Start ins neue Jahr – mit Leichtigkeit

Starten Sie gut ins neue Jahr – am besten mit viel Leichtigkeit.  Was auch immer das neue Jahr an Herausforderungen bringen mag – mit Leichtigkeit lässt sich alles besser schaffen. Wir haben es eh schon schwer genug. Also nehmen wir’s einfach leichter.  Mit Leichtigkeit lässt sich das Schwere viel besser ertragen. Das gilt auch für die täglichen Herausforderungen rund um unsere Ernährung. Wer jetzt an die vielen Pfunde denkt, die er wieder mit sich herumschleppt, sollte auch das mit einer gewissen Leichtigkeit sehen.
Leichtigkeit ist eine Geisteshaltung. Es ist eine Vorstellung von dem, was ist und was auf mich zukommt. Ich habe das in der Hand. Ich kann entscheiden, ob ich den Dingen, dem Leben mit Schwere oder mit Leichtigkeit begegnen will.
 

Essen und Trinken – einfacher mit Leichtigkeit

Ich kann entscheiden, ob das Glas halb voll oder halb leer ist. Anstatt mich über mein Gewicht zu grämen, kann ich mich auf die Frühjahrsfigur freuen, an der ich ab sofort Schritt für Schritt arbeiten werde – mit Leichtigkeit. Wer leicht denkt, hat meistens mehr Alternativen. Wenn es wirklich nur ein paar Pfunde zu viel sind, kann man mit denen auch mit Leichtigkeit leben. Was man hat, ist dann schon die wunderbare Frühjahrsfigur. Leichtigkeit im Denken lässt nicht nur Pfunde leichter verlieren oder ertragen. Sie wirkt auch Wunder als Heilmittel für alle möglichen anderen Ernährungsfragen. So sind die Fragen nach der richtigen Ernährungsform – vegetarisch, flexitarisch, konventionell, mit viel, wenig oder ganz ohne Fleisch oder wie auch immer – mit Leichtigkeit einfacher zu lösen.
 

docFood meint

Mein Wunsch zum neuen Jahr für alle Freunde und Leser: Nehmt alles mit ein bisschen mehr Leichtigkeit: die Welt, das Leben – und im Leben auch alles rund um die Ernährung.

Studie zu Portionsgrößen – Fünf Finger breit Lasagne

Wissenschaftler der University of Sydney haben eine Methode entwickelt, um Lebensmittel ohne Waage zu wiegen und so Portionsgrößen – zum Beispiel bei Lasagne – korrekt einschätzen zu können. Sie ist einfach, kostet nichts und ist im wahrsten Sinne des Wortes immer bei der Hand: gemessen wird mit der Fingerbreite. In der weltweit ersten Studie zu dem Thema ermöglicht die Anzahl der Finger, kombiniert mit geometrischen Formeln von Volumen und Dichte der Lebensmittel, eine objektive Schätzung des Gewichts von Essen.
Die Studie, geleitet von PhD Kandidatin Alice Gibson des Boden Institutes of Obesity, Nutrition, Exercise & Eating Disorders, wurde im Juli 2016 im Journal of Nutritional Science publiziert.
 

Die Idee

Die Idee für die Studie entstand aus dem Versuch von Alice Gibson, der Autorin der Studie, ihre eigenen Essgewohnheiten zu verstehen. Daher machte sie diesen Aspekt zum Teil ihrer Doktorarbeit über Studien zum Gewichtsverlust. Beim Verfassen eines Ernährungs- bzw Esstagebuchs, in welchem alle an einem Tag gegessenen Lebensmittel eingetragen werden, wurde der Forscherin bewusst, wie schwierig es ist, die genaue Menge an Essen präzise einzuschätzen – besonders bei Gerichten wie Lasagne. Daraufhin entwickelte sie die Methode, die Menschen dabei helfen soll, unterwegs und ohne Zugang zu einer Waage genau dies zu tun.
 

Die Methode

Fingerbreite-MethodeIn der Studie verglich sie die mithilfe der „Fingerbreite-Methode“ geschätzten Mengen mit dem echten Gewicht des Essens. Parallel dazu probierte sie weitere Möglichkeiten zur Messung aus, zum Beispiel mit Hilfe der Fäuste, Fingerspitzen oder Daumen. Die Studienteilnehmer sollten so die Portionsgröße von zweiundvierzig vorab gewogenen Lebensmittel und Flüssigkeiten einschätzen. Das Ergebnis: Achtzig Prozent der Lebensmittel wurden mithilfe der „Fingerbreite-Methode“ weitgehend richtig geschätzt – mit einer maximalen Abweichung von höchstens fünfundzwanzig Prozent. Im Gegensatz dazu erreichten nur neunundzwanzig Prozent der mit Haushaltshelfern wie Messbecher oder Löffel gemessenen Mengen einen korrekten Wert.
 

