Divertikel – was nun?

Man könnte sie als typische Alterserscheinung bezeichnen: die Divertikel. Bereits bei zehn Prozent der über 40-Jährigen lassen sich diese Ausstülpungen in der Darmschleimhaut nachweisen. Unter den 80-Jährigen sind schließlich 60 bis 80 Prozent von diesen Aussackungen betroffen. Wenn bei einer Darmspiegelung z.B. Divertikel diagnostiziert werden, ist das an sich kein Grund zur Beunruhigung. Denn eine solche Divertikulose – so der medizinische Begriff – ist an sich noch keine Krankheit. Die meisten Betroffenen merken ihr Leben lang nichts davon.
Problematisch werden die erbsen- bis kirschkerngroßen Divertikel erst, wenn sie sich entzünden. Dann wird aus der harmlosen Divertikulose eine unter Umständen gefährliche Divertikulitis. Die entzündeten Divertikel können bluten. Im schlimmsten Fall platzen sie und führen so zu einem Darmdurchbruch.
 

Falsche Ernährung kann die Ursache sein.

Trotz der weiten Verbreitung der Divertikulose sind noch viele Fragen um ihre Entstehung und Behandlung ungeklärt. Mediziner und Ernährungswissenschaftler vermuten, dass z.B. eine Bindegewebsschwäche, ein überhöhter Druck im Dickdarm ( z.B. durch chronische Verstopfung) und eine ballaststoffarme Ernährungsweise die Divertikelbildung begünstigen. So meint die Ernährungswissenschaftlerin Christine Langer von der Aachener Fachgesellschaft für Ernährungstherapie und Prävention (FET e.V.): „Wer häufig zu Weißmehlprodukten, Reis, Bananen oder kakao- und zuckerreichen Süßwaren greift, riskiert eine chronische Verstopfung. Kommt noch ein altersbedingt träger Darm hinzu, entsteht ein hoher Innendruck, der die Darmschleimhaut durch Lücken in der Darmwand nach außen stülpt.“
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Wenn sich Divertikel entzünden

Wenn sich ein oder mehrere Divertikel entzünden, macht sich das durch plötzliche starke Schmerzen im linken Unterbauch bemerkbar. Tritt die Divertikulitis zum ersten Mal auf, lässt sich das in den meisten Fällen mit Fasten, Schonkost und Medikamenten kurieren. Im Anschluss stellt sich aber die Frage: „Wie kann ich eine Divertikelentzündung zukünftig vermeiden?“ Zur Vorbeugung neuer Entündungen empfiehlt Christine Langer: „Wer der weiteren Divertikelbildung entgegenwirken möchte, sollte gezielt auf ballaststoffreiche Lebensmittel wie Gemüse, Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte und Obst sowie auf eine ausreichende Trinkmenge achten. Milchsaure Produkte wie Naturjogurt, Kefir, Buttermilch und Sauerkraut fördern zusätzlich die Verdauung sowie eine gesunde Darmflora.“ Bei groben Lebensmitteln wie Nüssen, Körnern, Obstkernen und faserreichen Nahrungsmitteln wie Rhabarber und Ananas rät die Expertin zur Vorsicht. Lassen sich diese nicht vermeiden, ist gutes Kauen wichtig, damit sich keine groben Nahrungsreste in den Divertikeln festsetzen.
 

Tipp von docFood:

Im Ratgeber „Divertikel im Darm“, herausgegeben von FET e.V., finden Betroffene ausführliche Empfehlungen und zahlreiche Tipps zur Ernährung während und nach einer Divertikulitis gibt.
 
Bildquelle: bds / 123RF Stock Foto
Illustration „Wie Divertikel entstehen“: © FET e.V.

