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Schimmelpilze lieben Obstsalat

Praktisch, appetitlich und vitaminreich – aufgeschnittenes Obst und vorgeschnittene Blattsalate sind gerade im Sommer sehr beliebt. Verbraucher sollten  darauf achten, dass Obst und Salate, die vorgeschnitten sind, im Handel immer gekühlt angeboten und zu Hause im Kühlschrank aufbewahrt werden, um die Produkte vor einer mikrobiellen Kontamination zu schützen, wie das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) betont.
 
Im Rahmen der Stichproben der Lebensmittelüberwachung konnten im Jahr 2016 am häufigsten Schimmelpilze, Enterobakterien und Hefen nachgewiesen werden. Bei vorgeschnittenen, verpackten Blattsalaten wurden in Einzelfällen auch potentiell krankmachende Keime nachgewiesen. Bei 135 von 737 Proben (18 %) lag der Gehalt an Schimmelpilzen über dem Richtwert der Deutschen Gesellschaft für Hygiene und Mikrobiologie (DGHM) l. Um sich vor Schaden zu schützen, sollten auch Verbraucher vorsichtig sein, empfiehlt das BVL und rät zu folgenden Maßnahmen:
 

Tipps für Kauf von geschnittenem Obst und Salaten

Werden Produkte ungekühlt gelagert, können sich die Bakterien besonders schnell vermehren. Das BVL rät daher, beim Kauf von vorgeschnittenem Obst und Salaten auf Folgendes zu achten:
● Eine hohe Keimbelastung ist selten mit bloßem Auge zu erkennen. Trotzdem lohnt ein gezielter Blick, um den Frischezustand des Produktes zu erkennen. Farbverlust, braune Stellen oder viel Flüssigkeit weisen auf eine mangelnde Frische hin. Ebenso kritisch ist eine gewölbte Verpackung, da die gebildeten Gase Zeichen der einsetzenden Gärung sind.
● Achten Sie beim Kauf darauf, dass vorgeschnittenes Obst und Salate im Kühlregal liegen, und halten sie das Verbrauchs- bzw. Mindesthaltbarkeitsdatum ein.
● Verzehren Sie das aufgeschnittene Obst bzw. den bereits zerkleinerten Salat rasch oder bewahren Sie es im Kühlschrank oder einer Kühltasche auf. Entsorgen Sie Produkte, die längere Zeit einer hohen Temperatur ausgesetzt waren, also beispielsweise ungekühlt gelagert oder gar dem direkten Sonnenlicht ausgesetzt wurden.
 

Wie kommen Bakterien in den Obstsalat?

Aufgrund der Anbaubedingungen können Obst und Salate in Kontakt mit diversen Mikroorgansimen kommen. Vorgeschnittene Salate und abgepackte Obststücke werden roh verzehrt und durchlaufen in aller Regel keinen Produktionsschritt, der geeignet ist, die Mikroorganismen abzutöten. Während das Obst durch das Aufschneiden und den damit verbundenen Kontakt mit der Schale kontaminiert werden kann, sorgen bereits kleine Schnitt- und Bruchstellen bei Salatblättern und dem dort austretenden Saft für das Wachstum verschiedener Mikroorganismen. Das häufig säurearme Fruchtfleisch der angebotenen Obstsorten und das feuchte Milieu der folienverpackten Salatmischungen fördern das Wachstum der Keime.
 
