Im Trend: Küche mit Liegestuhl für den Hausherren

Heute flattert mir mal wieder ein Prospekt eines Küchenfachmarktes ins Haus. Die Küchen darin sind ausnahmslos „exzellent gestylt, vielseitig talentiert, optisch sensationell“ und alle mit riesigen Kücheninseln im Raum. Küchen unter Minimum 30 qm Fläche scheint es in Deutschland kaum noch zu geben – und wenn überhaupt, dann wohl allenfalls beim Prekariat.
Besonders gefällt mir die Küche auf dem Beitragsfoto: Zunächst frage ich mich, was denn der Liegesessel in dieser preiswerten Wohnzimmerküche soll. Dann kommt mir blitzartig die Erkenntnis: Der ist für den Herrn der Schöpfung, damit der sich in den Sessel reinfläzen und seiner lieben Frau ganz entspannt beim Kochen zuschauen kann – vorausgesetzt, es wird überhaupt jemals gekocht in diesem Schmuckstück. Wohl bekomm’s!

Friedhelm Mühleib

Tipp gegen Tricks zum Schutz vor Demenz

Wer im Internet surft, kann sich kaum retten vor Tipps und Tricks für dieses und jenes, für eigentlich alles. Auch heute entgehe ich den Websites nicht, die mich mit Tipps und Tricks versorgen. Heute verspricht mir die Website von n-TV: „Mit diesen Tricks bleibt das Gehirn auf Zack“. Und welche tollen Tricks wären das nun? Fähigkeiten nutzen; gesund essen; viel bewegen; gezielt trainieren; Diabetes behandeln lassen; Anschluss suchen!
 
Das sollen Tipps und Tricks sein? Das sind weder Tipps noch Tricks, sondern  Selbstverständlichkeiten, die jeder jenseits der 50 verinnerlicht haben sollte. Es sind die Grundelemente eines halbwegs gesunden Lebensstils in der zweiten Lebenshälfte. Die Behandlung eines Diabetes ist kein Trick, sondern eine notwendige Maßnahme zur Verhinderung eines zu frühen Todes. Ein Trick ist das Versprechen, mit wenig Aufwand viel zu erreichen. Geht es darum, gesund und beweglich alt zu werden, klappt das in Regel nicht mit dem minimalen Aufwand. Wer rastet, der rostet. Stellt sich die Frage: Für wie dumm halten uns all jene, die uns täglich mit solchen unsäglichen Tipps und Tricks versorgen? So ist der einzige hilfreiche Tipp dieser: Wenn Dir das Netz Tipps und Tricks verspricht, surfe möglichst schnell weiter. Schalte den Computer aus und stattdessen das Hirn ein. Denke im aktuellen Fall (Demenzschutz) ein paar Minuten darüber nach, was Du heute tun kannst, um Dich jung und geistig und körperlich fit zu halten. Iss dabei einen Apfel. Das wäre Dein optimaler Demenz-Schutz.

 Friedhelm Mühleib

Millionen Herztote durch falsche Ernährung

Global sind Herz-Kreislauf-Erkrankungen Todesursache Nummer Eins – und das hat oft selbstverschuldete Gründe. Der wichtigste Grund ist eine falsche Ernährung, so das Ergebnis der Studie eines internationales Forscherteam, die jüngst im „Journal of the American College of Cardiology“, über die die Ärzte Zeitung berichtet.
 
Der Studie zufolge ist ungesunde Ernährung an etwa der Hälfte aller Todesfälle durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen Schuld. Als weitere wichtige Faktoren spielen körperliche Inaktivität, Diabetes, Rauchen, Übergewicht und Bluthochdruck eine Rolle.
 

Die beste Therapie: frühzeitig richtig ernähren

Dr. Toni Meier von der Martin-Luther-Universität in Halle Wittenberg können Herzkrankheiten oft verhindert werden, wenn Menschen ihre Ernährung verbessern und Risiko-Erkrankungen konsequent medikamentös behandeln lassen. Man mag sie gar nicht mehr lesen, diese Meldungen, die gefühlt alle paar Tage ähnlich durch die Medien gehen. Ernährung ist an diesem und jenem, eigentlich an fast allem, was zum Tode führt, schuld. Wobei der dezente Hinweis erlaubt sei: Auch an Diabetes, Übergewicht und vielen Fällen von Blutdruck (..also den weiteren wichtigen Faktoren, die nach der neuen Studie zum Herztod führen) ist die falsche Ernährung schuld! Irgendwie muss inzwischen doch jedem klar sein, der lesen oder hören oder schauen kann, welche verheerenden Folgen es haben kann, wenn man sich dauerhaft falsch ernährt – und viele tun das über Jahrzehnte. Und trotzdem: Es wird nichts besser. Im Gegenteil. Denn gleichzeitig ist wöchentlich zu lesen, dass die Menschheit immer dicker und dicker und dicker wird.

