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Kerngesund – Kleine Kerne, große Wirkung

Der Tipp „Greifen Sie im Supermarkt wieder zu Trauben und Melonen mit Kernen und lassen Sie die neuen, kernlosen Sorten liegen – denn die sind ihres kostbarsten Inhalts beraubt.“ mutet vielleicht etwas komisch an. Doch Deborah Weinbuch, die Autorin von „Kerngesund“, hat ihre Gründe dafür. In ihrem neuen Buch beschreibt sie die wichtigsten Kerne und Saaten und stellt ausführlich dar, welche gesundheitsförderlichen Stoffe in den kleinen Kraftpaketen stecken.
 
Neben den detaillierten Porträts der Kerne und Samen enthält der kompakte Ratgeber auch allerlei kernige Rezepte und Anleitungen für selbstgemachte Naturkosmetik.
 

Kraftpakete für die Gesundheit

„Kerngesund“ ist eine Hommage an Deborah Weinbuchs Großmutter, die auch mit über achtzig Jahren hellwach und immer in Bewegung ist. Sie war es, die der Autorin beibrachte „über so ziemlich jede Gemüsepfanne noch eine Handvoll Kerne zu streuen.“ Anlass genug jedenfalls, sich näher mit der Thematik zu befassen. In der Einleitung bekommt der Leser gleich einen Rundumschlag davon, was Kerne und Samen alles können, zum Beispiel allergische Reaktionen und entzündliche Prozesse mildern, Potenz und Fruchtbarkeit fördern oder einen Teil des Mehls beim Backen ersetzen. Auf den folgenden Seiten werden dann einige Wirkungen noch einmal genauer erläutert, und zwar:

  • Kerne machen schlank und bauen Muskeln auf
  • Kerne sind Anti-Aging-Nahrung
  • Kerne sind Gute-Laune-Garanten
  • Kerne geben Kraft fürs Immunsystem
  • Kerne schützen den Darm
  • Kerne fördern die Entgiftung
  • Kerne wirken vorbeugend gegen Krebs
  • Kerne schützen unser Herz-Kreislauf-System
  • Kerne stärken Knochen und Zähne
  • Kerne schenken schöne Haare und reine Haut

Ergänzende Fakten liefern Infokästen, zum Beispiel zum Kaloriengehalt von Kernen und Samen, zur Diabetesvorbeugung oder zum Spurenelement Selen.
 

Kerne und Samen im Einsatz

In den Porträts schlüsselt Deborah Weinbuch die Vorteile der einzelnen Kerne und Samen mit ihren charakteristischen Inhaltsstoffen noch einmal gezielt auf. So erklärt sie, was diese im Körper bewirken können und stützt sich dabei auf zahlreiche Studien, wie auch der Anhang zeigt. Wer schnell wissen möchte, welche Kerne und Saaten wofür oder wogegen nützlich sind, schlägt am besten die Übersicht auf, die sich ebenfalls im Anhang befindet. Für die Verwendung in Bad und Küche gibt es zahlreiche Rezepte, von Peelings, Masken Lotionen und Haarpackungen über Frühstück, Vorspeisen und Snacks bis zu Hauptspeisen, Backwerk und Desserts. Auch die Rezepte sind immer wieder mit Zusatzinfos zu ernährungsphysiologischen Aspekten gespickt, zum Beispiel zu FODMAPs (Fermentierbare Oligo-, Di- und Monosaccharide und Polyole), Lowcarb oder den Eigenschaften von Süßlupinenmehl und Hafer.
 

