Ayurveda-Familienküche – Isst man gemeinsam glücklicher?

Einer der Hauptgedanken der ayurvedischen Philosophie ist, dass jeder Mensch ein Teil des großen Ganzen ist und wir alle eine große Familie sind. Und die Liebe, die ein ayurvedischer Koch in die Zubereitung seines Essens legt, soll sich auf die Menschen übertragen, die es zu sich nehmen. Essen als das alles verbindende Element – ob nun mit Mama, Papa und Kind, Freunden oder Kollegen – ist doch eigentlich eine schöne Idee. Und so ist „Meine Ayurveda-Familienküche – Gemeinsam isst man glücklicher“ eine Aufforderung des Autors Volker Mehl, mal wieder Gäste einzuladen.
Dafür serviert der Ayurveda-Gesundheitsberater eine recht bodenständige Einführung in die Ayurveda-Küche und viele leckere Gerichte, die Groß und Klein schmecken. Ob sie auch glücklich machen, muss jeder für sich selbst entscheiden.
Der Überblick über die fünf Elemente, aus denen alles auf der Welt besteht, und die drei so genannten Doshas, zu denen diese kombiniert werden, enthält alles, was der Ayurveda-Einstiger wissen muss. Dazu werden noch die sechs Geschmacksrichtungen erklärt, die aus der Sicht des Ayurveda in einem ausgewogenen Verhältnis ein vollkommenes Essen ausmachen. Wer jetzt schon abschaltet oder aussteigt, dem sei versichert: Auch ohne die ayurvedischen Prinzipien verinnerlicht zu haben, macht dieses Kochbuch Sinn. Denn regelmäßig, warm und leicht verdaulich zu essen ist alles andere als kompliziert und kann schließlich nicht schaden. Was am besten auf den Tisch soll, zeigt uns Volker Mehl – und das geht von warmen Frühstücksideen wie Couscous mit Äpfeln und Mandeln oder Pfannkuchen mit Mangochutney über „magische“ Suppen, Kartoffeln, Reis und Gemüse zum Mittagessen bis zu Dinner-Ideen, Getränken und Kuchen.
Bei vielen Gerichten fragt man sich, was da jetzt eigentlich ayurvedisch dran ist. Tatsache ist aber, dass die Rezeptvorschläge wirklich lecker und unkompliziert klingen und aussehen. Sicher haben einige davon das Potential, bald ganz oben auf der Familien-Menükarte zu stehen. Wer diese Köstlichkeiten gemeinsam mit den Liebsten zubereitet und genießt, der hat auch in Sachen Achtsamkeit, Verbundenheit und Lebensfreude etwas getan – und is(s)t vielleicht tatsächlich glücklicher.
 

Über den Autor

Nach einem Semester Katholische Theologie und einer Ausbildung zum Versicherungskaufmann hat Volker Mehl 2006 mit seinem erfolgreichem Abschluss als Ayurveda-Gesundheitsberater seine persönliche und berufliche Bestimmung gefunden. Heute betreibt er ein Koch-Atelier und einen vegetarischen Deli in Wuppertal. Seine Kochkurse und -bücher rund um die Ayurveda-Küche haben aus Volker Mehl einen anerkannten Experten für eine unverkrampfte ayurvedische Ernährung gemacht.

Melanie Kirk-Mechtel

Volker Mehl
Meine Ayurveda-Familienküche
Gemeinsam is(s)t man glücklicher
TRIAS Verlag, Stuttgart. 2014
ISBN: 9783830469056
EUR [D] 19,99 EUR [A] 20,60 CHF 28,00
Auch als E-Book erhältlich unter www.thieme.de/shop/Kochbuch/Mehl-Meine-Ayurveda-Familienkueche
Wer Volker Mehl einmal live erleben möchte, kann einen seiner Kochkurse in seinem Atelier in Wuppertal buchen: Volker Mehls Kochatelier in Wuppertal www.volker-mehl.de/kochatelier
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Geschmorte Lammkeule mit Aprikosen und Pinienkernen

