Das Neuenburger Käse-Fondue

Zutaten für 4 Personen:
250 g Emmentaler
250 g Greyerzer
1 Knoblauchzehe
1/2 Flasche Weißwein
Pfeffer, Muskat
2 cl Kirschwasser
Weißbrot
 
Zubereitung:
1 Eine irdene Kasserolle mit einer Knoblauchzehe ausreiben.
2 Je 250 g Emmentaler und Greyerzer Käse würfeln.
3 Käsewürfel in die Kasserolle geben.
4 1/2 Flasche guten Weißwein zugeben.
5 Kasserolle auf ein Rechaud (Spirituskocher) stellen und den Käse unter ständigem Umrühren langsam schmelzen lassen. Mit Pfeffer und Muskat würzen.
6 Sobald das Fondue schön geschmeidig ist, ein Gläschen Kirschwasser zufügen.
7 Weißbrotstückchen auf lange Fonduegabeln aufspießen, in die Käsemasse tunken.
8 Wird die Käsemasse zu zäh oder zu dickflüssig, etwas Wein nachfüllen.
 
Quelle: Wirths PR

Kartoffel-Raclette

Zutaten für 4 Personen:
1,5 kg Kartoffeln (am besten vorwiegend festkochende)
Salz, schwarzer Pfeffer aus der Mühle
500 g Mozzarella (oder ein anderer Käse)
500 g Tomaten
1 Glas Mixed Pickles (370 ml Inhalt)
Knoblauchsalz
4 EL Butter
 
Zubereitung:
1 Die Kartoffeln gründlich bürsten, abwaschen und als Pellkartoffeln zubereiten, anschließend pellen, abkühlen lassen, halbieren oder in 1 cm dicke Scheiben schneiden.
2 Mozzarella (wer es kräftiger mag, kann auch andere Käsesorten nehmen) in gleichmäßig dicke Scheiben schneiden.
3 Die Tomaten waschen, die Stielansätze entfernen und in Scheiben schneiden. Mixed Pickles abtropfen lassen.
4 Käsescheiben auf vier Raclette-Pfännchen verteilen, mit Salz oder Knoblauchsalz sowie frisch gemahlenem schwarzen Pfeffer würzen und kurz überbacken, bis der Käse leicht zerläuft.
5 Etwas Butter in den Raclettepfännchen erhitzen. Kartoffel- und Tomatenscheiben auf die Pfännchen verteilen und jeweils mit einer Scheibe Käse belegen. Im heißen Raclette-Gerät 2-3 Minuten garen, bis der Käse leicht zerläuft.
6 Zum Schluss mit frisch gemahlenem Pfeffer und Salz würzen. Dazu Brot und einen leichten Rotwein servieren.
 
Quelle: Wirths PR

Frohes Fest!

 

Friede auf Erden den Menschen, die guten Willens sind

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(Stall in den Bergen, Winter 2015, Brunico, Italien)

 

Das Team von docFood 

wünscht allen Lesern und Freunden

ein besinnliches Weihnachtsfest

und viel Glück, Gesundheit und Erfolg im neuen Jahr

 

Ab 04. Januar sind wir wieder mit neuen Berichten und Geschichten rund um Ernährung, Essen, Trinken und Genuss für Sie da.

 

Weihnachtlicher Dessertteller

Zutaten für 4 Personen:
1 Bio-Orange
200 g Preiselbeeren (aus dem Glas)
2 Äpfel
30 g Zucker
1 EL Margarine
8 Kugeln Vanilleeis
 
Zubereitung:
1 Orangen waschen und die Schale abreiben. Saft auspressen. Orangensaft und -schale mit den Preiselbeeren in einem Topf verrühren und erhitzen.
2 Äpfel waschen, vierteln, Kerngehäuse entfernen und die Äpfel in Spalten schneiden. Zucker in einer Pfanne goldgelb karamellisieren lassen. Margarine zugeben und verrühren. Äpfel zufügen und 2-3 Minuten in dem Karamell dünsten.
3 Vanilleeis mit der heißen Preiselbeersauce und den Äpfeln anrichten.
 