Melas Fazit für docFood

In der Danksagung kommt die Unterstützung der Lektorin bei der Systematik des Buches zur Sprache. Tatsächlich irritiert etwas, dass im Inhaltsverzeichnis überwiegend von Kernen die Rede ist. Dies ist wahrscheinlich auch dem Umstand geschuldet, dass Kerne und Samen nicht über einen Kamm geschoren werden können. Schließlich haben Cashew- und Melonenkerne oder Chiasamen nicht allzu viel gemeinsam, außer dass alle gesundheitsförderliche Stoffe enthalten, wenn auch unterschiedliche. Daher liest sich der allgemeine Teil über die Gesundheitswirkungen manchmal etwas holprig und verallgemeinernd. Dafür punkten die Porträts mit viel spezifischem Wissen über verschiedenste Vertreter der Kerne und Samen und gehen in Sachen Inhaltsstoffe in die Tiefe. So liefert das Buch viele gute Argumente dafür, häufiger Trauben oder Melonen samt der Kerne zu verspeisen oder die Suppe mit Sesamsamen zu bestreuen.

Melanie Kirk-Mechtel

Foto: © D. Weinbuch
 
Deborah Weinbuch
Kerngesund
Inhaltsstoffe, Wirkung & Anwendung von Pflanzenkernen & Samen
14,99 €, 160 Seiten
ISBN: 978-3-8312-0453-3
KOMPLETT-MEDIA, 2017

Rote Bete – heimisches Superfood

Ein Schönheitspreis ist mit der Roten Bete sicher nicht zu gewinnen – dafür glänzt das heimische Wurzelgemüse umso mehr mit seinen inneren Werten. Denn die schrunzlige Wurzelrübe ist eine wahre Nährstoffbombe. Versteht man unter Superfood Lebensmittel mit besonders hoher Nährstoffdichte, dann gehört die gute alte Rote Beete ganz oben mit auf die Liste mit dazu. Und was ist mit der aufwändigen Zubereitung? docFood zeigt Ihnen die Alternativen.
 
Denken Sie bei der Roten Bete ( ..auch als Rote Rübe oder Rande bekannt) auch noch an die klassische Sauerkonserve im Schraubglas mit geriffelten Scheiben und süß-säuerlichem Geschmack? Wer Rote Beete erntefrisch einkauft und selbst zubereitet, wird dagegen sein rotes Wunder erleben.
 

So frisch kann Rote Bete schmecken

Mit etwas frischem Zitronensaft und einer kleinen Prise Salz schmeckt die Rote Bete als Rohkost erfrischend und lecker. Der Geschmack ist umso milder, je dünner man sie schneidet – z. B. hauchdünn aufgeschnitten und mariniert als Carpaccio. Man kann sie auch mit einer Reibe fein raspeln und mit in einen Salat geben. Das verleiht dem Ganzen eine schöne, saftige Textur. Weniger amüsiert sind viele, wenn das rote Wunder an den Händen haften bleibt: das Betanin, der intensiv-rote Farbstoff der Knolle, färbt auch gerne schon mal die Finger. Um das zu vermeiden, sind Einmalhandschuhe die einfachste Lösung. Und wenn doch einmal etwas daneben geht: Zitronensaft hilft prima beim Entfernen der Flecken.
 

Rote Bete richtig verarbeiten

Zur Weiterverwendung von Roten Beten in Eintöpfen, Chutneys, Salaten oder Suppen wird die Knolle nach dem Entfernen der Blätter und Stiele gegart. Das sollte so schonend wie möglich passieren: Das klassische Kochen mit viel Wasser kann den größten Teil des wertvollen Vitamins Folsäure zerstören. Besser ist Dampfgaren mit wenig Wasser während 30-40 Minuten – so werden die Inhaltsstoffe geschont. In jedem Fall muss die Knolle mit unversehrter Schale gegart werden. Ansonsten würde sie „ausbluten“ und die strahlende Farbe verlieren. Nach dem Garen lässt sich die Schale leicht mit einem Messer abziehen. Übrigens: Inzwischen bietet jeder gut sortierte Supermarkt frisch geerntete, gekochte und geschälte Knollen verzehrsfertig in der Vakuumverpackung an. Das ist ideal für alle, denen das Schälen und selber Kochen zu lange dauert und die die Säure der eingelegten Produkte nicht mögen.
 

Was tun, wenn man den erdigen Geschmack nicht mag?

