Energy-Drinks – fliegen bis zum Absturz

Abtanzen bis zum frühen Morgen – Du willst mal wieder an die Grenzen gehen, Dich so richtig spüren. Für kleine Tiefs zwischendurch gibt’s schließlich Drinks, die Flügel verleihen, und schon ist die Power wieder da. Oder? Besonders beliebt sind die Flügelmacher im Mix mit Alkohol. Wodka Energy, Cool Bull, Gangsta’s Paradise, Stromschlag sind verheißungsvolle Versprechungen für einen coolen Rest der Nacht. Nur blöde, wenn der Stromschlag mal in die Pumpe geht.
Die Europäische Lebensmittelbehörde EFSA will nun gemeinsam mit dem EU-Kommissar für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit „Schritte“ gegen die umstrittenen Wachmacher diskutieren. Das freut die Verbraucherschützer, denn die fordern schon lange ein Abgabeverbot an junge Leute. Warum sie das tun, erklärt docFood im Folgenden.
 
Fünf Liter pro Nacht – keine Seltenheit
Besucher von Diskotheken, Musik- und Sportveranstaltungen sowie LAN-Partys trinken teilweise erhebliche Mengen an sogenannten Energy-Drinks. Fans der Fitmacher konsumieren nach einer Untersuchung des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) beim Tanzen in Clubs im Schnitt 1 Liter Energy-Drink, meist gemischt mit alkoholischen Getränken. In Einzelfällen werden demnach bis zu 5 Liter innerhalb von 24 Stunden getrunken. Wer Energy-Drinks in größeren Mengen trinkt, sie mit Alkohol vermischt, wenig schläft oder sich körperlich anstrengt, muss mit im schlimmsten Fall mit dem Totalabsturz nach dem Höhenflug rechnen.Diese Risiken bestehen insbesondere bei koffeinempfindlichen Personen, wie z.B. Menschen mit bestimmten Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems. Die Interpretation dieser Befunde, zu denen u.a. Krampfanfälle, Tachykardien (Anstieg der Herzschlagfrequenz), Herzrhythmusstörungen, Rhabdomyolyse (Untergang von Skelettmuskelzellen), Agitiertheit, Hypertonie (Bluthochdruck), Atembeschwerden und psychotische Zustände gehören, ist schwierig, da vergesellschaftet mit den Energy-Drinks neben Alkohol teilweise auch Arzneimittel und Drogen eingenommen wurden.
 
Energy-Drinks & Drugs & Alcohol: Fatal Error!
Kommen Inhaltsstoffe von Energy-Drinks, Alkohol und schlimmstenfalls noch Wachmacherdrogen zusammen, kann es zum Systemabsturz kommen: Die Mischung von Ethanol, Koffein, Taurin, Glucuronolacton und vielleicht noch Amphetaminen (Speed) kann zu erheblichen Schäden im zentralen Nervensystem und Herzkreislaufsystem führen. Die negativen Wirkungen der einzelnen Stoffe verstärken sich zu einem giftigen Cocktail, der Energy-Cocktail wird zum gefährlichen Mix.* Gefährdet sind nicht nur nachtschwärmende Partygänger, Disco- und Festivalbesucher. Vor allem auf LAN-Partys mit langen Wachzeiten der Teilnehmer von bis zu zwei Tagen und zwei Nächten werden erhebliche Mengen an Energy-Drinks – häufig auch hier im Mix mit Alkohol – getrunken. Insbesondere die Kombi von Energy-Drinks scheint trotz der möglichen gesundheitlichen Risiken weit verbreitet. Kein Wunder, dass nach der BfR-Studie Verbraucherhinweise der Hersteller auf den Verpackungen meist unbeachtet bleiben – wer kann die nach drei Wodka-Energys schon noch lesen?
 
docFood meint:
Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) fordert ein Abgabeverbot für koffeinhaltige Energy-Drinks an Jugendliche unter 18 Jahren. Auch die Verbraucherorganisation Foodwatch fordert seit längerem, den Verkauf von Energy-Drinks an Kinder und Jugendliche zu verbieten. Verbote erscheinen gern als einfache Lösung – sind es aber nie. Ob das also funktioniert – gerade bei den Jungen? Da provoziert jedes Verbot die unmittelbare Suche nach seiner Umgehung. Was immer das Ergebnis ist: Es wird nichts Gutes sein. Deshalb Vorsicht mit Verboten. Wie wärs mit mehr Aufklärung und Gespräch. Man könnte Naina ergänzen: Gedichtanalyse in vier Sprachen – kein Problem. Umgang mit Suchtmitteln im Alltag – keine Ahnung. Absturz vorprogrammiert?