Quelle: Lagnese

Lebkuchen – Herzen und Printen, würzig und süß

Lebkuchen haben in der Weihnachtszeit Hochsaison – ob als Printen, Elisen-Lebkuchen oder Pfeffernüsse. Dass Gewürze eine große Rolle im Gebäck spielen, zeigt beispielsweise sein französischer Name „pain d’espices“ (Gewürzbrot). Doch wo kommen Lebkuchen eigentlich her und was ist der Unterschied zwischen den verschiedenen Sorten? docFood verrät es Ihnen!
Der Name des Weihnachtsgebäcks geht auf das mittelhochdeutsche leb(e)kuoche zurück. Vermutlich ist das Wort entlehnt aus lat. „libum“ (Fladen) und hat nichts mit „Leben“ oder“ Laben“ zu tun, wie viele Menschen denken. Der würzige Flachkuchen galt in der Vorweihnachtszeit, die in früheren Jahrhunderte eine Zeit der Buße und des Fastens war, als Heil- und Arzneimittel.
 

Geschichte des Lebkuchens

Bereits in der Antike war Honigkuchen sehr beliebt. Etwa ab dem 12. Jahrhundert gab es professionelle Lebkuchenbäcker, die Lebküchner oder Lebzelter. Auch in Klostern wurde das Gebäck hergestellt, weil es als verdauungsfördernd und gesund angesehen und daher in der Fastenzeit erlaubt war.
Im 16. Jahrhundert wurde die Lebküchnerei zu einem richtigen Gewerbe, dessen Zentren auch heute noch für ihre Lebkuchen bekannt sind, darunter Aachen und Nürnberg. Besonders in Nürnberg waren die Umstände ideal, um zu einer Hochburg für Lebkuchen zu werden: Im Nürnberger Umland gab es ideale Bedingungen für Imker und damit für die Honiggewinnung und die Stadt war ein wichtiger Handelsknoten für Gewürze aller Art. Durch Verfeinerung mit Nüssen und Mandeln sowie Gewürzen wie Koriander, Nelken, Anis, Kardamom, Muskat und Pfeffer wurde aus dem flachen Honigkuchen der Lebkuchen.
 

Oblatenlebkuchen

Oblatenlebkuchen bestehen hauptsächlich aus Nüssen oder Mandeln und Zucker. Fett und Wasser kommen in der Regel nicht in den Teig. Je weniger Mehl und je mehr Nüsse außerdem im Gebäck enthalten sind, desto hochwertiger das Produkt: Man unterscheidet zwischen einfachen, feinen und feinsten Oblatenlebkuchen. Wie der Name schon sagt, werden Oblatenlebkuchen auf Oblaten gebacken. Auf der Oberseite bekommen sie häufig einen Überzug aus Zuckerguss oder aus Schokolade.
Elisenlebkuchen sind die feinsten aller Oblatenlebkuchen, mit einem Anteil an Mandeln, Hasel- oder Walnüssen von 25 Prozent. Der Gehalt an Mehl bzw. Stärke darf höchstens 10 bzw. 7,5 Prozent betragen.
Der Teig für weiße Lebkuchen enthält viele Eier und ist sehr hell. Diese Variante der Oblatenlebkuchen wird ausschließlich in rechteckiger Form hergestellt und hat als Verzierung weder Schokolade noch Zuckerguss, sondern lediglich ein paar Mandeln.
 