Wie schützt uns die Lebensmittelüberwachung?
Sowohl zerkleinertes Obst als auch zerkleinerte, in Folien verpackte Blattsalate gehören zu den leicht verderblichen Lebensmitteln. Lebensmittelunternehmer müssen daher bei diesen Produkten strenge Hygienevorschriften beachten. Ob diese eingehalten werden, überprüfen die Lebensmittelüberwachungsbehörden der Bundesländer regelmäßig. So werden im Rahmen des risikoorientierten Bundesweiten Überwachungsplanes (BÜp) und des repräsentativen Zoonosen-Monitorings Lebensmittel regelmäßig auf mikrobiologische Parameter untersucht. Im BÜp 2016 wurden 745 Proben vorverpackten aufgeschnittenen Obstes auf verschiedene Mikroorganismen untersucht. 80 % der Proben wurde im Handel gekühlt angeboten. Am häufigsten konnten Schimmelpilze nachgewiesen werden – 135 von 737 Proben (18 %) enthielten Gehalte über dem Richtwert der Deutschen Gesellschaft für Hygiene und Mikrobiologie (DGHM). In 81 (11 %) der darauf untersuchten Proben wurden die Richtwerte für Enterobakterien überschritten. Dies ist ein möglicher Hinweis darauf, dass die Prinzipien einer guten Hygienepraxis nicht eingehalten wurden. Die Anzahl an Hefen überschritt in 65 (9 %) der auswertbaren Proben den DGHM-Richtwert. In fünf von 745 Proben konnte Escherichia coli nachgewiesen werden, zwei Proben davon überschritten den DGHM-Richtwert.
 
Keine Salmonellen in Melonen
Vor zwei Jahren standen ungekühlte und aufgeschnittene Wasser-, Honig-, Cantaloupe- und Netzmelonen im Fokus der Überwachungsämter. Sie wurden auf Salmonellen untersucht. Hier war das Ergebnis erfreulicher. Aktuell wurden 486 Proben untersucht, die alle mikrobiologisch unauffällig waren– in keiner der Proben konnte Salmonella spp. nachgewiesen werden. Die Proben von vorgeschnittenen, verpackten Blattsalaten waren in Einzelfällen mit potentiell krankmachenden Keimen kontaminiert. In einer der 391 Proben (0,3 %) wurden Salmonellen nachgewiesen. Den gesetzlichen Anforderungen gemäß gilt vorzerkleinerter Salat, in dem Salmonellen nachgewiesen werden, als gesundheitsschädlich und muss vom Markt genommen werden.
Quelle: Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL)

Zahl der Woche: 220 Millionen Schokohasen

In diesem Jahr werden nach Angaben des Bundesverbandes der Deutschen Süßwarenindustrie e.V. (BDSI) in Deutschland ca. 220 Millionen Schokohasen produziert.  Gegenüber dem Vorjahr (202 Mio. Schoko-Osterhasen) ist dies ein deutlicher Anstieg. Hauptgrund hierfür ist neben der gestiegenen Nachfrage im Inland der Anstieg der Exporte. Ganz weit vorn in der Verbrauchergunst liegen neben den Hasen selbstverständlich die Schoko-Eier, die in keinem Osternest fehlen dürfen.

Trend geht zum Zweithasen

Dabei ist die Liebe der Deutschen zum „Klassiker“ – dem Osterhasen aus Vollmilchschokolade – wohl unerschütterlich. Er ist nach wie vor am meisten gefragt. Aber auch Osterhasen aus zartbitterer oder weißer Schokolade und Dekofiguren wie kleine Lämmer oder Küken aus Schokolade liegen im Trend. 99 Mio. der hierzulande produzierten Schoko-Hasen (45 %) gehen ins Ausland, vor allem in die europäischen Partnerländer, aber auch in die USA, nach Osteuropa und nach Australien. In Deutschland verbleiben rund 121 Mio. Stück (55 %). So kommen auf jeden Verbraucher vom Baby bis zum Greis knapp eineinhalb Hasen
 

Schokohasen – nachhaltig süß

Immer mehr süße Osterprodukte enthalten Kakao, der nachhaltig hergestellt wird. Ein verantwortungsvoller und schonender Umgang mit natürlichen Ressourcen ist der deutschen Süßwarenindustrie sehr wichtig, um die Lebensgrundlage künftiger Generationen zu erhalten und durch eine Steigerung der Erntemengen den weltweit steigenden Kakaobedarf auch in Zukunft decken zu können. Die Professionalisierung des Kakaoanbaus und eine damit einhergehende Verbesserung der Lebensverhältnisse von Millionen Kakaobäuerinnen und -bauern und ihren Kindern, insbesondere in Westafrika, stehen dabei im Vordergrund. Im Jahr 2017 lag der Anteil an nachhaltig erzeugtem Kakao in den in Deutschland verkauften Süßwaren bei 55 %. Bei der ersten Erhebung des BDSI im Jahr 2011 lag dieser Anteil bei ca. 3 %. Die deutsche Süßwarenindustrie engagiert sich intensiv im Forum Nachhaltiger Kakao, einer gemeinsamen Initiative der Bundesregierung, des deutschen Lebensmittelhandels und der Zivilgesellschaft. Das Forum setzt sich für eine Verbesserung der Produktionsbedingungen und Lebensverhältnisse von Millionen von Kakaobauern und ihren Familien ein.

