Ingwer – Heilpflanze des Jahres 2018

Ingwer ist die Heilpflanze des Jahres 2018. In seiner Heimat Asien werden die krampflösenden, entzündungshemmenden und schmerzstillenden Eigenschaften  des Ingwer von der Erfahrungsmedizin seit jeher genutzt. Die Ingwerwurzel regt die Bildung von Magensaft, Speichel und Galle an und hemmt Brechreiz. Darmfunktion, Appetit und Kreislauf sollen dadurch positiv beeinflusst werden. Im Ayurveda wird Ingwer daneben als Heilmittel gegen Erkältungen, Muskelschmerzen und Rheuma eingesetzt.
 
Während der Ingwer hierzulande lange Zeit ein Schattendasein führte, wird er inzwischen auch bei uns als Superfood gehandelt. Lesen Sie im folgenden, was Ingwer so attraktiv macht.
 

„Königliche Pflanze“ der  Chinesen

In der traditionellen chinesischen Medizin spielt der Ingwer seit Jahrhunderten eine große Rolle. Er zählt dort zur Klasse der „Königlichen Pflanzen“. In ihr sind die wertvollsten Heilpflanzen zusammengefasst, die auch in größeren Mengen und über einen längeren Zeitraum eingenommen werden dürfen und keine Nebenwirkungen haben. Sie sollen den gesunden Menschen vor Krankheit bewahren und seine Lebenskraft erhalten. Schon früh kam der Inger über die alten Handelswege von Asien nach Europa – wo ihn die Griechen und Römer vor allem als Gewürz verwendeten. Bereits der berühmte griechische Arzt Dioskurides, 1. Jahrhundert n. Chr., empfiehlt ihn gegen Magenbeschwerden. Die Geschichte des Ingwer setzt sich über das Mittelalter hinweg fort, wo ihn Hildegard von Bingen und Paracelsus bei Magen-Darm-Beschwerden empfahlen.
 

Ingwer: frisch – oder getrocknet und gemahlen

Der frische Ingwer ist in zwei Formen erhältlich: als junger Ingwer oder als reifer. Je älter der Ingwer ist, desto härter ist seine Haut. Die Haut des jungen Ingwers ist dünn und kann mitgegessen werden. Bei der harten Haut des reifen Ingwers empfiehlt sich das Schälen. In beiden Vesionen lässt sich der frische Ingwer dann raspeln, in Scheiben oder Stücke schneiden und in der Küche verwenden Getrockneter und gemahlener Ingwer wird entweder als Ingwerpulver vermarktet oder findet sich in den verschiedensten Produkten wie z.B. in Ingwer Kapseln wieder. Zwecks vereinfachter Verarbeitung wird das Pulver häufig mit weiteren Zusatzstoffen vermischt. Beim Kauf von Kapseln sollten Sie darauf achten, dass das Produkt natürlich und frei von chemischen Zusätzen, Zucker, Farbstoffen und Bindemittel ist.
 

Ingwer ist überall

Die aromatische Würzpflanze wird schon seit langer Zeit zum Verfeinern von Speisen eingesetzt. Die Lebensmittelindustrie nutzt Ingwer als Zusatz bzw. Gewürz in vielen Fertigprodukten und Mischungen wie z.B. Pasten, Currys, Marmeladen, Saucen oder Chutneys. Sehr beliebt ist er z.B. als Zusatz bei Backwaren und Süßigkeiten wie z.B. Kuchen, Lebkuchen, Printen, Bonbons, Sirup oder Konfitüren, die damit gewürzt werden. Bekannt und vor allem im asiatischen Raum beliebt ist kandierter Ingwer. Beim Kandieren wird er mit einer Zuckerlösung behandelt und erhält so die für diese Produkte typische Süße. In den angelsächsischen Ländern erfreuen sich Getränke wie Ginger Ale (alkoholfrei) oder Ginger Beer größter Beliebtheit (Ginger = Ingwer). Oftmals finden sich auch eingelegte Produkte des Ingwers in den Regalen der Supermärkte. Hierbei kann der Ingwer sehr unterschiedlich verarbeitet sein. Gari ist eine weitere Spezialität, die vor allem die Asiaten lieben: eingelegter Ingwer, der zu Sushi gegessen wird. Der Umsetzung kulinarischer Ideen bei der Verwendung des Ingwers in der eigenen Küche schließlich sind eigentlich kaum Grenzen gesetzt.
 

Wieviel Ingwer darf es sein?

Ingwer gilt gemeinhin als sicher. Gesundheitliche Folgen einer Überdosierung sind nicht bekannt. Zu einer solchen Überdosierung wird es beim scharfen Geschmack des frischen Ingwers in der Praxis kaum kommen: Lange bevor man zu viel davon gegessen hat, sagen die Geschmacksnerven ganz klar „Stopp“. In der Regel wird man also keine Waage benötigen, um Ingwer richtig zu dosieren. Hören Sie einfach auf Ihren Körper. Und was wäre die richtige Dosis?  Zwei bis vier Gramm täglich (ca. ein Teelöffel) gelten für Erwachsene als Richtwert, um eine spürbare Wirkung zu erzielen. Diese Richtlinie gilt für alle Akutanwendungen von Ingwer, etwa gegen Übelkeit oder als Verdauungshilfe: Und immer daran denken: Dabei zählt weniger die Höhe der Einzeldosis als die Regelmäßigkeit der Verwendung, die bei Beschwerden nach Möglichkeit über Wochen erfolgen sollte. Im Übrigen sind tatsächlich wenige Nebenwirkungen bekannt, die allerdings relativ harmlos sind: Bei bestehendem Reflux (Sodbrennen) können sich die Beschwerden durch die Scharfstoffe der Knolle verschlimmern. Weitere mögliche leichte Nebenwirkungen sind Überempfindlichkeitsreaktionen der Haut oder der Atmungsorgane. Vor einer Operation sollte auf Ingwer verzichtet werden, um einen Einflusses auf die Gerinnungshemmung zu vermeiden. Die European Medicines Agency (EMA) sieht bei der Einnahme von Ingwerkapseln mit einer Dosierung von 250 mg/ Kapsel bei einer Einnahme von 10 Kapseln pro Tag keine Bedenken.
 