Zutaten für 4 Personen:
1 kg ausgebeinte Lammkeule, Salz, Pfeffer, Küchengarn, 2 EL Olivenöl, 100 ml trockener Wermut, 600 ml Lammfond, 2-3 Knoblauchzehen, 100 g getrocknete Aprikosen, 6-8 Stiele Oregano, 25 g Pinienkerne, 4 EL Saucenbinder für dunkle Saucen, nach Belieben frischen Oregano zum Garnieren
 
 
Zubereitung:
1 Lammkeule abspülen und trockentupfen. Fett abschneiden. Fleisch mit Salz und Pfeffer würzen und die Keule mit Küchengarn zusammenbinden. Olivenöl in einem Schmortopf erhitzen. Lammkeule darin ringsum anbraten. Bratensatz mit Wermut ablöschen. Lammfond angießen. Knoblauch pellen und dazupressen. Aprikosen und Oregano zugeben. Lammkeule im vorgeheizten Backofen bei 180 Grad (Gas: Stufe 2-3, Umluft: 160 Grad) ca. 60-75 Minuten schmoren.
2 Pinienkerne in einer kleinen Pfanne fettfrei rösten. Lammkeule aus dem Fond nehmen und abgedeckt ca. 10 Minuten ruhen lassen. Oregano aus dem Bratenfond nehmen. Saucenbinder einrühren und unter Rühren 1 Minute köcheln lassen. Pinienkerne in die Sauce geben und nochmals mit Salz und Pfeffer abschmecken. Fleisch aufschneiden und zusammen mit der Sauce anrichten. Nach Belieben mit Oregano garniert servieren.
Bildquelle: Mondamin
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Geschmortes Lamm mit Thymian

Zutaten für 4 Personen:
4-6 Lammstelzen
2 EL getrockneten Thymian
1 Prise Salz
1 Prise Pfeffer weiß
6 EL Olivenöl extra vergine
500 ml Fleischbrühe
2 rote Zwiebeln
250 g Schalotten
2 unbehandelte Zitronen
4 Lorbeerblätter
 
Zubereitung:
1 Das Fleisch von Haut und Sehnen befreien. Thymian mit Salz, Pfeffer und Olivenöl verrühren und das Fleisch damit rundum bestreichen. Mindestens 2 Stunden (oder über Nacht) marinieren.
2 Stelzen in eine große quadratische Auflaufform legen. Fleischbrühe dazugießen. Im vorgeheizten Backofen bei 180 °C (Umluft: 155 °C) ca. 2 1/2 Stunden schmoren. Zwischendurch mit Brühe begießen.
3 Rote Zwiebeln und Schalotten schälen. Die Zwiebeln in Ringe schneiden. Zitronen und eventuell auch die Schalotten halbieren. Alles mit den Lorbeerblättern etwa 1 Stunde vor Ende der Garzeit in die Auflaufform zum Lammfleisch geben und verteilen.
 
Bildquelle: Knorr
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Forelle blau

Zutaten für 4 Personen:
4 mittelgroße Forellen (à 350 g)
1 Bund Suppengrün
1 kleine Zwiebel
2 Lorbeerblätter
einige weiße Pfefferkörner
250 ml Weißwein
125 ml Weinessig
Salz
1 kg Kartoffeln
Dill
Für Forelle blau sollten die Forellen ganz frisch geschlachtet sein. Der Fisch sollte so wenig wie möglich angefasst werden, damit die äußere Schleimschicht nicht beschädigt wird.
Zubereitung:
1 Das Suppengemüse putzen, die Zwiebel schälen und vierteln. Mit den Lorbeerblättern und den Pfefferkörnern in 2 bis 3 Litern Wasser zum Kochen bringen.
2 Währenddessen die Kartoffeln schälen und in Salzwasser garen.
3 Wenn der Gemüsesud kocht, den Wein zugeben und alles 30 Minuten köcheln lassen.
4 Den Essig mit der gleichen Menge Wasser erhitzen und über die Forellen gießen. Beim Gemüsesud die Hitze zurücknehmen und die Forellen vorsichtig hinein legen. Etwa 10 Minuten ziehen lassen, dann die Forellen heraus nehmen, abtropfen lassen, mit den Kartoffeln und etwas frischem Dill servieren.
 