Das Potenzial

Die Methode ist nach Ansicht von Alice Gibson zwar noch nicht ganz ausgereift. Aber schon jetzt sieht sie großes Potenzial zur Weiterentwicklung. Beispielsweise könnte sie in Verbindung mit einer Smartphone App die Einschätzungen der Portionsgrößen sowohl automatisieren als auch präzisieren. Ein derartiges Hilfsmittel könnte es auch Ernährungsfachkräften leichter machen, Ernährungsempfehlungen und Programme noch gezielter auf ihre Klienten zuzuschneiden.
Im Video (englisch) demonstriert Alice Gibson ihre Idee. Wir von docFood sind gespannt, ob die “Fingerbreite-Methode” es in die Praxis schafft oder als gut gemeinter Ansatz wieder in der Versenkung verschwindet.

Melanie Kirk-Mechtel

Quelle: idw – Informationsdienst Wissenschaft
Merken

Adipositas-OPs: mangelnde Nachsorge gefährdet Erfolg

Immer mehr Menschen leiden in Deutschland an krankhaftem Übergewicht. 2014 mussten sich gut sieben Millionen Menschen wegen Adipositas in Praxen behandeln lassen – 14 Prozent mehr als noch im Jahr 2006. Auch die Zahl der operativen Eingriffe zur Gewichtsreduktion wächst rasant. So hat sich die Anzahl der bariatrischen Operationen im selben Zeitraum bei den BARMER GEK Versicherten auf 1.070 Fälle mehr als versechsfacht und bei allen Krankenkassen auf 9.225 Eingriffe mehr als verfünffacht. Das geht aus dem Report Krankenhaus 2016 der BARMER GEK hervor, den die Krankenkasse aktuell vorgestellt hat.
 

Großer Handlungsbedarf in der Nachsorge

Große Defizite sieht der Report im Bereich der Nachsorge. „Mit einer bariatrischen Operation allein ist es bei weitem nicht getan. Wichtig ist, dass die Menschen in der Folgezeit nicht alleine gelassen werden.“, so Dr. med. Christoph Straub, Vorstandsvorsitzender der BARMER GEK,anlässlich der Pressekonferenz zur Vorstellung des Reports. „Ein Schlauchmagen hilft wenig, wenn ein Betroffener danach zum Beispiel große Mengen von Sprühsahne isst, um eine Kalorienzahl wie früher zu sich zu nehmen. Auf der anderen Seite kann ein Magen-Bypass einen lebensbedrohlichen Nährstoffmangel nach sich ziehen, weil die Enzyme im Dünndarm kaum mehr Zeit haben, die Nährstoffe zu spalten. Daher brauchen die Betroffenen eine dezentrale und engmaschige Nachsorge mit der Unterstützung von interdisziplinären Teams, auch in den ländlichen Regionen.“ Erklärt Strauch weiter und fügt hinzu: „Die Kliniken sollten hierzu mit den niedergelassenen Ärzten vor Ort interdisziplinäre Nachsorgekonzepte entwickeln. Bei einer bariatrischen Operation und der Nachsorge bedarf es eines langen Atems. So aber besteht eine gute Chance, dass die Patientinnen und Patienten endlich wieder ein deutlich beschwerdefreieres Leben führen können und damit wieder mehr Lebensqualität gewinnen.“
 

docFood meint:

Tatsächlich sollte der „Atem“ in Nachsorge bariatrischer Patienten sehr lange sein – im Grunde braucht es nach einem solchen Eingriff eine lebenslange Betreuung. Eine Betreuung, die vom Hausarzt aus fachlichen und zeitlichen Gründen kaum geleistet werden kann. Hier kommt eine große Aufgabe auf Ernährungsfachkräfte zu. Strauchs Einsicht bezüglich der notwendigen Nachsorge kommt spät – doch spät ist besser als nie. Spät deshalb, weil die Kassen in der Finanzierung einer entsprechenden Nachsorge bisher eher zugeknöpft waren. So umfasst von den Kassen finanzierte Nachsorge in der Regel sechs Untersuchungstermine im ersten Jahr nach der OP, zwei Termine im zweiten Jahr und anschließend eine jährliche Konsultation. Von engmaschiger, lebenslanger Betreuung mit langem Atem kann da wohl nicht die Rede sein. Man darf gespannt sein, ob Strauchs Einsicht nun auch Taten folgen und die nötigen Mittel zur Finanzierung dieser Taten bereitgestellt werden. Die BARMER als eine der größten Ersatzkassen könnte hier ein Zeichen mit Signalcharakter setzen.