Manche mögen ihn ganz besonders und schätzen ihn als die besondere Würze, den erdigen Geschmack der Roten Bete. Andere können ihn nicht ausstehen. Auslöser dafür ist die Substanz Geosmin, die von Bodenbakterien synthetisiert wird und schon in geringsten Mengen am Geruch zu erkennen ist (…womit auch deutlich wäre, dass es ein Geruch und kein Geschmack ist, was da viele nicht mögen!). An der Schale der Roten Bete haftet trotz guter Reinigung immer ein bisschen von diesem Duftstoff an und gelangt so auch immer in den Knollensaft bzw. ins Knollengewebe. Wer nun den erdigen Geruch gar nicht abkann, muss doch nicht unbedingt verzichten: Organische Säuren – zu denen auch Essig gehört – verwandeln das Geosmin in eine geruch- und geschmacklose Substanz. Etwas Essig und Schnitze von säuerlichem Apfel am Rohkostsalat aus Roter Bete – und schon verflüchtigt sich der erdige Geruch. Limettensaft ist eine aromatische Alternative, die der erdigen Knolle einen erfrischenden Geschmack veleiht. Den gleichen Effekt haben andere Früchte oder milchsaure Produkte im Dressing
 

Das macht die Rote Bete so gesund

Hier die wichtigsten gesundheitlichen Argumente, mit denen die tiefrote Knolle punkten kann:
● Rote Bete hat einen überdurchschnittlich hohen Folsäuregehalt. 100 g decken ein Fünftel des Tagesbedarfs. Folsäure ist für Zellwachstum und Blutbildung unentbehrlich und gehört zu den wenigen ‚kritischen‘ Vitaminen: Viele von uns sind nicht ausreichend versorgt damit. ● Rote Bete enthält viel Vitamin C und ist besonders reich an den Mineralstoffen Kalium und Magnesium sowie den Spurenelementen Eisen und Kupfer. ● Betain, ein sekundärer Pflanzenstoff, stärkt durch seine antioxidative Wirkung das Immunsystem. Außerdem fördert es den Gallenfluss und regt den Appetit an. ● Die Rübe enthält viele weitere sekundäre Pflanzenstoffe, darunter Bioflavone, die ebenfalls antioxidativ wirken und dadurch die Zellen vor Schäden und Alterung schützen.● Der hohe Gehalt an Kieselsäure (Silizium) trägt zur Kräftigung von Bindegewebe und Haut, Gefäßwänden und Bindegewebe bei. ● Die Ballaststoffe der Roten Bete wirken anregend auf die Verdauung. ● Last not least ist die Knolle ausgesprochen kalorienarm, so dass sich auch die Figur freut, wenn Rote Bete-Gerichte auf dem Speiseplan stehen: Das Wintergemüse bringt pro 100 Gramm gerade einmal 42 Kalorien auf die Waage.
 

docFood rät

Während der vitaminarmen Jahreszeit darf Rote Bete gerne regelmäßig auf dem Speiseplan stehen. An Abwechslung muss es dabei nicht fehlen. Passend dazu bei docFood: Rote-Bete-Carpaccio mit Feldsalat und Ziegenkäse als Vorspeise mit wunderbarer Aromenkombination. In Rezeptportalen wie eatsmarter finden sich jede Menge schmackhafter Alternativen. Ganz davon abgesehen gehört die Rote Bete zu den preiswertesten Gemüsen während der Winterzeit: Lecker, gesund und preiswert – besser geht’s nicht.
 

Im Trend: Küche mit Liegestuhl für den Hausherren

Heute flattert mir mal wieder ein Prospekt eines Küchenfachmarktes ins Haus. Die Küchen darin sind ausnahmslos „exzellent gestylt, vielseitig talentiert, optisch sensationell“ und alle mit riesigen Kücheninseln im Raum. Küchen unter Minimum 30 qm Fläche scheint es in Deutschland kaum noch zu geben – und wenn überhaupt, dann wohl allenfalls beim Prekariat.
Besonders gefällt mir die Küche auf dem Beitragsfoto: Zunächst frage ich mich, was denn der Liegesessel in dieser preiswerten Wohnzimmerküche soll. Dann kommt mir blitzartig die Erkenntnis: Der ist für den Herrn der Schöpfung, damit der sich in den Sessel reinfläzen und seiner lieben Frau ganz entspannt beim Kochen zuschauen kann – vorausgesetzt, es wird überhaupt jemals gekocht in diesem Schmuckstück. Wohl bekomm’s!