Bildquelle: Wirths PR
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Adipositas – süchtig nach Essen?

In der Therapie der Adipositas reicht es nicht, nur auf die bewusste, kognitive Esskontrolle zu setzen. Vor allem über viele Jahre eingeschliffene Essgewohnheiten stark Übergewichtiger lassen sich damit kaum verändern. Hier braucht es therapeutische Ansätze aus dem Umfeld der psychologischen Verhaltenstherapie. Zu diesem Ergebnis kommen Leipziger Wissenschaftler vom Integrierten Forschungs- und Behandlungszentrum (IFB) für Adipositaserkrankungen.
 
Ähnlich wie im Achtsamkeitstraining muss demnach eine Therapie darauf ausgerichtet sein, dass die Betroffenen Essen neu wahrnehmen und ein neues Bewusstsein dafür entwickeln. Hintergrund dieser Forderung ist die Erkenntnis der Leipziger Forscher, dass es Ähnlichkeiten in der Verarbeitung von Belohnungsreizen bei Adipösen und Drogenabhängigen gibt. Im Gehirn von Menschen mit Adipositas ist genauso wie bei Menschen mit Suchterkrankungen eine verstärkte Aktivität in bestimmten Gehirnarealen als Reaktion auf Essens- beziehungsweise Suchtreize zu beobachten. Dabei steigt der Blut- und Sauerstoffspiegel in der Amygdala, einem Gehirnbereich, der für die Wahrnehmung von Emotionen wie Angst, Erregung, Lust und Belohnung wichtig ist. Die als beglückend-positiv empfundene Reaktion auf Essen kann langfristig zu einem gewohnheitsmäßigen Überessen führen, so die Forscher des IFB.
 

Dicke verfallen eher dem Genuss

Dass Menschen dazu neigen, angenehme Empfindungen zu wiederholen und schließlich als Gewohnheit zu etablieren, ist plausibel. Im Rahmen ihrer Untersuchungen fanden die Wissenschaftler des IFB Hinweise darauf, dass die Tüte Chips oder die Schokolade auf der Couch als Belohnung nach einem stressigen Arbeitstag umso schneller zur Gewohnheit wird, je dicker ein Mensch ist. Mit Hilfe eines Computertests untersuchten sie an 30 normal- und übergewichtigen Männern im Alter zwischen 19 und 30 Jahren, wie stark sie sich anstrengen, um ein bestimmtes Nahrungsmittel zu erhalten. Adipöse Teilnehmer versuchten auch noch nach dem Genuss eines Snacks, mehr davon zu bekommen – obowohl sie in der begleitenden schriftlichen Befragung vorgaben, an ‚Nachschub‘ eigentlich nicht mehr interessiert zu sein. Aus diesem Widerspruch zwischen Verhalten und Denken bei den Adipösen folgern die Wissenschaftler, dass verstärktes unbewusstes und gewohnheitsmäßiges Essen eine große Rolle bei der Entwicklung von Übergewicht spielt.
 

 docFood meint:

In diesen Studien wurde mit Hilfe der Magnetresonanztomografie die Verarbeitung von Belohnungsreizen im Gehirn sichtbar gemacht. Die festgestellten Reaktionsähnlichkeiten auf Nahrungs- beziehungsweise Suchtreize können helfen, die Mechanismen der Erkrankungen besser zu verstehen und effektivere Therapien zu entwickeln, so hoffen die Wissenschaftler. Die Ergebnisse sind interessant, dürften erfahrene Ernährungsfachkräfte aber nicht überraschen. Die Schlussfolgerung, dass kognitive Strategien zur Therapie der Adipositas nicht reichen, ist eher banal. Man hätte von den Wissenschaftlern gerne mehr darüber erfahren, wo genau wirksamere Therapien zu verorten sind.