Friedhelm Mühleib

 
* Wer sich genau über die möglichen gesundheitlichen Folgen und die Wirkung auf einzelne Organe und Systeme informieren möchte, kann das im Detail hier nachlesen.

 

Zahl der Woche: 10 Milliarden Liter – großer Durst auf Mineralwasser

Der Pro-Kopf-Verbrauch der Deutschen von Mineral- und Heilwasser stieg im vergangenen Jahr um 1,6 Liter auf 140,0 Liter. Damit ist Mineralwasser nach wie vor der beliebtester Durstlöscher. Die deutschen Mineralbrunnen füllten 2013 insgesamt 10,4 Milliarden Liter Mineral- und Heilwasser ab. Der Absatz wuchs im Vergleich zum Vorjahr um 2,0 Prozent. Einen Wermutstropfen goss die Stiftung Warentest jüngst ins Mineralwasser: Beim Test von 30 Medium-Mineralwässer auf oberirdische Verunreinigungen wie Pestizide, Arzneimittel und künstliche Süßstoffe getestet ließen sich in jedem dritten Wasser Verunreinigungen nachweisen. Mineralstoffe hatten hingegen eher Seltenheitswert.
Was die Tester fanden, stellt zwar keine gesundheitliche Gefahr für Verbraucher dar, gefährdet aber nach Ansicht von TEST die ursprüngliche Reinheit der Produkte. Während bei Trink-, Tafel- und Quellwasser solche Verunreinigungen toleriert werden, stehe das Reinheitsgebot von natürlichem Mineralwasser auf dem Spiel. So zeigen die Testergebnisse auch, dass Mineralwasser kaum klarer, sauberer oder gesünder als Trinkwasser aus der Wasserleitung ist.
Grafik Mineralwasser

Tipp von docFood

Wir sollten weiter ‚ja‘ zum Wasser sagen – denn Wasser ist unser natürlichstes und unbedenklichstes Getränk. Auch wenn mit geringen Rückständen gerechnet werden muss, sollte Mineralwasser weiterhin unser wichtigstes Alltagsgetränk bleiben. Allerdings: Es darf auch gerne einfaches Leitungswasser sein, denn das steht vielen Mineralwässern in Sachen Reinheit und Sauberkeit in nichts nach.

Die Welt trinkt 177 Milliarden Liter Bier

Zahl der Woche: 177 Milliarden Liter Bier
Die Hundstage sind da, und glaubt man dem Wetterbericht, wird die Hitze erstmal noch bleiben. Was ein Glück, dass es Bier gibt. In Maßen genossen ist der Gerstensaft mit den Bitterstoffen aus dem Hopfen ein wunderbarer Durstlöscher. Sage und schreibe 177 Milliarden Liter Bier werden jährlich weltweit getrunken – das sind mehr als 5600 Liter pro Sekunde.
Mit einem Konsum von über 42 Milliarden Liter Bier ist China das Land mit dem höchsten Bierkonsum weltweit. In den letzten 10 Jahren stieg in China der Verbrauch um 70 %. Russland bringt es auf 10 Milliarden Liter pro Jahr und liegt damit knapp vor Deutschland und Spanien an der europäischen Spitze. Frankreich kommt an 19. Position. Die Tschechische Republik liegt seit 17 Jahren mit 142 Liter Bier pro Kopf in Europa an der Spitze beim Bierkonsum pro Einwohner.
Foto: © bergamont – Fotolia.com

Isotonische Getränke? Meist reicht Apfelschorle!

