antidiabetika erbringen. Das zeigt einem Bericht der ÄrzteZeitung zufolge eine neue, noch unveröffentlichte Studie, die Prof. Stephan Martin vom Westdeutschen Diabetes- und Gesundheitszentrum in Düsseldorf auf dem jüngsten Kongress der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM) vorstellte. Ernährungsfachkräften, die sich mit kohlenhydratreduzierten Diäten bzw. Low Carb auseinandergesetzt haben, dürfte dieses als Überraschung bewertete Ergebnis nur ein müdes Lächeln entlocken.
 

Low Carb – verbesserte Werte, weniger Gewicht

Die 200 Teilnehmer der bisher noch nicht publizierten Studie zum telemedizinische Lebensstil-Interventions-Programm (TeLiPro) wurden nach dem Zufallsprinzip in eine Interventions- und eine Kontrollgruppe aufgeteilt. Binnen drei Monaten, so fasst es die ÄrzteZeitung in ihrem Kongressbericht zusammen, verbesserte sich der Zustand der Probanden in der Interventionsgruppe erheblich: Während der HbA1c in der Kontrollgruppe nur um 0,2 sank, ging er in der Interventionsgruppe um 1,0 Prozent zurück. Nach einem Jahr lag der HbA1c in der Interventionsgruppe immer noch um 0,7 Prozentpunkte unter dem Ausgangswert. Die Reduktion gelang, obwohl in dieser Gruppe parallel orale Antidiabetika und Insulin wegen Hypoglykämiegefahr deutlich reduziert wurden. Zudem verloren die Interventions-Patienten im Schnitt 6 kg Gewicht; ihr systolischer Blutdruck sank um 5,7 mm Hg.
 

 Diät, Motivation und Bewegung

Die Teilnehmer hatten zu Beginn der Studie im Schnitt seit elf Jahren Diabetes, wie die ÄrzteZeitung ausführt. Sie waren in der Mehrzahl adipös (mittlerer BMI 36) und hatten trotz Therapie mit zwei Antidiabetika (dazu gehörte zum Teil Insulin) keine befriedigende Stoffwechseleinstellung (HbA1c 8,3 Prozent). Die Interventionsgruppe startete mit einer Diät (eine Woche Formuladiät mit 1200 kcal/ Tag, an die sich die langsame Umstellung auf kohlenhydratarme Dauerkost anschloss – das ganze begleitet von einem Motivationstraining. Zudem wurden die Teilnehmer mit Schrittzähler und  Körperwaage ausgestattet, deren Werte automatisch an ein geschütztes Internetportal übertragen wurden. Interventions-Patienten erhielten zudem über drei Monate jede Woche ein telemedizinisches Coaching von Diabetesberaterinnen, sie nahmen strukturierte Blutzuckerselbstmessungen vor.
 

docFood meint

Es verwundert, dass die Ergebnisse der Studie von Martin als Neuigkeit gehandelt werden – predigen die Befürworter kohlenhydratreduzierter Kostformen doch schon seit Jahren die Vorteile von Low Carb, auch bei Typ 2-Diabetes und metabolischem Syndrom. So zeigte z.B. noch kürzlich eine Studie im American Journal of Clinical Nutrition die Überlegenheit einer Low Carb-Diät im Vergleich mit einer Low Fat Diät bei identischer Kalorieneinschränkung und entsprechend vergleichbarer Gewichtsreduktion. Die Low Carb-Diät erzielte – trotz deutlich stärkerer Medikamenteneinsparung – eine bessere Blutzuckerkontrolle und günstigere Blutfettwerte als eine für Diabetiker übliche fettarme, kohlenhydratbetonte Diät. Es ist nur eine von inzwischen vielen Studien, die immer wieder zu ähnlichen Ergebnissen kommen. Der Ernährungswissenschaftler und Low Carb-Befürworter Prof. Nicolai Worm kommentiert die aktuelle Lage mit der Bemerkung: Trotz solcher eindeutiger Belege „erlebe ich immer noch regelmäßig, dass Schulungen, die solche Kenntnisse vermitteln, von Krankenkassen bzw. ihrem Spitzenverband pauschal abgelehnt werden. Sind Krankenkassen eigentlich an Einsparungsmöglichkeiten bei den immensen Therapiekosten von Diabetikern nicht interessiert?“ Anscheinend nicht – vor der herrschenden Lehrmeinung, getragen von der Phalanx  aus Pharmaherstellern und DGE, deren Empfehlungen zum Kohlenhydratverzehr immer noch wie in Beton gegossen stehen, kriechen offensichtlich auch die Kassen zu Kreuze – oder verschließen (wider besseres Wissen?) ganz einfach die Augen.