Tipp von docFood

Der durchschnittliche Schokohase bringt 100 Gramm und damit um die 600 Kalorien auf die Waage. Gefüllte Exemplare bringen es sogar leicht auf 800 Kalorien. Ein gut gefülltes Osternest mit einem Hasengelege aus Schoko-, Nougat, Krokant- und sonstigen Eiern kann locker zwischen 2000 und 3000 süßen Kalorien enthalten. Bedenkt man, dass kleine Naschkatzen (..und -kater) möglichst weniger als 10% ihres täglichen Energiebedarf mit Süßigkeiten decken sollten, dürfte der Schokohase am Ostersonntag höchstens die Ohren verlieren. Was tun? Das Früchtenest ist nur aus Elternsicht eine Alternative. Tipp: Erstens: Wenigstens am Ostersonntag Nachsicht üben. Man will ja kein Spaßverderber sein. Zweitens: Nest mit Minihäschen und Mini-Schoko-Ostereiern bestücken. Die werden dann plötzlich vom Eierdiebe gestohlen und am Ostermontag nochmal gesucht. Oder fällt den docFood-Lesern was Besseres ein?

  Redaktion docFood

Infos zur Nachhaltigkeitsinitiative im Kakaosektor  auf der Website des BDSI.
Forum Nachhaltiger Kakao: www.kakaoforum.de
 
 

Im Trend: Küche mit Liegestuhl für den Hausherren

Heute flattert mir mal wieder ein Prospekt eines Küchenfachmarktes ins Haus. Die Küchen darin sind ausnahmslos „exzellent gestylt, vielseitig talentiert, optisch sensationell“ und alle mit riesigen Kücheninseln im Raum. Küchen unter Minimum 30 qm Fläche scheint es in Deutschland kaum noch zu geben – und wenn überhaupt, dann wohl allenfalls beim Prekariat.
Besonders gefällt mir die Küche auf dem Beitragsfoto: Zunächst frage ich mich, was denn der Liegesessel in dieser preiswerten Wohnzimmerküche soll. Dann kommt mir blitzartig die Erkenntnis: Der ist für den Herrn der Schöpfung, damit der sich in den Sessel reinfläzen und seiner lieben Frau ganz entspannt beim Kochen zuschauen kann – vorausgesetzt, es wird überhaupt jemals gekocht in diesem Schmuckstück. Wohl bekomm’s!

Friedhelm Mühleib

Schlechte Noten für Gemüsechips

Gemüsechips – hört sich doch eigentlich gut an. Irgendwie besser als Kartoffelchips. Schließlich gilt Gemüse als gesund und der Kartoffeln hängt immer noch das (unberechtigte) Dickmacher-Image an. Rein gefühlsmäßig sollten also Gemüsechips etwas Besseres sein. Weit gefehlt: wie nicht selten im Leben trügt auch hier das Gefühl. Die Stiftung Warentest hat 15 Gemüsechips untersucht und kommt zu dem vernichtenden Urteil: Die meisten sind teuer, schmecken mäßig und sind echte Kalorienbomben!
 
Dabei bestätigt eine Umfrage auf test.de,  dass ganz viele Verbraucher Gemüsechips als gesunde Alternative zu Kartoffelchips bewerten: 40 Prozent der Teilnehmer halten Karotte, Roter Bete und Co. im Vergleich mit Kartoffelchips in gesundheitlicher Hinsicht überlegen  – mit weniger Salz und Kalorien. Immerhin 47 Prozent sehen in den Gemüsechips keinen Vorteil. 