 

So viel wie nötig, so wenig wie möglich

Wer die Folgen für sich persönlich vermeiden will, der kann jederzeit bei sich selbst beginnen und seine ‚Essbiografie‘ ändern – indem er z. B. mehr darauf achtet, was er Tag für Tag in sich reinstopft und zu sich nimmt. Die Fähigkeit, sich gut, maßvoll und richtig ernähren ist leider nicht angeboren und deshalb alles andere als selbstverständlich. Fangt einfach mit ein bisschen Achtsamkeit an. Erst denken und spüren – dann essen, und zwar nur das, was Du brauchst. So viel wie nötig, so wenig wie möglich. Ein kleiner Schritt in Deinem Heute, ein großer für Deine Gesundheit von morgen. Hört sich leicht an, ist erstmal sehr schwer. Trotzdem: Ein Versuch lohnt sich. Wer will schon in der Statistik derer landen, die eine falsche Ernährung in den  Herztoten getrieben hat.
 

Noch immer steigt die Zahl der Toten

Übrigens: Nach den Zahlen der Wissenschaftler stieg die Zahl der Herztoten in den letzten 25 Jahren von 12,6 Millionen im Jahr 1990 auf 18 Millionen Menschen im Jahr 2015.  Die höchsten Sterberaten fanden die Forscher für vorletztes Jahr in Osteuropa, Zentralasien, dem Nahen Osten, Südamerika, Subsahara-Afrika und Ozeanien, während die Zahl der Todesopfer durch Herzkreislauferkrankungen in Deutschland, anderen EU-Ländern, Nordamerika, Japan und Südkorea seit Jahren stagniert. Nach einem Rückgang von 1990 bis 2010 von 345 auf 219 Todesfälle pro 100.000 Einwohner lag sie 2015 noch bei 203 Fällen je 100.000 Einwohner. In Deutschland starben 2015 knapp 357.000 Menschen an den Folgen einer Herz-Kreislauf-Erkrankung – und damit immer noch viel zu viele.

Friedhelm Mühleib

Cookie Dough: Kann roher Keksteig trendy sein?

New York ist trendy. Das wissen wir. In Big Apple werden ständig auch Food-Trends kreiert – denen alle hinterherrennen. Das liegt an der verbreiteten Meinung, dass neue Food-Trends immer gut, interessant und vor allem lecker sind- was natürlich völliger Blödsinn ist. Zur Kategorie völliger Blödsinn gehört denn auch der neueste Food Trend. Nach Frozen Yogurt, Cro-Nuts und Co. kommt nun der nächste Food-Hype aus New York. Die Teigschlecker sind unterwegs: Die Leute stehen auf rohen Keksteig.
 
Auf English hört sich der neue Food-Hype viel eleganter an: Cookie Dough. Ob mit Eiscreme, halb gebacken oder mit bunten Streuseln – Cookie Dough wird individuell garniert aus dem Becher gelöffelt! Die New Yorkerin Kristen Tomlan ist Gründerin und CEO des Unternehmens „Cookie Dough Confections“. Sie gilt als die Erfinderin des neuen Trends. Nachdem sie die klebrigen Köstlichkeiten zunächst nur online vertrieb, eröffnet e sie jüngst im New Yorker Greenwich Village ihren ersten stationären Shop. Die VOGUE schreibt dazu: „Ob klassisch mit Chocolate Chips, knusprig mit Haferflocken und M&M’s oder üppig mit Marshmallows, Erdnussbutter und salzigem Karamell – die Dough-Bäckerei bietet 16 verschiedene, personalisierbare Keksteigsorten an, die wie Eiscreme in Kugeln im Becher serviert werden.“ Wohl bekomms.
 

docFood meint:

Bei manchen Trends wünscht man sich, dass sie schnell wieder verschwinden: Roher Keksteig – klingt nicht gerade besonders verführerisch. Es klingt eher nach einer süßen Pampe aus Mehl-Zucker-Butter und Ei. Schwer verdauliche Kalorienbomben, die wie Steine im Bauch liegen. Muss man das wirklich haben? Was bitte soll an diesem Trend lecker sein? Und wenn es um die schöne Erinnerung an das Teigschlecken der Kindheit geht: Die sollte man sich lieber als süßen Traum aus vergangenen Kindertagen bewahren.

