Tag des Bieres: Fakten zum Bier

Zum Glück wissen die meisten Bierfans wohl nicht, dass heute der Tag des Bieres ist. Sonst wäre das vielleicht noch ein Grund für sie, heute mehr von ihrem Lieblingsgetränk zu trinken, als ihnen gut tut. Ob dieser Tag zumindest in Chemnitz besonders gefeiert, ist uns nicht bekannt. Laut Umfrage ist die sächsische Mini-Metropole mit einem Verbrauch von 132 Litern pro Kopf und Jahr Deutschlands Biertrinker-Hauptstadt. Im Folgenden ein paar interessante Bier-Fakten:
 
Insgesamt trinken wir Deutschen im Durchschnitt ca. 100 l Bier pro Kopf und Jahr – das entspricht 200 Flaschen Bier pro Person bzw. etwas mehr als eine halbe Flasche pro Tag.
 

Männer trinken doppelt so viel Bier wie Frauen

Interessant, aber einleuchtend ist, dass der Bierdurst bei Männern erheblich größer ist als bei Frauen: Sie sind laut Umfragen für den Hopfentrunk nur schwer zu begeistern – fast die Hälfte der Frauen verzichtet auf Bier. Entsprechend trinken Männer im Schnitt doppelt so viel Bier wie die Frauen. Ca. 70 Prozent aller Männer ab 18 Jahren trinken mindestens einmal pro Monat ein Bier. Damit ist Bier das beliebteste alkoholische Getränk. Wein und Sekt kommen dagegen nur recht selten ins Glas. Der Bierdurst der Deutschen geht insgesamt langsam, aber stetig zurück. Wurden 2007 noch knapp 104 Millionen Hektoliter in Deutschland verkauft, sank der Absatz bis heute um ca. 10% auf gut 95 Millionen Hektoliter im vergangenen Jahr. Das mit Abstand beliebteste Bier in Deutschland ist immer noch das Pils. Fast 54 Prozent der im Handel verkauften Flaschen-, Dosen- und Fassbiere wurden nach Pilsener Art gebraut, wobei der Marktanteil allerdings leicht rückläufig ist. Auch Export-, Weizen- und Altbiere gehören derzeit zu den Verlierern. Stattdessen sind Spezialitäten und Biermixgetränke auf dem Vormarsch. Die Deutschen haben offensichtlich Lust, auch beim Bier Neues auszuprobieren.
 

Bier und Gesundheit

Immer noch gilt für das Brauen von Bier in Deutschland das Reinheitsgebot aus dem Jahre 1516: Es darf ausschließlich vier Zutaten enthalten: Hopfen und Malz, Wasser und Hefe. Hinzu kommen Alkohol und Kohlensäure im Endprodukt – beides entsteht aus der alkoholischen Gärung. Werden Früchte, Kräuter oder Gewürze zugesetzt, um den Geschmack zu verfeinern, ist das Endprodukt kein klassisches Bier mehr, sondern muss als Biermischgetränk gekennzeichnet werden. Kaum einem Getränk werden so viele positive Eigenschaften zugesprochen wie dem Bier.
So soll es zum einen Nierensteinen, Herzinfarkten und Schlaganfällen vorbeugen. Zum anderen soll es beruhigend wirken und das Einschlafen erleichtern. Es soll revitalisieren und akute Erschöpfungszustände kurieren, den Haarwuchs fördern und bei sexueller Unlust helfen.
Den Inhaltsstoffen des Hopfens werden beruhigend und stoffwechselanregende Wirkungen zugeschieben. Tatsächlich enthält er entzündungshemmende Flavonoide. Auch das Polyphenol Xanthohumol gilt als antioxidativ und kommt in keiner anderen Pflanze vor. Diese positiven Wirkungen beziehen sich allerdings auf Hopfenextrakt. Tatsächlich ist die Menge an Hopfen im Bier zu gering, um wirksam zu sein.
Vorwiegend aus dem Gerstenmalz stammen die B-Vitamine, die ein Bier enthält  Vor allem die für den Stoffwechsel so wichtigen Vitamine B2 (Riboflavin), B6 (Pyridoxin), Vitamin B5 (Panthenolsäure) sowie Vitamin B3 (Niacin) kommen im Bier reichlich vor. Durch die beigesetzte Hefe enthält Bier außerdem viel Folsäure und Biotin, die für die Blutbildung sowie die Zellerneuerung notwendig sind.
 