 

Testergebnis  enttäuscht gesunde Erwartungen

Das Fazit der Tester ist ernüchternd: Gemüsechips, oft aus Süßkartoffel, Pastinake, Karotte und Rote Bete hergestellt, sind nicht die erhoffte gesunde Alternative zu Kartoffel­chips. Die meisten Produkte im Test sind Kalorienbomben, sie enthalten viel Zucker, Fett und Salz. Vier enthalten sogar bedenkliche Mengen kritischer Stoffe. Die Tester haben unter den 15 überprüften Produkten nur drei gute gefunden, Die anderen Produkte waren befriedigend und mangelhaft. Doch auch die Guten sind nicht uneingeschränkt zu empfehlen: So enthalten 100 Gramm des Testsiegers Seeberger zwar relativ wenig Salz, doch mit 30 Gramm recht viel natürlichen Zucker und einen Fettgehalt, der dem von Kartoffelchips kaum nachsteht. Wenn die Qualität schon nicht besser als die der Kartoffelchips ist, ist das frittierte Gemüse zumindest doppelt so teuer: Die Packungen enthalten oft kleinere Mengen als Kartoffelchips-Tüten, was nach Ansicht der Tester den enormen Preisunterschied kaschieren soll.
 

Nur drei schmecken richtig gut

Geschmacklich stellten die Prüfer deutliche Unterschiede zwischen den Produkten fest: Demnach ist der Geschmack beim Gros der Produkte mittelmäßig. Die Chips schmecken und riechen fettig, sind brandig im Geschmack oder haben eine teils pappige Konsistenz. Immerhin haben die Tester drei geschmacklich herausragende Produkte gefunden. Einem davon verliehen unsere Tester sogar die – im Prüfpunkt Sensorik seltene – Bestnote 1,0. Vier Produkte schneiden mangelhaft ab, wegen kritischer Stoffe. Bedenk­liche Mengen Acrylamid fanden die Tester in den Chips von Netto Marken-Discount, in den Svenska-Bio-LantChips und den Tegut-Gemüse-Kesselchips. In Tier­versuchen wirkte Acrylamid krebserregend und erbgutschädigend. Mit mangelhaft bewerteten die Tester auch die Chips von Tyrrells. Die Rote Bete in den untersuchten Tüten war stark mit Nitrat belastet. Nitrat kann im Körper zu Nitrit und dann unter anderem zu Nitrosaminen reagieren. Viele dieser Verbindungen wirkten im Tierversuch krebserregend.
 

Die Besten sind teuer

Im Test siegte das teuerste Produkt, das 4,15 € pro 100 Gramm kostet: Seeberger Veggie-Chips. Ebenfalls mit gut bewertet wurden die Gemüsechips Funny Frisch Veggie Chips gesalzen für 3,20 € und das Bioprodukt Vegetable Chips von Trafo für 3,70 pro 100 Gramm. Bei sehr guten Gemnüsechips, so die Stiftung, lassen sich die Gemüsesorten durch ihr charakteristisches Aussehen unterscheiden, außerdem durch einen kräftigen, aromatischen Geschmack und Geruch.
 

docFood rät

Hier schließen wir uns dem Rat der Verbraucherzentrale (VZ) Nordrhein-Westfalen an. Die empfiehlt, Gemüsechips selber zu machen: „Roh geknabbert oder fettarm zubereitet ist Gemüse immer die beste Wahl. Für Gemüsechips und andere Snacks gilt deshalb: Besser nur ab und zu und in Maßen! Doch Gemüse- und Kartoffelchips lassen sich auch leicht selbst herstellen. Dabei hat man es selbst in der Hand, wie viel Fett in den Chips steckt. Auch lassen sich die Gewürze je nach nach Geschmack variieren.“ Das Rezept für die selbstgemachten Gemüsechips gibt es übrigens hier auf der Website der VZ direkt mit dazu

Red.

Foto und Grafik: © Stiftung Warentest

Tag des Bieres: Fakten zum Bier

Zum Glück wissen die meisten Bierfans wohl nicht, dass heute der Tag des Bieres ist. Sonst wäre das vielleicht noch ein Grund für sie, heute mehr von ihrem Lieblingsgetränk zu trinken, als ihnen gut tut. Ob dieser Tag zumindest in Chemnitz besonders gefeiert, ist uns nicht bekannt. Laut Umfrage ist die sächsische Mini-Metropole mit einem Verbrauch von 132 Litern pro Kopf und Jahr Deutschlands Biertrinker-Hauptstadt. Im Folgenden ein paar interessante Bier-Fakten:
 
Insgesamt trinken wir Deutschen im Durchschnitt ca. 100 l Bier pro Kopf und Jahr – das entspricht 200 Flaschen Bier pro Person bzw. etwas mehr als eine halbe Flasche pro Tag.
 