 Dr. Friedhelm Mühleib

„Mehr Fett“ – der neue Trend bei Diäten?

Noch vor wenigen Jahren wäre das undenkbar gewesen: „Mehr Fett“ – so lautet der Slogan der BRIGITTE-Diät 2016. Jahrzehntelang war Fettsparen landauf, landab das große Motto aller Diäten. Damit macht das bekannte Frauenmagazin jetzt Schluss. Zu Jahresbeginn hat BRIGITTE ein Diät-Extraheft auf dem Markt gebracht, das erstmalig nach dem Ansatz “Fett essen, um Fett zu verbrennen” konzipiert ist.
 
“Fett sparen um jeden Preis”, das große Mantra der Ernährung über die letzten Jahrzehnte hinweg, ist damit für die BRIGITTE ‚out‘. Stattdessen präsentiert das Heft eine Diät mit höherem Fettanteil.
 

Schluss mit verbissenem Fettsparen

Die Brigitte-Diät, die eigentlich eine kalorienreduzierte Mischkost ist, gilt als Klassiker und Trendsetter zugleich. Seit 1969 orientieren sich die Diäten der Frauenzeitschrift immer auch an den neuesten Erkenntnissen der Ernährungswissenschaft und der Ernährungspsychologie. Das BRIGITTE-Konzept setzt auf Veränderung des eigenen Essverhaltens und des Lebensstils: ungünstige Essgewohnheiten ablegen, leckere simple Rezepte mit wenigen Kalorien ausprobieren, mehr Sport machen. Brigitte Huber, Chefredakteurin BRIGITTE: “Mit unserer diesjährigen fettmodifizierten BRIGITTE-Diät verfolgen wir einen neuen Ansatz, der auf den aktuellsten wissenschaftlichen Erkenntnissen beruht. Die Rezepte sind von uns wie immer so entwickelt, dass sie leicht in den Alltag integrierbar sind und keine lange Vorbereitungszeit benötigen. Das macht die BRIGITTE-Diät so erfolgreich – und das seit 45 Jahren.”
 

docFood meint

Wenn schon Diät, dann gehört die BRIGITTE-Diät zu den besten. Man könnte auch sagen: Zu den vernünftigsten. Dass hier konsequent Schluss gemacht wird mit dem überkommen Diätritual des verbissenen Fettsparens, kann man nur begrüßen. Interessierten bietet die Zeitschrift über das Sonderheft am Kiosk hinaus auf der Website vielfältige Unterstützung mit Rezepten und Einkaufslisten zum Download sowie ein ergänzendes maßgeschneidertes Fitnessprogramm und darüber hianus viele allgemeine Ernährungstipps.

Redaktion docFood

Dicke langen bei Fitness-Snacks ordentlich zu

Vielleicht sind Dicke auch deswegen dick, weil sie besonders leicht zu verführen sind. Eine aktuelle Studie gibt dieser Vermutung neue Nahrung: Stehen auf Packungen kalorienreicher Lebensmittel Begriffe wie „Fit“ oder „Fitness“ und sind zudem entsprechende Symbole wie z.B. Turnschuhe darauf abgebildet, greifen Dicke* besonders herzhaft zu: Sie lassen sich von solche Worten und Bildern auf den Etiketten verleiten, mehr zu essen als Menschen mit normalem Gewicht. Dies ist das Ergebnis einer Studie der Technischen Universität München (TUM) und der Pennsylvania State University, die im Journal of Marketing Research erschienen ist.
Viele Lebensmittel, zum Beispiel Müsliriegel, Milchprodukte oder auch Getränke werden mit dem Zusatz „Fitness“ oder „fit“ vermarktet. Das hat die Forscher um Prof. Jörg Königstorfer, Professor für Sport- und Gesundheitsmanagement an der Technischen Universität München (TUM) animiert, der Frage nachzugehen, ob und wie sich diese Labels auf das Essverhalten der Verbraucher auswirken. Tatsächlich zeigte die Fitness-Kennzeichnung Effekte – am deutlichsten bei Personen, die angegeben hatten, Probleme mit dem Gewicht zu haben und abnehmen zu wollen. „Diese Gruppe griff bei den angebotenen Snacks stärker zu als andere Studienteilnehmer. Sie nahmen zwischen 50 und 100 Kilokalorien mehr auf“, erläutert Königstorfer.
 

Studentenfutter – macht fit wie ein Turnschuh?