Ingwer: sieht aus wie eine Wurzel – ist aber keine!

Der Ingwer gehört zur Familie der Ingwergewächse (botanische Bezeichnung: Zingiber officinale). Der frische Ingwer, den wir kaufen und nutzen, sieht wie eine Wurzel aus und wird häufig auch als „Ingwerwurzel“ bezeichnet – genau genommen ist er allerdings keine Wurzel. Tatsächlich handelt es sich dabei um Teile vom unterirdischen Hauptspross der Pflanze. Der bildet ein verzweigtes Rhizom, das auch  als Wurzelstock bezeichnet wird.  Aus den Knollen des Rhizoms wächst die eigentliche Pflanze:  eine schilfartige, tiefgrüne Staude, die über einen Meter hoch werden kann.

Redaktion

Mediterrane Kost – gut für Herz und Kreislauf

Gibt es noch einen unter den Lesern von docFood, der nicht weiß, dass Mediterrane Ernährung gut ist für Herz und Kreislauf? Manche Dinge kann man nicht oft genug sagen. Deshalb sagen wir es hier nocheinmal. MEDITERRANE DIÄT SCHÜTZT HERZ UND KREISLAUF. Anlass für so viel Beharrlichkeit ist eine neue Studie, die das Thema aus dem Blickwinkel von Menschen betrachtet, bei denen Herz und Kreislauf bereits geschädigt sind.
 
Die Studie kommt zu dem Ergebnis: Menschen mit koronarer Herzkrankheit (KHK), die sich nicht nach den Grundsätzen der Mittelmeerdiät ernähren, haben ein höheres Risiko für besonders schwere und komplexe Erkrankungen ihrer Herzkranzgefäße.
 

Je schlechter die Ernährung, desto schlimmer die Krankheit

„Unsere Studienergebnisse verstärken die Evidenz für eine Herz-Kreislauf-schützende Wirkung der Mittelmeer-Diät“, sagt der Autor der Studie Dr. Christoph Waldeyer vom Universitären Herzzentrum Hamburg. Schwerpunkte dieser Ernährungsform liegen zum Beispiel auf Gemüse, Salat, Obst, Fisch, wenig rotem Fleisch, der Verwendung von Olivenöl und täglich nicht mehr als einem Glas Rotwein. Die Forscher hatten 1.005 Patienten mit koronarer Herzkrankheit untersucht und den Schweregrad und die Komplexität der Erkrankung gemessen. Zu Studienbeginn wurden mit einem Fragebogen zum Lebensstil der Patienten deren Essgewohnheiten erhoben und mit einem Mittelmeer-Diät-Score bewertet, wie sehr sie sich nach den Grundsätzen der mediterranen Ernährung ernähren. Die Punkteskala reicht von null (keine Orientierung an der Mittelmeer-Diät) bis 28 Punkte (maximale Orientierung an der Mittelmeer-Diät). Frühere Studienergebnisse hatten eine vorbeugende Wirkung für Herz-Kreislauf-Ereignisse ab einem Wert von 14 gezeigt. Genau das hat die Hamburger Studie bestätigt: Eine geringe Orientierung an der Mittelmeer-Diät mit einem Wert unter 14 stand in einem eindeutigen Zusammenhang mit einem mittleren bzw. hohen Risiko für die Entwicklung einer ausgeprägten KoronarenHerzerkrankung. Diese Daten, so die Studienautoren, bestätigen die vorbeugende Wirksamkeit der Mittelmeer-Diät bei kardiovaskulären Krankheiten.
 

docFood meint:

„Mediterrane Küche – Gesunde Kost für ein gesundes Herz“ so lautet der Titel eines Artikels, den die Ernährungswissenschaftlerin Dr. Ute Brehme vor fast 20 Jahren geschrieben hat, und der noch kein bisschen veraltet ist – nachzulesen auf der Website des Verbandes für unabhängige Gesundheitsberatung e.V. (UGB). Wer interessiert ist, findet die Grundzüge der Mediterranen Kost dort ausführlich erläutert. Natürlich ist es erfreulich, wenn wieder einmal eine Studie den positiven Einfluss dieser Ernährungsform auf unsere Gesundheit bestätigt. Das viele Geld für solche Studien wäre allerdings besser in Information und Aufklärung der Verbraucher zu dieser Ernährungsweise angelegt. Es geht nicht mehr um die positiven Wirkung der mediterranen wieder und wieder zu bestätigen. Es geht darum, die Menschen zu dieser Form der Ernährung zu motivieren und sie bei der Umsetzung zu unterstützen. Übrigens: Wie mediterrane Ernährung im Alltag funktioniert, kann jede qualifizierte Ernährungsfachkraft vermitteln. Auf den großen Kochportalen wie Chefkoch oder eatsmarter gibt es zahllose leckere Rezepte dazu. Am besten gleich morgen starten!