Bluthochdruck: Kann richtige Ernährung helfen? (Teil 2)

Doc Food Interview mit der Bonner Ernährungstherapeutin Dr. Claudia Laupert-Deick
Im ersten Teil des Interviews legte die Expertin dar, dass eine Lebensstiländerung bei milder Hypertonie bereits nach einigen Wochen bzw. wenigen Monaten den Blutdruck bei 40 bis 50 % der Patienten in den Normbereich zurückführen kann. Im Folgenden redet sie über Alternativen zu Beta-Blockern, die häufig zwar den Blutdruck senken, parallel dazu aber den Appetit steigern und zu Gewichtszunahme führen.
Doc Food:  Einige Medikamente gegen Bluthochdruck führen zu einer Gewichtszunahme – was wiederum den Blutdruck in die Höhe treibt und das metabolische Syndrom begünstigt. Kann Ernährungstherapie und -beratung dazu beitragen, diesen Teufelskreis zu durchbrechen?
Laupert-Deick: In erster Linie sind es die Beta-Blocker, die zu einem Anstieg des Körpergewichtes führen. Beta Blocker sollten nach der aktuellen Leitlinie eigentlich nur bei manifester koronarer Herzkrankheit (KHK) eingesetzt werden. Für Patienten ohne KHK wäre neben einem geeigneten Medikament die Lebensstiländerung das Mittel der Wahl für eine erfolgreiche Behandlung. Sollte sich der Blutdruck dabei normalisieren, können die Medikamente reduziert oder sogar abgesetzt werden.

Doc Food: Welche Fähigkeiten brauchen Ernährungstherapeuten und -berater um Hypertoniker erfolgreich zu behandeln?

Laupert-Deick: Die Behandlung der Hypertonie gehört auf jeden Fall in den Bereich der Ernährungstherapie und nicht in den Bereich einer Beratung. Zu den Mindestvoraussetzungen für die optimale Betreuung der Patienten gehören die Analyse von Ernährungsprotokollen, die Durchführung von mindestens 5 bis 6 Therapiesitzungen, sowie gute Kenntnisse über die Zusammenhänge von Ernährungseinflüssen und Hochdruck bzw. von Medikamenten und ihrer Wirkung. Eine gute Zusammenarbeit mit dem behandelnden Arzt ermöglicht die patientengerechte Abstimmung über die Kombination von Medikamenten und Lebensstiländerung.
Doc Food:  Wie Können Ernährungsfachkräfte die Zusammenarbeit mit den Ärzten beim Thema Bluthochdruck aktivieren / intensivieren?
Laupert-Deick: Eine geeignete Möglichkeit, die sich in meiner Praxis bewährt hat, ist das Verfassen von Up-Date Informationen, die dann an die Ärzte versendet werden, mit denen man kooperiert oder in der Zukunft zusammen arbeiten möchte. Natürlich können gut ausgebildete Ernährungsfachkräfte auch durch Ärztefortbildungen neue Patienten aquirieren.

Das Gespräch führte Dr. Friedhelm Mühleib

Dr. Claudia Laupert-Deick betreibt eine Praxis für Ernährungstherapie und -beratung in Bonn. Hypertonie und Fettstoffwechselstörungen gehören zu ihren Schwerpunktthemen. Sie ist Mitautorin des im TRIAS-Verlag erschienenen Ratgebers „Bluthochdruck senken ohne Medikamente“.

Bildquelle: Martin Berk  / pixelio.de

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Bluthochdruck: Kann richtige Ernährung helfen? (Teil 1)

