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Bio-Äpfel: Gesunder Nachschub für die Darmflora

Der Sommer geht, die Apfelsaison kommt. Am täglichen Apfel führt jetzt kein Weg mehr vorbei. Vor allem auch deshalb nicht, weil Äpfel so gut für die Gesundheit sind. Besonders gut sind Äpfel  für unseren Darm. Was die Wirkung von Äpfeln auf die gesunde Verdauung betrifft, sind Wissenschaftler nun auf einen ganz neuen Aspekt gestoßen: Ein frischer Apfel enthält nicht nur viele Ballaststoffe und Vitamine, sondern auch die unglaubliche Menge von rund 100 Millionen Bakterien.

Vor allem der hohe Gehalt am wasserlöslichen Ballaststoff Pektin macht Äpfel zum natürlichen Heilmittel für die Verdauung. Pektin wirkt entzündungshemmend, kann den Cholesterinspiegel senken und eine gesunde Verdauung fördern.Warum ausgerechnet Bakterien die positiven gesundheitlichen Effekte des Apfels noch verstärken, erklkärt docFood im Folgenden.

Bio Äpfel klar im Vorteil

Die Sache mit den 100 Millionen Bakterien pro Apfel haben Forscher an der Technischen Universität (TU) Graz in einer Studie herausgefunden, in der zwei verschiedene Apfeltypen: Bio-Äpfel und konventionelle Supermarkt-Äpfel. Beide weisen zwar eine ähnliche Anzahl an Bakterien auf. Frisch geerntete, biologisch bewirtschaftete Äpfel waren jedoch im Vergleich zu konventionellen von einer deutlich vielfältigeren Bakteriengemeinschaft besiedelt, erklärt die Biologin Gabriele Berg, die die Studie mitbetreut hat. Damit, so Berg, sei der Bio-Apfel besser – zumindest für den Darm. Während die Forscher in konventionellen Äpfeln unter anderem auch auf krankheitserregende Keime stießen, konnten sie diese in den untersuchten Bio-Äpfeln nicht finden. Die enthielten stattdessen viele Vertreter der Gattung Lactobacillus, die als verdauungsförderlich gelten und zum Beispiel in probiotischen Jogurts eingesetzt werden sowie Bestandteil der meisten Probiotika sind. Fazit der Forscher: Bakterien, die durch den Verzehr frischer Äpfel in unseren Darm gelangen, können eine wichtige Nachschubquelle für unsere Darmflora sein und die Vielfalt der Arten im Mikrobiom vergrößern.

Tipp von docFood

Die meisten Bakterien stecken übrigens im Kerngehäuse. Wer das nicht isst, nimmt nur ein Zehntel der vorhandenen Bakterien auf. Wie ein Apfeltag entlastet und kräftigt, kannst Du hier nachlesen bei docFood.

Foto: Pexels / Kaboompics.com

Intervallfasten – Was bringt das Essen im Rhythmus?

Schon bald beginnt die Fastenzeit. Intervallfasten ist inzwischen für viele eine Alternative zum klassischen Fasten, bei dem über mehrere Tage hinweg gar nichts gegessen hat. Was es mit dem Intervallfasten auf sich hat und welche Vorteile es für die Gesundheit bringen kann, erklärt die Ernährungswissenschaftlerin Prof. Dr. Anja Markant (Foto links) vom Fachbereich Oecotrophologie / Facility Management der Universität Münster.

Prof. Markant beschäftigt sich mit den gesundheitlichen Aspekten des Fastens im Rahmen ihres Themenschwerpunktes Ernährungsphysiologie. Im folgenden Interview verweist die Expertin darauf, dass Intervallfasten nicht nur beim Abnehmen helfen kann, sondern generell auch mit Verbesserungen von Stoffwechselprozessen verknüpft ist. So konnten Studien belegen, dass sich Parameter des Fett- und Kohlenhydratstoffwechsels durch das Intervallfasten verbesserten:

Frau Prof. Markant, was genau ist Intervallfasten?

Intervallfasten oder auch intermittierendes Fasten ist charakterisiert durch Phasen, in denen nicht gegessen wird, und solchen, in denen eine Mahlzeitenaufnahme erfolgt. Diese Phasen können sich auf Stunden innerhalb eines Tages oder aber auch auf Tage innerhalb einer Woche beziehen. Eine bekannte Variante des Intervallfastens ist der sogenannte 16 : 8-Rhythmus innerhalb eines Tages. Dies bedeutet, dass 16 Stunden auf Essen verzichtet wird und innerhalb der verbleibenden 8 Stunden Mahlzeiten wie gewohnt eingenommen werden können. Je nach Vorlieben jedes Einzelnen kann somit entweder das Frühstück oder das Abendessen weggelassen werden. Es gibt allerdings auch das alternierende Tagesfasten, das heißt, dass jeden zweiten Tag gefastet wird. In ähnlicher Weise funktioniert auch die sogenannte 5 : 2-Diät. Hier wird an zwei Tagen in einer Woche komplett gefastet beziehungsweise die Energiezufuhr auf maximal 20 bis 25 Prozent des individuellen Bedarfs reduziert. Die restlichen Tage der Woche kann wie gewohnt gegessen werden.

Wie streng muss man das nehmen? Heißt das, dass ich in den Fastenstunden ausschließlich Wasser trinke, also beispielsweise keinen Zucker in den Kaffee geben sollte?

Entscheidend sind die Essenspausen zwischen den Mahlzeiten beziehungsweise das Einhalten der Fastentage. Je länger die Abstände zwischen den Mahlzeiten sind, desto effektiver ist die Wirkung des Intervallfastens, da nur so die gespeicherten Energiereserven des Körpers herangezogen werden. In dieser Zeit sollten dann auch nur Wasser oder ungesüßte Getränke wie Kaffee und Kräuter- oder Früchtetee getrunken werden. Für die fastenfreien Intervalle gibt es keine strikten Vorgaben. Natürlich sollen die Empfehlungen für eine gesunde vollwertige Ernährung berücksichtigt werden, also viel Obst und Gemüse sowie Vollkornprodukte, möglichst wenig Fertiggerichte und eine Mäßigung bei dem Verzehr von Süßigkeiten und salzigen Snacks. Natürlich sollte auch in den fastenfreien Intervallen ausreichend Flüssigkeit aufgenommen werden.

Wie wirkt sich das Intervallfasten auf die Gesundheit aus?