Braune Lebkuchen

Braune Lebkuchen sind alle, die nicht zu der oben genannten Kategorie gehören. Es gibt sie beispielsweise als Brezeln, Herzen, Sterne oder Lebkuchenmännchen, gefüllt mit Fruchtgelee oder ungefüllt. Im Gegensatz zum Oblatenlebkuchen enthält der Teig der braunen Lebkuchen viel Mehl und Honig. Wasser und Fett kommen auch hier selten zum Einsatz.
Printen, die flachen, rechteckigen und eher harten Lebkuchen aus Aachen gehören ebenfalls zu den braunen Lebkuchen. Genau wie Pfeffernüsse – kleine runde Lebkuchen, die neben Pfeffer auch noch weitere weihnachtliche Gewürze enthalten und meist mit Zuckerguss verziert sind. Auf dem Weihnachtsmarkt und auf anderen Volksfesten dürfen natürlich die Lebkuchenherzen mit bunter Verzierung und herzigen Sprüchen nicht fehlen. Und wahrscheinlich haben sich auch viele von Ihnen schon einmal an einem Lebkuchenhaus versucht.
Das Hantieren mit Lebkuchenteig ist mitunter eine klebrige Angelegenheit. Falls Sie es trotzdem einmal selbst ausprobieren möchten: Ein recht einfaches Rezept für Pfeffernüsse gibt es zum Beispiel auf eatsmarter.de.
Und auch hier auf docFood haben wir sowohl süße Lebkuchen-Rezepte als auch Ideen für weihnachtliche Gerichte, die mit Lebkuchen oder Lebkuchengewürz verfeinert werden. Viel Spaß beim Ausprobieren!

Melanie Kirk-Mechtel

Katerbringende Weihnachtszeit – Alkohol schadet auch dem Darm

Alle Jahre wieder. Zwischen Weihnachten und Neujahr knallen die Korken. Oft genug fließen mehr Wein, Bier und harte Sachen, als für Kopf und Bauch gut ist. Dann kommt das böse Erwachen: Kopf brummt, Verdauung kaputt. Da muss man nicht gleich an das Schlimmste denken – trotzdem sollten Ernährungsfachkräfte wissen: Alkohol gilt als einer der wichtigsten Risikofaktoren für Darmkrebs: Etwa jede zehnte Erkrankung steht im Zusammenhang mit dem Konsum Alkohol. Ernährungsfachkräfte sollten bei Patienten mit unklaren Darmsymptomen, die gleichzeitig an Alkoholkrankheit leiden, zu einer entsprechenden diagnostischen Abklärung raten.
Menschen mit Alkoholproblemen finden trotz wirksamer Behandlungsmöglichkeiten noch immer zu selten den Weg in eine Therapie, mahnt denn auch die Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) in ihrer aktuellen Pressemeldung.
 

Alkohol – Risiken steigen mit der Menge

Wie Studien zeigen, steigt das Risiko für Dickdarmkrebs mit der Menge an konsumiertem Alkohol. Wer mehr als 50 Gramm Alkohol täglich trinkt, was ca. 0,4 Liter Wein oder einem Liter Bier entspricht, erhöht sein Darmkrebsrisiko um 50 Prozent. Um die Darmkrebsraten zu senken, sei das Minimieren verschiedener Risikofaktoren ein wichtiger Ansatz, so der Experte. Neben Alkohol zählen Rauchen, Übergewicht und Bewegungsmangel zu den anerkannten Risiken. Mindestens ebenso entscheidend sei es jedoch, die Bevölkerung zur Darmkrebsfrüherkennung zu bewegen.
 

Früherkennung nutzen!

„Selbst eine rundum gesunde Lebensweise ist kein Garantieschein gegen Krebs, deshalb sollte jeder das Screeningangebot nutzen – in den meisten Fällen gibt es das gute Gefühl, gesund zu sein“, betont Trautwein. Alle Krankenversicherten können ab dem 50. Lebensjahr jährlich kostenlos Stuhlproben auf Blutspuren untersuchen lassen. Diese geben Hinweise auf gegebenenfalls vorliegende Tumore. Ab dem 55. Lebensjahr haben Patienten Anspruch auf eine Darmspiegelung, die alle zehn Jahre wiederholt werden sollte. Kleine Tumore oder Krebsvorstufen können noch während der Untersuchung entfernt werden.
 

docFood rät

In Deutschland trinken laut Bundesministerium für Gesundheit etwa 9,5 Millionen Menschen Alkohol in gesundheitsschädlichen Mengen. 1,3 Millionen gelten als alkoholabhängig, nur etwa jeder zehnte nimmt therapeutische Hilfe in Anspruch. Auch Ernährungsfachkräfte sollten betroffene Menschen in ihren Praxen bei entsprechenden Anzeichen über die Gefahren des Alkoholkonsums aufklären. Alkoholprobleme sind auch ein Thema der Primärprävention und Primärversorgung, neben dem Haus- oder in Facharzt gehört auch die Ernährungsfachkraft dazu. „Die Betroffenen müssen wissen, dass es sehr erfolgsversprechende Therapieansätze gibt, mit denen ihnen aus der Sucht geholfen werden kann.“ sagt der Gastroenterologe Professor Dr. med. Michael Manns. Trotz aller Vorsicht: Ein paar Gläschen in Ehren muss zwischen Weihnacht und Neujahr auch die Ernährungsfachkraft kaum jemandem verwehren