Doc Food Interview mit der Bonner Ernährungstherapeutin Dr. Claudia Laupert-Deick
Wie behandelt man Bluthochdruck? Die meisten denken dabei sofort an Betablocker oder ähnliche Medikamente. Doch die verursachen nicht selten erhebliche Nebenwirkungen. Im Interview Doc Food beklagt die Bonner Ernährungstherapeutin Dr. Claudia Laupert-Deick den allzu unbekümmerten Einsatz von Medikamenten und die Vernachlässigung der Ernährungstherapie. Dabei könnte, so Laupert-Deick, allein durch eine Umstellung der Ernährung vielen Betroffenen mit milder Hypertonie ohne zusätzliche Medikamente geholfen werden.
Doc Food: Bluthochdruck ist nicht nur eine der verbreitetsten, sondern auch eine der gefährlichsten Zivilisationskrankheiten. Er gilt als einer der entscheidenden Risikofaktoren für die koronare Herzkrankheit. Wird das Problem von der Ernährungstherapie und -beratung ausreichend erkannt?
Laupert-Deick: Das Problem wird leider häufig nicht erkannt und viel zu selten in die Ernährungstherapie optimal integriert. Viele Ernährungstherapeuten ziehen den Fehlschluss, dass die Behandlung von Bluthochdruck nicht wesentlich mehr beinhaltet als die Therapie von Übergewicht oder Typ II Diabetes, die häufig mit der Krankheit einhergehen.
Doc Food: Viele Menschen mit Bluthochdruck leiden am metabolischen Syndrom. Braucht die Hypertonie über die ernährungstherapeutische Behandlung des metabolischen Syndroms hinaus noch spezielle Maßnahmen?
Laupert-Deick: Ja, wer Patienten mit Bluthochdruck behandelt, sollte unter anderem die Natriumzufuhr und das Natrium – Kaliumverhältnis genauer betrachten. Hierzu ist die Auswertung von Ernährungsprotokollen zweckmäßig, um zu überprüfen, ob man die Zielwerte erreicht hat. Auch der Alkoholkonsum muss bei Bluthochdruck sehr kritisch betrachtet werden. Auf den sollten Betroffene möglichst völlig verzichten.
Doc Food: Welche Erfolge lassen sich durch Ernährungstherapie und -beratung bei Hypertonikern erzielen?
Laupert-Deick: Der Gesamtnutzen einer professionellen Ernährungstherapie entspricht dem eines guten Antihypertonikums. Wird eine leichte Hypertonie für einige Wochen bzw. Monate mit einer Lebensstiländerung behandelt, so erreichen 40 bis 50 % der Patienten Normalwerte. Bei einem mittelschweren und schweren Bluthochdruck sollte eine Veränderung des Lebensstils immer eine Ergänzung der medikamentösen Behandlung sein.

Das Gespräch führte Dr. Friedhelm Mühleib

Dr. Claudia Laupert-Deick  betreibt eine Praxis für Ernährungstherapie und -beratung in Bonn. Hypertonie und Fettstoffwechselstörungen gehören zu ihren Schwerpunktthemen. Sie ist Mitautorin des im TRIAS-Verlag erschienenen Ratgebers „Bluthochdruck senken ohne Medikamente“.

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Fruktoseintoleranz: Unverträglichkeit von Fruchtzucker

Gemüse und Obst gehören zu einer ausgewogenen Ernährung einfach dazu. 3 Portionen Gemüse und 2 Portionen Obst (5 am Tag) sollen es laut Empfehlung der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) täglich sein. Doch was tun, wenn nach Apfel, Birne oder Paprika der Bauch grummelt und schmerzt?
Der Grund könnte eine Unverträglichkeit von Fruchtzucker (Fruktose) sein, die Fruktoseintoleranz. Schätzungsweise 30 Prozent der Deutschen vertragen Fruchtzucker nur eingeschränkt.
 