Die historische Trinkpause beim WM-Achtelfinale macht deutlich, wie wichtig ausreichend Flüssigkeit für Sportler ist. Das gilt nicht nur für Leistungssportler, sondern grundsätzlich für alle Aktiven – erst recht bei Temperaturen um die 30 Grad. Wer es deutlich ruhiger angehen lässt als die Profis in Brasilien, braucht jedoch keine teuren isotonischen Sportgetränke. Eine selbst gemischte Apfelschorle erfüllt den gleichen Zweck und schont den Geldbeutel.
34 Grad betrug die Temperatur letzte Woche beim WM-Achtelfinale Niederlande-Mexiko. Das trieb die Zuschauer von den Tribünen und den Schiedsrichter zu einer historischen Entscheidung: Erstmals verschaffte er den Spielern zwei Trinkpausen von jeweils drei Minuten Länge. In dieser Zeit konnten die Sportler Flüssigkeit und Mineralien, die ihnen die schweißtreibende Hitzeschlacht raubte, ersetzen. Für solche Fälle gibt es „isotonische Getränke“, die genau auf die Bedürfnisse von Leistungssportlern zugeschnitten sind. Sie liefern nicht nur Flüssigkeit, sondern außerdem Mineralstoffe und Kohlenhydrate in Form verschiedener Zuckerarten. Dabei bedeutet isotonisch, dass das Getränk etwa so viele gelöste mineralische Teilchen enthält wie das Blut. So kann der Körper die Flüssigkeit besonders rasch aufnehmen. Die Kohlenhydrate sind als Energieträger wichtig. Wie fit ein Fußballspieler zum Beispiel in der Verlängerung ist, hängt auch davon ab, wie rasch und lange Kohlenhydrate verfügbar sind. Isotonische Sportgetränke enthalten daher zwischen 400 und 1.200 Milligramm Natrium (als Ersatz für den Salzverlust beim Schwitzen) und maximal fünf bis acht Prozent Zucker.
 

Apfelsaftschorle ist auch isotonisch

Geht es nicht ganz so heiß und intensiv zu wie im brasilianischen Fortaleza oder bei anderen schweißtreibenden Sportarten, braucht es keine teuren Sportgetränke. Für „normale“ Freizeitsportler erfüllen Schorlen aus Fruchtsaft und einem natriumreichen Mineralwasser den gleichen Zweck. Werden sie im Verhältnis von einem Teil Saft und zwei oder drei Teilen Wasser gemischt, sind sie ebenfalls isotonisch. Und wer nur auf dem Sofa mitfiebert oder wenig ins Schwitzen kommt, fährt mit Mineralwasser oder kaltem Früchtetee genauso gut. Am preiswertesten und durchaus empfehlenswert für die Flüssigkeitszufuhr ist Leitungswasser, das in Deutschland überall frisch aus dem Wasserhahn fließt.
 

Trinken nach Plan oder Durst?

Seit Jahren streiten sich die Experten außerdem weltweit, ob man sich beim Trinken auf sein Durstgefühl verlassen kann oder nicht. Professor Dr. Helmut Heseker, Ernährungswissenschaftler an der Uni Paderborn, beantwortet diese Frage mit einem eindeutigen „ja“ und meint, dass das selbst für Leistungssportler gelte. Dr. Silja Schwarz von der Technischen Universität München ist da etwas anderer Ansicht. Bereits ein Flüssigkeitsmangel von einem Prozent schwäche die geistige Leistung, ein Verlust von zwei Prozent auch die körperliche. Die meisten Menschen empfänden Durst aber erst ab einem Wasserverlust zwischen einem und drei Prozent. Sie empfiehlt daher, beim Sport am besten alle 15 bis 20 Minuten zu trinken, damit erst gar kein Durst aufkommt. Dabei genüge aus ihrer Sicht bei Belastungen bis zu einer Stunde der Schluck aus der Wasserflasche.
Vielleicht liegt die Wahrheit in diesem Meinungsstreit wie so oft in der Mitte: Wer den Eindruck hat, dass er schlapp macht, weil ‚sein‘ Durst ihn zu spät zum Trinken animiert, gewöhnt sich einfach an feste Trinkzeiten und ist damit in jedem Fall auf der sicheren Seite.
 

Tipp von docFood:

Bereits fertig gemischte Apfelsaftschorle enthält mindestens 50 Prozent Apfelsaft. Dadurch ist sie recht süß und steigert den Durst noch mehr. Entweder verdünnt man sie mit einem Schuss Mineralwasser oder mischt die Schorle gleich selbst – so wie oben beschrieben.
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Wasser-Plus-Frucht-Getränke – was ist drin?

