Cremige Sauerampfersuppe

Zutaten
(für 4 Portionen)
300 g Sauerampfer, 3 Kartoffeln (geschält und gewürfelt), 1,5 l Gemüsebrühe, 2 Eigelb, 4El Sahne, 1 Prise Salz, Schwarzer Pfeffer, Spritzer Zitrone od. Limette, etwas Butter, etwas Creme fraiche, 4 dünne Scheiben Baguette, Etwas Olivenöl, 1 kl. Knoblauchzehe, Kräuter: Kresse, Kerbel od. Petersilie zum Bestreuen
 

 Zubereitung

1 Sauerampfer abbrausen und putzen (grobe Stielstücke oder unschöne Stellen entfernen)
2 Den Sauerampfer in etwas Butter unter ständigem Rühren anschwitzen. Einen Spritzer Limetten- od. Zitronensaft dazugeben – der Sauerampfer behält dann besser die grüne Farbe und bekommt einen schönen frischen Geschmack.
3 Wenn der Sauerampfer weich ist, mit Gemüsebrühe aufgießen.Den Gemüsefond aufkochen und die Kartoffelwürfel dazugeben. Ca. 30 Min. kochen lassen bis die Kartoffeln gar sind. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.
4 Parallel etwas Olivenöl in einer Pfanne erhitzen. Eine kleine Knoblauchzehe dazu – nur für’s Aroma kurz mit anschwitzen. Danach die Knoblauchzehe entfernen.
5 Die Baguette Scheiben in wenigen Minuten von beiden Seiten goldbraun rösten, bei Seite legen.
6 Die Suppe durchpassieren.
7 Eigelbe mit Sahne und etwas heißer Suppe verrühren. Diese Mischung in die Suppe gießen.
8 Die Suppe bei ganz geringer Hitze binden lassen. Achtung: die Suppe darf jetzt nicht mehr kochen, da sonst das Ei gerinnt.
9 Suppe in tiefen Tellern oder Suppenschalen anrichten, ein Klecks Creme fraiche und das Baguette-Stück dazu.
10 Mit frischen Kräutern (Kresse, Kerbel o.ä.) bestreuen und servieren
 

Tipp von docFood

Der Frühling lässt grüßen: Sauerampfer gehört zu den ersten frischen Kräutern, die es jetzt wieder auf den Märkten gibt. Und außerdem: Sauer macht lustig! Dann hoffen wir, dass das Süppchen nicht nur frühlingsfrisch, sondern auch lustig macht.

Andrea Peitz

Crème Brulée

Zutaten für 4 Portionen
(4 ofenfeste Förmchen á ca.150ml )
1 Vanilleschote (längs aufgeschnitten)
350 ml Sahne
150 ml Vollmilch
4 Eigelbe
40 g Zucker
2 EL brauner Zucker zum Bestreuen
 

Zubereitung

1 Milch und Vanilleschote in einem Topf kurz aufkochen, von der Herdplatte nehmen und ca. 10 Minuten ziehen lassen. Die Sahne dazu geben und alles nochmals bis zum Siedepunkt erhitzen.
2 Backofen auf 150 Grad vorheizen, Umluft 130°
3 Eigelbe mit dem Zucker cremig, aber nicht schaumig schlagen
4 Die heiße, aber nicht kochende Vanillesahne vorsichtig unterrühren. (Achtung: Sahne darf nicht kochen, sonst gerinnt das Eigelb)
5 Die Creme anschließend gleichmäßig auf die Förmchen verteilen
6 Die Creme Brulée im Backofen im Wasserbad stocken lassen: dazu die Fettpfanne des Backofens auf die mittlere Schiene des Backofens schieben, die Förmchen hineinsetzen. Die Fettpfanne dann mit heißem Wasser befüllen – bis die Förmchen zur halben Höhe im Wasserbad sitzen.
7 Ca. 45 – 55 Minuten im Ofen stocken lassen, bis sich eine Haut gebildet hat. Die Haut soll dabei aber nicht braun werden.
8 Anschließend die Crème auskühlen lassen, zum Schluss noch für ca. 1 – 2 Std. im Kühlschrank kaltstellen
9 Vor dem Servieren, die Crème Brulée mit dem braunen Zucker bestreuen und unter dem Backofengrill oder mit einem kleinen Flambierbrenner den Zucker gleichmäßig karamellisieren bis eine gelichmäßige, goldbraune, knackige Zuckerkruste entsteht. Die Kruste soll beim Durchstechen mit dem Löffel richtig schön knacken. Dann schmeckt die Crème am besten.
10 Die Schälchen anrichten, servieren
Viel Spaß beim Genießen
 

Tipp von docFood

Tolles Dessert für die bevorstehenden Oster-Feiertage. Alle werden es lieben!

