Mindesthaltbarkeitsdatum Adieu?

Ist das Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) auf Lebensmitteln bald Geschichte? Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt ist jedenfalls dafür, dass die Angabe des MHD für lange haltbare Lebensmittel abgeschafft wird. Denn viele Verbraucher denken immer noch, dass das Produkt nach Ablauf des MHD verdorben ist und werfen es in den Mülleimer.
Pro Jahr wirft jeder Deutsche 82 Kilogramm Lebensmittel weg. Getreide, aber auch Zucker und Salz haben Haltbarkeitsdaten, die es zu überdenken gilt, um die Verschwendung von wertvollen Lebensmitteln zu reduzieren.
 

Haltbarkeitsdaten überdenken

„Wir müssen überlegen: Brauchen Zucker, Salz, Getreide oder andere haltbare Produkte wirklich ein Mindesthaltbarkeitsdatum?“, sagte Schmidt Anfang Mai 2015 der „Neuen Osnabrücker Zeitung„. Noch immer ist den meisten Verbrauchern nicht klar, was es mit dem Mindesthaltbarkeitsdatum auf sich hat. Vielmehr wird es als Verbrauchsdatum wahrgenommen, nach dem das Lebensmittel nicht mehr genießbar ist. Dabei sagt das MHD lediglich aus, bis zu welchem Datum das produzierende Unternehmen garantiert, dass ungeöffnete und richtig gelagerte Produkte ihre spezifischen Eigenschaften wie Geschmack, Geruch, Farbe, Konsistenz und Nährwert behalten. Es handelt sich also um eine Garantie des Herstellers für bestimmte Qualitätseigenschaften. Dass hier ein gewaltiger Puffer einkalkuliert ist, bis das Lebensmittel wirklich nicht mehr genießbar ist, sollte sich jeder Konsument denken können – tut er aber meistens nicht.
 

Lebensmittelverschwendung reduzieren

Gerade Getreide, Zucker, Salz oder Essig sind fast unbegrenzt haltbar. Hier könnte es laut Verbraucherschutzminister Schmidt sinnvoller sein, das Produktionsdatum anzugeben, um in den nächsten Jahren „messbare Erfolge“ bei der Bekämpfung der Nahrungsmittelverschwendung zu erzielen. Vor allem setze er aber auf Aufklärung und Information, denn „in Küche und Kochtopf per Gesetz einzugreifen, ist schwierig“. Mit seinem Vorstoß reagierte Schmidt auch auf die Forderungen einiger Länderkollegen, sich dem Ziel der EU anzuschließen, die Lebensmittelverschwendung bis 2025 um 30 Prozent zu senken. Bereits im vergangenen Jahr hatten mehrere EU-Mitgliedsländer wie die Niederlande und Schweden dafür plädiert, das Mindesthaltbarkeitsdatum für Lebensmittel wie Nudeln oder Reis abzuschaffen. Deutschland gehört zu den Unterstützern dieser Offensive.
 

Tipp von docFood:

Viele Verbraucher verlieren die Orientierung, wenn Hinweise oder Erfahrungen mit der Haltbarkeit und Lagerhaltung von Lebensmitteln fehlen, wie eine Studie der Verbraucherzentrale NRW vor einigen Jahren ergab. Wertvolle Hilfestellung gibt der Flyer „Teller oder Tonne? Informationen zum Mindesthaltbarkeitsdatum“, den das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz im Rahmen der Kampagne „Zu gut für die Tonne“ im Jahr 2012 veröffentlicht hat. Auf dem Portal der Kampagne kann man zum Beispiel auch erfahren, wie das MHD von Milchprodukten ermittelt wird. Gut informiert können Sie viele Produkte noch lange genießen, statt sie in den Müll zu werfen.