Friedhelm Mühleib

Kichererbsen-Couscous-Salat

Zutaten für 4 Personen:
1 Dose Kichererbsen (= 425 ml)
250 g Couscous
1 Knoblauchzehe
250 g Kirschtomaten
1 kleine Gurke
2 EL frischer Koriander
2 EL Limettensaft, 4 EL Olivenöl
Salz, frisch gemahlener Pfeffer, Zucker
 
Zubereitung:
1 Kichererbsen abtropfen lassen. Couscous nach Packungsanweisung zubereiten.
2 Knoblauch abziehen und fein hacken. Kirschtomaten waschen und vierteln. Gurke schälen, der Länge nach halbieren, Kerne mit einem Teelöffel entfernen und Gurke in kleine Würfel schneiden.
3 Koriander waschen, trocken schütteln und hacken. Mit Limettensaft und Olivenöl verrühren, mit Salz, Pfeffer und Zucker abschmecken und zu den Salatzutaten geben.
4 Alles gut vermischen und kurz durchziehen lassen.
 
Bildquelle: Bonduelle
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Deutscher Spargel – schon auf dem Markt, aber noch teuer

Gerade noch mussten wir das Eis von den Autoscheiben kratzen, da gibt es auf den Märkten schon den ersten deutschen Spargel. Wie kann das sein? Das Geheimnis liegt in beheizten Feldern, die den Saisonstart des empfindlichen Gemüses immer weiter nach vorne verlegen. Wer kein Vermögen für die Königin unter den Gemüsesorten zahlen möchte, muss aber noch ein wenig Geduld haben.
Für 19,80 Euro pro Kilogramm bietet der Bonner Obst- und Gemüsehändler Uwe Schlotterbeck zurzeit schon deutschen Spargel an. Der wurde dann zum Beispiel im benachbarten Bornheim mittels Bodenheizung erzeugt. Das dafür benötigte Warmwasser stammt aus dem Industriegebiet nebenan. „Das ist zwar ein stolzer Preis, aber manche Leute wollen einfach schon jetzt deutschen Spargel kaufen, und deshalb bieten wir ihn auch an“, sagt Schlotterbeck. Als nächstes kommt dann Spargel auf den Markt, der unter speziellen Thermofolien gezogen wurde. Die spannen die Spargelbauern über die Spargeldämme, sodass sich der Boden früher erwärmt. So schaffen sie es, ungeduldige Spargelfans immer früher zu beglücken. Noch später – je nach Wetterlage irgendwann im April – beginnt dann „die richtige“ Saison. Denn erst, wenn es längere warme Perioden gibt, fühlt sich der Spargel auch ohne Schutzfolien wohl, wächst gut und wird zart und aromatisch.
 

Musterbeispiel für saisonalen und regionalen Einkauf

Trotz hohem Preis des Spargels bietet der beheizte Anbau also beste Voraussetzungen, regionale Ware zu kaufen – und nicht Spargel aus Spanien oder Griechenland, der in punkto Frische kaum mit demjenigen unserer heimischen Bauern zu vergleichen ist. „Der kann vor allem nicht mit der Qualität unserer Erzeugnisse mithalten“, betont Schlotterbeck. Und wer noch ein wenig warten kann, bis die Spargelsaison so richtig im Gange ist, der bekommt dann auch besten deutschen Spargel für unter sechs Euro das Kilo. Offiziell endet die deutsche Spargelsaison übrigens nach wie vor am 24. Juni, dem Johannistag. Danach geben die deutschen Bauern den Pflanzen Zeit, sich bis zur nächsten Ernte zu erholen.
 

Tipp von docFood

Mittlerweile ist Spargel das ganze Jahr über frisch zu haben. Außerhalb der Saison stammt er aber meist aus Peru, ist also einmal um den halben Erdball gereist. Üben Sie sich besser in Geduld und warten die deutsche Spargelsaison ab. Dann bekommen Sie besten Spargel aus der Region zu erschwinglichen Preisen, den Sie ohne schlechtes Gewissen genießen können.

Gabriela Freitag Ziegler

Frühling lässt sein blaues Band..