In ihrer Untersuchung spiegelten die Wissenschaftler vor, Geschmackstests für ein neues Studentenfutter durchzuführen. Sie gaben den Probanden acht Minuten Zeit, das Produkt zu verkosten und zu bewerten. Ein Teil der Versuchspersonen erhielt eine als „Fitness“-Studentenfutter deklarierte Packung, auf der zusätzlich ein Paar Turnschuhe abgebildet war und die etwa 800 Gramm enthielt. Dem anderen Teil präsentierten die Studienleiter eine neutrale Verpackung. Ergebnis: Die Dicken gönnten sich von den Turnschuh-Nüssen meist ein bisschen mehr.
Nach der Verkostung baten die Forscher ihre Teilnehmer auf ein Ergometer – mit der Erklärung, man wolle „die Wechselwirkung von Nahrungsaufnahme und körperlicher Bewegung untersuchen“. Dabei konnten die Probanden selbst entscheiden, wie lange und intensiv sie Rad fahren wollten. Dabei stellten die Forscher fest, dass der „Fitness“-Snack die abnehmwilligen Personen nicht nur dazu verführt hatte, mehr zu essen. „Obwohl diese Gruppe deutlich mehr Energie, also Kalorien, aufgenommen hatte, waren sie auf dem Ergometer weniger aktiv“, fasst Königstorfer zusammen. „Offenbar sehen diese Teilnehmer in der ‚fitten’ Nahrung einen Ersatz für körperliche Bewegung.“
 

Aufklärung hilft – aber richtig muss sie sein!

Schließlich untersuchten die Wissenschaftler noch den Einfluss von Informationen zum Produkt. Ein Teil der Probanden, die abnehmen wollten, erhielt Informationen über gesundheitsfördernde Inhaltsstoffe wie Magnesium, Vitamin B und Ballaststoffe, während die andere Gruppe vor hohem Fett- und Fruchtzuckergehalt gewarnt wurde. Und siehe da: „Wenn wir die Versuchsteilnehmer über den hohen Energiegehalt der Nussmischung aufklärten, verlor der Begriff ‚Fitness’ seine Wirkung“, so Königstorfer. „Alle Personen, die auf ihr Gewicht achten wollten, aßen dann ähnlich viel Studentenfutter.“ Die Autoren sehen in den Ergebnissen ihrer Studie einen klaren Hinweis darauf, dass „Fitness“-Labels ein Risiko für übergewichtige Personen sind. „Für Menschen, die gerne und vielleicht auch zu viel essen, kommt das Wort ‚fit’ einem Freibrief gleich: mehr zu essen und sich weniger zu bewegen.“, resümiert Königstorfer.
 

docFood meint

Das hört sich an, als würde Königstorfer sich wünschen, dass man derlei Begriffe von den Packungen verbannt. Vielleicht würde allerdings auch helfen, schon früh mehr Goethe zu lesen, der seinen Faust sagen lässt: „Klingt dort umher, wo weiche Menschen sind. / Die Botschaft hör ich wohl, allein mir fehlt der Glaube / Das Wunder ist des Glaubens liebstes Kind.“ Wer früh lernt, den kritischen Verstand zu gebrauchen, den eigenen Willen zu stärken und allzu platten Botschaften zu misstrauen, fällt nicht auf Turnschuhe auf der Packung herein, beginnt selbst, wieder mehr zu laufen – und nimmt ab.

Dr. Friedhelm Mühleib

* korrekt wäre, nicht von „Dicken“ zu reden, sondern von „Personen, die angegeben hatten, Probleme mit dem Gewicht zu haben und abnehmen zu wollen“ – wie es die Pressemeldung zur Studie tut. Das zur Info für all jene Leser, die Genauigkeit beim Gebrauch der Worte lieben!
Publikation:
The Effect of Fitness Branding on Restrained Eaters’ Food Consumption and Post-Consumption Physical Activity; Joerg Koenigstorfer, Hans Baumgartner; Journal of Marketing Research; doi: 10.1509/jmr.12.0429
Quelle: Technische Universität München

Diabetes: Kleine Frühstücksmuffel sind gefährdet

Manchmal ist doch was dran an Omas Ernährungstipps: Frühstücke wie ein Kaiser, hat Oma immer gesagt. Wie eine aktuelle englische Studie zeigt, könnte ein gutes Frühstück im Grundschulalter z.B. tatsächlich dazu beitragen, Übergewicht und einen Diabetes im späteren Leben zu verhindern. Das bestätigt viele andere Experten, die sich darüber ausnahmsweise einig sind, dass ein gutes Frühstück wichtig und richtig ist.
Würden alle Kinder regelmäßig morgens gesund essen, könnte das ein wichtiger Schritt zur langfristigen Prävention von Typ-2-Diabetes sein, meinen britische Forscher um Dr. Angela S. Donin von der St. George’s University in London. In der Child Heart And Health Study in England hat das Team Essgewohnheiten und Blutproben sowie Körpermaße von 4116 Neun- und Zehnjährigen aus 200 Grundschulen analysiert. Die gute Nachricht der Studie: Die meisten der Kinder frühstückten nach eigenen Angaben regelmäßig (74 Prozent). Nur 6 Prozent outeten sich als Frühstücksverweigerer und gaben an: Ich frühstücke „normalerweise nicht“.
 