Risiken des Alkoholkonsums

Vieles deutet jedoch darauf hin, dass die Schäden und Risiken des Alkohols den positiven Nutzen der Wirksubstanzen im Bier überwiegen – und zwar auch bei einem geringem Konsum. Herkömmliches Bier kann trotz seines relativ geringen Alkoholgehalts stark abhängig machen. Wer über einen längeren Zeitraum jeden Abend ein Bier trinkt, läuft Gefahr, zum Alkoholiker zu werden.
 

docFood rät

Bier mag ja ein bisschen gesund sein – aber nur, wenn es in Maßen getrunken wird. Kenn Dein Limit! 24 Gramm Alkohol täglich und mindestens zwei alkoholfreie Tage in der Woche: Das sind die Grenzwerte für risikoarmen Alkoholkonsum bei gesunden erwachsenen Männern. Diese maximale Menge ist mit 0,5l Bier (20g Alkohol) fast erreicht. Für Jugendliche bis zum 20. Lebensjahr sind keine Grenzwerte für risikoarmen Alkoholkonsum definiert. Weil ihre körperliche Reifung und vor allem Entwicklungen im Gehirn noch nicht abgeschlossen sind, ist die Gefahr von Schäden höher als bei Erwachsenen.

Rollmops & Co. – Hering hilft gegen den Kater

Karneval steht wieder vor der Tür, und damit fast untrennbar verbunden der Genuss von allerlei Alkoholika. Da kann es vorkommen, dass der eine oder andere nach ausgelassenem Feiern mit einem dicken Kopf aufwacht. Außer einer Kopfschmerztablette und viel Schlaf helfen auch ein deftiges Katerfrühstück und viel Flüssigkeit, um den Tag zu überstehen – und vielleicht am Abend wieder loszuziehen.
Ob als Rollmops oder als Matjes, Hering ist ein probates Lebensmittel gegen Alkohol-Nachwirkungen. docFood sagt, warum.
 

Woher kommt der Kater?

Werden alkoholische Getränke in größeren Mengen getrunken, wie zum Beispiel im Karneval, können pochende Kopfschmerzen und Übelkeit am nächsten Morgen folgen – die typischen Anzeichen eines Katers. Schuld daran sind zum einen die so genannten Fuselalkohole. Diese entstehen bei der alkoholischen Gärung als Begleitprodukte und werden in der Leber zu Giftstoffen abgebaut, die Herz und Kreislauf sowie die Sauerstoffversorgung des Gehirns beeinträchtigen. Aber auch der Alkohol selbst führt – je nach Dosis – dazu, dass Kopf und Glieder leiden. Denn er entzieht dem Körper Wasser und Mineralstoffe. Und jetzt kommt der Hering ins Spiel.
 

Warum hilft Hering?

Hering ist eiweißreich und liefert viele wertvolle Omega-3-Fettsäuren. In Salzlake eingelegt und säuerlich mariniert, ist er perfekt, um dem Körper Salz und Mineralstoffe – die so genannten Elektrolyte – zurückzugeben. Dabei ist die Wirkung von Rollmops, Salzhering und Matjes eher indirekter Natur, denn die salzigen und/oder sauren Leckerbissen machen durstig. Und viel Trinken, vorzugsweise stilles Wasser oder Kräutertee, ist noch die beste Lösung, um den Kater wieder loszuwerden. Ideal sind auch Suppen oder Eintöpfe mit viel Gemüse und Bewegung an der frischen Luft. Und wenn gar nichts mehr geht, dann einfach im Bett bleiben und sich und der Leber ein wenig Ruhe gönnen.
 