Friedhelm Mühleib

Foto: © st-fotograf – Fotolia.com

Pasta zum Frühstück? Danke, wir verzichten!

Heute schon Pasta mit Speck und Spiegelei gefrühstück? Schließlich soll Pasta zum Frühstück der neueste Food-Trend sein. Wie wär’s mit in Käse gebackenen Speck-Ei-Spaghetti mit einem Cappuccino? Wohl bekomms! Im Zeitalter von Low Carb und leichter Küche haben uns Pasta zum Frühstück gerade gefehlt! Wer schon mal 1000 Kalorien zum Frühstück hat, braucht sich den Rest des Tages um seine Energiezufuhr nicht mehr zu kümmern. Zum Glück gibt es viele Trends, die schneller verschwinden, als sie gekommen sind. Wir von docFood begrüßen den Trend mit einem herzlichen „Hello – Goodbye!!“ Auf Pasta zum Frühstück können wir gut verzichten.

Friedhelm Mühleib

Glühweinkönigin – Trost in schweren Zeiten

Wir leben in wenig gemütlichen Zeiten. Ängstlich horchen wir auf das, was reinkommt von draußen: Winter, Terrorismus, wenig Gutes. Wenn es klamm wird ums Herz und die Seele bang ist, sehnt sich der Mensch nach innerer Wärme und Trost. Den kann ein guter Glühwein spenden in dieser wenig friedvollen Weihnachtszeit. Damit wir das nicht vergessen, wurde gestern in Trier die neue Glühweinkönigin inthronisiert, wie der Trierer Volksfreund berichtet. Sarah Schmitt, so der bürgerliche Name der 20-jährigen Winzertochter aus Konz, ist die fünfte in diesem Amt und darf im weinrot-goldenen Dirndl zwei Jahr lang das Zepter über das Reich des Glühweins schwingen.
Herzlichen Glückwunsch von docFood – und ein Hoch auf den Rest von innerer Wärme und Gemütlichkeit, den uns der Glühwein erhalten möge. Solange wir noch eine Glühweinkönigin wählen, hat das Gute noch eine Chance.
 

Gut essen statt stumpf schlucken

Wir Deutschen sind schon extrem – auch wenn’s ums Essen und Schlucken geht: Im vergangenen Jahr sind die Arzneimittel-Ausgaben der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) um mehr als zehn Prozent auf den Rekordwert von 35,4 Milliarden Euro gestiegen. Dies geht aus dem neuen Arzneiverordnungs-Report hervor, für den 820 Millionen Rezepte von mehr als 200.000 Ärzten und Zahnärzten ausgewertet wurden. Rechnet man nochmals ca. 12 Milliarden Euro pro Jahr für rezeptfreie und freiverkäufliche Arzneimittel und Nahrungsergänzungsmittel dazu, kommen knapp 50 Milliarden Euro Für Pillen & Co zusammen. Das entspricht einem Drittel des Umsatzes der gesamten Deutschen Lebensmittelindustrie mit ca. 150 Milliarden Euro. Stolze Leistung, was wir da so alles schlucken.
Was die Ausgaben für die rezeptpflichtigen Medikamente betrifft, suchen Experten verzweifelt nach Einsparungspotenzialen. Das größte Einsparungspotenzial liegt in jedem von uns selbst. Etwas weniger essen, dafür bewusster und auf eine hohe Qualität der Lebensmittel achten – damit ließen sich auch die Kosten für Medikamente erheblich senken. Nach einer brandneuen Studie der Universität Halle/Wittenberg muss das deutsche Gesundheitswesen für die Folgen einer ungesunden Ernährung jährlich etwa 17 Milliarden Euro blechen – ein paar von diesen Milliarden gehen an die Pharmaindustrie. Besser gut essen statt stumpf schlucken. Den Geldbeutel schonen würde das obendrein. Das wär doch mal eine Überlegung wert!

Dr. Friedhelm Mühleib

Original des Artikels von Dr. Friedhelm Mühleib ist erschienen auf dem Tellerrandblog