Andrea Peitz

Die große Gluten-Hysterie

Vertragen Sie noch alles oder leiden Sie schon – an Lebensmittelunverträglichkeiten zum Beispiel? Fast ein Drittel der Deutschen glaubt fest daran, an Lebensmittelunverträglichkeiten oder -allergien zu leiden. Das hat das Frankfurter Marktforschungsinstitut targeted in einer Umfrage herausgefunden. Von den restlichen zwei Dritteln der Befragten verzichten gut 80 % freiwillig auf bestimmte Lebensmittel.
 
Ein Hauptgrund dafür ist auch dabei das Gefühl, diese Nahrungsmittel nicht zu vertragen. Dahinter steht bei den Betroffenen meist eine Fehleinschätzung, die zu negativen gesundheitlichen Folgen führen kann.
 

Unverträglichkeiten – oft nur Einbildung

EIn den meisten Fällen beruht diese falsche Einschätzung auf einer unzutreffenden Selbstdiagnose – man könnte es auch einfach ‚Einbildung‘ nennen. Ein Blick auf die belastbaren Daten zeigt denn auch deutlich: Von einer Zöliakie z. B. – einer echten Gluten-Unverträglichkeit – sind nur etwa 0,5 % bis 1 % der Bevölkerung betroffen. Mit der verbreiteten Gluten-Hysterie sind die Deutschen nicht alleine: In den USA wurden 2015 mehr als 1.500 Erwachsene, die sich glutenfrei ernährten, nach den Gründen dafür befragt. Ein Drittel der Befragten wählte die Antwort „keinen Grund“. Ein Viertel hielt eine glutenfreie Ernährung für die „gesündere Option“ und ein Fünftel der Befragten glaubte an eine verdauungsfördernde Wirkung. Bei jedem zehnten Befragten war ein Familienmitglied „glutensensitiv“ und lediglich acht Prozent gaben an, selbst „glutensensitiv“ zu sein.
 

Glutenfrei kann schaden

Wer ohne sichere Diagnose auf Gluten verzichtet, schränkt seine Auswahl an Lebensmitteln stark ein, sagt Antje Gahl von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE). Glutenfreie Ernährung ist weder gesünder als normale Kost, noch hilft sie beim Abnehmen, wie viele hoffen. Wer sich auf Grund der glutenfreien Kost nicht abwechslungsreich genug ernährt, dem droht zudem eine Unterversorgung mit wichtigen Nähr- und Mineralstoffen – zum Beispiel den Vitaminen K, B1, B2 oder B6 und Mineralstoffen wie Magnesium, Zink oder Kupfer, wie Antje Gahl betont. Die amerikanische Kinderärztin Dr. Norelle R. Reilly vom Columbia University Medical Center in New York teilt diese Ansicht und warnt vor allem Eltern davor, bereits ihre Kinder grundlos (..also ohne Diagnose) zu einer glutenfreien Diät zu zwingen: „Aus Sorge um die Gesundheit ihrer Kinder setzen Eltern manchmal ihre Kinder auf eine glutenfreie Diät, in dem Glauben, dass diese Symptome lindert, Zöliakie verhindert oder eine gesunde Alternative darstellt, ohne vorherige Prüfung auf Zöliakie oder Beratung durch einem Ernährungsberater“, so Reilly. Doch wegen drohender Nährstoffmängel und Einschränkungen in der Lebensqualität kann eine glutenfreie Ernährung gerade Kindern nach Ansicht von Dr. Reilly mehr schaden als nutzen.
 