 Dr. Friedhelm Mühleib

Metformin: Diabetesmedikament verändert Darmflora

Ernährungsfachkräfte kennen das: Diabetiker, die Metformin einnehmen, kommen mit hartnäckigen Magen-Darm-Beschwerden wie Durchfall, Übelkeit und Erbrechen in die Beratung. Beschwerden im Gastrointestinaltrakt gehören zu den häufigsten Nebenwirkungen des blutzuckersenkenden Medikamentes. Wie Untersuchungen von Wissenschaftlern am Europäischen Laboratorium für Molekularbiologie (EMBL) in Heidelberg zeigen, könnten die Ursache sowohl für die Wirkung als auch für die Nebenwirkungen des Arzneistoffs von der Darmflora vermittelt sein. Aus den Ergebnissen leiten die Wissenschaftler die Hoffnung ab, dass sich durch die Beeinflussung der Darmflora Nebenwirkungen  des Metformins und auch anderer Medikamente minimieren lassen.   
 
Die Forscher um Studienleiter Peer Bork und Oluf Pedersen verglichen Stuhlproben von mehr als 700 Personen, unter ihnen sowohl Patienten mit Diabetes Typ 2 als auch gesunde Probanden. Dabei stellte sich das Team unter anderem die Frage, ob sich anhand der Zusammensetzung der Mikroben im Stuhl mit Sicherheit bestimmt lässt, ob ein Mensch an Diabetes erkrankt ist. Dabei machten die Wissenschaftler eine interessante Entdeckung: Es gibt demnach zwar offensichtlich keine spezifische Diabetiker-Darmflora – es sei denn, sie nehmen das Medikament Metformin. Mit Metformin behandelte Patienten, hatten wesentlich mehr Escherichia coli Bakterien und weniger I. Bartletti Bakterien als Gesunde und andere Patienten, die kein Metformin nahmen.
 

Medikamente: Bakterien reagieren empfindlich

“Es überrascht, dass ein einzelnes Medikament eine solch  deutliche Veränderung der Darmflora bewirken kann,” so Peer Bork, Studienleiter  am EMBL. Bedenkt man, wie viele Medikamente es gibt und wie viele Menschen täglich mehrere Medikamente einnehmen, wird Borks Ansicht nach deutlich: Wenn nur ein Bruchteil der Medikamente eine solche Wirkung hat, könnte dadurch die Darmflora entscheidend verändert werden.  Damit ist nach Borks Ansicht klar: „Die Ergebnisse veranschaulichen einmal mehr: Wir sind nicht allein. Die Medikamente, die wir einnehmen, haben nicht nur unmittelbare Auswirkungen auf uns selbst. Sie können auch einen tiefgreifenden Einfluss auf unsere mikrobiellen ‚Mitbewohner‘ haben!“
 

Darmflora – Ansatz für neue Therapien

Die Annahme, dass die offensichtlichen Unterschiede in der Zusammensetzung der Darmflora  auch Auslöser für einige der Nebenwirkungen von Metformin sind – speziell der Magen-Darm-Beschwerden – bietet für die Wissenschaftler Perspektiven auf ganz neue Therapien.  Kristoffer Forslund aus der Forschungsgruppe von Peer Bork meint: „Wenn man die Nebenwirkungen minimieren möchte, könnte die Darmflora ein Ansatzpunkt sein!“ Es wäre durchaus denkbar – so der Wissenschaftler – dass Patienten, die Metformin nehmen, eines Tages zum Beispiel einen Joghurt oder ein Nahrungsergänzungsmittel bekommen, um ihre Darmflora im Gleichgewicht zu halten.
 