 Dr. Friedhelm Mühleib

 

Die große Gluten-Hysterie

Vertragen Sie noch alles oder leiden Sie schon – an Lebensmittelunverträglichkeiten zum Beispiel? Fast ein Drittel der Deutschen glaubt fest daran, an Lebensmittelunverträglichkeiten oder -allergien zu leiden. Das hat das Frankfurter Marktforschungsinstitut targeted in einer Umfrage herausgefunden. Von den restlichen zwei Dritteln der Befragten verzichten gut 80 % freiwillig auf bestimmte Lebensmittel.
 
Ein Hauptgrund dafür ist auch dabei das Gefühl, diese Nahrungsmittel nicht zu vertragen. Dahinter steht bei den Betroffenen meist eine Fehleinschätzung, die zu negativen gesundheitlichen Folgen führen kann.
 

Unverträglichkeiten – oft nur Einbildung

EIn den meisten Fällen beruht diese falsche Einschätzung auf einer unzutreffenden Selbstdiagnose – man könnte es auch einfach ‚Einbildung‘ nennen. Ein Blick auf die belastbaren Daten zeigt denn auch deutlich: Von einer Zöliakie z. B. – einer echten Gluten-Unverträglichkeit – sind nur etwa 0,5 % bis 1 % der Bevölkerung betroffen. Mit der verbreiteten Gluten-Hysterie sind die Deutschen nicht alleine: In den USA wurden 2015 mehr als 1.500 Erwachsene, die sich glutenfrei ernährten, nach den Gründen dafür befragt. Ein Drittel der Befragten wählte die Antwort „keinen Grund“. Ein Viertel hielt eine glutenfreie Ernährung für die „gesündere Option“ und ein Fünftel der Befragten glaubte an eine verdauungsfördernde Wirkung. Bei jedem zehnten Befragten war ein Familienmitglied „glutensensitiv“ und lediglich acht Prozent gaben an, selbst „glutensensitiv“ zu sein.
 

Glutenfrei kann schaden

Wer ohne sichere Diagnose auf Gluten verzichtet, schränkt seine Auswahl an Lebensmitteln stark ein, sagt Antje Gahl von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE). Glutenfreie Ernährung ist weder gesünder als normale Kost, noch hilft sie beim Abnehmen, wie viele hoffen. Wer sich auf Grund der glutenfreien Kost nicht abwechslungsreich genug ernährt, dem droht zudem eine Unterversorgung mit wichtigen Nähr- und Mineralstoffen – zum Beispiel den Vitaminen K, B1, B2 oder B6 und Mineralstoffen wie Magnesium, Zink oder Kupfer, wie Antje Gahl betont. Die amerikanische Kinderärztin Dr. Norelle R. Reilly vom Columbia University Medical Center in New York teilt diese Ansicht und warnt vor allem Eltern davor, bereits ihre Kinder grundlos (..also ohne Diagnose) zu einer glutenfreien Diät zu zwingen: „Aus Sorge um die Gesundheit ihrer Kinder setzen Eltern manchmal ihre Kinder auf eine glutenfreie Diät, in dem Glauben, dass diese Symptome lindert, Zöliakie verhindert oder eine gesunde Alternative darstellt, ohne vorherige Prüfung auf Zöliakie oder Beratung durch einem Ernährungsberater“, so Reilly. Doch wegen drohender Nährstoffmängel und Einschränkungen in der Lebensqualität kann eine glutenfreie Ernährung gerade Kindern nach Ansicht von Dr. Reilly mehr schaden als nutzen.
 

docFood rät

Beginnen Sie niemals mit der glutenfreien Diät ohne vorher eindeutig medizinisch abgesicherte Diagnose! Von einer Selbstdiagnose ist dringend abzuraten. Auch Bioresonanz oder ähnliche „Alternativen“ sind völlig ungeeignet. Eine glutenfreie Diät erfordert eine beachtliche Umstellung in der Ernährung, konsequent und lebenslang, die auch mit erheblichen Kosten verbunden ist. Das alles ist nur dann gerechtfertigt, wenn es sich tatsächlich um eine Zöliakie handelt. Eine sehr gute Übersicht darüber, welche Untersuchungen sinnvoll bzw. notwendig sind, um eine echte Zöliakie nachzuweisen, gibt die Österreichische Arbeitsgemeinschaft Zöliakie. Wenn Sie einen Arzt in Ihrer Nähe suchen, der sich mit der Diagnose Zöliakie auskennt, empfiehlt sich ein Anruf bei der Deutschen Zöliakie Gesellschaft (DZG) – dort hilft man Ihnen weiter.

Dr. Friedhelm Mühleib

 
Foto:
Lebensmittelintoleranz – die Vermarktung der Angst
© targeted – Marketing Research & Consulting

Rückstände in Lebensmitteln? Bundesamt gibt Entwarnung!