Männer trinken doppelt so viel Bier wie Frauen

Interessant, aber einleuchtend ist, dass der Bierdurst bei Männern erheblich größer ist als bei Frauen: Sie sind laut Umfragen für den Hopfentrunk nur schwer zu begeistern – fast die Hälfte der Frauen verzichtet auf Bier. Entsprechend trinken Männer im Schnitt doppelt so viel Bier wie die Frauen. Ca. 70 Prozent aller Männer ab 18 Jahren trinken mindestens einmal pro Monat ein Bier. Damit ist Bier das beliebteste alkoholische Getränk. Wein und Sekt kommen dagegen nur recht selten ins Glas. Der Bierdurst der Deutschen geht insgesamt langsam, aber stetig zurück. Wurden 2007 noch knapp 104 Millionen Hektoliter in Deutschland verkauft, sank der Absatz bis heute um ca. 10% auf gut 95 Millionen Hektoliter im vergangenen Jahr. Das mit Abstand beliebteste Bier in Deutschland ist immer noch das Pils. Fast 54 Prozent der im Handel verkauften Flaschen-, Dosen- und Fassbiere wurden nach Pilsener Art gebraut, wobei der Marktanteil allerdings leicht rückläufig ist. Auch Export-, Weizen- und Altbiere gehören derzeit zu den Verlierern. Stattdessen sind Spezialitäten und Biermixgetränke auf dem Vormarsch. Die Deutschen haben offensichtlich Lust, auch beim Bier Neues auszuprobieren.
 

Bier und Gesundheit

Immer noch gilt für das Brauen von Bier in Deutschland das Reinheitsgebot aus dem Jahre 1516: Es darf ausschließlich vier Zutaten enthalten: Hopfen und Malz, Wasser und Hefe. Hinzu kommen Alkohol und Kohlensäure im Endprodukt – beides entsteht aus der alkoholischen Gärung. Werden Früchte, Kräuter oder Gewürze zugesetzt, um den Geschmack zu verfeinern, ist das Endprodukt kein klassisches Bier mehr, sondern muss als Biermischgetränk gekennzeichnet werden. Kaum einem Getränk werden so viele positive Eigenschaften zugesprochen wie dem Bier.
So soll es zum einen Nierensteinen, Herzinfarkten und Schlaganfällen vorbeugen. Zum anderen soll es beruhigend wirken und das Einschlafen erleichtern. Es soll revitalisieren und akute Erschöpfungszustände kurieren, den Haarwuchs fördern und bei sexueller Unlust helfen.
Den Inhaltsstoffen des Hopfens werden beruhigend und stoffwechselanregende Wirkungen zugeschieben. Tatsächlich enthält er entzündungshemmende Flavonoide. Auch das Polyphenol Xanthohumol gilt als antioxidativ und kommt in keiner anderen Pflanze vor. Diese positiven Wirkungen beziehen sich allerdings auf Hopfenextrakt. Tatsächlich ist die Menge an Hopfen im Bier zu gering, um wirksam zu sein.
Vorwiegend aus dem Gerstenmalz stammen die B-Vitamine, die ein Bier enthält  Vor allem die für den Stoffwechsel so wichtigen Vitamine B2 (Riboflavin), B6 (Pyridoxin), Vitamin B5 (Panthenolsäure) sowie Vitamin B3 (Niacin) kommen im Bier reichlich vor. Durch die beigesetzte Hefe enthält Bier außerdem viel Folsäure und Biotin, die für die Blutbildung sowie die Zellerneuerung notwendig sind.
 