Friedhelm Mühleib

Rosenkohl-Gemüse-Eintopf

Zutaten für 4 Personen:
1 Zwiebel, 2 Pastinaken
2 Karotten, 2 Petersilienwurzeln
1 Kartoffel, 200 g Rosenkohl
1 Apfel, 1/4 Weißkohl
200 ml Weißwein, Meersalz
ca. 1 l Gemüsefond, 4 EL Olivenöl
4 El gehackte Petersilie, ca. 3 g frischer Meerrettich
Zubereitung:
1 Zwiebel, Karotten, Petersilienwurzel, Pastinaken, Kartoffel und Apfel schälen. Den
Rosenkohl vom Strunk befreien und die einzelnen Blätter abzupfen. Das Weißkraut vom
Strunk befreien und in Rauten schneiden.
2 Die Zwiebel, den Apfel und die Kartoffel in Würfel, das restliche Gemüse in Scheiben
schneiden. Die Zwiebel in Olivenöl andünsten. Dann Petersilienwurzel, Weißkohl und Karotte
zugeben und zwei Minuten mit andünsten. Anschließend die Pastinake und die Kartoffel
dazugeben. Mit Weißwein ablöschen und einmal aufkochen.
3 Die Rosenkohlblätter und die Gemüsebrühe zugeben, salzen und aufkochen. Ca. 3 bis 10
Minuten leicht köcheln lassen, je nach gewünschter Bissfestigkeit. Danach abschmecken.
4 Portionen in tiefe Teller füllen, mit frischer Petersilie bestreuen und zuletzt den frischen
Meerrettich auf den Eintopf reiben.
 
Quelle: Pressebüro Deutsches Obst und Gemüse

Peru. Das Kochbuch – Kulinarische Reise durch die Anden

Peru. Das Kochbuch. Ein Kochbuch wie eine Reise durch die Anden: Schon das Cover ist wie ein kleines Stück Peru – erinnern die bunten Streifen doch an die Farben der Stoffe, aus denen die Ponchos der peruanischen Indianerinnen gewebt sind. Gastón Acurio hat mit diesem Kochbuch eine kulinarische Liebeserklärungan an seine Heimat verfasst. Auch innen bleibt es bunt und farbenroh. Fast schon ein bisschen folkloristisch präsentiert sich das umfangreiche Werk mit Rezepten und Genüssen so vielfältig und exotisch wie das Land selbst.
 

Mix der Kulturen und Regionen

Aromen, Gewürze und Gerichte des Landes zwischen Wüste und Dschungel, das sich zwischen Pazifik und Anden über mehr als 80 verschiedene Klimazonen erstreckt, zeugen von der landeseigenen, indianischen Tradition ebenso wie von den Einflüssen der spanischen Conquistadores und von den Immigranten, die nach ihnen kamen – von jenseits des Pazifik aus Japan, China und anderen asiatischen Ländern, aber auch aus Afrika sowie der arabischen Welt. Aus all diesen  Einflüssen entsteht ein ganz spezieller, multikultureller kulinarischer „Melting Pot“ mit eigenen Kochwelten wie z.B. ‚Nikkei‘, der Kombination aus japanischer und peruanische Küche oder, Chifa‘ , einem Mix aus peruanischen und chinesischen Einflüssen.
 