Für die meisten Menschen, die mit dem Intervallfasten beginnen, ist die Hauptmotivation eine Gewichtsabnahme. Jede erfolgreiche Gewichtsabnahme ist jedoch nur mit einer längerfristigen verringerten Kalorienaufnahme möglich. Dies fällt oft nicht leicht, da unter Umständen auf zahlreiche Lieblingsspeisen verzichtet werden muss. Wenn man sich jedoch nur zeitlich begrenzt einschränkt – 16 Stunden oder ein bis zwei Tage in der Woche – und nicht im Detail jede Kalorie zählen muss, erhöht das die Akzeptanz für die Ernährungsumstellung. Aus diesem Grund konnten mittlerweile zahlreiche Studien zeigen, dass Intervallfasten zu einer effektiven und lang anhaltenden Gewichtsreduktion führt. Hinzu kommt noch, dass mit einer Korrektur des Körpergewichts immer auch Verbesserungen von Stoffwechselprozessen verknüpft sind. So konnten Studien belegen, dass sich Parameter des Fett- und Kohlenhydratstoffwechsels durch das Intervallfasten verbesserten.

Wie lange sollte man mindestens fasten? Wie viel maximal? Gibt es dazu Empfehlungen?

Zeitliche Angaben zur maximalen Dauer des Intervallfastens gibt es nicht. Auf jeden Fall kann das Intervallfasten beendet werden, wenn das Wunschgewicht erreicht ist. Es ist natürlich jederzeit möglich, wieder mit den Fastenphasen zu beginnen und damit kleine Abweichungen vom Wunschgewicht zu korrigieren. Letztendlich kann dies jeder für sich selbst entscheiden. Genauso sind kleine Unterbrechungen durchaus verzeihlich, wenn dann wieder konsequent das Intervallfasten fortgesetzt wird.

Foto: © FH Münster/Wilfried Gerharz
Quelle: FH Münster – University of Applied Sciences / Fachbereich Oecotrophologie-Facility-Management / Aktuelles

Kerngesund – Kleine Kerne, große Wirkung

Der Tipp „Greifen Sie im Supermarkt wieder zu Trauben und Melonen mit Kernen und lassen Sie die neuen, kernlosen Sorten liegen – denn die sind ihres kostbarsten Inhalts beraubt.“ mutet vielleicht etwas komisch an. Doch Deborah Weinbuch, die Autorin von „Kerngesund“, hat ihre Gründe dafür. In ihrem neuen Buch beschreibt sie die wichtigsten Kerne und Saaten und stellt ausführlich dar, welche gesundheitsförderlichen Stoffe in den kleinen Kraftpaketen stecken.
 
Neben den detaillierten Porträts der Kerne und Samen enthält der kompakte Ratgeber auch allerlei kernige Rezepte und Anleitungen für selbstgemachte Naturkosmetik.
 

Kraftpakete für die Gesundheit

„Kerngesund“ ist eine Hommage an Deborah Weinbuchs Großmutter, die auch mit über achtzig Jahren hellwach und immer in Bewegung ist. Sie war es, die der Autorin beibrachte „über so ziemlich jede Gemüsepfanne noch eine Handvoll Kerne zu streuen.“ Anlass genug jedenfalls, sich näher mit der Thematik zu befassen. In der Einleitung bekommt der Leser gleich einen Rundumschlag davon, was Kerne und Samen alles können, zum Beispiel allergische Reaktionen und entzündliche Prozesse mildern, Potenz und Fruchtbarkeit fördern oder einen Teil des Mehls beim Backen ersetzen. Auf den folgenden Seiten werden dann einige Wirkungen noch einmal genauer erläutert, und zwar:

  • Kerne machen schlank und bauen Muskeln auf
  • Kerne sind Anti-Aging-Nahrung
  • Kerne sind Gute-Laune-Garanten
  • Kerne geben Kraft fürs Immunsystem
  • Kerne schützen den Darm
  • Kerne fördern die Entgiftung
  • Kerne wirken vorbeugend gegen Krebs
  • Kerne schützen unser Herz-Kreislauf-System
  • Kerne stärken Knochen und Zähne
  • Kerne schenken schöne Haare und reine Haut

Ergänzende Fakten liefern Infokästen, zum Beispiel zum Kaloriengehalt von Kernen und Samen, zur Diabetesvorbeugung oder zum Spurenelement Selen.
 

Kerne und Samen im Einsatz

In den Porträts schlüsselt Deborah Weinbuch die Vorteile der einzelnen Kerne und Samen mit ihren charakteristischen Inhaltsstoffen noch einmal gezielt auf. So erklärt sie, was diese im Körper bewirken können und stützt sich dabei auf zahlreiche Studien, wie auch der Anhang zeigt. Wer schnell wissen möchte, welche Kerne und Saaten wofür oder wogegen nützlich sind, schlägt am besten die Übersicht auf, die sich ebenfalls im Anhang befindet. Für die Verwendung in Bad und Küche gibt es zahlreiche Rezepte, von Peelings, Masken Lotionen und Haarpackungen über Frühstück, Vorspeisen und Snacks bis zu Hauptspeisen, Backwerk und Desserts. Auch die Rezepte sind immer wieder mit Zusatzinfos zu ernährungsphysiologischen Aspekten gespickt, zum Beispiel zu FODMAPs (Fermentierbare Oligo-, Di- und Monosaccharide und Polyole), Lowcarb oder den Eigenschaften von Süßlupinenmehl und Hafer.
 

Melas Fazit für docFood

In der Danksagung kommt die Unterstützung der Lektorin bei der Systematik des Buches zur Sprache. Tatsächlich irritiert etwas, dass im Inhaltsverzeichnis überwiegend von Kernen die Rede ist. Dies ist wahrscheinlich auch dem Umstand geschuldet, dass Kerne und Samen nicht über einen Kamm geschoren werden können. Schließlich haben Cashew- und Melonenkerne oder Chiasamen nicht allzu viel gemeinsam, außer dass alle gesundheitsförderliche Stoffe enthalten, wenn auch unterschiedliche. Daher liest sich der allgemeine Teil über die Gesundheitswirkungen manchmal etwas holprig und verallgemeinernd. Dafür punkten die Porträts mit viel spezifischem Wissen über verschiedenste Vertreter der Kerne und Samen und gehen in Sachen Inhaltsstoffe in die Tiefe. So liefert das Buch viele gute Argumente dafür, häufiger Trauben oder Melonen samt der Kerne zu verspeisen oder die Suppe mit Sesamsamen zu bestreuen.