Risiken des Alkoholkonsums

Vieles deutet jedoch darauf hin, dass die Schäden und Risiken des Alkohols den positiven Nutzen der Wirksubstanzen im Bier überwiegen – und zwar auch bei einem geringem Konsum. Herkömmliches Bier kann trotz seines relativ geringen Alkoholgehalts stark abhängig machen. Wer über einen längeren Zeitraum jeden Abend ein Bier trinkt, läuft Gefahr, zum Alkoholiker zu werden.
 

docFood rät

Bier mag ja ein bisschen gesund sein – aber nur, wenn es in Maßen getrunken wird. Kenn Dein Limit! 24 Gramm Alkohol täglich und mindestens zwei alkoholfreie Tage in der Woche: Das sind die Grenzwerte für risikoarmen Alkoholkonsum bei gesunden erwachsenen Männern. Diese maximale Menge ist mit 0,5l Bier (20g Alkohol) fast erreicht. Für Jugendliche bis zum 20. Lebensjahr sind keine Grenzwerte für risikoarmen Alkoholkonsum definiert. Weil ihre körperliche Reifung und vor allem Entwicklungen im Gehirn noch nicht abgeschlossen sind, ist die Gefahr von Schäden höher als bei Erwachsenen.

Mogelpackung des Jahres: The Winner is EVIAN

And the winner is: EVIAN. Dem Wasser mit dem klangvollen Namen aus dem Hause DANONE  ist eine zweifelhafte Ehre zuteil geworden. Die 1,25-Liter-Flasche EVIAN ist „Mogelpackung des Jahres 2016“ – gewählt mit den Stimmen von knapp 9.000 Verbrauchern in einer Online-Umfrage der Verbraucherzentrale (VZ) Hamburg. Das Markenwasser ist beileibe kein Einzelfall. Deshalb fordert die VZ die Schaffung einer Transparenzplattform, auf der Hersteller kleinere Füllmengen melden müssen.
 
„Rasanter Preisanstieg unverfroren umgesetzt“ so begründen die Verbraucherschützer die Kür des Siegers. „Danone Waters hatte die Füllmenge der Evian-Flasche im April 2016 von 1,5 auf 1,25 Liter reduziert; gleichzeitig wurde der Preis für das Mineralwasser im Handel angehoben. Unterm Strich betrug die teils versteckte Preiserhöhung in einigen Supermärkten bis zu 50 Prozent. Viele Verbraucher fanden diesen rasanten Preisanstieg anscheinend besonders unverschämt, haben aber wohl auch wegen der Unverfrorenheit, mit der Danone Waters vorging, für Evian gestimmt.“

 

Jährlich mehr als 1000 Beschwerden

Was hier passiert, hat System, nicht nur bei DANONE. Das zeigen die Mitbewerber auf den Plätzen. Dort drängeln sich die großen und bekannten Marken um die Ränge: Choco Crossies von Nestle landen nur knapp abgeschlagen auf Platz zwei, gefolgt von Crunchips von Bahlsen und Miracoli Pasta Sauce von Mars. Mogelpackungen, bei denen der Inhalt einer Verpackung schrumpft, während der Preis des Produkts meist unverändert bleibt, haben System in der Lebensmittelwirtschaft, wie die VZ betont: „Jedes Jahr erhalten wir weit mehr als tausend Beschwerden zu Mogelpackungen.“ Dokumentiert werden diese Beschwerden in der Mogelpackungsliste der VZ unter Nennung der Namen von Produkt und Hersteller.

 

VZ sieht Politik in der Pflicht

Die Beteiligung von fast 25.000 Verbraucher an der Aktion zeigt den großen Ärger der Konsumenten, die durch die Mogelpackungen permanent mit versteckten Preiserhöhungen hinters Licht geführt werden, konstatiert die VZ und fordert Konsequenzen: „Da Hersteller und Handel die Tricksereien nicht von sich aus beenden, ist es an der Zeit, dass die Politik die rechtlichen Rahmenbedingungen für Verbraucher verbessert. Wir brauchen eine Transparenzplattform, auf der Hersteller vorab kleinere Füllmengen melden müssen.“

 

docFood meint

Die Forderung der VZ nach einer Transparenzplattform für Produkte, bei denen die Füllmenge bei gleichbleibendem Preis geändert wird – zur Not mit dem entsprechenden politischem Druck – ist mehr als berechtigt. Wer Markenprodukte einkauft, will nicht jedesmal die Zutatenliste und das Füllgewicht kontrollieren. Er verlässt sich selbstverständlich darauf, dass in der Packung auch heute drin ist, was er gestern noch gekauft hat. Mogelpackung – das hört sich nach einer kleinen Schummelei an – man könnte es auch als bewusste Täuschung bezeichnen. Damit muss unbedingt Schluss sein.