Offenbarung für Fans von Ceviche

Die Rezepte sind auch ein Spiegel der Geographie des Landes: Teils deftig, schwer und erdverbunden, wie es für die bäuerliche Küche der Gebirgsregionen typisch war und ist. Teils sind die Gerichte aber auch leicht und frisch, geprägt vom Fisch und den Meeresfrüchten  der Pazifikküste. Besonders verlockend ist die große Vielfalt der unterschiedlichsten Ceviches: Da gibt es Ceviche mit Krebsfleisch, Garnelen oder klassisch. Nicht minder verführerisch ist das köstlich fruchtige „Ceviche de Mango“, das ganz ohne Fisch oder Meeresfrüchte auskommt und mit einem Mix aus Süßkartoffel, Mango, roter Zwiebel, Mais und den unverzichtbaren Zutaten Limette, Koriandergrün und Chili eine perfekte sommerlich-leichte Vorspeise ergibt. Ein (selbstgemixter) Pisco Sour  – was für eine köstliche Erfrischung!
 

docFood empfiehlt:

Mit insgesamt über 400 Seiten ist dieses Kochbuch ein umfangreiches Kompendium der peruanischen Küche. Einiges mag für hiesige Gaumen eher gewöhnungsbedürftig anmuten – z. B. die Rezepte mit Innereien, wie Leber, Herz und Niere als Zutaten. Wer sich jedoch mit der vielfältigen Andenküche angefreundet hat, findet hier ihre ganze Vielfalt wieder. Die Rezepte sind – auch von denZutaten her – nicht immer leicht zugänglich, aber immer kraftvoll-authentisch. Acurios Werk ist kein Leichtgewicht und nichts für Feiglinge: Wie eine Anden-Wanderung verlangt es nach Training, Vorbereitung, Ausdauer und Hingabe. Aber wer sich auf die Reise begibt, wird Land und Kultur auf sinnliche Art und Weise begreifen und erfahren und mit herrlichen kulinarischen Aussichten belohnt.

  Andrea Peitz

Gastón Acurio, Peru. Das Kochbuch: Die Bibel der peruanischen Küche, Verlag Phaidon by Edel; 1. Auflage  2016, 420 Seiten, ISBN-10: 3944297202. Preis: 36,00 EUR

Das Brasserie Kochbuch

Essen wie Gott in Frankreich – mit dem Brasserie Kochbuch von Daniel Galmiche ist das kein Problem! Das schlicht und elegant gehaltene Cover lädt mit den Farben der Trikolore und gallischem Hahn dezent zum Betreten der französischen Küche ein und gibt ein Versprechen auf authentische französische Genüsse. Galmiche hält es mit seinen Rezepten, nachdem er das Buch mit einem wundervollen, weder sentimentalen noch kitischigen Vorwort beginnt.
 
Galmiche gelingt es auf diesen ersten Seiten, authentisch zu beschreiben, worum es ihm geht: Seine Liebe zur französischen Landhausküche und die Rezepte der vielen Brasserie-Klassiker auch für den Laien zum einfachen und unkomplizierten Nachkochen zu präsentieren.
 

Rezepte – authentisch und verlockend

Wenn er beschreibt, wie ihm Mutter, Großtante und sein erster Lehrmeister Yves Lalloz die Liebe zum guten Essen und den Weg zur französischen Kochkochkunst vermittelt haben, liest sich das einfach schön. Sein Appell: „Lassen Sie es (das Kochbuch) also nicht auf dem Kaffeetisch liegen! Wenn Sie regelmäßig danach kochen, wird es Sie sehr glücklich machen.“ Diesem Apell sollte man folgen. Auf insgesamt 204 Seiten macht Galmiche dann Lust auf dieses Glück und den französischen Landhausgenuss. Nicht abgehobene  Nouvelle Cuisine, sondern bodenständige, ehrliche Rezepte aus allen Regionen Frankreichs stellt Galmiche vor. Ob Bouillabaisse, Boeuf Bourguignon, Tomatentarte mit Ziegenkäse oder die süßen Versuchungen in Form von Apfel- Beeren- Tarte oder Tarte Tatin mit Rosmarin und gerösteten Mandeln – allesamt sind sie zum Niederknien gut.
 