Müssen wir uns um Rückstände von Pflanzen-schutzmitteln in Lebensmitteln sorgen? Darauf gibt das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit eine klare Antwort: Nein! In Deutschland und in der EU erzeugte Lebensmittel sind sehr selten mit zu hohen Rückständen an Pflanzen-schutzmitteln belastet. Im Jahr 2015 wurden nur bei 1,1 % der untersuchten Erzeugnisse Überschreitungen der Rückstandshöchstgehalte festgestellt.
 
Die jüngst veröffentlichten Untersuchungsergebnisse der Bundesländer, die das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) in der „Nationalen Berichterstattung Pflanzenschutzmittelrückstände in Lebensmitteln 2015“ veröffentlicht hat, bestätigen das seit Jahren niedrige Niveau.
 

Bohnen, frische Kräuter und Tee häufiger belastet

Im Rahmen der Kontrolle von Lebensmitteln wurden 2015 bei der Untersuchung von 18.765 Lebensmittelproben in den Laboren der Bundesländer über 5,8 Millionen Analysen durchgeführt. Dabei wurden die Grenzwerte für Pflanzenschutzmittelrückstände in Erzeugnissen aus Deutschland und Ländern der EU bei 1,1 % der Proben überschritten Bei Erzeugnissen aus Drittländern außerhalb der EU wurden zwar in 5,5 % der Proben Überschreitungen festgestellt – doch auch hier ist die Tendenz fallend (Vorjahr 5,8 %). Ebenfalls erfreulich: Bei 54 von insgesamt 124 ausgewerteten Lebensmitteln konnten in keiner der untersuchten Proben Grenzwertüberschreitungen festgestellt werden. Es gibt allerdings Unterschiede bei der Betrachtung einzelner Kulturen. Bei häufig verzehrten Lebensmitteln wie Äpfeln, Karotten, Kartoffeln und beliebten saisonalen Erzeugnissen wie Erdbeeren oder Heidelbeeren sind seit Jahren kaum oder gar keine Überschreitungen der Höchstmengen von Rückständen festzustellen. Andere Kulturen wie Bohnen und Tee tauchen immer wieder in der Liste der Kulturen mit den meisten Überschreitungen auf. Bohnen (mit Hülsen 7,6 % Überschreitungen) und Tee (4,8 %) fielen schon in den letzten Jahren häufig auf und gehörten auch 2015 zu den negativen Spitzenreitern. Hier reihten sich 2015 auch frische Kräuter (6,0 % Überschreitungen), Auberginen (3,4 %) und Paprika (3,0 %) ein. Die Situation der im Jahr 2014 prozentual am häufigsten aufgefallenen Mangos hat sich im Jahr 2015 deutlich verbessert. Sie gehören zwar auch 2015 zu den Lebensmitteln mit häufigen Überschreitungen des Rückstandshöchstgehaltes, allerdings lag die Überschreitungsquote mit 2,7 % erfreulicherweise wieder deutlich unter der des Jahres 2014 (8,3 %).
 

Lebensmittel aus ökologischem Anbau deutlich weniger Rückstände

Biolebensmittel wurden wie in den Vorjahren besonders intensiv kontrolliert. Etwa 10 % der Untersuchungen insgesamt wurden an Lebensmitteln aus biologischem Anbau durchgeführt, deren Anteil am gesamten Lebensmittelmarkt unter 5 % liegt. Die Kontrollen 2015 haben bestätigt, dass der Anteil an Lebensmitteln ohne nachweisbare Rückstände bei Biowaren mit 65 % deutlich über dem konventionell hergestellter Waren (36,6 %) liegt. Dies gilt ebenso für den Anteil der Lebensmittel, bei denen der Rückstandshöchstgehalt überschritten wurde. Der liegt bei Biolebensmitteln bei 0,5 %.
 

docFood rät

Im Grunde ist der Unterschied in der Belastung mit Rückständen zwischen Lebensmitteln aus konventionellem Ausbau und solchen aus Bioanbau aus gesundheitlicher Perspektive unerheblich. Bei beiden sind die Mengen unterhalb der Grenze, die unsere Gesundheit nachhaltig belasten könnten. Allerdings sind die Ergebnisse ein weiterer klarer Hinweis darauf, dass Bioanbau unsere Umwelt und die Nahrungsmittel weniger belastet. Grund genug, wo immer dies möglich ist, auf Lebensmitte aus biologischem Anbau umzusteigen – nicht nur unserer Gesundheit, sondern auch der Umwelt zuliebe.

Dr. Friedhelm Mühleib

 

NORMAL essen – wie geht das?

Der Rummel ums Essen ist Wahnsinn – und nur ganz schwer auszuhalten, wenn Du Ernährungswissenschaftler bist. Immer neue Ratschläge, Tipps, Ernährungsweisen, Ergebnisse aus Medizin und Wissenschaft hageln auf Dich ein in einer permanenten Kakophonie, die kaum zu ertragen ist. Dabei ist man als studierter Experte dauernder argwöhnischer Beobachtung ausgesetzt. Meine Kollegin Alexa Iwan beschreibt das sehr treffend in ihrem Blog bei eatsmarter: „Ein Ernährungswissenschaftler, der nicht mindestens clean isst – kann man den/die ernst nehmen? Und überhaupt: Wie heißt Ihre Ernährungsweise nochmal? Meine heißt: NORMAL.“
 