Gestörte Aufnahme von Fruktose

Fruktose kommt vor allem in Obst und Gemüse vor, wird aber auch zunehmend bei der industriellen Herstellung von Nahrungsmitteln eingesetzt. Bei Fachleuten heißt die Unverträglichkeit zutreffender „Fruktosemalabsorption“ weil die Aufnahme der Fruktose aus dem Dünndarm ins Blut gestört ist. Daher gelangt der Fruchtzucker in den Dickdarm und wird dort von Bakterien abgebaut. Die Folgen: Magen-Darm-Beschwerden wie Völlegefühl, Blähungen, Bauchschmerzen oder Durchfall. Da Betroffene unter ähnlichen Symptomen leiden wie bei einem Reizdarmsyndrom, bleibt die Fruktoseintoleranz häufig länger unerkannt. Aufschluss gibt ein Atemtest: Der Patient nimmt eine große Menge Fruchtzucker auf nüchternen Magen ein. Anhand der Wasserstoff-Konzentration, die in der Atemluft gemessen wird, kann der Arzt die eindeutige Diagnose stellen.
 

Fruktose: Die Menge macht’s

Auch gesunde Menschen vertragen Fruchtzucker nicht unbegrenzt: Die Aufnahmekapazität für Fruktose im Dünndarm liegt zwischen 35 und 50 Gramm. So bekommen auch Gesunde leicht Verdauungsprobleme, wenn sie zum Durstlöschen eine Flasche Apfelsaft trinken. Menschen mit einer Fruktoseintoleranz vertragen meist weniger als 25 Gramm Fruchtzucker, zum Teil nur 10 oder 5 Gramm. Dauerhaft auf Obst und Gemüse zu verzichten, ist aber meist nicht notwendig, und wäre auch wenig förderlich für die Gesundheit. Nach einem mehrwöchigem Verzicht auf fruktosehaltige Lebensmittel sollten Betroffene die Aufnahme von Fruchtzucker schrittweise steigern, um ihre individuell verträgliche Menge zu ermitteln.
 

Tipp von Doc Food

Wenn Sie fruktoseintolerant sind, achten Sie unbedingt auf die Zutatenliste von verarbeiteten Lebensmitteln. Neben Fruktose, Fruchtzucker und Fruchtsirup enthalten auch Zucker (Haushaltszucker = Saccharose) und Honig Fruktose. Und auch einige Süßstoffe sollten Sie meiden, wie Sorbit, Isomaltit, Mannit und Xylit. Sorbit beispielsweise wird im Körper in Fruktose umgewandelt, und blockiert die Fruktoseaufnahme im Dünndarm.
Auf www.lecker-ohne.de  finden Sie eine praktische Tabelle, in der die gängigsten Lebensmittel nach ihrem Fruktosegehalt eingeteilt werden.
Bildquelle: Aka /pixelio.de
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DGE-Broschüre: Essen und Trinken beim Reizdarmsyndrom

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) hat eine neue Broschüre zum Thema „Essen und Trinken beim Reizdarmsyndrom“ veröffentlicht. Ausgehend von Hintergrundinformationen zum Krankheitsbild gibt die neue Infothek Betroffenen praktische Tipps, ihre Ernährung ausgewogen zu gestalten.
Dabei geht die Broschüre auf wichtige Fragen ein, wie z. B. auf die Rolle von Ballaststoffen und Probiotika sowie den sogenannten FODMAPs (fermentierbare Kohlenhydrate). Adressen zur weiterführenden Information runden den Ratgeber ab.
 

Was ist das Reizdarmsyndrom?

Ein Reizdarmsyndrom kann vorliegen, wenn häufig Bauchkrämpfe, Blähungen, Durchfall oder Verstopfung auftreten und der Arzt eine organische Krankheit ausschließen konnte. Da die Symptome des Reizdarmsyndroms komplex und vielfältig sind, ist eine eindeutige Diagnose aufwendig. Dabei ist es wichtig, Magen-Darm-Krankheiten und Lebensmittel-Unverträglichkeiten, die ähnliche Beschwerden verursachen können, aber eine andere Behandlung erfordern, auszuschließen. Bestätigt sich die Diagnose, ist das Ziel der Therapie, die Beschwerden zu lindern und die Lebensqualität zu verbessern.
 

Gibt es eine Reizdarmsyndrom-Diät?