docFood rät

Beginnen Sie niemals mit der glutenfreien Diät ohne vorher eindeutig medizinisch abgesicherte Diagnose! Von einer Selbstdiagnose ist dringend abzuraten. Auch Bioresonanz oder ähnliche „Alternativen“ sind völlig ungeeignet. Eine glutenfreie Diät erfordert eine beachtliche Umstellung in der Ernährung, konsequent und lebenslang, die auch mit erheblichen Kosten verbunden ist. Das alles ist nur dann gerechtfertigt, wenn es sich tatsächlich um eine Zöliakie handelt. Eine sehr gute Übersicht darüber, welche Untersuchungen sinnvoll bzw. notwendig sind, um eine echte Zöliakie nachzuweisen, gibt die Österreichische Arbeitsgemeinschaft Zöliakie. Wenn Sie einen Arzt in Ihrer Nähe suchen, der sich mit der Diagnose Zöliakie auskennt, empfiehlt sich ein Anruf bei der Deutschen Zöliakie Gesellschaft (DZG) – dort hilft man Ihnen weiter.

Dr. Friedhelm Mühleib

 
Foto:
Lebensmittelintoleranz – die Vermarktung der Angst
© targeted – Marketing Research & Consulting

Kann Selen vor Darmkrebs schützen?

Kann eine gute Versorgung mit dem Spurenelement Selen vor Darmkrebs und anderen Darmerkrankungen schützen? Prof. Dr. Anna Patricia Kipp, Professorin für Molekulare Ernährungsphysiologie an der Universität Jena, ist überzeugt davon, dass es einen Zusammenhang zwischen der Aufnahme von Selen und dem Schutz vor Darmkrebs gibt. Kipp hat u. a. Signalwege im Darm untersucht, die bei einer Unterversorgung mit Selen aktiviert werden. Die Behauptung „Selen hilft bei Darmkrebs“ lässt sich allerdings noch nicht beweisen.
 
Bis dahin ist nach Ansicht von Kipp immer noch viel Forschung nötig. Die Ergebnisse von Kipp sind Teile eines Puzzles, das irgendwann ein genaueres Bild der Wirkungen des Spurenelementes auf die Darmgesundheit vermitteln wird.
 

Selen: Nutzen und Schaden eng beieinander

Doch Vorsicht ist geboten: Für den Menschen liegen Nutzen und Schaden des Selens extrem eng beieinander. Ein Selenmangel macht sich zunächst meist mit unspezifischen Symptomen bemerkbar wie Müdigkeit, Haarausfall, schuppige Haut, Muskelschwäche, Leberfunktionsstörungen und Störungen der Magen-Darm Funktion bis hin zum Auftreten entzündlicher Darmerkrankungen. Ein chronischer Mangel an Selen wurde immer wieder auch mit steigendem Risiko für die verschiedensten Krebserkrankungen in Verbindung gebracht – allerdings bis heute ohne wirklich evidente Beweise.
 

Wieviel Selen braucht der Mensch?

Allerdings: Bei abwechslungsreicher Ernährung ist ein Selenmangel hierzulande eher unwahrscheinlich und selten. Um den Körper ausreichend mit Selen zu versorgen, empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) für Erwachsene die tägliche Aufnahme von 30 bis 70 µg, für Kinder je nach Alter 10 bis 60 µg. Die tatsächliche Selenzufuhr mit der Nahrung liegt in Deutschland mit 30 bis 40 µg relativ niedrig – aber immer noch gerade im ‚grünen‘ Bereich. In anderen Ländern, etwa in den USA oder in Südamerika, werden viel höhere Werte erreicht. Trotzdem beträgt der durchschnittliche Serumspiegel der deutschen Bevölkerung in Studien regelmäßig um die 80 µg/l. Werte zwischen 50 und 120 µg/l gelten dabei als normal. Wenn die Wissenschaftlerin Kipp mit ihren Aussagen über die Wirkung von Selen auf die Entstehung von Darmkrebs sehr zurückhaltend ist, dann sicher auch, um den Hype im Bereich der Nahrungsergänzungsmitteln um das Spurenelement nicht unnötig zu beflügeln.
 