Wenn die Milch weniger als Wasser kostet

Die Milchpreise haben einen neuen Tiefpunkt erreicht. Das spüren auch die Verbraucher. Genau 55 Cent kostet die Milch noch pro Liter bei den Discountern, in den Supermärkten ist sie kaum teurer. Mineralwasser von bekannten Marken kostet das Doppelte oder mehr – der Liter San Pellegrino liegt meist deutlich über 1,00 €. Der Bauer bekommt gerade noch 25 Cent für den Liter Milch – das deckt gerade mal die Hälfte der Produktionskosten. Für die Milchbauern ist das eine Katastrophe. Für den Handel ist es beschämend. Wer Grundnahrungsmittel zu Preisen verkauft, die unter den Produktionskosten liegen, handelt obszön. Wer Lebensmittel liebt, darf nicht so handeln, weil er den Lieferanten damit den Hals umdreht. Wenn die Großen im Handel die Erzeugerpreise so weit drücken, dass die Bauern für die Milch nur noch halb so viel bekommen, wie sie die Erzeugung kostet, dann grenzt das an den Missbrauch von Marktmacht. Und was ist mit den Verbrauchern? Sie müssten tun, was Verbrauchern bislang ganz fremd ist: Für höhere Preise demonstrieren!

Frühling lässt sein blaues Band..

Seit gestern ist Frühling – ganz offiziell nach Kalender. In unserem Garten ist er schon seit Tagen. „Der kürzestes Weg ins Paradies ist der Weg in den Garten“, sagt ein altes japanisches Sprichwort. Auch im digitalen Zeitalter kann Gartenarbeit ein wunderbarer analoger Ausgleich sein. Gartenarbeit erdet, und Erdung ist eine Voraussetzung für ein gesundes Leben. Gartenarbeit spricht alle Sinne an, zu jeder Jahreszeit, im Frühling ganz besonders – jetzt mit den ersten bunten Blüten. Bald mit den grünen Kräutern – für Geruch und Geschmack. Wenig später mit Salaten, Obst und Gemüse. Wohl bekomm’s!

Für die, die den Rest vom schönen Mörike-Gedicht vergessen haben:

Frühling lässt sein blaues Band
Wieder flattern durch die Lüfte;
Süße, wohlbekannte Düfte
Streifen ahnungsvoll das Land.
Veilchen träumen schon,
Wollen balde kommen.
—  Horch, von fern ein leiser Harfenton!
Frühling, ja du bist’s!
Dich hab‘ ich vernommen!

Abwechslungsreich kochen kann so einfach sein

Abwechslungsreich soll man kochen, das hat sich inzwischen herumgesprochen. Doch wie geht das? Muss man dafür noch länger in der Küche stehen,noch mehr Zeit fürs Einkaufen planen und dicke Kochbücher wälzen? Muss man alles nicht, denn abwechslungsreich kochen kann ganz einfach sein. Ein paar Grundkenntnisse im Kochen braucht man allerdings schon – und eine Prise Phantasie dazu.
Nehmen wir mal eines unserer beliebtesten deutschen Grundnahrungsmittel – die Kartoffel. Es ist unglaublich, was man mit einer guten Kartoffel alles machen kann. Fangen wir mit den Kartoffel-Basics an: Pellkartoffel, Salzkartoffel und Bratkartoffel sind die Fundamente. Kartoffelsalate mit den verschiedensten Zutaten, Kartoffelgratins, Kartoffelaufläufe sind nur einige wenige Varianten. Kartoffeln sind mehr als Beilage, die dick macht (…was sowieso nicht stimmt!). Die Kartoffel hat das Zeug zum Hauptdarsteller – in ständig wechselnden Rollen. Häufig reicht dann schon ein Nebendarsteller – ein Salat, ein Dip ein Gemüse, um ein bühnenreifes Essen draus zu machen.

Wie komme ich jetzt gerade auf die Kartoffel? – Ach ja – von gestern Abend – von der Frage: Was essen wir? Es sind noch Pellkartoffeln vom Vortag da. Ab in die Pfanne damit – oder gibt’s noch eine andere Idee, als schnöde Bratkartoffeln daraus zu produzieren? Ich erinnere mich an ein indisches Bratkartoffelrezept – vor ein paar Tagen zufällig in einem tollen Kochbuch mit indischen Rezepten gesehen. Das Rezept ist schnell gefunden – und stellt sich als völlig einfach heraus. Der Inder würzt seine Bratkartoffeln offensichtlich gern mit Massen von frischen Kräutern und Gewürzen: In diesem Rezept (Shebu Bhaji) mit viel, viel Dill (hatten wir zufällig noch im Garten), Kurkuma, Senfsamen, Chilli und Knoblauchzehen – und dann mit Olivenöl ab in die Pfanne damit. Das Ergebnis – es gab noch Hühnerbeine vom Grill dazu – sieht nicht nur appetitanregend aus – es hat auch ganz grandios geschmeckt, schon nach Bratkartoffeln, doch irgendwie auch ganz anders, mit asiatischem Touch. So abwechslungsreich kann ein einziges Lebensmittel sein!

Friedhelm Mühleib