Friedhelm Mühleib

Arsen in Reis – Vorsicht bei Reiswaffeln & Co.

Wie wir seit der schwarzen Komödie „Arsen und Spitzenhäubchen“ wissen, war Arsen vorzeiten ein beliebtes Gift. Ganz und gar nicht witzig ist die aktuelle Meldung des Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) über Arsenverbindungen in Reis. Die können so erheblich sein, dass die Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) warnt: Da das hochgradig giftige Halbmetall Arsen bereits in geringer Dosis zu Schädigungen führen und zudem Krebs erregend sein kann, sollten Verbraucher, die viel Reis und Reisprodukte zu sich nehmen, gewisse Vorsicht walten lassen.
Gerade Menschen, die aufgrund einer Zöliakie oder aus anderen Gründen glutenhaltiges Getreide meiden, sollten demnach ihren Speiseplan nicht allein auf der Basis von Reis gestalten. Weitere glutenfreie Getreidearten sind zum Beispiel Mais, Hirse und Buchweizen, außerdem die so genannten Pseudogetreide Quinoa und Amaranth.
 

Alternativen zu Reis

„Es ist wahrscheinlich, dass Menschen, die Arsen-belasteten Reis regelmäßig als Grundnahrungsmittel essen, ein erhöhtes Risiko für bestimmte Krebserkrankungen, wie etwa Lungenkrebs, haben“, sagt DGVS-Sprecher Professor Dr. med. Christian Trautwein von der Uniklinik RWTH Aachen. In Deutschland könnte dies möglicherweise Menschen betreffen, die an einer Zöliakie, einer Weizenallergie oder Weizensensitivität leiden und die üblichen Getreidesorten wie Weizen, Gerste oder Roggen meiden müssen. Die DGVS empfiehlt, statt Reis auch auf Mais, Hirse, Buchweizen, Quinoa und Amaranth auszuweichen und den Speiseplan zu variieren. Da Getreide häufig als Sättigungsbeilage dient, kann es bei glutenfreier Ernährung auch optimal durch Kartoffeln oder Hülsenfrüchte ersetzt werden.
 

Vorsicht bei Reiswaffeln, -flocken & Co.

Wer gerne Reis isst, sollte – wenn möglich – auf Testberichte zurückgreifen und wenig belastete Produkte bevorzugen. Denn die Belastung mit Arsen schwankt von Reissorte zu Reissorte und variiert zudem je nach Anbaugebiet. Sehr unterschiedlich sind auch die Giftmengen in verschiedenen Reisprodukten wie Reiswaffeln, -flocken oder -milch, die hauptsächlich von Kindern konsumiert werden. „Ausgerechnet in diesen Produkten kommen besonders hohe Konzentrationen von anorganischen Arsenverbindungen vor“, so Trautwein. Wegen ihres geringen Körpergewichts sind Kinder schon durch kleinere Arsenmengen relativ stark belastet. Daher sollten Kinder die genannten Reisprodukte nur in Maßen zu sich nehmen. Bei der Zubereitung von Reis empfehlen die Experten, das Kochwasser anschließend weg zu schütten, denn: „Die Arsenverbindungen gehen auch in die Flüssigkeit über, in der der Reis gekocht wird“, erklärt Professor Trautwein. „Bei Milchreis oder Risottogerichten bleiben diese im Topf“.
 

Tipp von docFood

Meldungen wie diese können – wenn sie falsch oder reißerisch formuliert werden – Ängste bei Verbrauchern auslösen. Für Panik gibt es jedoch keinerlei Grund, und so können Sie Reis – in Maßen – ruhigen Gewissens genießen. Nur bei der einseitig auf Reis ausgerichteten Ernährung und bei Kindern ist Vorsicht geboten.