Eine spezielle Diät, die für alle Reizdarm-Patienten gültig ist, gibt es leider nicht. Eine individuell auf die Symptome abgestimmte Ernährung sowie eine Änderung des Lebensstils können aber dazu beitragen, den Krankheitsverlauf positiv zu beeinflussen. Die Basis ist eine ausgewogene Ernährung. Der Verzehr von fettreichen und damit schwer verdaulichen Lebensmitteln oder Speisen sollte außerdem möglichst vermieden werden. Generell sollten Betroffene bestimmte Lebensmittel aber nur dann meiden, wenn Reizdarm-Beschwerden direkt mit deren Verzehr in Verbindung gebracht werden können. Hier sollte jeder Patient individuell durch Ausprobieren entscheiden, welche Lebensmittel er verträgt und welche nicht. Denn Lebensmittel auf bloßen Verdacht hin vom Speiseplan zu streichen, würde die Lebensmittelauswahl unnötig einschränken und so unter Umständen eine Unterversorgung mit wichtigen Nährstoffen begünstigen.
 

Tipp von Doc Food:

Die DGE-Infothek können Sie unter der Artikel-Nr. 123033 für 1,00 EUR zzgl. Versandkosten beim DGE-MedienService unter www.dge-medienservice.de, Tel.: 0228 9092626 bestellen.
Quelle: Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V. (DGE)
Bildquelle: Rainer Sturm / pixelio.de
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Reizdarmsyndrom: vielfältige Beschwerden

Wer unter unspezifischen Verdauungsproblemen wie Bauchschmerzen, Verstopfung oder Durchfall leidet, der bekommt häufig die Diagnose „Reizdarmsyndrom“. So vielfältig wie die Symptome sind auch die Therapieansätze. Denn die Ursachen für einen Reizdarm sind komplex und noch nicht vollständig geklärt.
Das Reizdarmsyndrom gehört zu den so genannten „funktionellen Verdauungsstörungen“. Das bedeutet, dass keine organischen Ursachen festgestellt werden können. Typische Symptome sind zum Beispiel Bauchkrämpfe, Blähungen, Verstopfung oder Durchfall. Der Begriff „Reizdarm“ ist nicht ganz zutreffend, da die funktionellen Verdauungsstörungen alle an der Nahrungsverwertung beteiligten Organe betreffen, von der Speiseröhre über Magen und Darm bis zum Anus. Die Deutsche Reizdarmselbsthilfe verwendet daher die amerikanische Bezeichnung „irritable bowel syndrome“ (IBS), die mit „störende Bauchbeschwerden“ übersetzt wird. Bei den Betroffenen sind die Nervenendigungen im Darm ungewöhnlich empfindlich und reagieren schon auf kleine Störungen mit einer unangemessen starken Aktivität der Darmmuskulatur. Nicht als Ursache, aber als Hauptverursacher der Beschwerden, werden Stress und psychische Belastungen angesehen.
 

So wird das Reizdarmsyndrom erkannt

Die Diagnose durch den Arzt gestaltet sich wegen der Unterschiedlichkeit der Beschwerden häufig schwierig. Meist vergehen zwei bis drei Jahre, in denen die Patienten unter Umständen falsch oder gar nicht behandelt werden. Sind alle möglichen organischen Erkrankungen, zum Beispiel durch Stuhluntersuchungen, Bluttests und eine Darmspiegelung, ausgeschlossen und liegen weder Lebensmittelunverträglichkeiten noch Allergien vor, kann die Diagnose nach den „Rom-Kriterien“ gestellt werden. Diese wurden von einem internationalen Team von Spezialisten der Gastroenterologie im Rahmen einer Konsensus-Konferenz in Rom definiert und erleichtern eine eindeutige Diagnose. Demnach liegt mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Reizdarm vor, wenn folgende Kriterien erfüllt sind:

  • Krämpfe, krampfhafte Bauchschmerzen, Blähungen, Blähbauch, Völlegefühl oder Schleimabgang
  • veränderte Stuhlhäufigkeit und /oder -konsistenz (Durchfall, Verstopfung oder beides im Wechsel)
  • die Beschwerden treten innerhalb eines Jahres für mindestens drei Monate auf
  • die Beschwerden bessern sich nach dem Stuhlgang
  • bei Stress, Angst oder psychischen Belastungen verschlimmern sich die Beschwerden

Die Therapie des Reizdarmsyndroms setzt an unterschiedlichen Punkten an, um die Lebensqualität der Patienten zu verbessern. Neben Stress- und Konfliktbewältigung und der Behandlung der Symptome mit Medikamenten kann auch eine individuelle Umstellung der Ernährung die Beschwerden lindern.
 

Tipp von Doc Food:

Wenn Sie sich für den neuesten Konsens zu Definition, Diagnostik und Therapie des Reizdarmsndroms interessieren, dann schauen Sie sich doch einmal die Leitlinien an, die Fachgesellschaften und Patientenorganisationen gemeinsam erarbeitet haben. Eine Zusammenfassung gibt es bei der Deutschen Gesellschaft für Ernährung: Neue Leitlinien zum Reizdarmsyndrom
Bildquelle: www.JenaFoto24.de / pixelio.de
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Typ-2-Diabetes: Eine Wohlstandskrankheit

Die Mehrheit der Diabetiker leidet an Diabetes Typ 2, bei dem das Hormon Insulin nicht ausreichend wirken kann, um den Zucker aus dem Blut in die Zellen zu schleusen. Typ-2-Diabetes kommt schleichend und ist nicht heilbar. Wenn Risiko-Kandidaten allerdings frühzeitig die Ursachen bekämpfen und ihren Lebensstil ändern, ist häufig ein beschwerdefreies Leben auch ohne Tabletten oder Insulinspritzen möglich.
Diabetes ist eine Plage der Wohlstandsgesellschaft. Wer sich über Jahre und Jahrzehnte falsch ernährt, zu wenig bewegt und dabei immer mehr überflüssige Pfunde ansammelt, wird zum typischen Kandidaten für Diabetes.
 

Was sind die Ursachen für Typ-2-Diabetes?

Im Gegensatz zu Typ-1-Diabetikern produziert die Bauchspeicheldrüse von Typ-2-Diabetikern noch Insulin. Es kann allerdings nicht richtig wirken. Diese so genannte Insulinresistenz kann zum Beispiel entstehen, wenn der Patient übergewichtig ist und daher zu viele Fettzellen hat. Etwa 80 % der Typ-2-Diabetiker bringen zu viel Gewicht auf die Waage. Obwohl viele Stoffwechselprozesse und Faktoren, die zum Ausbruch der Zuckerkrankheit führen, wissenschaftlich noch nicht im Detail geklärt sind, besteht kein Zweifel daran, dass Übergewicht und Bewegungsmangel die entscheidenden Auslöser für Typ-2-Diabetes sind. Es spielen aber auch genetische Faktoren eine Rolle: Kinder von Typ-2-Diabetikern haben ein rund 40-prozentiges Risiko, ebenfalls im Lauf ihres Lebens zuckerkrank zu werden. Allerdings wird nicht der Diabetes selbst vererbt, sondern die Anfälligkeit dafür.
 

Was tun bei genetischer Diabetes-Veranlagung?