Vorsicht vor zu viel Selen

Während Ernährungsmediziner eine tägliche Aufnahme von maximal 200 µg aus Lebensmitteln und Nahrungsergänzungsmitteln empfehlen, sehen vorsichtige Toxikologen die Schwelle zu möglicher gesundheitlicher Gefährdung bereits bei einer Menge von 300 µg. Zu viel Selen macht sich in ähnlichen Symtomen bemerkbar wie zu wenig: Haarausfall, Hauterkrankungen, Diabetes, Leberstörungen – und ein erhöhtes Risiko für verschiedene Krebsarten, darunter Prostata- und Lungenkrebs. Wer die maximal empfohlene tägliche Aufnahmemenge aus Nahrungsmitteln und Supplementen von 300 bis 400 µg Selen dauerhaft überschreitet, muss mit den beschriebenen Nebenwirkungen rechnen: Also Vorsicht vor zu viel Selen!
 

docFood rät

Obwohl Selen also potenziell giftig ist, gab und gibt es im naturheilkundlichen Bereich zeitweise einen regelrechten Hype um das Spurenelement. Der Fitnesspapst Dr. Ulrich Strunz z. B. preist Selen als Wundermittel gegen Krebs an, mit dem sich angeblich zu bis zu 70 Prozent aller Prostata-, Lungen- und anderer Krebserkrankungen verhindern lassen. Das darf man getrost als Unsinn bezeichnen. Die Einnahme von Selenpräparaten z. B. zur Verbesserung der Darmfunktion oder zur Prävention von Darmkrebs ist nach dem Stand der Wissenschaft nur bei einem nachgewiesenen Mangel sinnvoll. Ansonsten aber kann Selen als Nahrungsergänzungsmittel eher schaden. Insbesondere in Kombination mit anderen Antioxidantien sind unerwartete Wechselwirkungen möglich. Prof. Helmut Schatz, Mediensprecher der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie, fasst die geltenden Empfehlungen zusammen: „Eine ausgewogene Ernährung versorgt den Körper ausreichend mit Selen. Wer das Gefühl hat, unterversorgt zu sein, sollte, bevor er zu Supplementen greift, mit seinem Arzt besprechen, ob er diese wirklich benötigt oder nicht.“

 Dr. Friedhelm Mühleib

Baguette mit Hähnchenfilet und Avocado

Zutaten für 4 Personen
 
2 Hähnchenbrustfilets à 150 g, Salz, Pfeffer, Paprikapulver, 2 EL Olivenöl, 1 EL fein gehackte Kräuter (Thymian, Majoran, Petersilie), 2 lange, schmale Baguettes à 250 g, 1 Avocado, Saft von 1/2 Zitrone, 50 g Rucola, 250 g Mozzarella, 1 kleines Stück rote Paprikaschote, 80 g Remoulade.
 

Zubereitung

 
1 Die Hähnchenbrustfilets kalt abbrausen, trocken tupfen, mit Salz, Pfeffer und Paprikapulver einreiben und in dem heißen Olivenöl rundherum anbraten.
2 Im vorgeheizten Backofen bei 200 °C in ca. 10 Minuten fertig braten, dabei einmal wenden.
3 Herausnehmen, mit Kräutern bestreuen, in Aluminiumfolie wickeln und abkühlen lassen, dann in ca. 1 cm dicke Scheiben schneiden.
4 Die Baguettes in der Mitte halbieren und dann längs aufschneiden.
5 Die Avocado längs halbieren und vorsichtig vom Kern lösen. Die beiden Hälften in dünne Scheiben schneiden, dabei die ledrige Avocadohaut abschneiden. Das Avocadofleisch sofort mit Zitronensaft beträufeln.
6 Rucola kalt abbrausen, gut abtropfen lassen. Mozzarella in Scheiben schneiden. Paprika fein würfeln.
7 Die Brote mit Remoulade bestreichen. Zuerst mit Avocadoscheiben und Rucola, dann dick mit gebratener Hähnchenbrust und Käsescheiben belegen und mit Paprikawürfeln bestreuen.

Guten Appetit!

 
Pro Person: 831 kcal (3479 kJ), 41,1 g Eiweiß, 40,3 g Fett, 72,9 g Kohlenhydrate
 
Fotohinweis: Wirths PR

Rückstände in Lebensmitteln? Bundesamt gibt Entwarnung!

Müssen wir uns um Rückstände von Pflanzen-schutzmitteln in Lebensmitteln sorgen? Darauf gibt das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit eine klare Antwort: Nein! In Deutschland und in der EU erzeugte Lebensmittel sind sehr selten mit zu hohen Rückständen an Pflanzen-schutzmitteln belastet. Im Jahr 2015 wurden nur bei 1,1 % der untersuchten Erzeugnisse Überschreitungen der Rückstandshöchstgehalte festgestellt.
 