Melanie Kirk-Mechtel

Foto: © D. Weinbuch
 
Deborah Weinbuch
Kerngesund
Inhaltsstoffe, Wirkung & Anwendung von Pflanzenkernen & Samen
14,99 €, 160 Seiten
ISBN: 978-3-8312-0453-3
KOMPLETT-MEDIA, 2017

Rote Bete – heimisches Superfood

Ein Schönheitspreis ist mit der Roten Bete sicher nicht zu gewinnen – dafür glänzt das heimische Wurzelgemüse umso mehr mit seinen inneren Werten. Denn die schrunzlige Wurzelrübe ist eine wahre Nährstoffbombe. Versteht man unter Superfood Lebensmittel mit besonders hoher Nährstoffdichte, dann gehört die gute alte Rote Beete ganz oben mit auf die Liste mit dazu. Und was ist mit der aufwändigen Zubereitung? docFood zeigt Ihnen die Alternativen.
 
Denken Sie bei der Roten Bete ( ..auch als Rote Rübe oder Rande bekannt) auch noch an die klassische Sauerkonserve im Schraubglas mit geriffelten Scheiben und süß-säuerlichem Geschmack? Wer Rote Beete erntefrisch einkauft und selbst zubereitet, wird dagegen sein rotes Wunder erleben.
 

So frisch kann Rote Bete schmecken

Mit etwas frischem Zitronensaft und einer kleinen Prise Salz schmeckt die Rote Bete als Rohkost erfrischend und lecker. Der Geschmack ist umso milder, je dünner man sie schneidet – z. B. hauchdünn aufgeschnitten und mariniert als Carpaccio. Man kann sie auch mit einer Reibe fein raspeln und mit in einen Salat geben. Das verleiht dem Ganzen eine schöne, saftige Textur. Weniger amüsiert sind viele, wenn das rote Wunder an den Händen haften bleibt: das Betanin, der intensiv-rote Farbstoff der Knolle, färbt auch gerne schon mal die Finger. Um das zu vermeiden, sind Einmalhandschuhe die einfachste Lösung. Und wenn doch einmal etwas daneben geht: Zitronensaft hilft prima beim Entfernen der Flecken.
 

Rote Bete richtig verarbeiten

Zur Weiterverwendung von Roten Beten in Eintöpfen, Chutneys, Salaten oder Suppen wird die Knolle nach dem Entfernen der Blätter und Stiele gegart. Das sollte so schonend wie möglich passieren: Das klassische Kochen mit viel Wasser kann den größten Teil des wertvollen Vitamins Folsäure zerstören. Besser ist Dampfgaren mit wenig Wasser während 30-40 Minuten – so werden die Inhaltsstoffe geschont. In jedem Fall muss die Knolle mit unversehrter Schale gegart werden. Ansonsten würde sie „ausbluten“ und die strahlende Farbe verlieren. Nach dem Garen lässt sich die Schale leicht mit einem Messer abziehen. Übrigens: Inzwischen bietet jeder gut sortierte Supermarkt frisch geerntete, gekochte und geschälte Knollen verzehrsfertig in der Vakuumverpackung an. Das ist ideal für alle, denen das Schälen und selber Kochen zu lange dauert und die die Säure der eingelegten Produkte nicht mögen.
 

Was tun, wenn man den erdigen Geschmack nicht mag?

Manche mögen ihn ganz besonders und schätzen ihn als die besondere Würze, den erdigen Geschmack der Roten Bete. Andere können ihn nicht ausstehen. Auslöser dafür ist die Substanz Geosmin, die von Bodenbakterien synthetisiert wird und schon in geringsten Mengen am Geruch zu erkennen ist (…womit auch deutlich wäre, dass es ein Geruch und kein Geschmack ist, was da viele nicht mögen!). An der Schale der Roten Bete haftet trotz guter Reinigung immer ein bisschen von diesem Duftstoff an und gelangt so auch immer in den Knollensaft bzw. ins Knollengewebe. Wer nun den erdigen Geruch gar nicht abkann, muss doch nicht unbedingt verzichten: Organische Säuren – zu denen auch Essig gehört – verwandeln das Geosmin in eine geruch- und geschmacklose Substanz. Etwas Essig und Schnitze von säuerlichem Apfel am Rohkostsalat aus Roter Bete – und schon verflüchtigt sich der erdige Geruch. Limettensaft ist eine aromatische Alternative, die der erdigen Knolle einen erfrischenden Geschmack veleiht. Den gleichen Effekt haben andere Früchte oder milchsaure Produkte im Dressing
 

Das macht die Rote Bete so gesund

Hier die wichtigsten gesundheitlichen Argumente, mit denen die tiefrote Knolle punkten kann:
● Rote Bete hat einen überdurchschnittlich hohen Folsäuregehalt. 100 g decken ein Fünftel des Tagesbedarfs. Folsäure ist für Zellwachstum und Blutbildung unentbehrlich und gehört zu den wenigen ‚kritischen‘ Vitaminen: Viele von uns sind nicht ausreichend versorgt damit. ● Rote Bete enthält viel Vitamin C und ist besonders reich an den Mineralstoffen Kalium und Magnesium sowie den Spurenelementen Eisen und Kupfer. ● Betain, ein sekundärer Pflanzenstoff, stärkt durch seine antioxidative Wirkung das Immunsystem. Außerdem fördert es den Gallenfluss und regt den Appetit an. ● Die Rübe enthält viele weitere sekundäre Pflanzenstoffe, darunter Bioflavone, die ebenfalls antioxidativ wirken und dadurch die Zellen vor Schäden und Alterung schützen.● Der hohe Gehalt an Kieselsäure (Silizium) trägt zur Kräftigung von Bindegewebe und Haut, Gefäßwänden und Bindegewebe bei. ● Die Ballaststoffe der Roten Bete wirken anregend auf die Verdauung. ● Last not least ist die Knolle ausgesprochen kalorienarm, so dass sich auch die Figur freut, wenn Rote Bete-Gerichte auf dem Speiseplan stehen: Das Wintergemüse bringt pro 100 Gramm gerade einmal 42 Kalorien auf die Waage.
 

docFood rät

Während der vitaminarmen Jahreszeit darf Rote Bete gerne regelmäßig auf dem Speiseplan stehen. An Abwechslung muss es dabei nicht fehlen. Passend dazu bei docFood: Rote-Bete-Carpaccio mit Feldsalat und Ziegenkäse als Vorspeise mit wunderbarer Aromenkombination. In Rezeptportalen wie eatsmarter finden sich jede Menge schmackhafter Alternativen. Ganz davon abgesehen gehört die Rote Bete zu den preiswertesten Gemüsen während der Winterzeit: Lecker, gesund und preiswert – besser geht’s nicht.
 

Was sind eigentlich Beta-Glucane?