Ohne Frühstück bedenkliche Werte
Bei den Kindern ohne Frühstück waren viele Messwerten umso schlechter, je seltener sie morgens frühstückten. Deutliche schlechtere Werte hatten die Nicht-Frühstücker u. a. bei Insulinresistenz, Nüchternblutzucker und HbA1c-Wert, der ein Indikator für die Diabetes-Gefährdung ist. Auch die Harnsäurespiegel – als Kennwert für die Nierenfunktion – waren im Vergleich erhöht. Die Frühstücksverweigerer hatten zudem mehr Fettmasse als Kinder mit regelmäßigem Frühstück, obwohl sie über den Tag verteilt im Vergleich weniger aßen und alle Kinder etwa gleich viel Sport trieben. So landeten die Kinder ohne Frühstück bei einer durchschnittlichen Aufnahme von nur 1578 kcal pro Tag. Kinder mit regelmäßigem Frühstück nahmen im Vergleich dazu im Schnitt 1863 kcal auf. Trotzdem hatten die Nicht-Frühstücker im Schnitt mehr Fettmasse im Körper als die anderen.


Fazit: Regelmäßig Frühstücken stärkt die Gesundheit
Die Wissenschaftler stellten bei den Frühstücksmuffeln generell eine größere Vorliebe für hochkalorische und fette Speisen fest. Kinder mit ballaststoffreichem Frühstück schnitten insgesamt bei Fettmasse-Index und Insulinresistenz in der Untersuchung am besten ab. Fazit der Forscher: Ein regelmäßiges Frühstück bereits im Kindesalter könnte der schleichenden Entwicklung einer Insulinresistenz entgegenwirken, die eine der Hauptursachen für die spätere Entwicklung von Typ-2-Diabetes ist.
 
docFood meint:
Am Beginn des Tages sollte ein ordentliches Frühstück stehen – für Klein und Groß. Die englischen Forscher betonen die besonders positive Wirkung eines ballaststoffreichen und fettarmen Frühstücks. Das dürfte dann automatisch recht kohlenhydratreich sein. Eine amerikanische Studie legt die Vermutung nahe, dass insbesondere ein hoher Anteil von Kohlenhydraten im Frühstück dem Übergewicht förderlich ist. Viele Ballaststoffe dürfen es gerne sein – dann aber möglichst in der Low-Carb Variante mit höherem Fettanteil.

Friedhelm Mühleib

 

Amerikaner werden immer dicker

Noch nie gab es so viele krankhaft dicke Amerikaner wie heute: Wie eine aktuelle Untersuchung des amerikanischen Meinungsforschungsinstituts Gallup belegt, sind 27 Prozent der US-Amerikaner adipös, weitere 35 Prozent sind übergewichtig. Das sind die höchsten jemals gemessenen Werte. 2005 lag der Anteil noch bei 25,5 Prozent.
Der schwache Trost: Der Anteil der Menschen mit normalem Gewicht ist demnach mit 48% der Bevölkerung unverändert geblieben. Der Zuwachs bei den adipösen (fettleibigen mit krankhaftem Übergewicht bei einem BMI über 30) kommt offensichtlich aus der Gruppe bisher als “übergewichtig” Registrierten (Body Mass Index 25 bis 30). Die traurige Tendenz: Viele, die dick sind, werden immer dicker. Am stärksten betroffen sind der Untersuchung zufolge Schwarze, bei denen der Anteil der Fettleibigen bei 35,5 Prozent liegt, so die Ergebnisse der Studie, die auf Umfragen unter insgesamt 167.000 Teilnehmern basiert.
 