Nur nach Plan essen macht nicht glücklich

Doch wie sieht das aus – normal essen? Alexa beschreibt es so: „Ich esse einfach normal und in Maßen! Das heißt ich esse so ziemlich alles (außer den Dingen, die ich nicht mag), ich übertreibe es nicht, aber ich verbiete mir auch nichts und es ist mir völlig wurscht, dass es dafür keinen Namen gibt. Ich glaube nicht, dass es auf Dauer glücklich und gesund macht, wenn man nur nach Plan isst: Das ist erlaubt, das ist verboten.“ Ich bin ihr sehr dankbar dafür, dass Alexa hier mal Klartext spricht – und dabei erfrischend normal bleibt! Genau so, wie sie das beschreibt, verstehe auch ich ‚normales‘ Essen. Weiter erklärt sie: „Natürlich versuche ich hauptsächlich frische und unverarbeitete Lebensmittel einzusetzen und ich benutze sehr wenig Fertigprodukte. Aber immer und jeden Tag gelingt mir das auch nicht. Und trotzdem bin mir sicher, dass ich meine Familie ziemlich gesund und ausgewogen ernähre.“
 

Essen ist kein Religionsersatz

Dr. Alexa Iwan hat als Ernährungswissenschaftlerin und Moderatorin Karriere gemacht – erinnern wir uns nur an ihre erfolgreiche Dokusoap „Alexa – ich kämpfe gegen ihre Kilos“ und an ihr Buch „Jede Frau kann schlanker erden“. Trotzdem ist sie immer auf dem Teppich geblieben – eben erfrischend normal. Auch als Ernährungswissenschaftlerin, die Menschen mit Ernährungsproblemen berät, hat sie sich diese Normalität erhalten. „Wenn ich das Internet durchforste und all die Profile der Leute sehe, die Essen zu einer Art Religion gemacht haben und am laufenden Band perfekte Bilder von perfekten Mahlzeiten posten, dann verdirbt mir das mitunter regelrecht den Appetit.“
 

Normales Essen für normale Leute

Abgedrehte Videos, Fotos, Foodporn -alles nicht ihr Ding. Ihre Ratschläge und Rezepte sind modern, praktisch, umsetzbar – dabei immer mit dem gewissen Pfiff und nie langweilig. Sie selbst sagt dazu: „Ich koche normales Essen und mache normale Fotos davon, damit normale Leute sehen, wie man sich auf normale Art und Weise mit normalen Lebensmitteln gesund ernähren kann. Essen ist doch keine Kunstrichtung, Essen ist Leben und der Mittelweg war schon immer in ziemlich vielen Dingen des Lebens ein guter Weg.Man kann alles übertreiben, auch die Sache mit der gesunden Ernährung.“ Es lebe die Normalität!

 Friedhelm Mühleib

Foto: © Dr. Alexa Iwan
Quelle: eatsmarter

Brauchen Sportler im Sommer mehr Salz?

Bei sommerlichen Temperaturen schwitzen wir mehr als üblich, und auch der Sport ist schweißtreibender als gewöhnlich. Weil mit dem Schweiß auch immer Salz mit ausgeschieden wird, stellt sich gerade für Sportler die Frage, ob sie den höheren Salzverlust ausgleichen sollten. Antworten darauf hat Dr. Ralph Schomaker, Facharzt für Unfallchirurgie am Zentrum für Sportmedizin, der an der FH Münster zu Ernährung im Sport lehrt. docFood fasst seine Ratschläge für Sie zusammen.
Die wichtigste Funktion von Salz – also Natriumchlorid – im Körper ist es, Wasser im Blut zu binden. Ist die Natriumchlorid-Konzentration zu niedrig, lagert sich Wasser in den Organen ab.
 

Wieviel Salz verliert ein Ausdauersportler?

Wie viel Salz ein Sportler verliert, hängt neben dem Trainingszustand und der Umgebungstemperatur auch vom Umfang und der Intensität des Trainings ab. Laut Dr. Schomaker verliert ein Ausdauersportler, der täglich zwei Stunden trainiert, zwei bis drei Gramm Salz am Tag. Bei einer mittleren täglichen Salzaufnahme der Deutschen von zehn Gramm wird klar, dass hier längst kein zusätzlicher Salzbedarf besteht.
 

Ist es sinnvoll, vor dem Training oder einem Wettkampf einen Salz- und Wasservorrat im Körper anzulegen?

Wer über den Durst hinaus trinkt, verdünnt unter Umständen den Salzgehalt im Blut so stark, dass es zum Beispiel zu Hirnschwellungen kommen kann. Daher rät Schomaker, dem eigenen Durstgefühl zu vertrauen:

Der Durstmechanismus ist ein hervorragender physiologischer Regulator und tief in unseren Genen verwurzelt. Er hat über Jahrmillionen den Wasser- und Elektrolythaushalt fast aller Landsäugetiere zuverlässig gesteuert und das Überleben der Arten von der Arktis bis in die Wüstenregionen gesichert. Ihm zu misstrauen hieße, der gesamten Evolution der Säugetiere zu misstrauen.

Außerdem drosselt der Körper bei starkem Wasserverlust die Flüssigkeitsausscheidung über den Urin.
 