Wer natürliches Mineralwasser, Fruchtsaft oder Limonade kauft, hat meist eine klare Vorstellung vom Inhalt. Seit einigen Jahren locken in den Regalen des Handels und der Getränkemärkte jede Menge Erfrischungsgetränke, die auf den ersten Blick nicht enthüllen, was in ihnen steckt. Besonders verwirrend sind Getränke aus Wasser plus Frucht oder Fruchtaromen. Drüber hinaus hat der Boom so genannter ‚wassernaher Getränke‘ (englisch: near water, aqua plus) die Verwirrung der Verbraucher zusätzlich vergrößert.
Phantasievolle Markennamen und Abbildungen von Früchten verwirren eher statt zu helfen. Eine gesetzliche Definition gibt es bisher nicht. Daher hilft nur der genaue Blick auf das Etikett.
 

Mineralwasser plus ein Hauch von Frucht

In der Regel ist die Hauptzutat bei „Wasser-Plus-Frucht“-Getränken natürliches Mineralwasser. Dazu kommen bis zu fünf Prozent Fruchtsaft oder Fruchtsaftkonzentrat, außerdem Auszüge oder Aromen von (oft exotischen) Pflanzen, Kräutern oder Tee, aber auch Zucker oder Süßstoffe. Enthält das Getränk wenig oder gar keinen Zucker, ähnelt es tatsächlich dem, was sich viele darunter vorstellen: natürlichem Mineralwasser mit einem Schuss erfrischender Frucht. Damit ist es durchaus ein empfehlenswerter Durstlöscher, manchmal allerdings zu einem stolzen Preis. Oft enthalten Wasser-Plus-Frucht-Getränke jedoch weder Mineralwasser noch Frucht. Stattdessen wird Trink- oder Tafelwasser verwendet und Zucker zugesetzt – was bis zu 40 Kalorien pro Glas (0,2 Liter) ergibt. Wer von Limonade umsteigt, hat seine Kalorienzufuhr damit allerdings trotzdem halbiert. Wer jedoch glaubt, eine kalorienfreie Abwechslung zu Mineral- oder Tafelwasser gefunden zu haben, irrt.
 

Aromen sorgen für guten Geschmack

Sehr wenig oder gar keine Energie liefern aromatisierte Wässer (flavoured water). Dafür stammt der Geschmack bei ihnen nicht aus Fruchtsaft, sondern aus Fruchtaromen. Manchmal werden auch Nährstoffe wie Vitamine zugesetzt. Verbraucherschützer bemängeln jedoch, wenn in der Werbung daraus Effekte für Gesundheit und Wohlbefinden abgeleitet werden. Dafür sind die zugesetzten Mengen meist viel zu gering. Völlig überflüssig dürften Getränke mit einem Plus an Sauerstoff (O2) sein. Denn schließlich erhält unser Körper den nötigen Sauerstoff komplett über die Lunge. Viele Wasser-Plus-Getränke sind gute Alternativen zu Erfrischungsgetränken mit viel Zucker. Wer bestimmte Erwartungen hat und böse Überraschungen vermeiden möchte, sollte aber genau das Etikett studieren. Dort muss angegeben werden, ob Mineral- oder Trinkwasser verwendet wurde, ob Zucker oder Süßstoffe, künstliche Aromen, Farbstoffe, Vitamine oder Mineralstoffe zugesetzt sind. Ist von Kräutern oder Frucht die Rede, muss genau aufgelistet werden, wie hoch ihr prozentualer Anteil ist.
 

Tipp von docFood:

Sauer macht lustig und erfrischt: Natürliches Mineralwasser in eine Karaffe füllen, den Saft einer halben, frisch ausgepressten Zitrone dazu und ein paar Blätter Zitronenmelisse. So preiswert und einfach kann sich jeder selbst ein Wasser-Plus-Frucht-Getränk zaubern.
 
Bildquelle: Marko Greitschus / pixelio.de
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Vielfalt deutscher Biersorten

Kritiker sagen zwar, dass aufgrund des Reinheitsgebots alle deutschen Biere gleich schmecken. Tatsächlich werden in Deutschland aber aus Gerstenmalz, Hopfen, Hefe und Wasser etwa 5.000 verschiedene Biere gebraut. docFood sagt Ihnen, welche Biersorten es gibt.
Grundsätzlich werden Biersorten nach Art der eingesetzten Hefe in unter- oder obergärige eingeteilt, außerdem auch nach Gehalt der so genannten Stammwürze.
 