Weniger dicke Kinder
Dabei sah es vor Jahresfrist noch nach einer Wende aus: Damals vermeldete das US-amerikanische Center for Disease Control einen Rückgang des Anteils der dicken Kinder unter den zwei- bis fünfjährigen um namhafte 43 Prozent während der letzten 10 Jahre. Tatsache ist auch, dass die Amerikaner langsam ihren Geschmack für billiges Junkfood verlieren – viele Zahlen sprechen dafür: So hat die Lust auf Softdrinks nachweislich nachgelassen: Der Konsum von Coca-Cola und anderen Süßgetränken ist auf den tiefsten Stand seit dem Jahr 1995 gesunken. Immer mehr Schulen verbannen Softdrinks und Fast Food aus ­ihren Cafeterias. Selbst Krankenhäuser im Mittleren Westen, die noch bis vor kurzem Hamburger servierten, sind aufgewacht und haben Verträge mit Lieferanten von Fast Food gekündigt. Vielleicht, so kann man hoffen, steht die wirkliche Wende ja doch noch bevor.
 
Sozial Schwache besonders betroffen
Für die Wirtschaft der Vereinigten Staaten und speziell ihr Gesundheitssystem ist die Fettleibigkeit ein gigantisches Problem. Ökonomen gehen davon aus, dass dem Gesundheitssystem Kosten in Höhe von Hunderten Milliarden Dollar pro Jahr entstehen. Neben physischen Belastungen wie Diabetes, hohem Blutdruck und anderen chronischen Leiden hebt Gallup auch die sozialen Folgen für Betroffene hervor. Zudem sei Fettleibigkeit zunehmend ein schichtspezifisches Problem und besonders häufig mit niedrigerer Bildung, geringem Einkommen und dauerhafter Arbeitslosigkeit verbunden.

Dr. Friedhelm Mühleib

Detox-Wahn zwischen Wunsch und Wahrheit

Detox-Kuren, Detox Massagen, Detox Yoga und Detox im Asia-Style. Zum Start ins neue Jahr scheint ganz Deutschland im Detox-Rausch. Glaubt man der Wellnessindustrie, hat sich ein Großteil der Deutschen in der Weihnachtszeit komplett vergiftet. Die Rettung verspricht allein die Detox-Kur – schließlich heißt Detox nichts anderes als Entgiftung. Was ist dran am Detox-Versprechen, dem man in keiner Frauenzeitschrift und auf keiner Gesundheits-Website entgehen kann? Wir fühlen dem Detox-Wahn im Folgenden auf den Zahn.
                        
Detox-Massagen
Den Vollmond anheulen war gestern. Heute warten Detox-Fans stattdessen auf den Neumond. Denn im zarten Licht des Neumonds klappt das Entgiften angeblich am besten, vorzugsweise mit einer tiefenwirksamen Detox-Massage. Los geht es mit einem Peeling, das regt Lymphe und Durchblutung an. Danach werden Arme, Beine und der Rest mit einer Honig-Öl-Mischung eingerieben und nach außen ausgestrichen. Honig und Öl sollen in den Körper eindringen und dort dafür sorgen, dass sich Gifte lösen. Dann wird im Warmen entspannt – zu guter Letzt werden Honig und Öl wieder abgespült. Danach soll viel getrunken, leicht gegessen und ausgeruht werden. Entspannend ist das ganz bestimmt – doch muss man dafür den Begriff Detox bemühen? Denn entgiftet wird hier sicher nichts. Tatsächlich wirkt Honig als Antioxidant und antibiotisch – aber vor allem, wenn er gegessen wird. Wer glaubt, dass die Hautbarriere innerhalb einer halben Stunde durchlässig für Öl und Honig wird, mag seelig damit werden. Wir glauben’s nicht, und auch kein anderer Experte glaubt es.
 
Detox-Yoga
Viel bewegen hilft viel. Das ist gesund und kurbelt den Kreislauf an. Detox-Yoga wirbt damit, die Entgiftungsorgane durch entsprechende Bewegungen anzukurbeln, was die natürliche Reinigung des Körpers unterstützen soll. Die bessere Versorgung des Gewebes mit Blut bei körperlicher Aktivität hilft tatsächlich generell dabei, den Stoffwechsel in Schwung und die Lymphe in Fluss zu bringen. Das wusste man aber schon, bevor zum Yoga ein Detox kam, das völlig überflüssig ist.
 
Detox-Säfte
Mittlerweile bieten Abhol- und Online-Shops ganze Detox-Kuren im Komplettset oder sogar im Abo an. Oft handelt es sich dabei um Mischungen von Säften, Smoothies und Suppen. Kann man auch gut selber machen und fällt dann unter den Begriff Saftkur oder Saftfasten – kostet viel weniger und bewirkt dasselbe: Eine Entlastung des Verdauungstraktes, was mit Entgiftung garantiert nichts zu tun hat.
 