Trotz genetischer Veranlagung muss ein Mensch aber noch nicht zum Diabetiker werden. Zum Ausbruch kommt die Krankheit, wenn die Auslöser wirksam werden. Anders als früher leiden heute nicht nur ältere Menschen an Diabetes-Typ-2, da starkes Übergewicht und mangelnde Bewegung in jungen Jahren weit verbreitet sind. Daher sind auch zunehmend 30- bis 40-Jährige und sogar Kinder und Jugendliche betroffen. Weil der erhöhte Blutzuckerspiegel langfristig Blutgefäße und Nerven schädigt sowie zahlreiche Folgeerkrankungen hervorruft, wie Herzinfarkt, Schlaganfall, Nierenschwäche oder Netzhautschäden, ist es wichtig, den Diabetes schon in fühem Stadium zu erkennen und zu behandeln. Häufig genügt beim Typ-2-Diabetes schon eine Gewichtsabnahme, kombiniert mit einer ausgewogenen Ernährung. In späteren Stadien ist die Einnahme von Tabletten oder das Spritzen von Insulin unumgänglich.
 

Tipp von Doc Food:

Ab dem 35. Lebensjahr sollten Sie Ihren Blutzuckerspiegel regelmäßig überprüfen lassen, damit ein möglicher Diabetes früh erkannt wird. Orientierung bietet auch der Test der Deutschen Diabetes-Stiftung (DDS): Anhand von 8 Fragen können Sie Ihr Risiko einschätzen, einen Typ-2-Diabetes zu entwickeln.
Bildquelle: Viktor Stolarski / pixelio.de
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Diabetes-Typen: Viele Gesichter einer Krankheit

Diabetes mellitus – früher häufig „Zuckerkrankheit“ genannt – ist der Überbegriff für Stoffwechsel-
erkrankungen, deren Hauptsymptom das Ausscheiden von Zucker im Urin ist. Daher auch der Name, der übersetzt „honigsüßer Durchfluss“ heißt. Während bei gesunden Menschen das Hormon Insulin den Blutzuckerspiegel nach einem Stück Torte wieder ins Gleichgewicht bringt, bleibt der Zucker bei Diabetikern im Blut und wird zum Teil mit dem Urin ausgeschieden.

Die Gründe dafür, dass das Blut bei den Betroffenen ständig überzuckert ist, wenn der Diabetes nicht behandelt wird, können ganz unterschiedlich ein. Genau so vielfältig sind die verschiedenen Ausprägungen von Diabetes mellitus. Die Deutsche Diabetesgesellschaft (DDG) teilt die Krankheit in folgende Typen ein:
 

Typ-1-Diabetes

Hierbei werden die Insulin produzierenden Zellen der Bauchspeicheldrüse durch eine „Fehlreaktion“ des Immunsystems zerstört. Daher müssen Typ-1-Diabetiker lebenslang Insulin spritzen. Weil die Erkrankung häufig im Kindes- oder Jugendalter auftritt, wurde diese Form früher „jugendlicher Diabetes“ genannt.
 

Typ-2-Diabetes

Dagegen war beim Typ 2 früher von „Altersdiabetes“ die Rede, weil die Erkrankung häufig erst nach dem 60. Lebensjahr auftrat. Heute werden die Typ-2-Patienten jedoch immer jünger und die Krankheit wird immer häufiger. Mit rund 95 Prozent der Fälle ist Typ-2-Diabetes die häufigste Diabetes-Variante. Die Betroffenen sind meist deutlich übergewichtig und häufig auch keine großen Freunde körperlicher Bewegung. Typ-2-Diabetiker haben sehr viel Insulin im Blut und trotzdem zu hohe Zuckerwerte. Ihr Körper ist insulinresistent, das heißt, die Körperzellen „ignorieren“ die Botschaft des Insulins, den Blutzucker zu senken. Die Bauchspeicheldrüse versucht durch immer mehr Insulin, die fehlende Wirkung des Hormons zu kompensieren. Wenn sie das nicht mehr schafft, wenn sie „erschöpft aufgibt“, dann müssen auch Typ-2-Diabetiker Insulin in Tablettenform einnehmen oder spritzen. Meistens lässt sich der Typ-2-Diabetes jedoch durch eine angemessene Lebensweise sehr gut in den Griff bekommen.
 