Glucane sind nicht zu verwechseln mit Tukanen, bei denen es sich um tropische Vögel handelt . Beta Glucane haben stattdessen mit gesunder Ernährung zu tun. Genauer gesagt handelt es sich bei den Beta-Glucanen um lösliche Ballaststoffe, die besonders reichlich in bestimmten Getreidesorten – insbesondere in Gerste und Hafer vorkommen. Darüber enthalten auch Hefen, Pilze, Algen und einigen Bakterien geringe Mengen an Beta-Glucanen.
 
Inzwischen zeichnet sich immer mehr ab, dass Beta-Glucane eine ganze Reihe von positiven Wirkungen auf unsere Gesundheit hat
 

 Beta-Glucane und Gesundheit

Im Getreide findet sich Beta-Glucan hauptsächlich in der Schale. Mit durchschnittlich 4,8 % in der Trockensubstanz findet man bei Gerste die höchsten Werte. Der Gehalt des Hafers an Beta-Glucanen ist mit durchschnittlich 4,5% mit dem der Gerste vergleichbar. Deutlich geringer fällt der Beta-Glucan Anteil bei Roggen(2,3) und Weizen (0,8 %) aus. Die wichtigsten: ● Beta-Glucane tragen zur Absenkung des Cholesterinspiegels und des Blutzuckerspiegels bei. ● Sie können dadurch zur Behandlung von Diabetes und erhöhtem Cholesterinspiegel beitragen.● Sie wirken antientzündlich. ● Sie scheinen das Wachstum von Tumoren zu hemmen – u.a. dadurch, dass sie zum Aushungern von Tumoren beitragen, indem sie die Angiogenese (Bildung von Blutgefäßen in Tumoren) behindern. Last not least wird den Beta-Glucanen auch eine positive Wirkung auf die Darmgesundheit zugeschrieben.
 

 Beta Glucan kann beim Abnehmen helfen

Beta Glucan bremst die Passage des Speisebreis durch den Magen: Die Ballaststoffe sind verantwortlich dafür, dass die Nahrung länger im Magen bleibt. Das wiederum führt zum längeren Anhalten des Gefühls der Sättigung. Die Folge: Wer beta-glucanreiche  Lebenssmittel isst, fühlt sich  länger satt und nimmt insgesamt weniger Kalorien zu sich. Auf Grund dieser Eigenschaft können z.B. Speisen aus Hafer dabei helfen, das Gewicht zu halten oder eine Diät unterstützen. Während Beta Glucane den Speisebrei ‚oben‘ – also im Magen – bremsen, sorgen sie ‚unten‘ – im Darm – für seine Beschleunigung. Durch die hohe Quellfähigkeit bilden sie viel Volumen, regen dadurch die Darmbewegung an, was wiederum der Verstopfung entgegenwirkt . Zudem wirken Beta Glucane im Dickdarm prebiotisch in dem sie das Wachstum bestimmter Bakterien in der gesunden Darmflora fördern.
 

Beta-Glucan in Kapseln – das muss nicht sein

Inzwischen gibt es zahllose Präparate, in denen Beta-Glucan in Kapselform angeboten wird. Doch diese sind nicht nur teuer, sondern meistens auch viel zu niedrig dosiert. Dabei lässt sich die Menge an Beta-Glukanen, die für die Erzielung der positiven gesundheitlichen Wirkungen nötig ist, problemlos mit natürlichen Lebensmitteln erzielen. Ernährungsmediziner empfehlen die tägliche Aufnahme von 3 bis 4 Gramm Beta-Glucan. 1,5 g Beta-Glucan werden beispielsweise durch 20 g Haferkleie-Flocken, 30 g Haferfleks mit Kleie oder 40 g Haferflocken geliefert. Durch den Verzehr verschiedener Hafer-Erzeugnisse kann die Empfehlung von 3 g Beta-Glucan pro Tag einfach umgesetzt werden. Ähnliches gilt für Produkte aus Gerste. Inzwischen werden sogar speziell gezüchtete, besonders Beta-Glucan-reiche Gerstensorten angeboten, die als geschälte Beta-Glucan Gerste, als ganzes (geschältes) Korn oder in Form von Flocken vermarkten.
 

docFood rät

Dass Produkte aus dem vollen Getreidekorn viel Gutes für us ereGesundheit enthalten, ist wahrlich nicht neu. Das predigen die Verfechter der Vollwerternährung seit Jahrzehnten. Beta-Glucane sind ein Baustein in diesem System, dem eine besondere Bedeutung zukommt. Wer Hafer (in Form von Flocken, Mehl oder Kleie) und Gerste (z.B. als Vollkronmehl) zu sich nimmt, sorgt damit vor allem für einen gesunden und funktionierenden Darm, abgesehen von den weiteren positiven Wirkungen der Glucane. Das sollte deshalb besonders einfach sein, weil es gerade für Haferflocken zahllose spannende, leckere, leichte Rezepte gibt – für Porridge, Müsli oder Overnight-Oats, um nur eingie zu nennen. Wohl bekomm’s.
Dr. Friedhelm Mühleib
Foto: © Dieckmann cereals

Hafer: kleine Flocken – großer Nutzen

Seit Haferflocken Oatflakes heißen, steigt ihre Beliebtheit unglaublich. Schließlich waren die kernigen Flocken lange Zeit unglaublich out. Stimmt schon: Haferbrei mit Quark und irgendwas – das hörte sich nicht gerade sexy an. War was für Katzen oder zahnlose Senioren mit Verdauungsproblemen.  Was ein Glück, dass sich das nun geändert  hat. Inzwischen wimmelt es in den Food- und Kochblogs im Netz von leckeren Haferrezepten.

 
Ganz gleich, ob wir von Oatflakes, Oatmeals oder Hafer reden – Hafer gehört zu den wertvollsten Nahrungsmitteln, mit vielen Vorteilen für unsere Gesundheit.  Haferflocken gehören zu den Lebensmitteln, die in jeder Küche immer zur Hand sein sollten.  Nicht nur, weil sie lecker und vielseitig sind, sondern vor allem auch wegen ihrer gesundheitlichen Pluspunkte. Im Folgenden nennen wir Ihnen die wichtigsten:
 

Hafer – Arzneipflanze des Jahres 2017 

Wussten Sie schon: Hafer ist die Arzneipflanze des Jahres 2017.  Was bitteschön haben die Flocken im Müsli mit Arznei zu tun? Ganz viel, denn im Haferkorn stecken ganz viele Stoffe, die unserer Gesundheit förderlich sind. In einem Aspekt  unterscheidet sich der Hafer allerdings tatsächlich von den meisten anderen Arzneipflanzen: Er schmeckt überhaupt nicht nach Arznei, sondern – z.B. mit Obst und Milchprodukten –  einfach nur lecker!  Trotzdem wollen wir hier einen Blick auf das Potenzial des Hafers für die Gesundheit werfen:

  • ENORMER EIWEISSGEHALT Hafer enthält – wie alle Getreide – zwar knapp 60% Kohlenhydrate, darunter jedoch nur 0,7% Zucker (!). Der Eiweißgehalt ist mit 13,5% für ein pflanzliches Lebensmittel enorm. Salz ist praktisch nicht enthalten. Auch die 7% Fett im Haferkorn können mit Top-Qualität punkten: Es setzt sich zu 80% aus einfach und mehrfach ungesättigten Fettsäuren zusammen, nur 20% davon sind gesättigte Fettsäuren.
  • EXTREM BALLASTOFFREICH: Wir wissen alle, wie wichtig es ist, genug Ballaststoffe zu essen. doch Die wenigsten kommen auf die empfohlene Menge. Die tägliche Portion Hafer ist dafür sehr hilfreich. Hafer enthält ca. 10% Ballaststoffe, die u.a. dazu beitragen, den Cholesterinspiegel zu senken und unseren Darm in Bewegung zu halten.
  • VIELE VITAMINE UND MINERALSTOFFE. Das Haferkorn ist ein echtes Nährstoffpaket – vor allem in bezug auf Vitamine und Mineralstoffe. Mit einem besonders guten Gehalt an Magnesium, Phosphor, Eisen, Zink, Kupfer und Mangan hilft der Hafer unserem Stoffwechsel auf die Sprünge. Bei den Vitaminen kann der Hafer mit viel Vitamin B1 (Thiamin – wichtig für geistige und körperliche Leistungsfähigkeit), Folsäure (wichtig für Blutbildung und Zellwachstum) und Vitamin K (wichtig für die Stabilität usnerer Knochen) punkten.
  • HAFER HÄLT HERZ- UND KREISLAUF IN SCHWUNG. Viel Kalium und wenig Kochsalz sorgen dafür, dass der Blutdruck stabil bleibt. Auch Beta-Glucan, ein löslicher Ballaststoff, für den Hafer die wichtigste Quelle in unserer Nahrung ist, trägt zu einem stabilen Blutdruck bei. Beta Glucan hilft, normale Cholesterinwerte zu halten und erhöhte Werte zu senken.
  • GUT FÜR DARM UND VERDAUUNG.  Durch die vielen Ballaststoffe beugt Hafer Verstopfung vor und ist vor allem für Leber und Galle ein Segen. Die Wirkung des Beta Glucan beruht in erster Linie auf seinem Einfluss auf die Blutfette. Bei Menschen mit nicht-alkoholischer Fettleber kann Haferfasten heilen, indem es den zustand des Lebergewebes ‚normalisiert‘.
  • IDEAL FÜR DIABETIKER. Hafer ist ein ideales Lebensmittel für Diabetiker: Das zuckerarme Getreide hat einen niedrigen glykämische Index (ca. 40), was einen langsamen Blutzuckeranstieg und damit einen geringen Insulinbedarf zur Folge hat. Spezielle Haferdiäten bzw. Hafertage können für Diabetiker sehr hilfreich sein.

 

docFood rät

Die Liste der Krankheiten und Beschwerden, auf die Hafer eine positive Wirkung hat, ließe sich leicht verlängern. Am besten lässt man es als gesunder Mensch gar nicht erst zu diesen Krankheiten kommen – eine bewusste Ernährung liefert fast immer einen wichtigen Beitrag zu. Und das bedeutet natürlich auch: Hafer kann als regelmäßiger Bestandteil einer bewussten Ernährung helfen, den genannten und mehr Krankheiten vorzubeugen. Vorbeugen war schon immer besser als heilen – und mit den vielen leckeren Rezepten und Zubereitungen, die es heute für Hafer gibt, sollte das gar kein Problem sein.

 Red.

Quelle und mehr Infos: Auf der Website „Hafer – Die Alleskörner“ gibt es viele weiterführende Informationen zu Hafer und Gesundheit sowie viele Rezepte mit Hafer .

Mediterrane Kost – gut für Herz und Kreislauf

Gibt es noch einen unter den Lesern von docFood, der nicht weiß, dass Mediterrane Ernährung gut ist für Herz und Kreislauf? Manche Dinge kann man nicht oft genug sagen. Deshalb sagen wir es hier nocheinmal. MEDITERRANE DIÄT SCHÜTZT HERZ UND KREISLAUF. Anlass für so viel Beharrlichkeit ist eine neue Studie, die das Thema aus dem Blickwinkel von Menschen betrachtet, bei denen Herz und Kreislauf bereits geschädigt sind.
 
Die Studie kommt zu dem Ergebnis: Menschen mit koronarer Herzkrankheit (KHK), die sich nicht nach den Grundsätzen der Mittelmeerdiät ernähren, haben ein höheres Risiko für besonders schwere und komplexe Erkrankungen ihrer Herzkranzgefäße.
 

Je schlechter die Ernährung, desto schlimmer die Krankheit

„Unsere Studienergebnisse verstärken die Evidenz für eine Herz-Kreislauf-schützende Wirkung der Mittelmeer-Diät“, sagt der Autor der Studie Dr. Christoph Waldeyer vom Universitären Herzzentrum Hamburg. Schwerpunkte dieser Ernährungsform liegen zum Beispiel auf Gemüse, Salat, Obst, Fisch, wenig rotem Fleisch, der Verwendung von Olivenöl und täglich nicht mehr als einem Glas Rotwein. Die Forscher hatten 1.005 Patienten mit koronarer Herzkrankheit untersucht und den Schweregrad und die Komplexität der Erkrankung gemessen. Zu Studienbeginn wurden mit einem Fragebogen zum Lebensstil der Patienten deren Essgewohnheiten erhoben und mit einem Mittelmeer-Diät-Score bewertet, wie sehr sie sich nach den Grundsätzen der mediterranen Ernährung ernähren. Die Punkteskala reicht von null (keine Orientierung an der Mittelmeer-Diät) bis 28 Punkte (maximale Orientierung an der Mittelmeer-Diät). Frühere Studienergebnisse hatten eine vorbeugende Wirkung für Herz-Kreislauf-Ereignisse ab einem Wert von 14 gezeigt. Genau das hat die Hamburger Studie bestätigt: Eine geringe Orientierung an der Mittelmeer-Diät mit einem Wert unter 14 stand in einem eindeutigen Zusammenhang mit einem mittleren bzw. hohen Risiko für die Entwicklung einer ausgeprägten KoronarenHerzerkrankung. Diese Daten, so die Studienautoren, bestätigen die vorbeugende Wirksamkeit der Mittelmeer-Diät bei kardiovaskulären Krankheiten.
 