Seit gestern ist Frühling – ganz offiziell nach Kalender. In unserem Garten ist er schon seit Tagen. „Der kürzestes Weg ins Paradies ist der Weg in den Garten“, sagt ein altes japanisches Sprichwort. Auch im digitalen Zeitalter kann Gartenarbeit ein wunderbarer analoger Ausgleich sein. Gartenarbeit erdet, und Erdung ist eine Voraussetzung für ein gesundes Leben. Gartenarbeit spricht alle Sinne an, zu jeder Jahreszeit, im Frühling ganz besonders – jetzt mit den ersten bunten Blüten. Bald mit den grünen Kräutern – für Geruch und Geschmack. Wenig später mit Salaten, Obst und Gemüse. Wohl bekomm’s!

Für die, die den Rest vom schönen Mörike-Gedicht vergessen haben:

Frühling lässt sein blaues Band
Wieder flattern durch die Lüfte;
Süße, wohlbekannte Düfte
Streifen ahnungsvoll das Land.
Veilchen träumen schon,
Wollen balde kommen.
—  Horch, von fern ein leiser Harfenton!
Frühling, ja du bist’s!
Dich hab‘ ich vernommen!

Thunfischpfanne mediterranée

Zutaten für 4 Personen:
750 g Thunfisch , 8 EL Raps- oder Olivenöl, Saft von 1/2 Zitrone, 2 Fleischtomaten, 2 kleine Zucchini, 4 Frühlingszwiebeln, 1 rote Paprikaschote, 1 gelbe Paprikaschote, 2 Zwiebeln, 1 Knoblauchzehe, Petersilie, Rosmarin, Thymian, Salz, Pfeffer
 
 
Zubereitung:
1 Thunfischfilet kalt abbrausen, trocken tupfen und in mundgerechte Stücke schneiden. Aus 4 EL Öl und dem Zitronensaft eine Marinade zubereiten und den Thunfisch darin marinieren.
2 Inzwischen das Gemüse putzen und waschen. Die Tomaten enthäuten, die Kerne entfernen und in Stücke schneiden. Zucchini halbieren und in Scheiben schneiden. Frühlingszwiebeln in Stücke, die Paprikaschoten in Streifen schneiden. Zwiebeln und Knoblauchzehe schälen, Zwiebeln in Ringe schneiden, Knoblauchzehe fein hacken. Die Kräuter kalt abbrausen und gut abtropfen lassen, Petersilie fein wiegen.
3 Das Gemüse in 2 EL Öl gar dünsten, mit Petersilie, Rosmarin, Thymian, Salz und Pfeffer würzen.
4 Den Thunfisch aus der Marinade nehmen und abtropfen lassen. In einer Wokpfanne 2 EL Öl erhitzen, die Thunfischstücke zugeben und rundherum kross anbraten. Das Gemüse unterheben und kurz mit erhitzen.
Dazu schmecken Röstkartoffeln oder knuspriges Brot.
 
Bildquelle: Wirths PR
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Beim Bananen-Einkauf die Erzeugerländer stärken

Bananen sind nach Äpfeln das beliebteste Obst der Deutschen. Mehr als 10 Kilo verspeist jeder von uns durchschnittlich im Jahr. Rund 1,3 Millionen Tonnen der bliebten Früchte werden jährlich aus den Herkunftsländern wie Kolumbien, Ecuador oder Costa Rica importiert. docFood informiert über die Anbaubedingungen und sagt Ihnen, warum es gerade bei Bananen wichtig ist, zu ökologisch erzeugten und fair gehandelten Früchten zu greifen.
Bananen werden in fast allen subtropischen und tropischen Regionen rund um den Äquator der Erde – dem so genannten „Bananengürtel“ – angebaut und das ganze Jahr über geerntet. Rund ein Fünftel der gut 100 Millionen jährlich produzierten Tonnen werden exportiert. Dabei dominieren Lateinamerika und die Karibik den weltweiten Bananenhandel.
 