 Dr. Friedhelm Mühleib

Festlicher Gänsebraten

Zutaten für 6 Personen:
3,5 – 4 kg küchenfertige Gans
Jodsalz, weißer Pfeffer
3 TL Beifuß (oder Thymian)
2 Äpfel, 2 Schalotten
750 ml Hühner Kraftbouillon
2 Packungen Kartoffel Klöße mit rohen Kartoffeln
125 ml Rotwein
1 EL Saucenbinder zum Andicken von dunklen Saucen
Zubereitung:
1 Für den Gänsebraten Backofen auf 200 °C (Umluft: 175 °C) vorheizen. Gans innen und außen mit Salz, Pfeffer und Beifuß einreiben. Äpfel schälen und in Stücke schneiden, Schalotten schälen und würfeln.
2 1/2 l (500 ml) Hühner Kraftbouillon in einen Bräter gießen, Apfelstücke und Schalottenwürfel darin verteilen. Gänsebraten mit der Brustseite nach unten in den Bräter legen und für ca. 2 1/2 Stunden auf die untere Schiene des Backofens stellen. Nach ca. 1 Stunde wenden. Mit einem Pinsel ab und zu etwas Bratfett über die Gans geben.
3 Inzwischen Packungsinhalt Knödel in einen Topf mit reichlich kaltem, gesalzenem Wasser geben. Wasser mit Knödeln kurz sprudelnd aufkochen und 15 Minuten ziehen lassen.
4 Gans aus dem Bräter nehmen und warm stellen. Für die Soße den Bratensatz entfetten, restliche Hühner-Kraftbouillon und Rotwein dazugießen. Soße pürieren oder durch ein Sieb streichen und aufkochen lassen. Mit Fix-Soßenbinder binden und abschmecken.
5 Klöße aus dem Wasser nehmen, kurz mit kaltem Wasser abschrecken und Kochbeutel aufreißen. Mit Gänsebraten und Soße servieren.
 
Quelle: Pfanni

Anis-Zungen

Zutaten für 45 Stück:
3 Eiweiß
200 g Margarine
200 g Puderzucker
200 g Mehl
1 TL gemahlener Anis
1 TL Anis ganz
 
Zubereitung:
1 Eiweiß mit den Quirlen des Handrührgeräts zu Eischnee schlagen. Margarine und Puderzucker mit den Quirlen des Handrührgeräts cremig rühren. Mehl, gemahlenen und ganzen Anis mischen und dazugeben. Eischnee vorsichtig unterheben.
2 Den Teig in einen Spritzbeutel füllen und ca. 6 cm lange Streifen mit ca. 5 cm Abstand auf ein mit Backpapier belegtes Backblech spritzen. Im vorgeheizten Backofen bei 175° C (Umluft: 150°C) ca. 11 Minuten backen.
 
Quelle: Rama

Allgäuer Kartoffelgratin

Zutaten für 4 Personen:
1 kg kleine, mehlige Kartoffeln
Salz, weißer Pfeffer,  Muskat
1 Knoblauchzehe, 20 g Butter
300 g Emmentaler
2 Eier
375 ml Sahne
40 g Butter in Flöckchen
1 TL Schnittlauchröllchen
Zubereitung:
1 Die Kartoffeln waschen, schälen und auf einem Gurkenhobel in feine Scheiben hobeln. Mit Salz, Pfeffer und Muskat würzen.
2 Die Knoblauchzehe halbieren und mit den Schnittflächen eine feuerfeste Form ausreiben. Die Form mit der Butter ausstreichen.
3 Den Käse reiben. Die Kartoffeln aufrecht in die Form schichten und zwischen die Reihen immer ein wenig Käse streuen. Den restlichen Käse mit den Eiern und der Sahne verrühren und über die Kartoffeln gießen. Mit den Butterflöckchen belegen.
4 Bei 200 ºC im vorgeheizten Backofen auf der mittleren Schiene etwa 60 Minuten überbacken. Mit Schnittlauchröllchen bestreut servieren.
 