Obergärige und untergärige Biersorten

Die Hefen sind in der Brauerei unabkömmlich, denn sie vergären den Zucker aus dem Malz zu Alkohol und haben einen großen Einfluss auf den Geschmack. Obergärige Hefen heißen so, weil sie eine große Oberfläche haben und daher im Verlauf der Gärung durch den Auftrieb nach oben steigen. Sie werden bereits seit langer Zeit zum Bierbrauen eingesetzt, weil sie bei Temperaturen zwischen 15 und 20 °C aktiv sind. Obergärige Biere sind zum Beispiel Kölsch, Alt oder Weizen. Der Name „Alt“ leitet sich von der alten Braumethode ab. Die untergärigen Hefen lieben es kälter als die obergärigen. Sie sinken bis zum Ende des Gärprozesses auf den Boden. Da Temperaturen zwischen 6 und 9 °C früher nur im Winter herrschten, hat die Herstellung von untergärigen Bieren erst mit Erfindung der Kältemaschine im Jahr 1873 seinen Siegeszug angetreten. Heute sind 85 Prozent der deutschen Biere untergärige Sorten wie Pils, Export oder Lager.

Biersorten nach Stammwürze

Würze heißt die Bier-Vorstufe vor der alkoholischen Gärung. Als Stammwürze werden alle darin gelösten Stoffe aus Malz und Hopfen bezeichnet. Je höher der Anteil an Stammwürze ist, desto mehr Alkohol entsteht bei der Gärung. Trotzdem werden Biersorten nicht, wie häufig vermutet, nach ihrem Alkoholgehalt eingeteilt, sondern nach dem Gehalt an Stammwürze: Schankbier enthält 7 bis 11 Gewichtsprozent Stammwürze, Vollbier 11 bis unter 16 und Starkbier über 16 Gewichtsprozent. Ungefähr 98 Prozent der in Deutschland gebrauten Biere fallen in die Kategorie Vollbier, mit einem Alkoholgehalt zwischen 4,5 und unter 5,5 Volumenprozent. Zu den alkoholärmeren Schankbieren sind die Biere zu zählen, die häufig unter Bezeichnungen wie „light“ oder „leicht“ verkauft werden. Starkbiere sind alle Bock- und Doppelbockbiere.

Tipp von Doc Food

Ausführliche Porträts verschiedener Biere finden Sie auf den Internetseiten des DBB (Deutscher Brauer-Bund e.V.): Deutschlands beliebteste Biersorten
Bildquelle: Deutscher Brauer-Bund e.V.
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Bier: das deutsche Reinheitsgebot

Die erste Version des deutschen Reinheitsgebots stammt aus dem Jahr 1516. Der Bayernherzog Wilhelm IV. schrieb damals vor, aus welchen Zutaten Bier hergestellt werden durfte: „Ganz besonders wollen wir, daß forthin allenthalben in unseren Städten, Märkten und auf dem Lande zu keinem Bier mehr Stücke als allein Gersten, Hopfen und Wasser verwendet und gebraucht werden sollen.“ Damit erließ er das erste Lebensmittelgesetz der Welt, das heute immer noch gültig ist.
Allerdings haben die gesetzlichen Vorgaben für die Bierbrauerei in den letzten Jahrhunderten einige Anpassungen erfahren.

Anpassungen für das deutsche Reinheitsgebot

Die Angabe „gebraut nach dem deutschen Reinheitsgebot von 1516“, mit der Brauereien gerne werben, stimmt heute eigentlich nicht mehr so ganz. Denn der ursprüngliche Gesetzestext wurde kontinuierlich fortgeschrieben und ergänzt. Die Vorgaben, nach denen deutsche Bierbrauer heute ihr Bier brauen, beziehen sich auf das Reinheitsgebot von 1906. Dort ist auch die Hefe erwähnt, die zu Zeiten von Wilhelm IV. noch völlig unbekannt war. Außerdem wurde näher bestimmt, dass nicht Gerste, sondern Gerstenmalz eingesetzt werden muss. Um dieses herzustellen, wird das Getreide zuerst künstlich zum Keimen gebracht und dann getrocknet. Auch dieses Gesetz wurde entsprechend der technischen Neuerungen bei der Bierherstellung ständig aktualisiert. Die neueste Vorschrift ist das „vorläufige Biergesetz“ aus dem Jahr 1993. Hierin wird das Reinheitsgebot erneut fixiert. Darüber hinaus ist festgelegt, dass ein Getränk nur als „Bier“ vermarktet werden darf, wenn es keine anderen Zutaten zu seiner Herstellung verwendet wurde. Davon abweichend ist es aber zum Beispiel erlaubt, obergärigem Bier Zucker zuzusetzen. Auch der Hopfen darf als Hopfenextrakt zum Einsatz kommen.