Redaktion von docFood

Quelle: DGVS

Smileys für saubere Restaurants

Lebensmittelkontrolleure stellen bei jedem vierten geprüften Betrieb Mängel bei der Hygiene fest. Ob in der Gastronomie, beim Bäcker oder Metzger – die Kunden erfahren in der Regel nichts davon. Das ließe sich, so die Verbraucherorganisation foodwatch, mit der Einführung des Smiley-Systems ändern. Anhand von Smiley-Logos, die in Dänemerk bereits erfolgreich eingesetzt werden,  können Verbraucher direkt erkennen, ob bei den letzten Hygienekontrollen alles bestens war oder nicht.
Die Forderung nach mehr Transparenz ist bislang am Widerstand von Wirtschaftsverbänden und Politik gescheitert. Daher sprechen sich jetzt Gastronomen, Hoteliers und Lebensmitteleinzelhändler selbst für eine Veröffentlichung der Ergebnisse von Hygienekontrollen aus. Unterstützt werden sie von vielen prominenten Köchen, die öffentlich für die „Smiley-Offensive“ eintreten.
 

Promi-Köche rufen zum Mitmachen auf

foodwatch fordert seit einigen Jahren, die Lebensmittelüberwachung in Deutschland nach Vorbild des dänischen Smiley-Systems neu auszurichten. Denn „Der Saubere ist der Dumme – weil er von den Schmuddel-Läden, die sich die Zeit und das Geld für hygienisches Arbeiten und gut geschultes Personal sparen, nicht zu unterscheiden ist.“, sagt Luise Molling von foodwatch. Das meinen auch bekannte Köche wie Johann Lafer, Sarah Wiener, Harald Wohlfahrt, Vincent Klink, Tim Raue und Nelson Müller, die die Smiley-Offensive unterstützen. Fernsehköchin und Restaurantinhaberin Cornelia Poletto ruft ihre Kollegen sogar per Video zum Mitmachen auf. „Mangelnde Hygiene in Restaurants und Supermärkten ist ein absolutes ‚No-Go‘! Durch das Smiley-System kann jeder sofort sehen, wie es um die Einhaltung der Lebensmittelvorschriften in Betrieben steht. Liebe Kollegen, die Gastronomie und der Lebensmitteleinzelhandel würden vom Smiley-System nur profitieren – machen Sie mit unter www.smiley-offensive.de.“, so Polettos Appell.
 

Was bringt das Smiley-System?

Weil sich einige Lobbyisten vehement gegen die Veröffentlichung von Kontrollergebnissen sperren, entsteht mitunter der Eindruck, die gesamte Lebensmittelwirtschaft sei gegen Transparenz. Das sei aber keinweswegs so, wie Luise Molling von foodwatch erklärt: „Viele Betriebe haben erkannt, dass eine Veröffentlichung der Kontrollergebnisse nicht nur Gästen und Kunden, sondern auch ihnen selbst hilft. Das wollen wir mit der Smiley-Offensive sichtbar machen.“ Somit sorge das Smiley-System für einen fairen Wettbewerb, da nicht nur wiederholte Verstöße öffentlich gemacht würden, sondern auch die vorbildliche Einhaltung aller Hygieneregeln. Auf diesem Wege würde auch endlich die große Mehrheit der sauber arbeitenden Betriebe belohnt. Und dass durch ein Mehr an Transparenz auch die Lebensmittelkontrolleure entlastet werden, zeigt der Vorreiter Dänemark: Seitdem mit Hilfe der Smiley-Symbole die Ergebnisse von Lebensmittelkontrollen direkt im Restaurant oder Geschäft veröffentlicht werden, geht die Anzahl der Beanstandungen kontinuierlich zurück.
 

Tipp von docFood:

Als Verbraucher können Sie die Smiley-Offensive unterstützen, indem Sie Ihrem Lieblingsrestaurant eine Aufforderung zum Mitmachen schicken: Inhaber gastronomischer Betriebe, Hoteliers, Lebensmittelhändler und das Lebensmittelhandwerk können sich für die Aktion einsetzen, indem sie ein Foto und ein Zitat auf www.smiley-offensive.de hochladen.
Quelle (Bild + Text): foodwatch
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