Durstgefühl und Salzhunger vertrauen

Wenn alle Kompensationsmöglichkeiten ausgereizt sind, ist die Durstschwelle erreicht. Dann signalisiert der Körper „Bitte trinken!“, um die Verluste auszugleichen. Entgegen anderer Meinungen gibt es von wissenschaftlicher Seite her keinen Grund, schon vorher – sozusagen vorbeugend – reichlich zu trinken. Lediglich bei sommerlichen Temperaturen um die 28 °C und mehr kann es Sinn machen, regelmäßig zu Wasser oder Kräutertee zu greifen, bevor der Durst kommt. Auch Salz sollte erst zum Einsatz kommen, wenn der Körper „SDr. Schomakeralzhunger“ hat, zum Beispiel bei Langstreckenwettkämpfen wie einem Marathon. Vorsorglich zugeführtes Salz scheidet der Körper unter Belastung der Nieren und mitunter von Durchfall und Übelkeit begleitet wieder aus. Während des Wettkampfs gereichte salzhaltige Lebensmittel sind dagegen ideal, wenn sich der Appetit auf Salziges meldet. Dr. Ralph Schomaker hat in diesem Fall eine besondere Vorliebe:

Mein Topfavorit ist übrigens die Schmalzstulle beim Rennsteiglauf.

 

Fazit von docFood:

Sportmediziner Dr. Ralph Schomaker rät Sportlern, ihrem Durstgefühl und dem Salzhunger zu vertrauen. Nur bei extremen Belastungen kann ein Salz-Nachschub sinnvoll sein – dies aber nie als vorsorgliche Maßnahme, sondern stets nach Bedarf.
 
Quelle: FH Münster; Foto Dr. Ralph Schomaker: Peter Leßmann

Sportlerernährung – so geht es richtig

Die möglichen Rekorde der menschlichen Muskulatur sind bemerkenswert: Der Mensch kann über 2,40 Meter hoch und fast neun Meter weit springen, 100 Meter in weniger als zehn Sekunden sprinten und einen Speer beinahe 100 Meter weit werfen. Während die einen Rekorde erzielen, tun andere zu wenig. Man muss kein Leistungssportler sein, um Beweglichkeit und Gesundheit zu erhalten. Aus Sicht der Wissenschaftler besteht aber kein Zweifel, dass körperlich aktive Menschen weit besser vor Zivilisationskrankheiten geschützt sind.
Im Alltag sollte für die meisten Menschen moderate und regelmäßige Bewegung das Ziel sein. Wer pro Woche, auf 5 Tage verteilt, ca. 150 Minuten sportlich aktiv ist, kann von positiven Gesundheitseffekten des Breitensports auf Körper, Gewicht und Psyche profitieren. So lautete die Empfehlung der Experten auf dem 17. Wissenschaftlichen Workshop des Institut Danone Ernährung für Gesundheit e.V. (IDE) in Kooperation mit der Deutschen Sporthochschule in Köln. Hier die wichtigsten Ratschläge der Experten zur Sportlerernährung im Freizeit- und Breitensportl:

Eiweißbedarf

Der Freizeitsportler kommt mit 0,8 g Eiweiß pro Kilogramm Körpergewicht aus. Das entspricht der Empfehlung für die Allgemeinbevölkerung. Ausdauer- und Kraftsportler brauchen höhere Mengen: 1,2 bis 1,7 g/kg KG. Bei ausreichender Energiezufuhr kann dieser Eiweißbedarf über Lebensmittel gedeckt werden. Für eine Zufuhr von mehr als 2,5 g/kg KG gibt es keine wissenschaftliche Grundlage.

Kohlenhydratbedarf

Der Freizeitsportler braucht bei leichtem Training 3-5 g Kohlenhydrate pro Kilogramm Körpergewicht (entspricht der allgemeinen Empfehlung für die Bevölkerung). Die Dauer der sportlichen Aktivität bestimmt dabei stark den Bedarf. Bei einer Stunde Training täglich erhöht sich der Kohlenhydratbedarf auf 5-7 g, bei täglich bis zu drei Stunden Training sind es 6-10 g Kohlenhydrate pro Kilogramm Körpergewicht.

Nahrungsergänzungsmittel

Der Einsatz von Nahrungsergänzungspräparaten ist für viele Sportler an der Tagesordnung. Obwohl der Nutzen fraglich ist, konsumieren 67 bis 91 % der Leistungssportler Nahrungsergänzungsmittel, am häufigsten Vitamin- und Mineralstoffpräparate, oft mehrere Produkte gleichzeitig. Maßnahmen der Nahrungsergänzung entbehren im Breitensport jedoch jeglicher wissenschaftlichen Grundlage.

Energie

Der Verbrauch von Energie beim Sport wird von Menschen eher überschätzt, der Energiegehalt von Lebensmitteln eher unterschätzt.

Redaktion

Kohlrabi – die milde Knolle aus der Kohlfamilie

Kohlrabi ist in Deutschland besonders beliebt: Innerhalb der EU sind wir die größten Erzeuger und verbrauchen gleichzeitig am meisten von dem aromatischen Stängelgemüse. Gerade die jungen Knollen, die es jetzt im Frühjahr gibt, sind besonders zart, mild und saftig. Darum sind sie als Rohkost einfach ein Genuss und liefern – frisch vom Feld in den Handel – reichlich Vitamine und Mineralstoffe.
Damit Kohlrabi auf kurzen Wegen frisch zu Ihnen nach Hause kommt, bevorzugen Sie am besten Gemüse aus der Region.
 