Zusatzstoffe im Bier

Laut der europäischen Zusatzstoff-Zulassungsverordnung sind seit 1998 auch bestimmte Zusatzstoffe in Bier erlaubt. Diese müssen jedoch auf dem Etikett ersichtlich sein. Und natürlich darf hier nicht mit „nach deutschem Reinheitsgebot gebraut“ geworben werden. In der Praxis hat dies in Deutschland aber keine Bedeutung, weil deutsche Bierbrauer ausschließlich nach dem deutschen Reinheitsgebot brauen. Zwar gibt es hierzulande einige ausländische Biere zu kaufen, die aus anderen Zutaten hergestellt wurden als Wasser, Hopfen, Malz und Hefe. Ihre wirtschaftliche Bedeutung ist momentan noch gering, weil Biertrinker in Deutschland meist auf dem Reinheitsgebot bestehen. Kritiker prognostizieren aber eine wachsende Bedeutung der Bier-Varianten aus dem Ausland, weil sie eine vielfach größere Auswahl an Geschmacksnuancen bieten.
 
Bildquelle: Matthias Mittenentzwei / pixelio.de
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Wasserarten in der Übersicht

Mindestens 1,5 Liter sollen wir täglich trinken, um den Verlust über den Atem, den Schweiß, Nieren und Darm auszugleichen. Der beste Durstlöscher ist Wasser, denn es ist kalorienfrei und trägt zur Versorgung mit Mineralstoffen bei. docFood sagt Ihnen, welche Wasserarten es gibt.
Alle Wasserarten, die uns als Lebensmittel zur Verfügung stehen, enthalten Mineralstoffe, jedoch in unterschiedlichen Mengen. Grundsätzlich hat die Mineralstoffversorgung über Wasser aber nur eine ergänzende Funktion. Denn die überwiegende Menge an Calcium, Magnesium und Co. nehmen wir über die Nahrung auf. In erster Linie dient Wasser also dazu, den Flüssigkeitsbedarf unseres Körpers zu decken.
 

Diese Wasserarten gibt es:

  • Mineralwasser stammt aus einem unterirdischen Quellen und muss direkt vor Ort abgefüllt werden. Mineralwasser ist das einzige Lebensmittel in Deutschland, das amtlich anerkannt werden muss. Erst nach über 200 Untersuchungen, die die Mineral- und Tafelwasserverordnung vorgibt, darf es als „Natürliches Mineralwasser“ auf den Markt kommen. Außer Kohlensäure darf es keine Zusätze enthalten.
  • Heilwasser unterliegt zusätzlich dem Arzneimittelgesetz. Seine vorbeugenden oder lindernden Wirkungen aufgrund der besonderen Mineralstoffzusammensetzung muss durch wissenschaftliche Studien belegt sein.
  • Quellwasser entspringt wie natürliches Mineralwasser unterirdischen Quellen und wird ebenfalls direkt abgefüllt. Es unterliegt zwar den Vorgaben der Trinkwasserverordnung, muss aber nicht amtlich anerkannt werden.
  • Tafelwasser ist ein Industrieprodukt, bei dem Trinkwasser, Mineralwasser, und Meerwasser gemischt werden und mit Mineralstoffen und Kohlensäure angereichert werden dürfen.
  • Leitungswasser (Trinkwasser): Das Wasser, das bei uns aus dem Hahn kommt, wird zum Duschen, Waschen und Kochen verwendet, aber auch zum Trinken. Es besteht zu zwei Dritteln aus Grundwasser und zu einem Drittel aus Oberflächenwasser, das zum Beispiel aus Talsperren kommt. Gemäß der Trinkwasserverordnung wird es von den örtlichen Wasserversorgern aufbereitet und kontrolliert. Trinkwasser ist das am besten überwachte Lebensmittel in Deutschland.