Asia-Detox
Bei Naturheilverfahren spricht man vom „Ausleiten“, wenn die Ausscheidung von Gift- und Schadstoffe aus dem Körper angeregt werden soll. So enthält die vierwöchige Asia-Detox-Kur Elemente aus gleich drei bekannten ausleitenden Methoden – den traditionell asiatischen Heilsystemen Ayurveda, TCM und Feng-Shui. Natürlich gibt es dabei Regeln: Milch, Kefir, Joghurt und Co. sind verboten, ebenso wie Alkohol, Softgetränke und Schokolade. Rohkost soll immer Zimmertemperatur haben. Beim Asia-Detox ist es ganz wichtig, dass die Zutaten frisch und bio sind, und dass die Gerichte gut gekaut werden: pro Bissen ca. 30- bis 40-mal. Zudem verlangt ein erfolgreiches Detoxing nach Asia Art mindestens sieben Stunden Schlaf pro Nacht. Yoga, Aromatherapie oder Akupressur unterstützen die Kur und kurbeln die Durchblutung in den Ausscheidungsorganen an. So beschleunigen sie den Stoffwechsel und damit das vermeintliche körpereigene Entgiftungsprogramm. Nicht zu vergessen: Wer beim Meditieren gedanklich in das jeweilige Organ hineinlächelt, stimuliert damit die Ausscheidung zusätzlich. Wir wollen niemand daran hindern, täglich 15 Minuten lang ein Lächeln mit wärmender Energie in die Leber zu senden. Das mag – wie die gesamte Asia-Detox-Kur – ausgesprochen gesundheitsfördernd und entspannend sein. Nur: mit Entgiftung hat das alles herzlich wenig zu tun Auch hier wäre unsere Empfehlung an die Erfinder: Lasst das falsche Detox einfach weg!
 
docFood meint
Viel trinken, viel bewegen, sich ernähren mit gesunder Kost – bestenfalls in Bio-Qualität. Dazu braucht es keine extra-teure Detox-Kur. Legen Sie regelmäßig Entlastungstage ein, wenn Sie das Gefühl haben, dass es Ihrer Gesundheit zuträglich ist. Das sind Tage, an denen der Magen-Darm-Trakt nicht durch große Mengen, schwere Gerichte oder Junk Food belastet wird, sondern sich bei der relativ leichten Verdauung von Saft und Suppe erholen kann.

Julia Hintzen

Mikrobiota – wie Darmbakterien dick machen

Bakterien in unserem Darm können mit verantwortlich sein, wenn Menschen immer dicker werden. Wie kann das sein? Zahlreiche Studien haben gezeigt: Bei Übergewichtigen ist die Mikrobiota – die Gesamtheit aller Darmbakterien  – verändert. Im Gegensatz zu Normalgewichtigen tauchen bei ihnen einige Bakterienarten auf, die vermehrt unverdauliche Faserstoffe aus der Nahrung abbauen und in Energie umwandeln. Die Forscher schätzen, dass Übergewichtige deshalb täglich etwa 150 Kalorien mehr aus ihrer Nahrung gewinnen als Normalgewichtige ohne diese Bakterienarten.
Aber damit nicht genug: Einige Bakterienarten setzen beim Absterben bestimmte Stoffe aus ihrer Zellwand frei (so gen. Lipopolysaccharide, abgekürzt LPS). Diese werden als Endotoxine bezeichnet, weil sie in unserem Körper giftig (toxisch) wirken. Gelangen Endotoxine in den Blutkreislauf, was bei Übergewichtigen mit veränderter Mikrobiota offenbar leicht passiert, lösen sie im Körper einen chronischen Entzündungsprozess aus. Dieser wiederum lässt die Insulinsensitivität sinken. Die Folge: Muskel- und Fettzellen reagieren langsamer auf Insulin, während die Bauchspeicheldrüse immer mehr davon produziert und damit den Zellen signalisiert: „Es ist genug Energie vorhanden, ihr könnt Fett aufbauen“. Besonders fatal ist dies für die Leber, denn sie lagert immer mehr Fett ein. Langfristig kommt es zu einer chronischen Leberentzündung – eine Nicht-Alkohol-bedingte Fettleber entsteht.
 