Die jüngst veröffentlichten Untersuchungsergebnisse der Bundesländer, die das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) in der „Nationalen Berichterstattung Pflanzenschutzmittelrückstände in Lebensmitteln 2015“ veröffentlicht hat, bestätigen das seit Jahren niedrige Niveau.
 

Bohnen, frische Kräuter und Tee häufiger belastet

Im Rahmen der Kontrolle von Lebensmitteln wurden 2015 bei der Untersuchung von 18.765 Lebensmittelproben in den Laboren der Bundesländer über 5,8 Millionen Analysen durchgeführt. Dabei wurden die Grenzwerte für Pflanzenschutzmittelrückstände in Erzeugnissen aus Deutschland und Ländern der EU bei 1,1 % der Proben überschritten Bei Erzeugnissen aus Drittländern außerhalb der EU wurden zwar in 5,5 % der Proben Überschreitungen festgestellt – doch auch hier ist die Tendenz fallend (Vorjahr 5,8 %). Ebenfalls erfreulich: Bei 54 von insgesamt 124 ausgewerteten Lebensmitteln konnten in keiner der untersuchten Proben Grenzwertüberschreitungen festgestellt werden. Es gibt allerdings Unterschiede bei der Betrachtung einzelner Kulturen. Bei häufig verzehrten Lebensmitteln wie Äpfeln, Karotten, Kartoffeln und beliebten saisonalen Erzeugnissen wie Erdbeeren oder Heidelbeeren sind seit Jahren kaum oder gar keine Überschreitungen der Höchstmengen von Rückständen festzustellen. Andere Kulturen wie Bohnen und Tee tauchen immer wieder in der Liste der Kulturen mit den meisten Überschreitungen auf. Bohnen (mit Hülsen 7,6 % Überschreitungen) und Tee (4,8 %) fielen schon in den letzten Jahren häufig auf und gehörten auch 2015 zu den negativen Spitzenreitern. Hier reihten sich 2015 auch frische Kräuter (6,0 % Überschreitungen), Auberginen (3,4 %) und Paprika (3,0 %) ein. Die Situation der im Jahr 2014 prozentual am häufigsten aufgefallenen Mangos hat sich im Jahr 2015 deutlich verbessert. Sie gehören zwar auch 2015 zu den Lebensmitteln mit häufigen Überschreitungen des Rückstandshöchstgehaltes, allerdings lag die Überschreitungsquote mit 2,7 % erfreulicherweise wieder deutlich unter der des Jahres 2014 (8,3 %).
 

Lebensmittel aus ökologischem Anbau deutlich weniger Rückstände

Biolebensmittel wurden wie in den Vorjahren besonders intensiv kontrolliert. Etwa 10 % der Untersuchungen insgesamt wurden an Lebensmitteln aus biologischem Anbau durchgeführt, deren Anteil am gesamten Lebensmittelmarkt unter 5 % liegt. Die Kontrollen 2015 haben bestätigt, dass der Anteil an Lebensmitteln ohne nachweisbare Rückstände bei Biowaren mit 65 % deutlich über dem konventionell hergestellter Waren (36,6 %) liegt. Dies gilt ebenso für den Anteil der Lebensmittel, bei denen der Rückstandshöchstgehalt überschritten wurde. Der liegt bei Biolebensmitteln bei 0,5 %.
 

docFood rät

Im Grunde ist der Unterschied in der Belastung mit Rückständen zwischen Lebensmitteln aus konventionellem Ausbau und solchen aus Bioanbau aus gesundheitlicher Perspektive unerheblich. Bei beiden sind die Mengen unterhalb der Grenze, die unsere Gesundheit nachhaltig belasten könnten. Allerdings sind die Ergebnisse ein weiterer klarer Hinweis darauf, dass Bioanbau unsere Umwelt und die Nahrungsmittel weniger belastet. Grund genug, wo immer dies möglich ist, auf Lebensmitte aus biologischem Anbau umzusteigen – nicht nur unserer Gesundheit, sondern auch der Umwelt zuliebe.