 

Tipp von docFood

Welches Wasser Sie trinken, ist vor allem eine Geschmacksfrage. In einigen Fällen kann es aber günstig sein, auf den Mineralstoffgehalt zu achten. So ist ein calciumreiches Wasser gut für Menschen, die keine Milchprodukte essen, und ein natrium- und chloridarmes Mineralwasser ist empfehlenswert bei Bluthochdruck oder Nierenkrankheiten. Das für Sie passende Mineralwasser können Sie mit dem Trinktypentest der Informationszentrale Deutsches Mineralwasser herausfinden.
 
Bildquelle: Informationszentrale Deutsches Mineralwasser (IDM)
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Fruchtsaft: Flüssiges Obst und Gemüse

Fruchtsaft ist nicht nur lecker, sondern enthält alle Inhaltsstoffe, die auch das Obst und Gemüse, aus dem sie gewonnen werden, so wertvoll macht. Daher zählt zum Beispiel die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) ein Glas Fruchtsaft als eine Portion Obst und Gemüse. Wer die Empfehlung, fünf Mal am Tag Obst und Gemüse zu essen, täglich umsetzen will, ist mit dieser Erleichterung dem Ziel schon ein Schritt näher.
Aber es ist nicht alles Saft, was auf den ersten Blick so aussieht. Und nicht jeder Saft kommt frisch gepresst in die Flasche oder den Karton.
 

Fruchtsaft ist Frucht pur

In Fruchtsaftgetränken müssen zwischen 6 % und 30  % Fruchtsaft enthalten sein. In Fruchtnektar stecken neben Wasser und Zucker 25 bis 50 % Frucht. Im Gegensatz dazu bestehen Frucht- und Gemüsesaft zu 100 Prozent aus ihren Ausgangsprodukten. Dies kann aber auch heißen, dass der Saft aus Konzentrat und Wasser hergestellt wurde. Wenn Sie sicher sein wollen, dass der Saft wirklich frisch gepresst wurde, achten Sie auf die Bezeichnung „Direktsaft“. Dieser wird nach dem Pressen nur noch kurz pasteurisiert, also schonend erhitzt, damit die Gärung verhindert wird. Damit bleiben die ursprünglichen Vitamine, Mineralstoffe und sekundären Pflanzenstoffe aus dem Obst und Gemüse weitestgehend erhalten, aber auch die Farbe und der Geschmack. Farb-, Konservierungsstoffe oder sonstigen chemischen Zusätze haben in Fruchtsäften nichts zu suchen, daher sind sie wirklich Frucht pur.
 

Was steckt drin im Saft?

Welche Wirkstoffe die Säfte liefern, hängt natürlich davon ab, aus welchen Ausgangsprodukten sie gepresst wurden. Generell kann man aber sagen, dass Säfte gute Lieferanten für B-Vitamine, Vitamin C und ß-Carotin sowie die Mineralstoffe Kalzium, Kalium und Magnesium sind. Die B-Vitamine erfüllen wichtige Funktionen im gesamten Stoffwechsel und ß-Carotin ist als Vorstufe von Vitamin A unentbehrlich für den Sehvorgang. Vitamin C stärkt das Immunsystem und fördert außerdem die Eisenaufnahme aus Lebensmitteln. Daher ist ein Glas leckerer Saft zum Vollkornbrot oder Gemüsegericht eine ideale Kombination, damit unser Körper das pflanzliche Eisen gut verwerten kann. Kalzium stärkt Knochen und Zähne, Kalium reguliert den Wasserhaushalt des Körpers und Magnesium ist wichtig für die Muskelkontraktion. Wertvoll machen Fruchtsäfte auch die in großen Mengen enthaltenen sekundären Pflanzenstoffe, die viele vorteilhafte Wirkungen auf den Organismus haben. Nicht zu vergessen ist allerdings, dass Fruchtsaft viele Kohlenhydrate in Form von Zucker und damit Energie liefert, und daher nicht zum Durstlöschen geeignet ist.
 

Tipp von docFood

Damit die wertvollen Inhaltsstoffe erhalten bleiben, sollten Sie Fruchtsäfte nach dem Öffnen im Kühlschrank aufbewahren und innerhalb von drei Tagen trinken. Ungeöffnet können Sie die Säfte problemlos bei Zimmertemperatur lagern.
Viele Informationen rund um Fruchtsaft finden Sie auch auf den Internetseiten des Verbandes der deutschen Fruchtsaft-Industrie unter www.fruchtsaft.net.
 
Bildquelle: Marianne J.  / pixelio.de
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