Nachkochen lohnt sich

Den Aufwand  für die Zubereitung – die Rezepte brauchen schon ein bisschen Zeit, Geduld und gute Zutaten – sind sie allemal wert! Auch die meist ganzseitigen Fotos der Gerichte sind erfreulicherweise authentisch, sehen  echt aus und so gar nicht abgedreht oder überkandidelt. Leider hat nicht jedes der tollen Rezepte eine Abbildung. Dies ist insbesondere bei so verheißungsvollen Leckerbissen wie  „Warmes Krebsfleisch mit Estragonmayonnaise“ oder „Kaninchen mit Zitrone & Knoblauch“ ein kleiner Wermutstropfen. Da hilft nur: selbst kochen und selbst fotografieren!
 

docFood meint:

Das Brasserie Kochbuch ist keine Neuerscheinung, es ist uns eher durch Zufall in die Hände gefallen. Es schien uns trotzdem eine Besprechung wert: Denn Galmiche hält was er verspricht. Wenn man seiner Einladung folgt und seine Brasserie-Klassiker nachkocht, macht es einen sehr, sehr glücklich. Vive la France!

 Andrea Peitz

 
Daniel Galmiche, Das Brasserie-Kochbuch. Klassiker der französischen Küche,  Gerstenberg-Verlag,  2012, ISBN-10: 3836926997, Preis 26,95 EUR

Der perfekte Grillabend – Tipps vom Profikoch

Die ersten sonnigen Tage liegen hinter uns, und vielerorts wurde bereits angegrillt. Sorgt zu Beginn der Grillsaison schon eine Wurst vom Rost für Glücksgefühle, darf es in Richtung Sommer auch gerne etwas aufwändiger werden – gerade, wenn Gäste kommen. Profi-Koch Wolfgang Weigler verrät Tipps und Tricks, wie der Grillabend für Freunde ein ganz besonderes Event wird.
 

Gas- oder Kohlegrill – was ist der Unterschied?

Geschmacklich gibt es keinen Unterschied. Die Entscheidung für den einen oder den anderen ist eher Typsache. Der Gasgrill hat ohne viel Vorlauf eine gleich bleibende Hitze, wie der eigene Herd. Dadurch ist vorausschauendes Grillen möglich. Beim Kohlegrill muss die Kohle erstmal brennen und eine schöne Glut entstehen, bevor gegrillt werden kann. „Und je nach Gluthöhe ist es an der einen Ecke heißer als an der anderen. Ist also mehr was für Abenteuergriller“.“, sagt Wolfgang Weigler.
 

Wie gelingt das perfekte Steak?

Wolfgang Weigler: „Das A und O ist die Qualität des Fleisches. Das perfekte Steak ist mindestens 6 cm dick und wird 1,5 Stunden bei kleinster Hitze gegrillt. Ca. 60 bis 70 Grad sind hier optimal.“ Wichtig ist es, indirekte Hitze zu verwenden, sodass das Fleisch nur durch die heiße Luft gegart wird, wie beim Smoken. Anschließend das Steak noch einmal kross nachgrillen.
 

Leckeres Grillgut für Veganer

„Hervorragend eignen sich natürlich Gemüse wie Zucchini, Aubergine und Paprika. Wer möchte, kann auch auf veganen Käse zurückgreifen. Mit einem Tropfen Honig schmeckt dieser sehr aromatisch. Ein Highlight für Veganer ist sicherlich auch eine gegrillte Jackfrucht. Diese brasilianische Scheinfrucht bekommt man immer öfter beim heimischen Obst- und Gemüsehändler. Verfeinert mit einer BBQ Sauce ist sie ein echtes Grillhighlight.“, so der Profikoch.
 

Besondere Überraschungen für die Gäste

Damit der Grillabend unvergesslich bleibt, kann der Gastgeber noch mit einigen Extras punkten, wie Event-Gastronom Weigler verrät:

  • Ganzer Fisch: Weigler mag am liebsten Lachs, Lachsforelle oder Saibling vom Grill. „Zum Fisch-Grillen gibt es spezielle Zangen, in die man den Fisch einklemmen kann, dann lässt er sich auch prima wenden. Natürlich kann er auch in Alufolie gewickelt werden.“
  • Selbstgebackenes Brot: „Meine Empfehlung ist ein hausgebackenes Focaccia, verfeinert mit getrockneten Tomaten, Oliven, Rosmarin und Parmesan.“
  • Zum Abschluss ein Dessert: Auch ein köstlicher Nachtisch ist auf dem Grillrost ganz einfach und schnell gemacht: Ananas- oder Melonenscheiben grillen und mit Eis servieren. „Dazu passt perfekt eine Kugel Vanilleeis oder Fiore di Latte.“, rät Weigler.