Tipp von docFood

Am kommenden Wochenende sind die Wechselwirkungen zwischen Medikamenten und Darmflora wieder Thema eines Fachseminars für Ernährungsfachkräfte im freiraum. Dr. Maike Groeneveld,  Ernährungswissenschaftlerin, Douentin und Fachautorin mit eigener Praxis in Bonn und Dipl. oec. troph. Ute Körner Ernährungstherapeutin, Fachdozentin und   Buchautorin mit eigener Praxis in Bornheim referieren zum Thema „Mikrobiota und Ernährung“, bei dem die Rolle der Mikrobiota bei Diabetes ein wichtiger Teilaspekt ist. Das Seminar ist leider bereits ausgebucht. Interessierte können sich für den nächsten Termin vormerken lassen.

 Dr. Friedhelm Mühleib

Softgetränke meiden – Diabetesrisiko senken

Die ganz große Hitze ist vorbei, der Durst ist geblieben. Auch bei den aktuellen Temperaturen darf noch viel getrunken werden – aber was sollte es sein? Wer täglich ein Softgetränk gegen Wasser oder ungesüßten Tee austauscht, kann möglicherweise sein Risiko für Typ-2-Diabetes senken. Das legt die britische EPIC-Norfolk-Studie nahe, die im Fachblatt Diabetologia erschienen ist. Da Cola und Limonaden sehr viel Zucker enthalten und sehr kalorienreich sind, sehen die Wissenschaftler im Softdrink-Konsum eine der Ursachen für Übergewicht und Diabetes Typ 2.
Trinkverhalten und gesundheitliche Auswirkungen verschiedener Getränke gehörten zu den Ernährungsfaktoren, die im Rahmen der Studie an rund 25.000 Männer und Frauen untersucht wurden.
 

Softdrink-Konsum und Diabetesrisiko

Am Beginn stand ein detailliertes Ernährungsprotokoll, in dem die Probanden angeben mussten, welche Lebensmittel und Getränke sie innerhalb einer Woche zu sich nahmen. Diese Angaben wurden in Relation dazu gesetzt, wie viele Testpersonen im Verlauf des Zeitraums von elf Jahren an Typ-2-Diabetes erkrankten. Das Ergebnis der Auswertung: Für jede fünf Prozent des täglichen Gesamtenergiebedarfs, den die Teilnehmer mit süßen Getränken abdeckten, stieg ihr Risiko für Typ-2-Diabetes um 18 Prozent. Ließen Sie dagegen – und zwar Tag für Tag – die Cola stehen und entschieden sich für Wasser oder einen ungesüßten Kaffee, sank das Diabetes-Risiko um 14 bis 25 Prozent.
 

Softdrinks mit Süßstoff keine Alternative

Die Lösung nach Ansicht vieler Softdrink-Fans, statt „richtiger“ Cola und zuckerreichen Limos die Light-Produkte mit künstlichen Süßstoffen zu konsumieren, fällt leider als „gesunde“ Alternative aus. Die Forscher sahen keine Senkung des Diabetesrisikos, wenn die Studienteilnehmer die Light-Versionen anstelle der gezuckerten Getränke tranken. Bereits einige andere Studien hatten gezeigt, dass Cola light & Co. nicht beim Abnehmen helfen und unter Umständen sogar Übergewicht fördern. Einmal mehr wird also klar, dass der bewusste Konsum von zuckerhaltigen Getränken ein Ansatz dafür sein könnte, Übergewicht und Typ-2-Diabetes in der Bevölkerung zu reduzieren.
 

Tipp von docFood

VOSS

© Voss Artesian Water


Ausreichend zu trinken ist bei jeder Temperatur gut. Zur Abwechslung darf es aber auch gerne etwas mit Geschmack sein. Besser als Softgetränke sind selbst gemachter Eistee oder Wasser mit Früchten und Kräutern. Für Letzteres hat die deutsche PR-Agentur von „VOSS“, einer leicht überteuerten Mineralwasser-Marke aus Norwegen, schöne Ideen vorgestellt – natürlich können Sie das fruchtig-aromatische Wasser auch in einer simplen Karaffe und mit Leitungswasser ansetzen, aber cool ist sie schon, die Bottle von „Voss“.
 
Quelle: Diabetologia – Download kompletter Artikel>>