Gestationsdiabetes

Bei dieser Diabetesform – auch Schwangerschaftsdiabetes genannt – kommt es erstmals in der Schwangerschaft zu erhöhten Blutzuckerwerten. Besonders gefährdet sind übergewichtige Frauen sowie Frauen mit einer familiären Vorbelastung. Eine rechtzeitige Behandlung des Schwangerschaftsdiabetes verhindert Komplikationen und senkt das Risiko für Mutter und Kind, später dauerhaft an einem Diabetes zu erkranken.
Darüber hinaus gibt es noch einige weitere spezifische Diabetes-Typen, zum Beispiel durch bestimmte Medikamente oder eine Erkrankung der Bauchspeicheldrüse ausgelöst.
Bildquelle: knipseline  / pixelio.de
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Laktoseintoleranz: Aufruhr im Darm

Bis zur endgültigen Diagnose ist es häufig ein langer Leidensweg: Manchmal ertragen Patienten jahrelang Schwindel, Müdigkeit, Durchfälle, Darmkrämpfe und Blähungen, ohne dass ein Arzt die wirkliche Ursache erkennt. Stuhluntersuchungen, Magenultraschall und Darmspiegelung sind ohne Befund. Oft werden Reizdarm, Lebensmittelallergie oder Verdauungsschwäche diagnostiziert, bevor sich irgendwann herausstellt: Die Wurzel des Übels liegt in einer Laktoseintoleranz, zu gut deutsch: Milchzuckerunverträglichkeit.
Nach Schätzungen von Experten sind etwa 8 bis 10 Millionen Deutsche von einer Laktoseintoleranz betroffen. Sie reagieren mit mehr oder weniger starken Symptomen auf den Genuss von Milch und Milchprodukten.
 

Was ist Laktose?

Laktose ist der Milchzucker, der als natürlicher Bestandteil in Kuhmilch, aber auch in der Milch von Schafen und Ziegen sowie in der menschlichen Muttermilch vorkommt. Als Zweifachzucker besteht die Laktose aus zwei verschiedenen Einfachzuckern, der Galaktose und der Glukose, die fest miteinander verbunden sind. Damit der Zucker im Stoffwechsel zur Energiegewinnung genutzt werden kann, muss die Laktose bei der Verdauung in ihre Bestandteile aufgespalten werden. Dieser Vorgang wird normalerweise von einem Enzym im Verdauungssaft des Dünndarms erledigt – der Laktase.
 

Was passiert bei Laktoseintoleranz?

Leider sind Menge und Aktivität der Laktase nicht beständig. In der Regel ist die Laktase-Aktivität in den ersten Lebensmonaten eines Menschen am höchsten. Danach nimmt sie kontinuierlich ab. Bei einem 50-Jährigen beträgt die Laktase-Aktivität häufig nur noch 10 % des Höchstwertes kurz nach der Geburt. Ist zu wenig Laktase im Dünndarm vorhanden, so kann Laktose aus der Nahrung nicht mehr aufgespalten werden, sondern gelangt unverdaut in den Dickdarm. Dort wird sie von Darmbakterien vergoren. Das kann zu Blähungen, Bauchkrämpfen, Übelkeit oder Erbrechen führen. Häufig treten auch unspezifische Symptome auf, zum Beispiel Müdigkeit, Hautprobleme, Kopfschmerzen oder Schlafstörungen. Wird die Laktoseintoleranz nicht erkannt, und treten zum Beispiel häufig starke Durchfälle auf, sodass der Dünndarm dauerhaft gereizt ist, können wichtige Nährstoffe nicht mehr aus der Nahrung aufgenommen werden. Wie bei der Zöliakie kann es auch bei der Laktoseintoleranz zur Schädigung der Dünndarmzotten kommen. Abhilfe schaffen Laktase-Tabletten sowie eine konsequent laktosefreie Ernährung.
 
Bildquelle: sigrid rossmann / pixelio.de

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