Tipp von docFood

Auch auf docFood haben wir einige Rezeptideen für den perfekten Grillabend für Sie:

Die Übersicht aller Grillrezepte gibt es hier>>

Melanie Kirk Mechtel

Informationen zu Wolfgang Weigler und seiner Eventgastronomie WHO WANTS IT gibt es unter www.whowantsit.de und www.w-u-f-o.de.

Knusprige Kartoffeln und Möhren vom Blech

Zutaten für 4 Personen:
1 kg Kartoffeln
50 ml Olivenöl
2 TL grobes Meersalz
geschroteter, schwarzer Pfeffer
300 g Möhren
5 Lorbeerblätter, 1/2 Bund glatte Petersilie
1 Zweig frischer Rosmarin, 2 Knoblauchzehen
 
Zubereitung:
1 Kartoffeln schälen. Je nach Größe halbieren oder vierteln. Auf einem tiefen Backblech verteilen. 3 EL
Olivenöl darübergeben und die Kartoffeln mit Salz und Pfeffer würzen. Im vorgeheizten Backofen bei 225
°C (Umluft: 200 °C) ca. 20 Minuten backen.
2 Möhren schälen und in ebenso große Stücke schneiden. Mit den Lorbeerblättern zu den Kartoffeln
geben und alles weitere 20 – 25 Minuten backen, dabei gelegtentlich wenden.
3 Kräuter waschen, trockenschütteln und fein hacken. Knoblauch schälen und fein hacken. Mit dem
restlichen Olivenöl vermischen. Sobald dias Gemüse knusprig braun ist das Kräuter-Knoblauch-Öl
darübergeben und sofort servieren.
 
Quelle: Bertolli

Abwechslungsreich kochen kann so einfach sein

Abwechslungsreich soll man kochen, das hat sich inzwischen herumgesprochen. Doch wie geht das? Muss man dafür noch länger in der Küche stehen,noch mehr Zeit fürs Einkaufen planen und dicke Kochbücher wälzen? Muss man alles nicht, denn abwechslungsreich kochen kann ganz einfach sein. Ein paar Grundkenntnisse im Kochen braucht man allerdings schon – und eine Prise Phantasie dazu.
Nehmen wir mal eines unserer beliebtesten deutschen Grundnahrungsmittel – die Kartoffel. Es ist unglaublich, was man mit einer guten Kartoffel alles machen kann. Fangen wir mit den Kartoffel-Basics an: Pellkartoffel, Salzkartoffel und Bratkartoffel sind die Fundamente. Kartoffelsalate mit den verschiedensten Zutaten, Kartoffelgratins, Kartoffelaufläufe sind nur einige wenige Varianten. Kartoffeln sind mehr als Beilage, die dick macht (…was sowieso nicht stimmt!). Die Kartoffel hat das Zeug zum Hauptdarsteller – in ständig wechselnden Rollen. Häufig reicht dann schon ein Nebendarsteller – ein Salat, ein Dip ein Gemüse, um ein bühnenreifes Essen draus zu machen.