Melanie Kirk-Mechtel

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Spargelschaumsuppe mit Kräutern und Lachstatar

Zutaten für 4 Personen:
für die Suppe:
400 g geschälter weißer Spargel, 1 EL Butter, 200 ml Sahne, 1 EL gehackter Kerbel, 1 EL glatte Petersilie, 1 EL fein geschnittener Bärlauch, 1 EL fein geschnittener Sauerampfer, 1 EL fein geschnittener Schnittlauch, Zucker, Salz, Pfeffer
für das Tatar:
200 g Lachsfilet ohne Haut, 1 kleine Schalotte, Zitronensaft, Salz, Pfeffer, Olivenöl, 1 EL fein geschnittener Schnittlauch, 1 EL kalte Butter
 
Zubereitung:
1 Den Spargel in kleine Stücke schneiden und in einem Topf in 1 EL Butter anschwitzen. 800 ml Wasser zugeben und den Spargel weich kochen. Die Kräuter zugeben, das Ganze mit einem Mixstab glatt pürieren und durch ein feines Sieb passieren.
2 Die Spargel-Kräuter-Suppe zusammen mit der Sahne zurück in den Topf geben und einmal aufkochen. Mit einer Prise Zucker, Salz und Pfeffer würzen.
3 Das Lachsfilet und die Schalotte sehr fein würfeln. Beides in eine Schüssel geben und mit etwas Zitronensaft, Salz und Pfeffer abschmecken. Mit Olivenöl und Schnittlauch marinieren.
4 Das Lachstatar mittig auf Suppentellern anrichten. Die Butter mit dem Mixstab unter die Suppe schlagen, bis diese schön schäumt. Die Suppe in die Teller gießen und etwas Schaum darüber löffeln.
Dazu passt ein trockener Weißwein, zum Beispiel ein weißer Burgunder.
 
Bildquelle: Deutsches Weintor / Wirths PR
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Bandnudeln a la Romana

Zutaten für 4 Personen:
100 g Brokkoli, 100 g Blumenkohl, 200 g Möhren, 1 Paprikaschote, 300 g Champignons, Salz, 1 Knoblauchzehe, 500 g Lengfischfilet, 1 EL Zitronensaft, 300 g Bandnudeln, weißer Pfeffer, 2 EL Pflanzencreme zum Braten, 1 Dose Mais, 200 ml Crème fraîche, 2 EL Tomatenmark, 1 Bund Basilikum, etwas Zucker, 30 g grob geraspelter Parmesan
 
Zubereitung:
1 Gemüse putzen und waschen. Broccoli und Blumenkohl in kleine Röschen zerteilen. Möhren in Scheiben schneiden, Paprikaschote würfeln, Pilze vierteln. Broccoli und Blumenkohl in reichlich kochendem Salzwasser 2-3 Minuten blanchieren, auf ein Sieb geben, kalt abschrecken und gut abtropfen lassen.
2 Knoblauchzehe schälen, fein hacken. Fischfilet abspülen, trocken tupfen, in mundgerechte Würfel schneiden, mit Zitronensaft säuern, salzen und pfeffern.
3 Bandnudeln nach Packungsanweisung in reichlich kochendem Salzwasser bissfest garen.
4 Pflanzencreme in einer großen Pfanne erhitzen. Knoblauch, Möhren und Champignons ca. 5 Minuten andünsten. Fisch, blanchiertes Gemüse, Mais und Paprika zufügen und alles ca. 8 Minuten bei mittlerer Hitze mit Deckel garen. Mit Salz und Pfeffer kräftig abschmecken.
5 Crème fraîche mit Tomatenmark und 50 ml Wasser verrühren. Basilikum waschen, trocken schütteln. Blätter abzupfen und bis auf einige Blättchen zum Garnieren in feine Streifen schneiden und unterheben. Sauce zum Fisch geben, vorsichtig untermischen und alles nochmals mit den Gewürzen abschmecken.
6 Bandnudeln abgießen, mit der Fisch-Gemüsemischung mischen und auf Tellern anrichten. Bandnudeln à la Romana mit Parmesan bestreuen und mit Basilikumblättchen garniert servieren.
 
Bildquelle: Rama
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