docFood meint:

„Mediterrane Küche – Gesunde Kost für ein gesundes Herz“ so lautet der Titel eines Artikels, den die Ernährungswissenschaftlerin Dr. Ute Brehme vor fast 20 Jahren geschrieben hat, und der noch kein bisschen veraltet ist – nachzulesen auf der Website des Verbandes für unabhängige Gesundheitsberatung e.V. (UGB). Wer interessiert ist, findet die Grundzüge der Mediterranen Kost dort ausführlich erläutert. Natürlich ist es erfreulich, wenn wieder einmal eine Studie den positiven Einfluss dieser Ernährungsform auf unsere Gesundheit bestätigt. Das viele Geld für solche Studien wäre allerdings besser in Information und Aufklärung der Verbraucher zu dieser Ernährungsweise angelegt. Es geht nicht mehr um die positiven Wirkung der mediterranen wieder und wieder zu bestätigen. Es geht darum, die Menschen zu dieser Form der Ernährung zu motivieren und sie bei der Umsetzung zu unterstützen. Übrigens: Wie mediterrane Ernährung im Alltag funktioniert, kann jede qualifizierte Ernährungsfachkraft vermitteln. Auf den großen Kochportalen wie Chefkoch oder eatsmarter gibt es zahllose leckere Rezepte dazu. Am besten gleich morgen starten!

 Dr. Friedhelm Mühleib

 

Tag des Bieres: Fakten zum Bier

Zum Glück wissen die meisten Bierfans wohl nicht, dass heute der Tag des Bieres ist. Sonst wäre das vielleicht noch ein Grund für sie, heute mehr von ihrem Lieblingsgetränk zu trinken, als ihnen gut tut. Ob dieser Tag zumindest in Chemnitz besonders gefeiert, ist uns nicht bekannt. Laut Umfrage ist die sächsische Mini-Metropole mit einem Verbrauch von 132 Litern pro Kopf und Jahr Deutschlands Biertrinker-Hauptstadt. Im Folgenden ein paar interessante Bier-Fakten:
 
Insgesamt trinken wir Deutschen im Durchschnitt ca. 100 l Bier pro Kopf und Jahr – das entspricht 200 Flaschen Bier pro Person bzw. etwas mehr als eine halbe Flasche pro Tag.
 

Männer trinken doppelt so viel Bier wie Frauen

Interessant, aber einleuchtend ist, dass der Bierdurst bei Männern erheblich größer ist als bei Frauen: Sie sind laut Umfragen für den Hopfentrunk nur schwer zu begeistern – fast die Hälfte der Frauen verzichtet auf Bier. Entsprechend trinken Männer im Schnitt doppelt so viel Bier wie die Frauen. Ca. 70 Prozent aller Männer ab 18 Jahren trinken mindestens einmal pro Monat ein Bier. Damit ist Bier das beliebteste alkoholische Getränk. Wein und Sekt kommen dagegen nur recht selten ins Glas. Der Bierdurst der Deutschen geht insgesamt langsam, aber stetig zurück. Wurden 2007 noch knapp 104 Millionen Hektoliter in Deutschland verkauft, sank der Absatz bis heute um ca. 10% auf gut 95 Millionen Hektoliter im vergangenen Jahr. Das mit Abstand beliebteste Bier in Deutschland ist immer noch das Pils. Fast 54 Prozent der im Handel verkauften Flaschen-, Dosen- und Fassbiere wurden nach Pilsener Art gebraut, wobei der Marktanteil allerdings leicht rückläufig ist. Auch Export-, Weizen- und Altbiere gehören derzeit zu den Verlierern. Stattdessen sind Spezialitäten und Biermixgetränke auf dem Vormarsch. Die Deutschen haben offensichtlich Lust, auch beim Bier Neues auszuprobieren.
 

Bier und Gesundheit

Immer noch gilt für das Brauen von Bier in Deutschland das Reinheitsgebot aus dem Jahre 1516: Es darf ausschließlich vier Zutaten enthalten: Hopfen und Malz, Wasser und Hefe. Hinzu kommen Alkohol und Kohlensäure im Endprodukt – beides entsteht aus der alkoholischen Gärung. Werden Früchte, Kräuter oder Gewürze zugesetzt, um den Geschmack zu verfeinern, ist das Endprodukt kein klassisches Bier mehr, sondern muss als Biermischgetränk gekennzeichnet werden. Kaum einem Getränk werden so viele positive Eigenschaften zugesprochen wie dem Bier.
So soll es zum einen Nierensteinen, Herzinfarkten und Schlaganfällen vorbeugen. Zum anderen soll es beruhigend wirken und das Einschlafen erleichtern. Es soll revitalisieren und akute Erschöpfungszustände kurieren, den Haarwuchs fördern und bei sexueller Unlust helfen.
Den Inhaltsstoffen des Hopfens werden beruhigend und stoffwechselanregende Wirkungen zugeschieben. Tatsächlich enthält er entzündungshemmende Flavonoide. Auch das Polyphenol Xanthohumol gilt als antioxidativ und kommt in keiner anderen Pflanze vor. Diese positiven Wirkungen beziehen sich allerdings auf Hopfenextrakt. Tatsächlich ist die Menge an Hopfen im Bier zu gering, um wirksam zu sein.
Vorwiegend aus dem Gerstenmalz stammen die B-Vitamine, die ein Bier enthält  Vor allem die für den Stoffwechsel so wichtigen Vitamine B2 (Riboflavin), B6 (Pyridoxin), Vitamin B5 (Panthenolsäure) sowie Vitamin B3 (Niacin) kommen im Bier reichlich vor. Durch die beigesetzte Hefe enthält Bier außerdem viel Folsäure und Biotin, die für die Blutbildung sowie die Zellerneuerung notwendig sind.
 

Risiken des Alkoholkonsums

Vieles deutet jedoch darauf hin, dass die Schäden und Risiken des Alkohols den positiven Nutzen der Wirksubstanzen im Bier überwiegen – und zwar auch bei einem geringem Konsum. Herkömmliches Bier kann trotz seines relativ geringen Alkoholgehalts stark abhängig machen. Wer über einen längeren Zeitraum jeden Abend ein Bier trinkt, läuft Gefahr, zum Alkoholiker zu werden.
 

docFood rät

Bier mag ja ein bisschen gesund sein – aber nur, wenn es in Maßen getrunken wird. Kenn Dein Limit! 24 Gramm Alkohol täglich und mindestens zwei alkoholfreie Tage in der Woche: Das sind die Grenzwerte für risikoarmen Alkoholkonsum bei gesunden erwachsenen Männern. Diese maximale Menge ist mit 0,5l Bier (20g Alkohol) fast erreicht. Für Jugendliche bis zum 20. Lebensjahr sind keine Grenzwerte für risikoarmen Alkoholkonsum definiert. Weil ihre körperliche Reifung und vor allem Entwicklungen im Gehirn noch nicht abgeschlossen sind, ist die Gefahr von Schäden höher als bei Erwachsenen.