Wie komme ich jetzt gerade auf die Kartoffel? – Ach ja – von gestern Abend – von der Frage: Was essen wir? Es sind noch Pellkartoffeln vom Vortag da. Ab in die Pfanne damit – oder gibt’s noch eine andere Idee, als schnöde Bratkartoffeln daraus zu produzieren? Ich erinnere mich an ein indisches Bratkartoffelrezept – vor ein paar Tagen zufällig in einem tollen Kochbuch mit indischen Rezepten gesehen. Das Rezept ist schnell gefunden – und stellt sich als völlig einfach heraus. Der Inder würzt seine Bratkartoffeln offensichtlich gern mit Massen von frischen Kräutern und Gewürzen: In diesem Rezept (Shebu Bhaji) mit viel, viel Dill (hatten wir zufällig noch im Garten), Kurkuma, Senfsamen, Chilli und Knoblauchzehen – und dann mit Olivenöl ab in die Pfanne damit. Das Ergebnis – es gab noch Hühnerbeine vom Grill dazu – sieht nicht nur appetitanregend aus – es hat auch ganz grandios geschmeckt, schon nach Bratkartoffeln, doch irgendwie auch ganz anders, mit asiatischem Touch. So abwechslungsreich kann ein einziges Lebensmittel sein!

Friedhelm Mühleib

Mordsstorys, Mordsrezepte, Mordsspass

Mordsstorys, Mordsrezepte, Mordsspass – so lässt sich das Krimi-Kochbuch von Andrea C. Busch in drei Worten zusammenfassen. „Mord zwischen Messer & Gabel“ ist eine liebevoll komponierte Auswahl von Rezepten und Kurzkrimis in sechs Kapiteln: „Verhängnisvolle Vorspeisen“, „Pasta Mortale“, „Höllische Hauptgänge“, „Süße Sünden und Tödliche Törtchen“, „Mörderische Menüs“, „Barbarische Büffets und dem „Ausgekochten Anhang“ – insgesamt finden so 34 Krimis und 99 Rezepte zusammen.
Jedes Kapitel der überarbeiteten Neuauflage (mit fünf neuen Storys) startet miteinem  kleinen, makabren Kurzkrimi einer internationalen Riege bekannter Krimiautoren – Die Storys leiten mit spannenden und auch mal witzigen Plots zum jeweils passende Krimi-Menü hin. Die Rezepte sind nicht weniger anregend wie die Kurzgeschichten. Das Spektrum reicht von Hausmannskost bis zum Gourmetgericht. Zur kleinen Persiflage auf Fernseh- Kochshows und Promi-Köche (Titel: „An die Töpfe, fertig tot“ von Andrea C. Busch ) – gibt es Wurstsalat und Speckbrot. Übrigens: Wer will, errät beim Wurstsalat bestimmt recht schnell, an wen die Autorin in der Geschichte gedacht hat. Zu Birgit Lohmeyer’s Geschichte „Der Koch, meine Schwester und das Schicksal“ gibt’s schließlich Feinkost: „Pochierte Austern in Sahne und Champagner“ und pürierter Kalbsleber – „Pain de Foie de veau léger“
Auch das Auge darf mitessen: Die Menüs sind mit herrlich-skurrilen holzschnittartigen Illustrationen von Bengt Fosshag garniert, die Appetit machen auf die Spezialitäten des jeweiligen Menü’s. Also, Messer und Gabel gewetzt und ran an den Speck. In „Mord zwischen Messer & Gabel ist für jeden was dabei – zum Lesen, Nachkochen, Spaß haben. Krimi-Dinner geht auch zu Hause, mit Freunden oder Familie. „Mord zwischen Messer und Gabel“ ist tatsächlich ein Muss für krimiliebende Feinschmecker. Kleiner Wermutstropfen: Bei manchen der anregenden Rezepte hätte man sich ein schönes Foto gewünscht. Das hätte dann aber vielleicht doch die von Bengt Fosshags wunderbaren schwarz-weiß Illustrationen geprägte Optik dieser bibliophilen Ausgabe gesprengt (.. die bereits 1999 in der ersten Auflage von der Stiftung Buchkunstals eines der schönsten Bücher Deutschlands ausgezeichnet wurde).
Andrea Busch (Hrsg.), Bengt Fosshag (Illustr.)
Mord zwischen Messer & Gabel – 34 Krimis, 99 Rezepte
384 Seiten, 16,5 x 23 cm
Halbleinen
ISBN 978-3-8369-2741-3
EUR (D) 28.00 | EUR (A) 28.80 | SFr 38.20