Knackige Knollen und würzige Blätter

Frische Kohlrabi erkennen Sie an kräftigen, zartgrünen Blättern. Diese eignen sich auch hervorragend, um Salaten und anderen Gemüsegerichten ein wenig Würze zu geben. Das Grün kann im Ganzen als Gemüse gedünstet oder klein gehackt wie Kräuter verwendet werden. Wenn Sie den Kohlrabi allerdings vor dem Verzehr einige Tage im Gemüsefach aufbewahren möchten, sollten Sie die Blätter vorsichtig abdrehen und getrennt von der Knolle aufbewahren. So bleiben beide Teile des Gemüses knackig-frisch. Am besten genießen Sie das Kohlgemüse aber sofort, zum Beispiel als Kohlrabi-Carpaccio, gefüllt und überbacken oder einfach pur zum Knabbern.
 

Dezente Schärfe und gesunde Inhaltsstoffe

Wie der Name schon sagt, ist Kohlrabi ein Gemüse aus der Familie der Kohlgewächse. Im Gegensatz zu seinen Verwandten entwickelt sich die Knolle aber nicht aus den Blättern oder Blüten der Pflanze, sondern ist eine oberirdische Verdickung des Pflanzenstiels. Der durch Kreuzung von Kohl und weißen Rüben entstandene Kohlrabi schmeckt nur sehr dezent kohlartig scharf und ist daher schon bei Kindern beliebt. Wie die anderen Kohlsorten hat Kohlrabi einen hohen Gehalt an Vitamin C sowie reichlich Vitamin A, Niacin, Biotin und Folsäure. Außerdem liefert er die Mineralstoffe Magnesium, Kalzium, Phosphor und Eisen. Die in Kohlrabi enthaltenen Senföle (Glucosinolate), wirken antibakteriell und fördern die Verdauung.
 

Tipp von docFood:

Für die Verwendung der Kohlrabiblätter spricht nicht nur der feinwürzige Geschmack, sondern auch der Nährstoffgehalt, der um ein Vielfaches höher ist als in den Blättern. Das zarte Grün der frühen Kohlrabi eignet sich besonders gut, um als Blattgemüse – ähnlich wie Spinat – zubereitet zu werden: Einfach Zwiebel- und Knoblauchwürfel glasig dünsten, Blätter kurz mitgaren und mit Salz, Pfeffer und Muskat würzen.

Melanie Kirk-Mechtel

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Schrothkur: Ein Prosit auf den Erfinder

Fastenzeit hat begonnen und mit ihr die Zeit der Frühjahrskuren. Die Schroth-Kur ist immer noch eine der beliebtesten – sie verlangt zwar Enthaltsamkeit, aber zusätzlich gibt es immerhin Wein und eine kalorienreduzierte Diät mit Semmeln. Allerdings: Die Schrothkur hat nicht nur Freunde, sondern stößt bei manchen auf heftige Ablehnung. In der Diskussion um Pro und Contra zur Schrothkur scheiden sich die Geister meist am Wein, der nach Schroth ein unübertroffenes Gesundheitselixier ist.
 
Die Schrothkur wurde, wie so viele Methoden der Naturheilkunde, aus persönlichem Schicksal geboren. Im Jahre 1817 wurde der österreichische Bauer Johann Schroth, damals gerade 19 Jahre alt, durch einen Pferdetritt so schwer am Knie verletzt, dass das Bein steif blieb.
 

Geboren aus persönlichem Schicksal

Als medizinischer Rat versagte, blieb Schroth ein letzter Weg: Ein heilkundiger Wandermönch empfahl ihm kalte Umschläge und gab ihm darüber hin¬aus den Rat, Hilfe in der Natur zu suchen. Die Wasseranwendungen halfen, und Schroth erkannte, daß weniger der Kältereiz als die daraus entstehende feuchte Wärme hilfreich war. Er sah dieses Prinzip schließlich überall in der Natur wirksam: „In feuchter Wärme gedeiht Holz, Frucht, Wein — selbst Fleisch und Bein.“ Aus dieser Beobachtung entwickelte Schroth den feuchten Dunstwickel – eines der zen¬tralen Element der Schrothkur. Auch die beiden anderen Wesensmerkmale der Kur, das Heilfasten und der Wechsel zwischen Trink- und Trockentagen schaute Schroth der Natur ab: Er beobachtete, dass kranke Tiere in der Regel so lange fasten, bis sie wieder gesund sind, und fand diese Appetitlosigkeit auch bei vielen kranken Menschen. Darüber hinaus glaubte er festzustellen, dass seine Arbeitspferde am wenigsten leisteten, wenn sie besonders viel getrunken hatten.
 