Quelle: www.1000rezepte.de

Wie gefährlich Mineralöl wirklich ist

..und was die Diskussion über Mineralöl in Lebensmitteln mit dem Smog in Peking zu tun hat, erfahren Sie hier. Wieder einmal müssen wir uns mit der Frage beschäftigen: Wie gefährlich sind eigentlich unsere Lebensmittel? Foodwatch hat Lebensmittel auf Mineralölrückstände untersucht und warnt nun vor verschiedenen belasteten Produkten. Es handelt sich dabei ausschließlich um Trockenprodukte: Gries, Reis, Flocken, Nudeln, und Cornflakes. Doch worum geht es dabei eigentlich genau? Wie kommt Mineralöl in die Lebensmittel hinein? Und wie gefährlich ist das wirklich? Hier die Antworten von docFood
 

Worum also geht es?

Im Ölzeitalter sind Mineralöle überall – zumindest Spuren davon sind fast allgegenwärtig. So gibt es eine gewisse Grundbelastung der Umwelt mit Mineralölen. Wo Lebensmittel verarbeitet werden, kommen auch Mineralöle zum Einsatz – etwa als Schmier- und Hydrauliköle bei Ernte- oder Produktionsmaschinen, zur Behandlung von Jutesäcken, in denen Kakaobohnen transportiert werden oder als Staubbinder zur direkten Behandlung der Ernte. Mineralöle werden heiß, verbrennen und verdampfen – flüchtige Stoffe entweichen daraus – und können so in Kontakt mit den Lebensmitteln kommen. Wenn nun von Gefahren aus Rückständen die Rede ist, geht es vor allem um bestimmte Gruppen von aromatischen Kohlenwasserstoffen – so die chemische Bezeichnung: MOSH (Mineral Oil Saturated Hydrocarbons) und MOAH (Mineral Oil Aromatic Hydrocarbons) identifiziert wurde – und vor allem die MOAH stehen unter dem Verdacht, stark krebserregend zu sein.
 

Wie kommt das Mineralöl in die Lebensmittel?

Man höre und staune: In erster Linie aus dem Verpackungsmaterial. Foodwatch erklärt: „Viele Lebensmittel stecken in Verpackungen aus Altpapier. Papier wieder zu verwerten ist zwar gut für die Umwelt, bringt aber bei der Verwendung als Lebensmittelverpackung gesundheitliche Risiken mit sich: Denn Altpapier enthält Mineralöle aus Druckfarben, die aus der Verpackung ins Lebensmittel übergehen. Mineralöle und andere Stoffe können entweder durch den direkten Kontakt oder über die Gasphase, also durch die sogenannte Migration, in das verpackte Lebensmittel übergehen. Wie viel der gefährlichen Stoffe migrieren, hängt vor allem davon ab, wie lange das Lebensmittel gelagert wird und wie es beschaffen ist.“ Die Verbraucherzentrale Hamburg schreibt dazu: „Reis, Nudeln, Backmischungen, Semmelbrösel oder Popkorn für die Mikrowelle werden in Kartonverpackungen angeboten, die oft deutlich zu hohe Mineralölanteile enthalten. Diese Mineralölgemische, die z. B. aus Druckfarben von Zeitungen, Werbeprospekten oder anderen Kartonverpackungen stammen, gehen in die Lebensmittel über. Je länger sie gelagert werden, umso mehr. Mineralöle können negative Langzeitwirkungen im Körper haben und treiben den Experten die Sorgenfalten ins Gesicht. So können in der Leber, in Lymphknoten oder in den Herzklappen Entzündungen ausgelöst werden, ein Krebsrisiko ist nicht auszuschließen.“
 