Tipp von docFood:

In unserer Rezeptrubrik finden Sie viele Ideen für Suppen und Eintöpfe, aber auch leckere Fischrezepte mit Hering & Co., zum Beispiel Bratheringe, Reibekuchen mit Matjestatar, Sauer eingelegte Heringe oder Heringssalat Norderney.
Und wenn Sie mehr über den Matjes-Hering wissen möchten, dann lesen Sie doch unseren Beitrag Neuer Matjes – jetzt frisch aus dem Fass, in dem es um die Matjes-Saison geht, die offiziell am 10. Juni startet.

O’glüht is: Glühwein gegen die Kälte

Schon sind die ersten Weihnachtsmärkte geöffnet und pünktlich dazu kommt die Kälte. Glühweinzeit beginnt: Allerorten wird angeglüht – sogar die Glühweinkönigin ist gewählt. Überall auf den Märkten schafft der Glühwein die nötige innere Wärme. Über 40 Millionen Liter werden jedes Jahr auf den Märkten vor Weihnachten ausgeschenkt. Doch der Spaß im Glas wird vielerorts teuer – z. B. in Köln: Dort werden 2015 statt 2,50 Euro wie in den vergangenen Jahren 3 Euro pro Glas oder Tasse verlangt. Dann möchten Sie Ihren Glühwein doch lieber gemütlich zu Hause auf dem Sofa trinken? Nichts einfacher als das. Rotwein, Zimt, Gewürznelken, Zitrone, Sternanisund Zucker oder Honig- mehr brauchen Sie nicht dafür.
Wer dann noch auf die Ratschläge von docFood achtet, kann frohen Mutes genießen. Selbstgemacht schmeckt der Klassiker unter den alkoholischen Heißgetränken besonders lecker – wenn man an folgende Regeln denkt: Sechs Tipps und drei Warnungen.
 

Wer guten Glühwein machen will, sollte darauf achten:

● Sparen Sie nicht am Wein! Es sollte nicht der billigste Fusel sein, sondern möglichst ein Qualitätswein, der übrigens auch nicht teuer sein muss: Für um die 5,00 Euro pro Flasche gibt es wunderbare Qualitäten.
● Für roten Glühwein einen kräftigen Weintyp wie etwa Spätburgunder verwenden, für weißen Glühwein Riesling oder Silvaner. Zusammenmit Gewürzen wie Zimt, Sternanis, Gewürznelken, Orangen, Zitronen, Kardamom, Pfeffer erhitzen und je nach Belieben mit Zucker oder Honig würzen.
● Übrigens: Wer lieblichen Rotwein nimmt, muss weniger zusätzlich süßen.
● Nicht zu stark erhitzen!. Ideal sind 50 bis 60 Grad. Bei Temperaturen über 80° verdampft der Alkohol, die Gewürze nehmen bitteren Geschmack an und die Fruchtaromen des Weins gehen verloren.
● Gehen Sie eher sparsam und vorsichtig mit den Gewürzen um. Zu viel Gewürznelke z. B. kann den Glühwein ungenießbar machen. Aber auch Zimt, Sternanis und Piment können den Genuss verderben und die Fruchtaromen des Weins überdecken .
● Ein guter Glühwein braucht Zeit. Nach dem ersten Erhitzen sollte er ruhig ein paar Stunden ziehen. Manche Profis lassen den Glühwein sogar über Nacht stehen, damit sich die Aromen entfalten können. Danach den Glühwein durch ein Sieb gießen, damit die Gewürze beim Trinken nicht stören.
 

Wovor man sich hüten soll:

● Glühwein macht schnell betrunken: Der heiße Wein stimuliert die Durchblutung des Magen-Darm-Trakt es und der Alkohol strömt schnell ins Blut, wobei der Zucker wie ein zusätzlicher Beschleuniger wirkt. Wichtig für Autofahrer: Ein Becher Glühwein (200 ml) mit zehn Volumenprozent Alkohol erhöht den Blutalkoholpegel um 0,25 Promille. Dran denken: Schon ab 0,3 Promille drohen Bußgeld und Führerscheinentzug.
● Wenn am nächsten Morgen der Kopf brummt, schieben das viele auf die Gewürze. Die Wahrheit: Weil der Zuckergehalt den Alkoholgeschmack verdeckt, unterschätzen viele die Prozente und trinken schlicht zu viel. Tatsächlich enthält Glühwein im Schnitt rund zehn bis zwölf Prozent Alkohol. Beim Trinken im Freien kann auch die Kälte leicht zum Becher ‚zu viel‘ verleiten. Macht schließlich sooo schön warm! Die einzige Lösung: Maßvoll trinken! Übrigens: Gute Zutaten / guter Wein können ebenfalls vor Brummschädel bewahren – genau wie ordentlich essen vorm Trinken.
● Glühwein ist kein Diätgetränk, sondern eher eine Kalorienbombe: Ein Becher Glühwein enthält rund 200 Kalorien, in einem Glas Punsch oder Feuerzangenbowle stecken sogar bis zu 300 Kalorien.
 

docFood – unsere Empfehlung

Basisrezept für Roten Glühwein: 0,75 Liter Spätburgunder (1 Flasche) mit den Scheiben einer Zitrone, 2 EL braunem Zucker, 2 Zimtstangen und drei Gewürznelken in einen Topf geben und auf 60 -80 Grad erhitzen. Eine Stunde (mindestens) mit geschlossenem Deckel ziehen lassen. Alles durch ein Sieb gießen, mit etwas geriebenem Kardamom nach Belieben verfeinern und mit Honig abschmecken. Wohl bekomm‘s

 Friedhelm Mühleib

Schwanger? Dann geht Alkohol gar nicht!

„Prosit“ kommt aus dem Lateinischen und bedeutet: „Es möge nutzen“. Tut es aber oft nicht. Vor allem dann nicht, wenn es sich beim Drink, der gemeint ist, um Alkohol handelt – und wenn dieser Alkohol in der Schwangerschaft getrunken wird. Schon wenige Tropfen Alkohol in der Schwangerschaft können beim Kind zu schweren Störungen führen. Wie eine Umfrage zeigt, hält es jeder sechste Bürger trotzdem für vertretbar, wenn werdende Mütter ab und zu ein Gläschen trinken. Und das, obwohl Kinderärzte, Gynäkologen, Ernährungswissenschaftler – alle Experten – seit Jahren beständig vor Alkoholkonsum in der Schwangerschaft warnen.
Immerhin: Das Spektrum der Folgen von leichtfertigem Alkoholkonsum in der Schwangerschaft reicht bei den Neugeborenen von leichten Konzentrationsproblemen bis zu dauerhaften schweren geistigen und motorischen Störungen


Schlimmstenfalls schwere Behinderung

In Deutschland werden jedes Jahr 10.000 Kinder mit Fetalen Alkoholspektrum Störungen (FASD) geboren, jedes Fünfte davon mit einem voll ausgeprägten Fetalen Alkoholsyndrom (FAS). Zudem sind die Betroffenen als Erwachsene anfälliger für Süchte. Jahr für Jahr 10.000 Kinder, die z.T. ein Leben lang büßen für etwas, dass die Mutter vermutlich für eine kleine, verzeihbare Sünde hielt – das sind 10.000 zu viel. Die Konsequenz kann nur eine sein: Finger weg vom Alkohol während der Schwangerschaft. Grundsätzlich. Ausnahmslos. Immer. Zum Glück nährt die Umfrage die Hoffnung, dass der Mensch nicht gänzlich unbelehrbar ist: Demnach ist die Ablehnung von Alkohol während der Schwangerschaft bei den 18- bis 24-Jährigen mit 84 Prozent am höchsten ist. Danach nimmt sie allerdings kontinuierlich ab, den niedrigsten Wert haben die über 55-Jährigen mit 67 Prozent. Dabei ist tröstlich: Die kriegen zum Glück kaum noch Kinder.


docFood meint:

„In der Schwangerschaft gilt ohne Wenn und Aber – Null Komma Null Alkohol. Denn schon kleine Mengen können das Kind im Mutterleib schädigen und seine Gesundheit bis hin zu schlimmsten Behinderungen schwer gefährden.“ Diese Forderungen von Ärzten und Kassen zum Tag des „Alkoholgeschädigten Kindes“ am heutigen 9. September kann man nur voll unterstützen.