Dr. Friedhelm Mühleib

 

Kross gebratener Skrei mit püriertem Rosenkohl

 
Zutaten für 4 Personen
300gr. Rosenkohl, 2-3 mittlere Kartoffeln, 1-2 El Butter zum Anschwitzen, ½  Limette, etwas Milch, 2-3 El Olivenöl, 4 Tranchen Skrei (Winter-Kabeljau), etwas Mehl zum Bestäuben, Salz, Pfeffer, Muskatnuss, 50gr. Butter für’s Püree, Zitrone oder Limettenviertel
 

Zubereitung

1. Rosenkohl putzen und halbieren. Eine Hand voll schöne Rosenkohlblätter zur Seite legen.
2. Restlichen, halbierten Rosenkohl in etwas Butter anschwitzen. Mit Salz und Pfeffer würzen und mit etwas Wasser bei geschlossenem Deckel weich garen. Dann fein püriere
3. Kartoffeln schälen, vierteln, in kaltem, gesalzenem Wasser gar kochen. Anschließend durch eine Kartoffelpresse drücken. (Nicht mit dem Pürierstab, die Kartoffelmasse wird sonst zäh und klebrig).
4. Die Kartoffelmasse wird nun zum heißen Rosenkohlpüree hinzugefügt. Butter und etwas Milch dazugeben, damit das Püree schön geschmeidig wird. Mit ein paar Spritzern Limettensaft und etwas Muskatnuss abschmecken.
5. Die Rosenkohlblätter für die Garnitur nur kurz blanchieren, dann bleiben sie schöne grün.
6. Skreifilet abbrausen, trockentupfen, salzen, pfeffern und die Hautseite mit etwas Mehl bestäuben.
7. Olivenöl in einer beschichteten Pfanne erhitzen. Skrei auf der Hautseite vorsichtig anbraten.
8. Wenn die Hautseite schön kross ist, kann der Fisch gewendet werden, und vorsichtig zu Ende gegart werden. Das dauert nur wenige Minuten, je nach gewünschtem Garpunkt. Der Fischkenner mag’s wenn der Skrei noch etwas glasig ist.
9. Rosenkohlpüree und Skrei anrichten. Nach Geschmack mit etwas gutem Olivenöl beträufeln. Limetten oder Zitronenscheibe dazu.
 
Foto: muehleib

Übergewicht geht an die Niere

Über zwei Mio. Menschen sind in Deutschland von einer chronischen Nierenkrankheit betroffen. Mehr als 100.000 Menschen    sind abhängig von einer Dialyse und/oder warten auf eine Transplantation. Immer noch steigt die Zahl der Betroffenen – besonders gefährdet sind dabei Menschen mit Übergewicht. Am heutigen Weltnierentag weist die Deutsche Gesellschaft für Nephrologie (DGfN) darauf hin, dass sich die Zahl der   Nierengewebsschäden, die durch Übergewicht verursacht sind, in den vergangenen 30 Jahren verzehnfacht hat! Deshalb sollten Ernährungsfachkräfte  z. B. im Bereich der Prävention und Therapie von Übergewicht und Adipositas schon frühzeitig auch die Nierengesundheit ins Auge fassen.
 
Übergewicht (BMI > 25 geht auch an die Nieren: Seit langem ist bereits ein indirekter Zusammenhang bekannt: Übergewichtige Menschen leiden oft unter Bluthochdruck – und der schädigt die feinen Blutgefäße in den Nieren, welche die Giftstoffe aus unserem Körper filtern.
 

Lange unterschätzt: Risikofaktor Übergewicht

Die Funktion der Nieren nimmt dann stetig ab, bis die Betroffenen eine Dialyse brauchen. Bei etwa einem Drittel aller Dialysepatienten ist ein Bluthochdruck die Ursache für das Nierenleiden. Übergewicht und Bluthochdruck kommen oft nicht allein, sondern fördern die Entstehung eines Diabetes. Ein Diabetes stellt einen zusätzlichen Risikofaktor für eine chronische Nierenkrankheit dar. Etwa 30- 40% der Diabetiker weisen Nierenschäden auf. Jedes Jahr werden mehr als 2.000 Patienten in Folge von Diabetes mellitus dialysepflichtig. Inzwischen weiß man, dass Fettleibigkeit die Nieren ganz unmittelbar schädigt. Fettgewebe sondert verschiedene Peptidhormone wie Adiponectin, Leptin und Resistin ab, die zu Entzündungen und oxidativem Stress führen, den Fettstoffwechsel negativ beeinflussen und erhöhte Insulinspiegel, oft auch eine Insulinresistenz nach sich ziehen. All das sind Prozesse, die zu krankhaften Veränderungen des Nierengewebes (sogenannten Glomerulopathien) führen und in Folge zu einer Abnahme der Nierenfunktion. Wie eine aktuelle Publikation in „Kidney International“   berichtet, hat sich der Zahl der durch Übergewicht verursachten Glomerulopathien seit 1986 verzehnfacht.
 