Superfood auf Normalmaß reduziert: Acaí

Sie gehört zu den Vorzeigefrüchten der Superfood-Szene: Die Acaí-Beere. Doch Acaí-Fans sehen sich nun mit einer herben Enttäuschung konfrontiert. Die meisten vermeintlichen Wunderwirkungen der Superbeere sind wissenschaftlich nicht bewiesen. Offensichtlich kann sie weder Pfunde beim Abnehmen purzeln lassen, noch hält sie als Bestandteil von Anti-Aging Produkten den Alterungsprozess auf. Dass sie vor Arteriosklerose, Diabetes, Krebserkrankungen und Fettstoffwechsel- störungen schützt, ist ebenfalls nicht belegt.
In einem Beitrag zum Stand des Wissens über Acaí in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift Ernährungs Umschau verweist Oecotrophologin Katharina Goerg die meisten behaupteten Wirkungen ins Reich des Spekulativen.
 

Wirkungen auf Gesundheit nicht bewiesen

Goerg kommt in ihrem Artikel zu dem Schluss: „Obwohl die Acaí-Beere und ihre Inhaltsstoffe wiederholt untersucht wurden, liegen derzeit keine belastbaren Ergebnisse zu gesundheitsfördernden oder sättigungsregulierenden Effekten durch den Konsum von Acaí-Produkten vor.“ Gleichzeitig bemängelt die Ernährungswissenschaftlerin die geringe Aussagekraft der meisten Untersuchungen, die über die Acaí-Beere vorliegen. Zwar ist der hohe Gehalt der Acaí-Beere an antioxidativen Substanzen wie Anthocyanen, Polyphenolen und Flavonoiden unbestritten – trotzdem, so Katharina Goerg, sticht der Gehalt der Acaí an diesen Substanzen nicht gegenüber anderen Früchten hervor. Traubensaft, Granatapfelsaft oder Schwarzkirschensaft z. B. enthalten ähnlich viele oder sogar mehr Antioxidantien. Auch wenn der antioxidative Schutzeffekt von Acaí -Beeren und -Produkten als erwiesen gilt, bewegt er sich also im Rahmen dessen, was ähnliche Früchte bieten.
 

Geschmack gewöhnungsbedürftig

Am Geschmack zumindest dürfte es nicht liegen, dass die Leute so verrückt auf die Acaí-Beere sind: Er wird als fettig, erdig und teilweise nussig beschrieben – für europäische Geschmacksnerven gewöhnungsbedürftig. Für den Erfolg der unscheinbaren Beeren dürften eher Oprah Winfrey und eine Reihe anderer Holywood-Promis verantwortlich sein, die fleißig PR für die Acaì – Beere machen. Die unscheinbare dunkelblaue Frucht sieht unserer Heidelbeere zum Verwechseln ähnlich. Wie sie hat auch die Açai im frischen Zustand einen  matten, weiß-grauen Schleier auf der Schale. Im Gegensatz zur Heidelbeere hat die Açai einen Kern. Der macht mengenmäßig den Hauptteil der Beere aus und ist nicht essbar. Die gesundheitsfördernden Substanzen stecken im umgebenden Fruchtfleisch und der Schale. Wenn die Acaí-Beere und Produkte daraus schon keine Wunder wirken, scheint ihr Konsum zumindest auch nicht zu schaden. Katharina Goerg hat recherchiert, dass viele Brasilianer bis zu zwei Liter frischen Acaí-Saft täglich trinken – und das offensichtlich ohne bekannte negative Folgen. Unverträglichkeiten bei gleichzeitiger Einnahme von Medikamenten gegen Fettstoffwechselstörungen, Diabetes und Nierenerkrankungen könnten, so Goerg, nach dem derzeitigen Stand der Forschung allerdings nicht ausgeschlossen werden.
 

docFood rät

Die Ernährungsexpertin Angela Clausen von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen stellt kritisch fest: „ Die Evidenz für die angeblichen präventiven oder sogar heilenden Wirkungen der Superfoods ist eher bescheiden. Häufig werden kleine wissenschaftliche Meldungen aus Zell- oder Tierversuchen maßlos übertrieben und unzulässigerweise auf den Menschen übertragen. Gibt es tatsächlich Humanstudien, dann kranken diese oft an einer sehr kleinen Probandenzahl, fehlender Kontrollgruppe, unrealistisch hohen Dosierungen oder der Verwendung von nicht vergleichbaren, isolierten Inhaltsstoffen.“ Das trifft in vollem Umfang auch für die Acaíbeere zu. Zudem nutzen Hersteller und Vermarkter die Exclusivität der Beeren, die nur in Südamerika wachsen, gnadenlos aus. Açai-Produkte sind nicht nur extrem teuer(..15,00 bis 20,00 € z. B. für 100g Acaí Pulver sind ein stolzer Preis!). Es gibt darunter zudem viele minderwertige Produkte, deren Açaí-Anteil zu vernachlässigen oder gleich null ist. Deswegen unser Rat: Vergesst Acaì – esst Heidelbeeren. Die sind übrigens auch als Tiefkühlprodukt noch super. Sie schmecken besser, sind billiger, mindestens genauso gesund – und es gibt sie (zumindest im Sommer) in bio und regional.Einfach super!

Friedhelm Mühleib

Schokolade und so…

26. Januar 2017: Heute endet – rein theoretisch – die Schokoladenzeit. Jeder Deutsche verzehrte 2016 im Durchschnitt 32,71 Kilo Süßwaren. Den größten Anteil hatten die Schokowaren mit knapp zehn Kilo, gefolgt von Zuckerwaren wie Fruchtgummi / Bonbons (5,78 kg) und Backwaren wie Keksen. Zehn Kilo Schokowaren – das entspricht gut 50.000 Kalorien. Menschen mit einem durchschnittlichen täglichen Kalorienbedarf von ca. 2000 Kalorien könnten sich also – rein theoretisch – mit dieser Menge 25 Tage lang ausschließlich von Schokowaren ernähren. Also vom ersten Januar bis heute. Ganz schön viel.
 