Wie gefährlich sind die Rückstände aus Mineralöl wirklich 

Dazu schreibt das Bundesinstitut für Risikoforschung (BfR) . „Kürzerkettige gesättigte Kohlenwasserstoffe (MOSH) werden vom Körper aufgenommen und können in einigen Organen gespeichert werden. Aus tierexperimentellen Studien ist bekannt, dass derartige Mineralölgemische zu Ablagerungen und Schäden in der Leber und den Lymphknoten führen können. Die genaue Zusammensetzung der Stoffgemische in Druckfarben, insbesondere der Fraktion, die aromatische Kohlenwasserstoffverbindungen (MOAH) enthält, ist nicht bekannt. Zu der die MOAH-Fraktion ausmachenden komplexen Mischung aus überwiegend alkylierten aromatischen Kohlenwasserstoffen können auch krebserzeugende Substanzen gehören. Grundsätzlich sind solche Kontaminationen von Lebensmitteln unerwünscht. Aus Sicht des BfR sollten daher die Übergänge von Mineralöl aus Recyclingpapier und -pappe auf Lebensmittel minimiert werden. Neben MOSH und MOAH können in Lebensmitteln auch aus Polyolefinen stammende Oligomere, sogenannte POSH („polyolefin oligomeric saturated hydrocarbons“) enthalten sein, wenn diese in Behältern aus bestimmten Kunststoffen aufbewahrt werden oder mit bestimmten Kunststofffolien verpackt sind.
 

Bedrohen die belasteten Lebensmittel die Gesundheit der Verbraucher

Sie allein sicher nicht. Mineralöl-Gehalte in Lebensmitteln allein stellen unter Zugrundelegung üblicher Verzehrsgewohnheiten und bisher gefundener Rückstandsmengen keine akute Gesundheitsgefährdung dar. Definitiv kann diese Frage schließlich nur vor dem Hintergrund der Gesamtaufnahme von polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK) beurteilt werden. Wie hoch diese ist, weiß die Wissenschaft derzeit nicht. Wichtig für Verbraucher: Wir sind permanent und überall von diesen Stoffen umgeben, wie eine Studie des Umweltbundesamtes deutlich macht: Ein großer Teil der PAK gelangt bereits durch Naturprozesse, wie Waldbrände oder Vulkanausbrüche, die nicht vom Menschen beeinflussbar sind, in die Atmosphäre. Auch die meisten von Menschen verursachten Emissionen aus Verbrennungsprozessen sind belastet. Im Ruß von Dieselmotorabgasen, etwa von Autos und LKWs, aber auch von Dieselzügen, Schiffen oder großen Maschinen sind PAK enthalten. Tabakrauch ist ebenfalls eine wesentliche Quelle für PAK. Auch Nahrungsmittel enthalten sie, zum Beispiel geräucherte und gegrillte Speisen oder Kakao und Schokolade. Teeröle, erdölbasierte Weichmacheröle und Industrieruße werden zum Teil in Produkten aus Gummi oder Weich-PVC verwendet. PAK gelangen durch Stäube, an die sie gebunden sind, sowie durch Abrieb von Gummiprodukten, zum Beispiel von Autoreifen, in die Umgebungsluft. 2010 wurden in Deutschland 191,5 Tonnen PAK in die Luft emittiert, davon ca. 93% von kleinen und mittleren Feuerungen in Haushalten und im Gewerbe, knapp 5% kommen aus Industrieprozessen, der Rest aus Großfeuerungsanlagen und dem Verkehr (weniger als 1%).
 

docFood meint

Vor dem Hintergrund dieser Dauerbelastung, vor der es kaum ein Entrinnen gibt, dürfte die gesundheitliche Bedrohung durch die Aufnahme von MOSH/MOAH kaum ins Gewicht fallen. Wer sich über MOSH und MOAH in Lebensmitteln aufregt, ohne auf die Gesamtbelastung mit aromatischen Kohlenwasserstoffen aus unserem ‚ölverseuchten‘ Lebensstil einzugehen, springt zu kurz und sieht den Wald hinter ein paar kleinen Bäumen nicht mehr. Ein Blick auf die Menschen im Smog von Peking kann uns zeigen, wo der Kohlenwasserstoff-Hammer hängt.

 Dr. Friedhelm Mühleib