Experten warnen vor „Explosion“ der Dialysezahlen

Prof. Mark Dominik Alscher, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Nephrologie (DGfN), fordert mehr Aufmerksamkeit für das Thema: „Um keine Explosion der Dialysezahlen zu erleben, müssen wir unsere Präventionsbemühungen weiter verstärken“. Zum einen müsse die Öffentlichkeit für dieses Problem sensibilisiert und die Bevölkerung zu einem gesünderen Lebensstil motiviert werden, zum anderen müssten aber auch nephrologische Früherkennungsmaßnahmen intensiviert werden. Denn wenn eine chronische Nierenerkrankung rechtzeitig erkannt wird, kann ihr Fortschreiten medikamentös verlangsamt und die Notwendigkeit einer Nierenersatztherapie oft über Jahre hinausgezögert werden. Alscher rät zu regelmäßigen Kontrollen der Nierenfunktion, die  nicht nur bei Diabetikern und älteren Menschen, sondern auch engmaschig bei allen Patienten mit Bluthochdruck oder Übergewicht durchgeführt werden sollten. Wichtigste vorbeugende Maßnahme bleibe, so Alscher, das Körpergewicht in den Normalbereich zu bringen – und langfristig zu halten.
 

Therapie: Ernährung kann entscheidende Rolle spielen

Der Schlüssel zur Prävention chronischer Schäden der Niere und ihrer Verschlimmerung bis hin zum Nierenversagen liegt in der Ernährung. Worum sonst geht es, wenn ein Nephrologe dazu auffordert, das „Körpergewicht in den Normalbereich“ zu bringen? Die Ernährung spielt bei Patienten mit Niereninsuffizienz im Rahmen der Gesamttherapie eine bedeutende Rolle. Neben einer Gewichtsreduktion bei vorhandenem Übergewicht ist das primäre Ziel ernährungstherapeutischer Maßnahmen die Absenkung der harnpflichtigen Substanzen im Blut, die Senkung und Normalisierung des Blutdrucks bei häufig vorhandenem Hochdruck sowie die Ausschwemmung von krankhaften Wassereinlagerungen (Ödemen). Die Vermeidung von Mangelernährung ist im fortgeschrittenen Stadium eine zusätzliche Aufgabe der Ernährungstherapie. Eine professionelle Ernährungstherapie kann das Fortschreiten der Nierenerkrankung sowie das Entstehen von Folgekrankheiten bei guter Compliance des Patienten über viele Jahre verlangsamen und hinauszögern.
 

docFood meint

Das Wissen darum ist leider zum einen das Wissen bei Hausärzten wie auch bei den Nephrologen als Experten gering. Zum anderen erfordert die individuelle Ernährungstherapie auch von den Fachkräften spezielle Kenntnisse, die häufig erst durch entsprechende Fortbildung erworben werden müssen. Dass Problem und Aufgabe erkannt sind, hat die Dreiländertagung von Meidzinern und Ernährungsfachkräften im vergangenen Jahr in Dresden gezeigt. Dort war man sich über den großen Nutzen einer Ernährungstherapie berufsübergreifend einig. Als Ergebnis wurde mehr und bessere Kooperation zwischen den Ärzten und Fachkräften gefordert. Passiert ist seitdem leider noch nicht viel.  Eine Schwalbe macht eben noch keinen Sommer. Hier muss noch viel passieren!

Dr. Friedhelm Mühleib

Blumenkohl in Kapernbutter

Zutaten für 4 Personen:
1 kleiner Blumenkohl
Mehl
2-4 EL Kapern (nach Belieben)
50 g Butter
Saft 1/2 Zitrone
etwas Kresse
Salz, Pfeffer
 
Zubereitung:
1 Den Blumenkohl in große Röschen teilen und diese in dicke Scheiben schneiden (oder, falls sie zu schnell brechen, einfach halbieren) und so lange in leicht gesalzenem Wasser kochen bis der Blumenkohl gar ist, aber noch etwas Biss hat.
2 Die Blumenkohl-Scheiben in Mehl wenden bzw. mit Mehl bestreuen.
3 Die Butter in einer großen Pfanne zerlassen und den bemehlten Blumenkohl von beiden Seiten goldbraun anbraten.
4 Die Kapern und den Zitronensaft hinzugeben und kurz schmoren lassen. Mit Salz, Pfeffer und Kresse würzen.
Rezept und Foto hat die Food-Bloggerin Julia Uehren für „Deutschland – Mein Garten.“ beigesteuert. Auf ihrer Website www.loeffelgenuss.de hat sie eine Ode an den Blumenkohl verfasst.
 