Welthandel mit Bananen von Großkonzernen dominiert

Der Welthandel mit Bananen begann 1899 durch die US-amerikanische Firma „United Fruit Company“, die heute „Chiquita“ heißt. Mit den zwei weiteren Großkonzernen „Dole“ und „Del Monte“ beherrscht der Konzern den Bananenanbau und -handel auf der ganzen Welt. Die nordamerikanischen Handelsgesellschaften errichteten große Bananenplantagen, wofür sie Regenwälder abholzten und kleine Bauern vertrieben. Die Plantagenarbeiter bekamen niedrige Löhne und hatten keinerlei Rechte.
Mittlerweile sind die Fruchthandelskonzerne dazu übergegangen, ihre Bananen in vielen Ländern nicht mehr auf eigenen Plantagen anzubauen. Vielmehr bewirtschaften Unternehmen in den Anbauländern die Plantagen und beliefern die Konzerne. Da die Handelsriesen häufig keine Zusagen zu Abnahmemengen und -termine machen, tragen die Plantagenbetreiber das Risiko, die Ernte nicht verkaufen zu können, genau so wie die Gefahr von Ernteausfällen durch Pflanzenkrankheiten. Um die standardmäßig in gigantischen Monokulturen angebaute Bananensorte „Cavendish“ vor Krankheiten zu schützen, werden daher große Mengen an Pestiziden eingesetzt.
 

Fair gehandelte Bananen sind nicht immer bio

Wer konventionell angebaute Bananen kauft, unterstützt die Großkonzerne und damit die niedrige Bezahlung der Landarbeiter und das Gesundheitsrisiko durch den Einsatz von Pestiziden. Gut, dass es mittlerweile fast überall auch fair gehandelte Bananen gibt. Die Bananenbauern verkaufen ihre Ernte an Partnerunternehmen aus dem Fairen Handel und bekommen dafür einen Mindestpreis, der in jedem Fall ihre Produktions- und Lebenshaltungskosten deckt. Zusätzlich bekommen sie einen Fairtrade-Aufschlag, der beispielsweise zur FinanzieLogo Fairtrade TransFair e.V.rung von Bildungs- oder Gesundheitsprojekten oder der Umstellung auf ökologische Landwirtschaft dient. Denn nicht jede Fairtrade-Banane ist auch gleichzeitig bio. Grund: Die höheren Kosten zur Erfüllung der Bio-Standards können nicht alle Kleinbauern stemmen. Sobald sie aber Teil des Fairtrade-Systems sind, werden die Produzenten dabei gefördert, ihren Anbau auf ökologische Standards umzustellen.Logo BanaFair
Erzeuger, Importeure und Händler von Fairtrade-Bananen sind bei der Fair Trade Labelling Organizations International (FLO) registriert. Ihre Produkte sind am Fairtrade-Siegel zu erkennen. Ökologisch angebaute Früchte tragen zusätzlich das Bio-Siegel. Ausschließlich aus ökologischer Erzeugung kommen die Bananen mit BanaFair-Siegel. Der Verein BanaFair arbeitet mit dem Kleinbauernverband UROCAL in Ecuador zusammen, der die Bio-Bananen so direkt nach Europa exportieren kann.

Melanie Kirk-Mechtel

 

Tipp von docFood:

Durch die Wahl von Fairtrade-Bananen aus ökologischer Erzeugung können Sie sehr viel dazu beitragen, dass die Arbeits- und Lebensbedingungen der Kleinbauern nachhaltig verbessert werden. Wer noch mehr wissen möchte oder sich selbst engagieren will, der kann sich hier informieren:
Website der Non Profit Organisation BanaFair e.V. mit Infomaterial zum Download www.banafair.de
Internetauftritt von TransFair – Verein zur Förderung des Fairen Handels mit der „Dritten Welt“ e.V. www.fairtrade-deutschland.de
Info-Website des Fairhandelsunternehmens GEPA rund um den Fairen Handel: www.fairtrade.de
Im Forum Freier Handel arbeiten unterschiedliche Akteure der Fair-Handels-Bewegung zusammen. www.forum-fairer-handel.de
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