Dr. Friedhelm Mühleib

 
Quellen:
https://www.pkv.de/presse/meldungen/umfrage-zu-alkohol-in-der-schwangerschaft/
http://www.aerztezeitung.de/panorama/default.aspx?sid=893716&cm_mmc=Newsletter-_-Newsletter-C-_-20150909-_-Panorama

Die Welt trinkt 177 Milliarden Liter Bier

Zahl der Woche: 177 Milliarden Liter Bier
Die Hundstage sind da, und glaubt man dem Wetterbericht, wird die Hitze erstmal noch bleiben. Was ein Glück, dass es Bier gibt. In Maßen genossen ist der Gerstensaft mit den Bitterstoffen aus dem Hopfen ein wunderbarer Durstlöscher. Sage und schreibe 177 Milliarden Liter Bier werden jährlich weltweit getrunken – das sind mehr als 5600 Liter pro Sekunde.
Mit einem Konsum von über 42 Milliarden Liter Bier ist China das Land mit dem höchsten Bierkonsum weltweit. In den letzten 10 Jahren stieg in China der Verbrauch um 70 %. Russland bringt es auf 10 Milliarden Liter pro Jahr und liegt damit knapp vor Deutschland und Spanien an der europäischen Spitze. Frankreich kommt an 19. Position. Die Tschechische Republik liegt seit 17 Jahren mit 142 Liter Bier pro Kopf in Europa an der Spitze beim Bierkonsum pro Einwohner.
Foto: © bergamont – Fotolia.com

Vielfalt deutscher Biersorten

Kritiker sagen zwar, dass aufgrund des Reinheitsgebots alle deutschen Biere gleich schmecken. Tatsächlich werden in Deutschland aber aus Gerstenmalz, Hopfen, Hefe und Wasser etwa 5.000 verschiedene Biere gebraut. docFood sagt Ihnen, welche Biersorten es gibt.
Grundsätzlich werden Biersorten nach Art der eingesetzten Hefe in unter- oder obergärige eingeteilt, außerdem auch nach Gehalt der so genannten Stammwürze.
 

Obergärige und untergärige Biersorten

Die Hefen sind in der Brauerei unabkömmlich, denn sie vergären den Zucker aus dem Malz zu Alkohol und haben einen großen Einfluss auf den Geschmack. Obergärige Hefen heißen so, weil sie eine große Oberfläche haben und daher im Verlauf der Gärung durch den Auftrieb nach oben steigen. Sie werden bereits seit langer Zeit zum Bierbrauen eingesetzt, weil sie bei Temperaturen zwischen 15 und 20 °C aktiv sind. Obergärige Biere sind zum Beispiel Kölsch, Alt oder Weizen. Der Name „Alt“ leitet sich von der alten Braumethode ab. Die untergärigen Hefen lieben es kälter als die obergärigen. Sie sinken bis zum Ende des Gärprozesses auf den Boden. Da Temperaturen zwischen 6 und 9 °C früher nur im Winter herrschten, hat die Herstellung von untergärigen Bieren erst mit Erfindung der Kältemaschine im Jahr 1873 seinen Siegeszug angetreten. Heute sind 85 Prozent der deutschen Biere untergärige Sorten wie Pils, Export oder Lager.

Biersorten nach Stammwürze

Würze heißt die Bier-Vorstufe vor der alkoholischen Gärung. Als Stammwürze werden alle darin gelösten Stoffe aus Malz und Hopfen bezeichnet. Je höher der Anteil an Stammwürze ist, desto mehr Alkohol entsteht bei der Gärung. Trotzdem werden Biersorten nicht, wie häufig vermutet, nach ihrem Alkoholgehalt eingeteilt, sondern nach dem Gehalt an Stammwürze: Schankbier enthält 7 bis 11 Gewichtsprozent Stammwürze, Vollbier 11 bis unter 16 und Starkbier über 16 Gewichtsprozent. Ungefähr 98 Prozent der in Deutschland gebrauten Biere fallen in die Kategorie Vollbier, mit einem Alkoholgehalt zwischen 4,5 und unter 5,5 Volumenprozent. Zu den alkoholärmeren Schankbieren sind die Biere zu zählen, die häufig unter Bezeichnungen wie „light“ oder „leicht“ verkauft werden. Starkbiere sind alle Bock- und Doppelbockbiere.

