Millionen Herztote durch falsche Ernährung

Global sind Herz-Kreislauf-Erkrankungen Todesursache Nummer Eins – und das hat oft selbstverschuldete Gründe. Der wichtigste Grund ist eine falsche Ernährung, so das Ergebnis der Studie eines internationales Forscherteam, die jüngst im „Journal of the American College of Cardiology“, über die die Ärzte Zeitung berichtet.
 
Der Studie zufolge ist ungesunde Ernährung an etwa der Hälfte aller Todesfälle durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen Schuld. Als weitere wichtige Faktoren spielen körperliche Inaktivität, Diabetes, Rauchen, Übergewicht und Bluthochdruck eine Rolle.
 

Die beste Therapie: frühzeitig richtig ernähren

Dr. Toni Meier von der Martin-Luther-Universität in Halle Wittenberg können Herzkrankheiten oft verhindert werden, wenn Menschen ihre Ernährung verbessern und Risiko-Erkrankungen konsequent medikamentös behandeln lassen. Man mag sie gar nicht mehr lesen, diese Meldungen, die gefühlt alle paar Tage ähnlich durch die Medien gehen. Ernährung ist an diesem und jenem, eigentlich an fast allem, was zum Tode führt, schuld. Wobei der dezente Hinweis erlaubt sei: Auch an Diabetes, Übergewicht und vielen Fällen von Blutdruck (..also den weiteren wichtigen Faktoren, die nach der neuen Studie zum Herztod führen) ist die falsche Ernährung schuld! Irgendwie muss inzwischen doch jedem klar sein, der lesen oder hören oder schauen kann, welche verheerenden Folgen es haben kann, wenn man sich dauerhaft falsch ernährt – und viele tun das über Jahrzehnte. Und trotzdem: Es wird nichts besser. Im Gegenteil. Denn gleichzeitig ist wöchentlich zu lesen, dass die Menschheit immer dicker und dicker und dicker wird.

 

So viel wie nötig, so wenig wie möglich

Wer die Folgen für sich persönlich vermeiden will, der kann jederzeit bei sich selbst beginnen und seine ‚Essbiografie‘ ändern – indem er z. B. mehr darauf achtet, was er Tag für Tag in sich reinstopft und zu sich nimmt. Die Fähigkeit, sich gut, maßvoll und richtig ernähren ist leider nicht angeboren und deshalb alles andere als selbstverständlich. Fangt einfach mit ein bisschen Achtsamkeit an. Erst denken und spüren – dann essen, und zwar nur das, was Du brauchst. So viel wie nötig, so wenig wie möglich. Ein kleiner Schritt in Deinem Heute, ein großer für Deine Gesundheit von morgen. Hört sich leicht an, ist erstmal sehr schwer. Trotzdem: Ein Versuch lohnt sich. Wer will schon in der Statistik derer landen, die eine falsche Ernährung in den  Herztoten getrieben hat.
 

Noch immer steigt die Zahl der Toten

Übrigens: Nach den Zahlen der Wissenschaftler stieg die Zahl der Herztoten in den letzten 25 Jahren von 12,6 Millionen im Jahr 1990 auf 18 Millionen Menschen im Jahr 2015.  Die höchsten Sterberaten fanden die Forscher für vorletztes Jahr in Osteuropa, Zentralasien, dem Nahen Osten, Südamerika, Subsahara-Afrika und Ozeanien, während die Zahl der Todesopfer durch Herzkreislauferkrankungen in Deutschland, anderen EU-Ländern, Nordamerika, Japan und Südkorea seit Jahren stagniert. Nach einem Rückgang von 1990 bis 2010 von 345 auf 219 Todesfälle pro 100.000 Einwohner lag sie 2015 noch bei 203 Fällen je 100.000 Einwohner. In Deutschland starben 2015 knapp 357.000 Menschen an den Folgen einer Herz-Kreislauf-Erkrankung – und damit immer noch viel zu viele.

Friedhelm Mühleib

Slow Food – genussvoll und bewusst essen

Slow Food, der internationale Verein mit der Schnecke als Logo, setzt sich seit über 20 Jahren für eine nachhaltige Esskultur sowie für gute, saubere und faire Lebensmittel ein. Ursprünglich vom italienischen Journalisten Carlo Petrini als Gegenbewegung gegen Fast Food und den Verfall der traditionellen, lokalen Esskultur seiner Heimat gegründet, ist Slow Food heute ein wichtiger Dialogpartner für Entscheidungsträger aus Politik und Wirtschaft, wenn es um Themen der Agrar-, Fischerei-, Umwelt-, Ernährungs- und Verbraucherpolitik geht.
„Ich möchte die Geschichte einer Speise kennen. Ich möchte wissen, woher die Nahrung kommt. Ich stelle mir gerne die Hände derer vor, die das, was ich esse, angebaut, verarbeitet und gekocht haben.“, sagt Carlo Petrini, Gründer und internationaler Präsident von Slow Food.
 