Quelle: Pressebüro Deutsches Obst und Gemüse

Tag der Frostkost: Gutes aus dem Eis

Heute ist ein Tag, an dem wir mit Wehmut an Ronald Reagan denken. Heute ist Tag der Tiefkühlkost (TKK). Reagan hat ihn im Jahr 1984 eingeführt. Waren das noch Zeiten, als ein US-Präsident so sinnvolle Dekrete erließ. Denn Tiefkühlkost erleichtert nicht nur vielen die Ernährung im Alltag, sondern ist häufig zudem gesund – zumindest, wenn es um unverarbeitete Produkte geht. Natürlich ist frische Kost der Nahrung aus dem Eis überlegen. Aber wirklich nur dann, wenn sie tatsächlich frisch ist. Nach Tagen im Kühlschrank gilt das nicht mehr.  
„Den Spinat hab ich letzte Woche frisch auf dem Markt gekauft“ – dieser Spinat war dann mal frisch, ist es aber nicht mehr. Frische ist eben sehr vergänglich. Ein gutes Bio-TK-Produkt ist da allemal besser.
 

Appetit auf Tiefkühlkost wächst noch immer

Im Haushalt falsch oder zu lange gelagerte Produkte verlieren rapide an Nährstoffen – die im Eis bis zum Auftauen fast vollständig bewahrt bleiben. Wenn die Liebe der Deutschen zur TKK ungebrochen ist, dann ist das wohl mehr praktischen Gründen als gesundheitlichen Überlegungen zu verdanken. Auftauen –erhitzen – servieren: viel praktischer geht’s nicht. Ideal für alle gestressten Menschen, denen Zeit, Lust und Kenntnisse zum Kochen fehlen. Kein Wunder also, dass der Appetit auf Tiefkühlkost immer noch steigt. Seit 1990 hat sich der Verzehr mehr als verdoppelt. Waren es damals noch 20 kg pro Kopf, verzehrt heute jeder von uns gut 43 Kilo Frostkost. Fast ein Zentner! Und was essen wir da, wenn wir TKK essen?
 

Auch das Essen aus dem Eis hat zwei Seiten

Die gute Nachricht: An erster Stelle stehen Obst und Gemüse. Wird Rohware in ganz frischem Zustand schockgefroren, bleibt sie bis zum Auftauen fast erntefrisch – während viele Gemüse während vier Tagen im Kühlschrank bereits mehr als die Hälfte ihrer Vitamine verlieren. Die schlechte Nachricht: An Platz zwei steht die Pizza. Etwa 300 000 Tonnen Tiefkühlpizza kommen jährlich in Deutschland auf den Tisch. Nun ist eine TKK-Pizza ab und an noch kein Verbrechen an der Gesundheit – solange sie nicht zum Hauptnahrungsmittel wird. Es geht eher darum, dass die Pizza stellvertretend für die vielen tiefgekühlten Fertiggerichte und Tk-Menüs steht, die häufig zu viel Fett, Salz, Kohlenhydrate und Zusatzstoffe enthalten.
 

docFood meint

Jetzt im Winter, wenn es kaum heimisches Obst und Gemüse gibt, kann Tiefkühlkost eine gesunde Alternative zur Frischkost sein. Wer meint, er müsse den Tag der Tiefkühlkost heute so richtig feiern, der sollte das nicht unbedingt mit Pizzabaguette, einem TK-Menü und Torte aus der Truhe tun. Ein Stück Fischfilet, Spinat und als Nachtisch eine Kugel Sorbet mit (Eis-) Beeren – natürlich alles ‚frisch‘ aus der Truhe – sind die bessere Alternative.
Mehr Infos rund um TKK und Einfrieren gibt es unter www.tiefkühlkost.de