Tipp von Doc Food

Ausführliche Porträts verschiedener Biere finden Sie auf den Internetseiten des DBB (Deutscher Brauer-Bund e.V.): Deutschlands beliebteste Biersorten
Bildquelle: Deutscher Brauer-Bund e.V.
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Bier: das deutsche Reinheitsgebot

Die erste Version des deutschen Reinheitsgebots stammt aus dem Jahr 1516. Der Bayernherzog Wilhelm IV. schrieb damals vor, aus welchen Zutaten Bier hergestellt werden durfte: „Ganz besonders wollen wir, daß forthin allenthalben in unseren Städten, Märkten und auf dem Lande zu keinem Bier mehr Stücke als allein Gersten, Hopfen und Wasser verwendet und gebraucht werden sollen.“ Damit erließ er das erste Lebensmittelgesetz der Welt, das heute immer noch gültig ist.
Allerdings haben die gesetzlichen Vorgaben für die Bierbrauerei in den letzten Jahrhunderten einige Anpassungen erfahren.

Anpassungen für das deutsche Reinheitsgebot

Die Angabe „gebraut nach dem deutschen Reinheitsgebot von 1516“, mit der Brauereien gerne werben, stimmt heute eigentlich nicht mehr so ganz. Denn der ursprüngliche Gesetzestext wurde kontinuierlich fortgeschrieben und ergänzt. Die Vorgaben, nach denen deutsche Bierbrauer heute ihr Bier brauen, beziehen sich auf das Reinheitsgebot von 1906. Dort ist auch die Hefe erwähnt, die zu Zeiten von Wilhelm IV. noch völlig unbekannt war. Außerdem wurde näher bestimmt, dass nicht Gerste, sondern Gerstenmalz eingesetzt werden muss. Um dieses herzustellen, wird das Getreide zuerst künstlich zum Keimen gebracht und dann getrocknet. Auch dieses Gesetz wurde entsprechend der technischen Neuerungen bei der Bierherstellung ständig aktualisiert. Die neueste Vorschrift ist das „vorläufige Biergesetz“ aus dem Jahr 1993. Hierin wird das Reinheitsgebot erneut fixiert. Darüber hinaus ist festgelegt, dass ein Getränk nur als „Bier“ vermarktet werden darf, wenn es keine anderen Zutaten zu seiner Herstellung verwendet wurde. Davon abweichend ist es aber zum Beispiel erlaubt, obergärigem Bier Zucker zuzusetzen. Auch der Hopfen darf als Hopfenextrakt zum Einsatz kommen.

Zusatzstoffe im Bier

Laut der europäischen Zusatzstoff-Zulassungsverordnung sind seit 1998 auch bestimmte Zusatzstoffe in Bier erlaubt. Diese müssen jedoch auf dem Etikett ersichtlich sein. Und natürlich darf hier nicht mit „nach deutschem Reinheitsgebot gebraut“ geworben werden. In der Praxis hat dies in Deutschland aber keine Bedeutung, weil deutsche Bierbrauer ausschließlich nach dem deutschen Reinheitsgebot brauen. Zwar gibt es hierzulande einige ausländische Biere zu kaufen, die aus anderen Zutaten hergestellt wurden als Wasser, Hopfen, Malz und Hefe. Ihre wirtschaftliche Bedeutung ist momentan noch gering, weil Biertrinker in Deutschland meist auf dem Reinheitsgebot bestehen. Kritiker prognostizieren aber eine wachsende Bedeutung der Bier-Varianten aus dem Ausland, weil sie eine vielfach größere Auswahl an Geschmacksnuancen bieten.
 
Bildquelle: Matthias Mittenentzwei / pixelio.de
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