Zum Glück haben die wenigsten ihr Kontingent schon ausgeschöpft. Denn am Wochenende öffnet das Paradies für Schokofreaks seine Tore: Die Internationale Süßwarenmesse in Köln beginnt – mit dem wohl größten Schokoladenangebot der Welt. Zur ISM in Köln (Internationale Süßwarenmesse) werden vom 29. Januar bis 1. Februar 1650 Aussteller (plus 2,5 Prozent) aus 68 Nationen sowie 38 500 Besucher erwartet.
 

Deutschland – das Naschparadies

Gemeinsam mit den Schweizern sind die Deutschen die uneingeschränkten Weltmeister im Schokoladenverzehr. Sogar die Amerikaner kommen nur auf ca. sechs Kilogramm Schokolade pro Kopf und Jahr, während der Chinese im Durchschnitt gerade mal  lächerliche 200g Schokolade – ganze zwei Tafeln pro Jahr – knabbert. Insgesamt wurden im Jahr 2015 in Deutschland ca. 1,1 Mio. t Schokoladewaren im Wert von 5,4 Mrd. Euro produziert. Dabei ist Schokolade hierzulande unschlagbar billig: Nach einer Untersuchung des Marktforschungsunternehmens Nielsen sind Schokolade und andere Süßwaren nirgends in Europa billiger als in Deutschland. Die Marktforscher haben einen Warenkorb mit 16 Markenprodukten zusammengestellt, darunter die Gummibären von Haribo, eine Ritter-Sport-Nuss-Schokolade, ein Glas Nutella, Oreo-Kekse, Tuc-Cracker, einen Mars-Schokoriegel und die Minzbonbons von Fisherman’s Friend. Dafür zahlen Deutsche Verbraucher im Durchschnitt gerade einmal läppische  20,87 Euro (Stand Oktober 2016). Im europäischen Durchschnitt berappen die Kunden für die identische Auswahl an Produkten stolze 28,30 Euro.
 
Wissenschaft: Freibrief für Schokolade
Der Deutsche futtert seine Schokolade inzwischen mit reinstem Gewissen. Das haben sie der Wissenschaft und der Presse, beide unterstützt von der Lobby der Süßwarenhersteller, zu verdanken. Galt Schokolade bis in die 90er Jahre als schwerste Ernährungssünde, ist sie inzwischen wissenschaftlich reingewaschen. Sozusagen fast über jeden Verdacht erhaben, eigentlich schon ein Muss für jeden, der sich gesund ernähren will. Dabei wird die Schokolade durch die jüngsten Trends geadelt: Schokolade aus fair gehandeltem Kakao, der natürlich aus BIO-Anbau stammt, in vegetarischen oder gar veganen Varianten. Das Ganze in der hypoallergenen, fett- und zuckerreduzierten Version. Unsere tägliche Schokolade gib uns heute. Das alles spricht dafür, dass Schokolade das kommende Grundnahrungsmittel Nummer eins sein wird.
 
So gesund soll Schokolade sein
Denn Schokolade ist ja soo gesund. Zumindest soll sie gesund sein – im Grunde ist Schokolade Super-Food im Quadrat. Spaß beiseite: Inzwischen gibt es weltweit Dutzende von Studien, die eine Vielfalt positiver gesundheitlicher Wirkungen der Schokolade zu belegen scheinen. Die Wichtigsten hier in Kürze:
●Schokolade kann durch ihren Gehalt an Flavonoiden (im Kakao) den Blutdruck senken. ●Schokolade mit hohem Kakaoanteil kann sich positiv auf weitereHerz- Kreislauf-Risikofaktoren wie Elastizität der Blutgefäße, Blutfettwerte und sogar auf die Insulinresistenz auswirken. ●Moderater Schokoladenkonsum wird mit einem verminderten Risiko für Herzkrankheiten und Schlaganfall in Verbindung gebracht. ● Häufiger Schokoladenkonsum war in verschiedenen Studien mit einem niedrigeren Body Mass Index korreliert, vor allem auch bei Jugendlichen. ● Eine Auswertung von 19 Studien ergab, dass die Wahrscheinlichkeit für Übergewicht und Fettleibigkeit bei Kindern und Jugendlichen mit dem höchsten Konsum von Süßigkeiten und Schokolade um 18% niedriger als bei den Durchschnittsnaschern war. ●Schokoladenprodukte sollen einen Schutzfaktor für die Nerven darstellen und die geistige Leistungsfähigkeit verbessern (.. bedingt durch neurochemisch wirksame Inhaltstoffe aus der Kakaobohne). ● Eine Untersuchung zeigte eine „inverse Korrelation“ von Schokoladenverzehr und Diabetes Typ-2: Teilnehmer, die nie oder kaum Schokolade aßen hatten ein fast doppelt so hohes Risiko im 5- Jahres Beobachtungszeitraum an Diabetes zu erkranken wie Probanden, die öfter als einmal pro Woche Schokolade aßen – siehe hierzu auch die Pressemeldung des oecotrophologen Uwe Knop.
 
Wieviel Schokolade darf man essen?
Wenn einem so viel Gutes wiederfährt, ist das also die tägliche Tafel Schokolade wert – oder? Bei so vielen guten Nachrichten kapituliert auch die Ernährungswissenschaft. Zumindest sind heute diejenigen zum Schweigen gebracht, die früher vor zu viel Schokolade gewarnt haben. In einem Übersichtsartikel in der Fachzeitschrift Ernährungs Umschau schreibt die Oecotrophologin Angela Bechthold: „Über eine gesundheitsförderliche Verzehrsmenge an Schokolade kann bisher nur spekuliert werden. Es ist derzeit nicht möglich, die wissenschaftliche Literatur zu den Gesundheitseffekten von Kakao und Schokolade in Ernährungsempfehlungen für die Bevölkerung umzusetzen – auch wenn viele es sich wünschen würden.“
 
docFood meint:
Ich bin nach dem Verfassen dieses Artikels ganz ausgelaugt, und mein Körper verlangt nach einem Stück Schokolade – auch zur Regeneration meiner geistigen Leistungsfähigkeit. Ganz sicher bin ich allerdings nicht, ob mich der Schokosnack tatsächlich spontan zu neuen geistigen Höhenflügen anspornen wird. Nun wünsche ich den geneigten Lesern viel Genuss beim (regel)mäßigen Verzehr köstlicher Schokolade; rate aber gleichzeitig zu einer gewissen Skepsis, was die allfälligen gesundheitlichen Lobpreisungen der Schokolade betrifft.

Friedhelm Mühleib

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