Geschichte von Slow Food

Der Auslöser für die Gründung von Slow Food war 1986 die Planung einer McDonald’s-Filiale im Zentrum von Rom. Carlo Petrini protestierte mit einem öffentlichen Pasta-Essen auf der Piazza die Spagna dagegen. Die Eröffnung des Fastfood-Restaurants konnte er zwar nicht verhindern, die Aktion erregte aber große Aufmerksamkeit. 1989 wurde in Paris die internationale Non-Profit-Organisation Slow Food gegründet, die zuerst hauptsächlich für gute Lebensmittel, kulinarischen Genuss und ein „entschleunigtes“ Lebenstempo stand. Schnell wurde jedoch klar, dass die nachhaltige Landwirtschaft, die handwerkliche Herstellung von Lebensmitteln und Umweltfaktoren untrennbar mit einer guten Esskultur verbunden sind. 1992 wurde mit Slowfood Deutschland e.V. der erste nationale Verein gegründet. Mittlerweile gibt es weltweit 100.000 Mitglieder, die sich in 1.500 lokalen Gruppen, den so genannten Convivien, organisieren. Gemeinsam engagieren sie sich für einen Wandel unseres derzeitigen Lebensmittelsystems. Hinzu kommen 2.000 Erzeugergemeinschaften, die Lebensmittel nachhaltig produzieren und das Terra Madre-Netzwerk bilden, unterstützt von Köchen und Wissenschaftlern.
 

Ziele und Inhalte von Slow Food

Das Ziel von Slow Food, die Kultur des Essens und Trinkens zu pflegen und lebendig zu halten, schließt den politischen, sozialen und ökologischen Kontext ein. Die Lebensmittel sollen gut, sauber und fair sein. Und vielfältig: Ein wichtiges Anliegen für den Verein ist es auch, die Biodiversität zu fördern. Zur Rettung von alten Pflanzenarten und Tierrassen vor dem Aussterben wurde im Jahr 2000 die „Arche des Geschmacks“ ins Leben gerufen, deren Passagiere beispielsweise „Augsburger Huhn“, „Höri Bülle“ oder „Würchwitzer Milbenkäse“ heißen. Die Sinnes- und Geschmacksbildung, vor allem bei Kindern, Messe-Auftritte, die Kampagne „Teller statt Tonne“ gegen Lebensmittelverschwendung und Projekte der solidarischen Landwirtschaft sind weitere Beispiele für Aktivitäten von Slow Food.
 

Tipp von Doc Food

Wenn Sie sich für die Arbeit von Slow Food interessieren oder als Gast an einer Veranstaltung, zum Beispiel einer „Tafelrunde“, teilnehmen möchten, schauen Sie doch mal auf www.slowfood.de unter „Slow Food vor Ort“, ob es in Ihrer Nähe schon ein Convivium gibt.
 
Bildquelle: Peter A / pixelio.de
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Seit wann gibt es Fast Food?

Fast Food wird meist gleich gesetzt mit Burgern, Currywurst und Pommes. Weil diese Speisen nicht besonders wertvoll für unsere Ernährung sind, hat das schnelle Essen ein schlechtes Image. docFood zeigt Ihnen, dass Fast Food auch ausgewogen sein kann und dass es keine moderne Erfindung ist, die aus den USA zu uns herübergeschwappt ist.
Entstanden ist der Begriff „Fast Food“ in den 1950er Jahren in den USA, und hat sich bis heute über die ganze Welt verbreitet. Doch bereits in der Antike waren Vorläufer der Schnellrestaurants in größeren Städten weit verbreitet.
 

Fast Food früher

Schon im Altertum war schnelles Essen überall dort etabliert, wo Arbeiter oder Reisende sich weit entfernt von zu Hause schnell und günstig verpflegen mussten. Zum Beispiel lagen an den beiden Handelsstraßen von Athen nach Eleusis und nach Piräus zwar viele Gasthäuser, jedoch wurden den Reisenden auch schnelle Imbisse angeboten. Der schlechte Ruf der Gasthäuser und Schankwirtschaften führte im Mittelalter dazu, dass wohlhabende Reisegesellschaften lieber mit Gefolge und eigener Ausrüstung zur Essenszubereitung unterwegs waren. Für Imbisse sorgten auch die Klöster am Wegesrand. Die Mönche stellten allerdings nur die Lebensmittel und eine Feuerstelle zur Verfügung, an der sich die Reisenden ihr Essen selber kochen konnten. Im Jahr 1135 wurde in Regensburg eine „Wurstküche“ errichtet, die den Bauarbeitern der Steinernen Brücke und des Regensburger Doms sowie Touristen als Verpflegungsstelle diente. Diese auch heute noch existierende Wurstküche gilt als die älteste Imbissbude Deutschlands.
 

Fast Food heute

Mit der Beschleunigung des öffentlichen Lebens in den letzten Jahrzehnten ist Fast Food zum Massenphänomen geworden. Ob am Bahnhof, in der Fußgängerzone oder am Straßenrand – überall gibt es Lokale, die kleine Speisen für unterwegs anbieten. Dabei wird meist bewusst auf die traditionelle Esskultur verzichtet und die Mahlzeiten werden meist ohne Besteck im Stehen oder Gehen verzehrt. Dadurch gerät Essen zu etwas Nebensächlichem. Fast Food ist heute in allen Bevölkerungsschichten verbreitet. Genau so vielfältig wie die Menschen ist auch die Palette der angebotenen Lebensmittel. Neben Burgern, Bratwurst, Pommes oder Döner gehören auch Sushi und im Stehen geschlürfte Austern zum Fast Food. Daher kann man auch die ernährungsphysiologische Qualität von Fast Food nicht pauschal beurteilen. Nachteilig ist auf jeden Fall das hastige, unbewusste Essen, das auch die Regulierung der Sättigung außer Kraft setzt.
 

Tipp von docFood

Auch der Apfel in der Handtasche oder eine Laugenbrezel vom Bäcker gehören zum Fast Food und sind eine gute Alternative, wenn unterwegs der Hunger kommt. Aber auch das Menü aus dem Schnellrestaurant ist ab und zu in Ordnung.

Bildquelle: Thommy Weiss / pixelio.de

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