Probiotische Bakterien könnten helfen

Wie kann man diesem Kreislauf entgehen? Noch hat die Forschung keine Lösungen parat, wie Übergewichtige ihre Mikrobiota regulieren können. Es zeichnet sich aber ab, dass bestimmte probiotische Bakterien, insbesondere Bifidobakterien einen positiven Einfluss haben die z. B. in einigen Sauermilchprodukten enthalten sind (…ein Blick auf die Zutatenliste dieser Produkte lohnt sich!). Allerdings brauchen auch Bifidobakterien ‚Futter‘, um sich im Darm gut zu vermehren. Sie bevorzugen dabei ballaststoffreiche pflanzliche Lebensmittel,  sind also sozusagen ‚Vegetarier‘, die Gemüse, Hülsenfrüchte, Kartoffeln und Getreideprodukte aus Vollkorn lieben. Gemüse und Obst liefern zudem noch viele Polyphenole, die offenbar ebenfalls das Wachstum von Bifidobakterien fördern. Zu den Polyphenolen zählen u. a. die natürlichen pflanzlichen Farbstoffe, die z.B. in Rotkohl, Kidneybohnen, Äpfeln und rot-violetten Beerenfrüchten vorkommen.
 
Tipp von docFood:
Essen Sie neben Sauermilchprodukten viel buntes Gemüse, Salate, Hülsenfrüchte und Obst. Sie sind die wichtigsten Komponenten einer darmgesunden Ernährung. Beim Gemüse darf es auch ruhig mehr als die empfohlenen drei Portionen am Tag sein, beim Obst sollte es bei zwei Portionen am Tag bleiben.

Dr. Maike Groeneveld

Das Thema ‘Darmgesundheit und Ernährung’ ist seit vielen Jahren ein Spezialgebiet der Ernährungswissenschaftlerin Maike Groeneveld. Sie betreut dieses Thema nicht nur im docFood – Team, sondern vermittelt ihr Wissen auch in Seminaren.

Quellen:
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3984999/
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3746040/
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/22555633
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/22552027
 

Übergewicht lässt die Leber alt aussehen

Wer stark übergewichtig ist, kämpft häufig mit den verschiedensten Verdauungsbeschwerden. Sehr häufig tritt nach üppigen Mahlzeiten ein diffuser Druck im rechten Oberbauch auf. Diese Symptome deuten oft auf eine Störung im Bereich von Leber und Galle hin. Wer häufig darunter leidet, sollte dies als Warnsignal der Leber verstehen. Denn bei Übergewichtigen altert die Leber schneller – so das Ergebnis einer neuen Studie. Das könnte erklären, warum sie häufiger von Leberkrebs betroffen sind.
Übergewicht und Alter gelten als wichtigste Risikofaktoren für viele Zivilisationserkrankungen. Das veranlasste die Forscher aus Dresden, das biologische Alter verschiedener Gewebe innerhalb des menschlichen Organismus zu vergleichen, um den Zusammenhang zwischen Übergewicht und gesundheitlichen Risiken bestimmter Organe besser zu verstehen.
 
Leber: stärker gefährdet als andere Organe
Ergebnis: Nur bei Leberzellen fand sich eine Assoziation von Übergewicht und einem schnelleren Altern des Organs. Dieser Befund könnte helfen, das erhöhte Risiko von Fettleibigen zu erklären, an Leberkrebs zu erkranken. Die Wissenschaftler machen den Effekt in einem anschaulichen Beispiel klar: Die Leber einer 100 Kilo schweren Frau mit einer Größe von 1,65 Metern wäre demnach etwa drei Jahre älter als bei einem Körpergewicht von 70 Kilo. Grundsätzlich könnte das schnellere Altern der Leber erklären, warum bestimmte Lebererkrankungen bei Übergewichtigen deutlich häufiger vorkommen als bei Schlanken bzw. Normalgewichtigen.
 
Mit der epigenetischen Uhr das biologische Alter messen
Für ihre Untersuchungen nahmen die Wissenschaftler die “epigenetische Uhr” zu Hilfe, die der Biostatistiker Steve Horvath von der Unversity of California kürzlich entwickelt hat: Sie beruht auf der Veränderungen an der Erbsubstanz, die auf biologische Alterungsvorgänge in der Zelle schließen lassen. So war es möglich, erstmals verschiedene Gewebe wie Blut, Muskel, Fettgewebe und auch Leber auf ihr Alter sowohl bei Normalgewichtigen als auch überwichtigen und fettleibigen Patienten zu prüfen.
 
Tipp von docFood
Eine Leber, die auf Grund von Übergewicht vorzeitig gealtert ist, “merkt” sich ihr Alter, so die Dresdner Forscher, auch wenn die Betroffenen wieder abnehmen. Dies bedeutet allerdings auch: Je früher Übergewichtige damit beginnen, ihr Gewicht wieder in den Normalbereich zurückzuführen, desto eher stoppen sie  den Alterungsprozess in der Leber. Da ist Abnehmen die Devise, besser heute als morgen – aber bitte vernünftig und mit System.

Dr. Friedhelm Mühleib

 
Mehr Infos hier