Die vier Erfolgssäulen einer Schrothkur

Die Originale Schrothkur basiert auf vier Säulen: ● Die Schroth’sche Diät ● Die Schroth’sche Packung ● Die Schroth’sche Trinkverordnung ● Ruhe und Bewegung. Durch die Kombination aller vier Bausteine sollen die Selbstheilungskräfte des Körpers aktiviert werden. Wer an einer Schrothkur teilnimmt, soll mit neuer Lebensenergie zurück in den Alltag gehen. Am Umstrittensten an der Schrothkur ist wohl die Trinkverordnung – und die vor allem wegen der Rolle des Weines: Ursprünglich stand der Wein als Kurgetränk im Mittelpunkt. Heute hat man das modifiziert: „Neben Mineralwasser, Tee und Säften kann auch trockener Kurwein in moderaten Mengen getrunken werden“ heißt es beim Schrothverband. „Dieser wird wie die individuell benötigte Flüssigkeitsmenge, je nach Krankheitsbild ärztlich verordnet. Der Wein ist jedoch keineswegs zwingend vorgeschrieben.“
Dr. med. Rainer Schroth, Ururgroßneffe des Naturheilarztes, führt das Werk des Begründers heute in seiner Kurklinik fort. Rainer Schroth definiert die Methode in seinem Buch „Die echte Schroth-Kur“ als Verfahren der Ganzheitsmedizin, dessen heilende Wirkung insbesondere in der Stimulierung aller Ausscheidungsfunktionen des Körpers begründet liegt – und bezieht sich u.a. auf einen Spruch der alten Chinesen: „Was Niere und Blase nicht ausscheiden können, das muss der Darm ausscheiden. Was dieser nicht ausscheiden kann, das muß die Lunge tun. Wenn alle zusammen nicht genug Gifte ausscheiden können, dann muß die Haut einspringen — und was die Haut nicht ausscheiden kann, das führt zum Tode.“
 

Tipp von docFood:

Dauer und Ablauf der Schrothkur schließen die „Do it yourself“-Anwen¬dung aus. Wer eine Schrothkur machen möchte, dem bietet das Gütesiegel „anerkannter Schrothkur-Betrieb“ des Schrothverbandes einen unfehlbaren Wegweiser. Solche Häuser garantieren dem Gast die hundertprozentige Durchführung der Kur im Sinne des Erfinders.

 Friedhelm Mühleib

Weihnachten im Kreise der Familie - Tradion und moderne Küche vereinen

An Weihnachten entschlacken – wie kann das gehen?

Weihnachten ist für viele der Inbegriff des Genießens. Andere haben schon vor dem Fest ein schlechtes Gewissen angesichts der geplanten Völlerei. Oder sie lassen sich durch die hohe Erwartungshaltung von Freunden und Verwandten die besinnliche Laune verderben. Allerdings: Man kann auch Alternativen auf den Tisch bringen, die zwar festlich und lecker, aber keine Kalorienbomben sind.
Lebensmittelproduzenten und Einzelhandel sorgen schon seit Jahren dafür, dass Weihnachten immer längere Schatten vorauswirft. Und spätestens im Dezember quellen die Briefkästen mit Werbung für besondere Leckereien nur so über. Auch Frauen- und Kochzeitschriften, Fernsehmagazine und das Internet machen fleißig dabei mit, uns zum Kaufen und Schlemmen zu verführen. Kein Problem für diejenigen, die eine gesunde Lebensweise verinnerlicht haben. Die verkraftet es sehr gut, wenn wir hin und wieder über die Stränge schlagen, z. B. beim Gänsebraten mit Soße und Knödeln.
 

Leichte Alternativen für das Weihnachtsessen suchen

Besser ist es, von vorneherein mit leichten Alternativen fürs Festmenü zu planen: Wie wär’s mit Rehrücken, Wildschwein-Gulasch, Karpfen blau oder Forelle aus dem Backofen: Wild oder Fisch lassen sich einfach zubereiten und sind vergleichsweise leicht und bekömmlich. Dazu schöpfen Sie nach Herzenslust aus dem grünen Angebot der Saison und versorgen sich so nebenbei mit Ballaststoffen, Vitaminen, Mineralien und sekundären Pflanzenstoffen. Neben vielen Kohlsorten bietet das Winterhalbjahr zum Beispiel Chicorée, Feldsalat und Lauch. Oder sie bereiten ein vegetarisches Hauptgericht zu mit feinem Gemüse aus der Region als Highlight. Damit das Gemüse nicht zur Fettfalle mutiert, können Sahne, Butter und Mehlschwitzen bei der Zubereitung oft durch saure Sahne, Milch, Brühe oder fettarmen Schmelzkäse ersetzt werden. Abgerundet wird das gesunde Festessen am besten durch einen fruchtigen Nachtisch aus exotischem Obst oder Zitrusfrüchten, die jetzt Hochsaison haben.
 

Traditionen hinterfragen

Gibt es an Weihnachten bei Ihnen, was es schon bei Muttern gab? Hinterfragen Sie eingefahrene familiäre Traditionen. Denn Abwechslung und neue Kreationen bringen Fröhlichkeit. Vielleicht sind alle die Verwandtschaftsbesuche mit Weihnachtsmenüs am Mittag, Kuchen am Nachmittag und Fischplatte am Abend ja schon lange leid. Nur traut sich keiner, dies zu sagen. Das wäre schade, denn so wird die Chance ver­passt, etwas Neues zu probieren. Statt der klassischen Mahlzeitenfolge gibt es ein zwangloses, buntes Buffet. So ist keiner gezwungen, „aus Anstand“ auch noch die leckere Torte der Schwägerin zu würdigen, wo er doch eigentlich noch satt vom Entenbraten ist.
 

Tipp von docFood:

Neben der Zeit für gutes Essen und Trinken sollte auch noch Zeit für viel frische Luft und Bewegung bleiben. Denn ausgedehnte Winterspaziergänge oder ein bisschen sportliche Betätigung auf der Schlittschuhbahn machen gute Laune, sorgen für einen freien Kopf und machen Platz für den guten Appetit auf die nächste Mahlzeit.

Gabriela Freitag-Ziegler

Bildquelle: Fotolia © Kzenon